Benutzerspezifische Werkzeuge

Information zum Seitenaufbau und Sprungmarken fuer Screenreader-Benutzer: Ganz oben links auf jeder Seite befindet sich das Logo der JLU, verlinkt mit der Startseite. Neben dem Logo kann sich rechts daneben das Bannerbild anschließen. Rechts daneben kann sich ein weiteres Bild/Schriftzug befinden. Es folgt die Suche. Unterhalb dieser oberen Leiste schliesst sich die Hauptnavigation an. Unterhalb der Hauptnavigation befindet sich der Inhaltsbereich. Die Feinnavigation findet sich - sofern vorhanden - in der linken Spalte. In der rechten Spalte finden Sie ueblicherweise Kontaktdaten. Als Abschluss der Seite findet sich die Brotkrumennavigation und im Fussbereich Links zu Barrierefreiheit, Impressum, Hilfe und das Login fuer Redakteure. Barrierefreiheit JLU - Logo, Link zur Startseite der JLU-Gießen Direkt zur Navigation vertikale linke Navigationsleiste vor Sie sind hier Direkt zum Inhalt vor rechter Kolumne mit zusaetzlichen Informationen vor Suche vor Fußbereich mit Impressum

Artikelaktionen

Schreiben, Text und Autorschaft - Zur Thematisierung, Inszenierung und Reflexion von Schreibprozessen in ausgewählten Medien und historischen Selbstzeugnissen

CfP

Schreiben, Text und Autorschaft - Zur Thematisierung, Inszenierung und Reflexion von Schreibprozessen in ausgewählten Medien und historischen Selbstzeugnissen

 Interdisziplinäre Tagung

Schreiben, Text und Autorschaft

Zur Thematisierung, Inszenierung und Reflexion von Schreibprozessen in ausgewählten Medien und historischen Selbstzeugnissen
26.-28. Februar 2020

Zentrum für Medien und Interaktivität (ZMI)
Justus Liebig Universität, Gießen

***

Schreiben als (schwierige Form der) Selbstvergewisserung

Ingeborg Bachmann hat als erste und schlimmste Frage, die sich der Schriftstellerin in der Gegenwart stelle, jene nach der Rechtfertigung ihrer Existenz angesehen: „Warum schreiben? Wozu? Und wozu, seit kein Auftrag mehr da ist  von oben und überhaupt kein Auftrag mehr kommt, keiner mehr täuscht. Woraufhin schreiben, für wen sich ausdrücken und was ausdrücken von Menschen, in dieser Welt ...?“ Es handelt sich hier um ein Problem, das sich – betrachtet man nur das 20. und beginnende 21. Jahrhundert – bei so unterschiedlichen Autoren wie Alfred Andersch, Heinrich Böll, Else Lasker- Schüler, Christoph Hein, Wolfgang Hildesheimer, Max Frisch, Martin Walser, Christa Wolf, Reinhard Jirgl, Julia Frank, Jenny Erpenbeck oder Eva Menasse findet. Das „Warum schreiben?“ fragt nach dem Autor-Subjekt und danach, was den literarischen Schaffensprozess motiviert. Schreiben ist in hohem Maße an Prozesse der  existentiellen Selbstvergewisserung und Legitimation gebunden. Es geht – so könnte man weiter sagen – um das Selbstverständnis, das Selbst-Bild von Autorschaft, um das Verhältnis von „Berufung und Beruf“, darum, wer ein  Schriftsteller, wer ein Dichter ist und wann, wie, warum der Autor zum Produzenten wird. Neben den eng auf die literarische Produktion selbst bezogenen Fragen gewinnt Schreiben als Reflexionsinstrument oder Reflexionsmedium auch in ganz anderen Konstellationen Bedeutung: In Selbstzeugnissen, Autobiografien Tagebüchern, Briefen Nachlässen, Interviews geben Schreibende Einblick in Alltagsbegebenheiten und Erfahrungen, Empfindungen und Gedanken und  machen das Schreiben und die Textproduktion häufig zum Gegenstand der (Selbst-)Reflexion. Diese Selbstthematisierung findet man auch bei literarisch ungeschulten VerfasserInnnen, wenn sie über den Sinn ihres Schreibens  Rechenschaft ablegen und so den Überlieferungscharakter ihres Zeugnisses markieren.

Schreiben kann in dieser Perspektive ganz unterschiedliche Funktionen haben: epistemische Funktionen durch die Hervorbringung von neuen  Zusammenhängen und Erkenntnissen und der Entfaltung neuer Lebenswirklichkeiten, biografische Funktionen durch die Reflexion und Vergewisserung über das eigene literarische Handeln und seine kulturelle Bedeutung, expressive oder entlastende Funktionen bei der Verarbeitung schwieriger Erlebnisse und Ereignisse als Verarbeitung von Traumata im Krieg, wie z. B. in Feldpostbriefen oder geheimen Tagebüchern, oder in Zeiten politischer Unterdrückung.

 

Inszenierung von Autorschaft und Schreibhandlungen in literarischen und filmischen Medien

Außerhalb dieser auf Authentizität gerichteten Formen der Auseinandersetzung mit dem Schreiben, ist die literarische Produktion und die Rolle  on SchriftstellerInnen häufig selbst Gegenstand von Roman- oder Drehbuchhandlungen. Dabei kann das Schreiben Hauptschauplatz sein, wie in sog. Biopics oder Büchern und Filmen, die eine Schriftstellerin oder einen Schreiber zur Protagonistin oder zum Protagonisten machen1, oder es kann Nebenschauplatz und Teil anderer Handlungsstränge sein2 bzw. irgendwo dazwischen liegen, etwa in Peter Stamms „Agnes“ (1998). Häufig wird das Schreiben in  literarischen und filmischen Arrangements im weitesten Sinne als expressives Schreiben und häufig in Form von Schreibflowerlebnissen oder Schreibblockaden inszeniert. Auch damit wird dem Schreiben eine spezifische Qualität des  persönlichen wie individuellen Ausdrucks und des Schöpferischen verliehen. Häufig hat die Darstellung von Schreib- und Erkenntnisprozessen in der literarisch-filmischen Inszenierung wenig mit dem zu tun, was wir über das (reale)  Schreiben wissen.

Die kognitive, historische und gesellschaftliche Bedeutung des Schreibens und die ihm eigenen Prozesse und sozialen Bedingungen sind Gegenstand unterschiedlicher Forschungsdisziplinen wie der Literatur-, Kultur-,  Sprach- und Geschichtswissenschaft wie auch Psychologie und Theologie. Eher selten jedoch wurde danach gefragt, wie diese Rolle in unterschiedlichen kulturellen Kontexten thematisiert, reflektiert und auch inszeniert wird? Mit der  Tagung wird der Versuch unternommen, in interdisziplinärer Perspektive den besonderen Arrangements und Inszenierungen von Schreiben, Text/Werk und Autorschaft in unterschiedlichen Kontexten nachzugehen.

Die Tagung zielt  mithin darauf, die unterschiedlichen Aspekte des Schreibens als Reflexionsmedium und Inszenierungsgegenstand insbesondere aus der Sicht der Literatur- und Sprachwissenschaft sowie der Geschichtswissenschaft in den Blick zu  bekommen. In diesem Rahmen werden folgende Aspekte betrachtet:

I. Allgemeine Grundlagen des Schreibens
Schreiben als Kulturtechnik, künstlerische Reflexion über das Schreiben als Reflexion über Kultur; Schreiben als Mittel der Selbstreflexion; ausgewählte Gattungen des Literatursystems, z.B. Tagebücher, Memoiren, Briefe, Notizbücher als werkbiografische sowie historiographische Quellen.

II. Formen der Inszenierung von Schreibprozessen/Schreibsituationen und Schreiborten
Schreibsituationen als Momente der Fremd- und Selbstreflexion; künstlerische Inszenierung/In-Szene-Setzen von Schreibsituationen als Beobachtungen 2. Ordnung in Literatur und Film.

III. Rekonstruktion von Schreibsituationen/-strategien
Einblicke in Schreibwerkstätten von Autoren (Schriftsteller, Publizisten, Historiker, Philosophen usw.); Gegenwart (synchron): Interviews, Werkstattgespräche, Raumbegehungen, Orte des Schreibens, Fotographie; Historisch (diachron): ‚Poetiken des Beginnens‘ > Schreibprozessforschung.

IV. Formen der Schreibstörung
Auseinandersetzung mit Ursachen für Schreibhemmungen und ihren Folgen sowie deren Reflexion: Schreibblockaden und ihre literarische/filmische Inszenierung; Gründe für das Entstehen einer Schreibblockade (‚writers block‘) und ihre Thematisierung.

 

 


1 Beispiele sind u.a. der Film „Barton Fink“ (1991) der Coen-Brüder, Stephen Kings „Shining“ (1977) oder Pascal Merciers „Perlmanns Schweigen“ (1995).
2 Z.B. Adaption, „Sex and the City“, „Californication“.



Die Tagung wird veranstaltet von der ZMI-Sektion Medien und Didaktik. Ansprechpersonen sind:
Prof. Dr. Carsten Gansel -
Prof. Dr. Katrin Lehnen -
Prof. Dr. Vadim Oswalt -

Programm

Programm

Das Tagungsprogramm kann hier heruntergeladen werden.

Wegbeschreibung

Wegbeschreibung: Zum Tagungsort

Tagungsort

Margarete-Bieber-Saal

Ludwigstraße 34

35390 Giessen

 

Webgeschreibung


Vom Bahnhof aus zu Fuß:

  1. Über den Bahnhofsvorplatz die Bahnhofstraße entlang,
  2. dann die erste Straße nach rechts (Liebigstraße), die Frankfurter Straße und die Bahnschienen überqueren und weiter der Liebigstraße bis zur Ludwigstraße folgen.
  3. In die Ludwigstraße links abbiegen und der Straße folgen.
  4. Nach ca. 500 m liegt der Margarete-Bieber-Saal zu Ihrer linken Seite.


Vom Bahnhof aus mit dem Bus:

Fahren Sie vom Bahnhofsvorplatz zu einer der beiden folgenden Haltestellen (von dort sind es noch fünf Minuten zu Fuß):

  • "Südanlage": Linien 21, 372, 375, 377 oder 520
  • "Johanneskirche": Linien 22, 24 oder 378 (die Haltestelle befindet sich gegenüber der Südanlage)

Die Fahrpläne können Sie über die Webseite des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) einsehen.

Von der Südanlage/Johanneskirche zum Tagungsort: Gegenüber der Johanneskirche und neben der Apotheke "An der Südanlage" finden Sie die Abzweigung zur Goethestraße, hier biegen sie ein und folgen der Straße bis zur Kreuzung Ludwigstraße. Der Margarete-Bieber-Saal grenzt hier an das gelbe Eckhaus an.

Adresse: Unterkünfte

Bitte beachten Sie, dass die ReferentInnen in zwei verschiedenen Häusern untergebracht sind:

 

Gästehaus Wilhelma

Wilhelmstraße 3

35392 Gießen

 

 

Hotel Alt Gießen

Westanlage 30-32

35390 Gießen

Kontakt

Kontakt

Anmeldung und Kontakt

 

Sollten Sie Fragen oder Anregungen haben, können Sie uns diese gerne per Mail zukommen lassen. Interessierte sind auf der Tagung herzlich willkommen.

Um Anmeldung per Mail wird gebeten:

 

 

Zusätzliche Informationen

 

 

Taxi und Minicar:

 

Gießen CAR - 0641 43030

 

TAXI Blitz Gießen - 0641 962020