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Vortrag von Prof. Bettina Bock zum Thema „Sprache als Problem – Sprache als Lösung. Inklusive Lehrmaterialien zwischen sprachlicher Vereinfachung und sprachlichem Lernen“

Im Vortrag werden inklusive Lehrmaterialien für den Fachunterricht (u.a. Geschichte, Deutsch, Biologie) untersucht, und zwar im Hinblick auf ihre sprachlichen Differenzierungs- bzw. Adaptionsprinzipien. Mit inklusiven Lehrmaterialien sind hier solche – meist ergänzenden – Materialien gemeint, die sich an Lerngruppen mit ausgeprägter Heterogenität richten und daher meist (auch) Lernende mit einem zugewiesenen Förderschwerpunkt adressieren. Sie werden hier unterschieden von reinen Sprachfördermaterialien und Lehrmaterialien für den DaZ-Kontext. Die Umsetzungsformen dieser Lehrmaterialien sind auf allen Ebenen sehr heterogen, sei es hinsichtlich der didaktischen, sprachlichen oder grafischen Prinzipien. Im Fokus der Analyse stehen die Prinzipien der sprachlichen Aufbereitung im Vergleich zu den Texten der regulären Schülerbücher: Wie werden die Texte sprachlich vereinfacht, angepasst, angereichert (etc.)? Wie wird mit Wortschatz, Syntax, Textverknüpfung, typografischer Gestaltung (usw.) umgegangen, d.h. was gilt jeweils als besser verständlich, leichter zugänglich und insgesamt angemessen für den angesprochenen Adressatenkreis? Manche Lehrmaterialien lehnen sich an Phänomene wie Leichte und Einfache Sprache an. Einige nutzen dabei direkt diese Schlagworte, andere beziehen sich offenbar auf diese Phänomene, legen dies aber nicht explizit offen. Im Vortrag möchte ich, über einzelne Analysebefunde hinaus, mögliche Erklärungen für die unterschiedlichen Ausrichtungen suchen. In bildungspolitischen Papieren und auch im Forschungsdiskurs zum sprachlichen Lernen zeigen sich unterschiedliche Perspektiven auf Sprache, darunter die Sicht auf Sprache als Problem (Sprache wird als Hürde für das fachliche Lernen in heterogenen Lerngruppen angesprochen und insofern als Problem für Teilhabe) sowie die Sicht auf Sprache als Lösung (der Erwerb sprachlicher Kompetenzen wird als Ermöglichung von Partizipation und Integration in die Gesellschaft gesehen). Möglicherweise kann man hier von diskurssemantischen Grundfiguren im Sinne Busses sprechen: Sie strukturieren den Diskurs in seiner Tiefenstruktur in einer besonderen Weise vor. Der Vortrag geht nun der Frage nach, inwiefern sich diese beiden – etwas zugespitzt und schematisch beschriebenen – Sichtweisen auf Sprache auch als Erklärung für die in den Lehrmitteln zu findenden Prinzipien der sprachlichen Vereinfachung und sprachlich-didaktischen Aufbereitung eignen. Die bisherige Analyse lässt die Hypothese zu, dass ergänzende Lehr- und Fördermaterialien für DaZLernende andere Prinzipien umsetzen als inklusive Lehrmaterialien für Lernende mit Förderschwerpunkt. Während DaZ-Materialien für den Fachunterricht i.d.R. ganz klar das sprachliche Lernen unterstützen sollen, verharren inklusive Lehrmaterialien teilweise im Modus der inhaltlichen und sprachlichen Reduktion, ohne echte Gelegenheiten für die Entwicklung sprachlicher Kompetenzen vorzusehen.