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Podiumsdiskussion #MeToo

Podiumsdiskussion: #MeToo - Überfällige Kritik am Patriarchat oder neuer Puritanismus?

Die Podiumsdiskussion "#MeToo – Überfällige Kritik am Patriarchat oder neuer Puritanismus?" fand am 23. April 2018 um 18 Uhr in der Aula der Justus-Liebig-Universität in der Ludwigstraße 23 in 35390 Gießen statt.

Mitte Oktober 2017 berichteten die New York Times und der New Yorker, dass Filmproduzent Harvey Weinstein von zahlreichen Frauen der sexuellen Belästigung, sexuellen Nötigung und/oder der Vergewaltigung beschuldigt wurde. Die Schauspielerin Alyssa Milano rief betroffene Personen dazu auf, über den Hashtag #MeToo auf dem Kurznachrichtendienst Twitter ihre Erfahrungen mit sexueller Belästigung und sexualisierter Gewalt öffentlich zu machen. In den darauffolgenden Tagen, Wochen und Monaten wurde der Hashtag immer häufiger von Personen, die sexuelle Belästigungen oder sexuelle Übergriffe erfahren hatten, genutzt. Die Bewegung, die in den USA begann, verbreitete sich international, so dass #MeToo in mindestens 85 verschiedenen Ländern bei Twitter benutzt wurde. 
In Deutschland setzte die Debatte erst im Januar 2018 ein, als Vorwürfe gegen den deutschen Drehbuchautor und Regisseur Dieter Wedel laut wurden. In Frankreich wurde der #MeToo-Bewegung auch von Männern öffentlich Solidarität ausgesprochen, während andererseits namhafte Schauspielerinnen wie Catherine Deneuve sie als eine "Kampagne der Denunziation" kritisierten.

Um #MeToo und die von der Berufswelt der Medien ausgehende Debatte über sexualisierte Gewalt eingehender zu betrachten, veranstaltete das ZMI am Montag, den 23. April 2018, eine Podiumsdiskussion mit dem Titel "#MeToo – Überfällige Kritik am Patriarchat oder neuer Puritanismus?". Dabei wurden die durch die Bewegung offengelegten Missstände und damit verbundene mediale Phänomene thematisiert. Zudem ging es um Formen und Inhalte medial vermittelter Kritik an der Bewegung, ihre Verortung in einem breiteren feministischen Kontext und um länderspezifische Ausprägungen der #MeToo-Debatte.

Mit dem Publikum diskutierten Prof. Dr. Greta Olson (Amerikanistik/Anglistik JLU & ZMI), PD Dr. Elisabeth Schäfer-Wünsche (Nordamerikanistik Universität Bonn), Verena Lueken (Frankfurter Allgemeine Zeitung) und Dr. Jutta Hergenhan (ZMI). Die Veranstaltung wurde von der Zentralen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten der JLU, Dr. Nadyne Stritzke, eröffnet. Die Moderation der Veranstaltung übernahm Dr. Birte Christ (Anglistik JLU). Die Podiumsdiskussion stellte die Auftaktveranstaltung der im Dezember 2017 gegründeten ZMI-Sektion "Medien und Gender" dar.


Die Veranstaltung wurde aufgezeichnet. Sie können die Diskussion über den YouTube-Kanal des ZMI ansehen:

 

 

Der Gießener Anzeiger berichtete in einem ausführlichen Artikel über die Podiumsdiskussion, der hier nachzulesen ist, und Prof. Dr. Greta Olson gab im Anschluss der Zeitschrift Mittelweg 36 ein Interview zu der Thematik, das in der Ausgabe 4/2018 des Magazins veröffentlicht wurde. Außerdem hat Prof. Olson einen Gastbeitrag mit dem Thema #MeToo in der Frankfurter Rundschau veröffentlicht, der hier nachzulesen ist.

(23.10.2018, Berit Beckers)