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Zeitung und Ausbildung in Hessen - news to use: Erforschen, wie Zeitungslektüre junge Menschen bildet


news to useDass Zeitungslesen bildet, ist ein bekannter Gemeinplatz. Aber wie groß ist der Einfluss täglicher Zeitungslektüre auf junge Menschen in der beruflichen Ausbildung wirklich? Dieser Frage widmete sich das Projekt Zeitung und Ausbildung in Hessen - news to use. Vom Verband Hessischer Zeitungsverleger e.V. initiiert, medienpädagogisch durch PROMEDIA begleitet und wissenschaftlich durch das ZMI betreut, fand am 23. April 2012 die offizielle Pressekonferenz in der Hessischen Staatskanzlei zu dem Projekt statt. Das Projekt stand unter der Schirmherrschaft des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier. Fast 40 Zeitungstitel haben an dem Projekt teilgenommen und die etwa 2.000 Auszubildenden ab dem 1. September 2012 ein Jahr lang mit ihrer lokalen Tageszeitung beliefert.

Neben der täglichen Zeitungslektüre haben die Auszubildenden auf einem eigens konzipierten Internetportal über die gesamte Projektdauer zehn Aufgabenblöcke zu aktuellen Themen der Berichterstattung bearbeitet. Diese Aufgabenblöcke bestanden aus je neun Multiple- oder Single-Choice Fragen sowie einer Freitextfrage. Im Rahmen der Freitextfrage sollten die Auszubildenden eigene Texte verfassen – teils Zusammenfassungen, teils persönliche Einschätzungen oder Stellungnahmen zu aktuellen Themen. Dadurch wurde nicht nur die Lese-, sondern auch die Schreibkompetenz der Projektteilnehmer nachhaltig geschult.

Um die Wirkung des Projektes auf den Allgemeinbildungsstand der Teilnehmer feststellen zu können, führte das ZMI vor und nach dem Projekt je einen qualifizierten Wissens- und Kompetenztest durch. Weiterhin ermittelte das ZMI über die gesamte Projektdauer den jeweiligen Bildungszuwachs der Auszubildenden in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Kultur.

Erwartet wurde, dass ein deutlicher Zuwachs an Allgemeinwissen und Sprachkompetenz festzustellen sein wird. Dies würde einmal mehr die Relevanz von Tageszeitungen – im Unterschied zu anderen Nachrichtenquellen – deutlich unterstreichen. Durch die Auswertung konnten somit detaillierte Aussagen zur Nutzung bzw. zum Nutzen von Zeitungsmedien bei jungen Menschen in der Berufsausbildung getroffen werden. Dabei sind die Ergebnisse der umfangreichen Studie nicht nur für die Wissenschaft, sondern auch für Unternehmer besonders interessant. Auf Basis der Studie werden die teilnehmenden Unternehmen den nachgewiesenen und dokumentierten Kompetenzzuwachs ihrer Auszubildenden schwarz auf weiß nachvollziehen können.
Somit hat das Projekt gezeigt, dass und wie die tägliche Zeitungslektüre Auszubildende auch für ihr Berufsleben qualifiziert: "Allgemeinbildung ist ja für jeden von uns immer nur ein Mittel zum Zweck. Man muss sie einsetzen können im Gespräch, beim Lesen und beim Verfassen von Texten. Dies geschieht auf mehreren Ebenen – und eine Qualifikation auf diesen Ebenen, vom Leseverständnis bis hin zum Verständnis etwa einer mehrschichtigen Diskussion im Betrieb, das sollte das Ziel darstellen", so Professor Dr. Henning Lobin in einem Interview mit dem Wiesbadener Tagblatt.

Und gerade diesbezüglich gibt es einiges an Nachholbedarf. Denn die tägliche Zeitungslektüre gehört leider in immer weniger Haushalten zum Alltag – mit weitreichenden Folgen für die Allgemeinbildung der Bevölkerung: "Trotz aller Euphorie über den technischen Fortschritt, das Internet und die Entwicklungen der Medien, darf nicht vergessen werden, dass – gerade in der heutigen Informations- und Wissensgesellschaft – die Tageszeitung immer noch das wichtigste Medium zur Informationsbeschaffung ist. Die Lesekompetenz von Schülern ist, wie eine Vielzahl von Studien belegen, nicht optimal ausgebildet. (...) Auch Auszubildende zeigen Schwächen im Umgang mit Texten und deren inhaltlicher Interpretation. Die Lesekompetenz stellt jedoch eine grundlegende Kulturtechnik dar, die zwingend erforderlich ist für den Einstieg in eine Ausbildung, in einen Beruf, generell um am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen."

Daher ist es eines der erklärten Fernziele von News to use, über das Heranführen von Auszubildenden an die tägliche Zeitungslektüre zugleich auch ihre Berufschancen zu verbessern. Es wird davon ausgegangen, dass dies auch ihr Bewusstsein um und das Interesse für die Komplexität gesellschaftlicher und politischer Zusammenhänge steigert. Dies würde sich positiv auf ihr Engagement für die eigene Lebens- und Arbeitssituation auswirken.

 

Aufgaben des ZMI

  • Erhebung der personenbezogenen Daten bzgl. Sozialdemographie, Mediennutzungsverhalten, Schreib- und Lesekompetenz sowie der Motivation
  • Entwicklung der Wissens- und Kompetenztests zur Erhebung des Bildungsstands vor und nach dem Projekt
  • Einrichtung einer Kontrollgruppe
  • Durchführung und Auswertung der Wissens- und Kompetenztests sowie die begleitende wissenschaftliche Auswertung der regelmäßigen Aufgabenblöcke
  • Präsentation der wissenschaftlichen Ergebnisse
  • Verschriftlichung und Veröffentlichung der wissenschaftlichen Projektergebnisse in Form eines Abschlussberichtes


Weitere Kooperationspartner

Über den Verband Hessischer Zeitungsverleger e.V. beteiligten sich insgesamt rund 40 Zeitungstitel am Projekt. Diese belieferten ca. 2.000 Auszubildende aller Berufsgruppen des ersten bis dritten Ausbildungsjahres mit Zeitungen. Die Projektkoordination übernahm die medienpädagogische Agentur PROMEDIA. Darüber hinaus hat PROMEDIA das Projekt medienpädagogisch begleitet und die regelmäßigen Aufgabenblöcke für die Auszubildenden konzipiert und ausgewertet. Für alle Belange der Informationstechnik und -sicherheit war das Forum Gesellschaft für Informationssicherheit mbH verantwortlich. Gefördert wurde die wissenschaftliche Begleitung durch Mittel des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung sowie durch Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds.



Projektstruktur


 

 

Vorträge

 

  • Vera Ermakova/ Lisa Schüler/ Henning Lobin/ Katrin Lehnen/ Holger Grumt-Suarez: news to use – reading to write - Auszubildende schreiben zu Zeitungsartikeln. Vortrag auf dem Deutschen Germanistentag "Germanistik für das 21. Jahrhundert. Positionierungen des Faches in Forschung, Studium, Schule und Gesellschaft", 22.-25. September 2013, Kiel.
  • Lisa Schüler/ Vera Ermakova/ Katrin Lehnen/ Henning Lobin/ Holger Grumt-Suarez: Wie lesen und verarbeiten Auszubildende Zeitungstexte? Medienspezifische Lese-Schreib-Arrangements und Methoden am Beispiel des Projekts 'news to use'. Vortrag auf der 2. Sektionentagung der Gesellschaft für angewandte Linguistik, 19.-20. September 2013, Aachen.


Links zum Projekt, Projektberichte etc.: