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Artikelaktionen

Medien und Gender

Aktivitäten

Aktivitäten

Hessische Allgemeine: Dr. Jutta Hergenhan zur Debatte um Donaulied

Hessische Allgemeine: Dr. Jutta Hergenhan zur Debatte um Donaulied

In der Hessischen Allgemeine (Kassel-Mitte) vom 8. Juni 2020 äußert sich Dr. Jutta Hergenhan, die Wissenschaftliche Geschäftsführerin des ZMI, zur Sexismus-Debatte um das Donaulied, die von Student*innen angestoßen wurde. Die Passauer Studentin Corinna Schütz startete eine Petition gegen das Donaulied, welche bislang 30 000 Unterstützer hat (Stand 7. Juni). Die Version des Liedes, in der es um die Vergewaltigung und anschließende Verhöhnung eines Mädchens geht, wird auf Volksfesten oft gesungen. Die Debatte soll einen Denkanstoß anstoßen, um die Verherrlichung sexueller Gewalt in Liedern zu hinterfragen. Schließlich ist das Donaulied kein Einzelfall. Es gibt auch eine Gegenpetition und Kritiker, die die "Kunstfreiheit" fordern und das Donaulied als "Kulturgut" bezeichnen. Doch "Gewaltverherrlichung darf nicht durch die Einordnung als Kulturgut gerechtfertigt werden", so Jutta Hergenhan. Laut Michael Fischer, dem Geschäftsführenden Direktor des Zentrums für Populäre Kultur und Musik an der Uni Freiburg, könnte diese umstrittene Version des Liedes erst in den letzten Jahrzehnten entstanden sein. Der ganze Artikel kann hier nachgelesen werden.

 

(10.06.2020, Anette Feller)

Interview mit Dinah Leschzyk zum Thema: "Radikale Rhetorik"

IDAHOBIT 2020: Ein Blick auf die Situation von LGBTIQ* in Brasilien von Dinah Leschzyk


Am 17. Mai 1990 beendete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein unrühmliches Kapitel ihrer Geschichte: 

Dinah Leschzyk. Foto: privat.
Dinah Leschzyk. Foto: privat.

An diesem Tag strich sie Homosexualität aus ihrer International Classification of Diseases (ICD). Die diskriminierende Kategorisierung von Trans* änderte die Organisation hingegen erst knapp dreißig Jahre später. Der Kampf um gleiche Rechte geht indes weiter. Ihm ist der 17. Mai, der International Day Against Homo-, Bi-, Inter- and Transphobia (IDAHOBIT), gewidmet. 

Anlässlich des IDAHOBIT 2020 sprach Sarah Bast (Frauenzentrum Mainz e. V.) mit Dr. Dinah Leschzyk (Justus-Liebig-Universität Gießen, Zentrum für Medien und Interaktivität, Sektion Medien und Gender) über die anhaltende Diskriminierung von LGBTIQ*. Im Fokus stand die Rhetorik des amtierenden brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro, der seine Menschenverachtung ungefiltert zum Ausdruck bringt. Mittel seiner verbalen Diskriminierung sind u. a. dehumanisierende Metaphern, Stigmawörter und Kriegsrhetorik. Daneben gibt Dinah Leschzyk einen Einblick in die queere und feministische Bewegung und zeigt, wie Widerstand in Brasilien aussieht. Das Interview ist abrufbar unter: https://frauenzentrum-mainz.de/die-sprachnachricht-unser-neues-interviewformat/

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(28.05.2020, Komla Digoh, Anette Feller)

Internationale Tagung: „Trans*Time in (TV) Series: (Inter)national Projections“

Internationale Tagung: „Trans*Time in (TV) Series: (Inter)national Projections“

 

Die Sektion Medien und Gender des Zentrums für Medien und Interaktivität (ZMI) und das Institut für Romanistik veranstalteten am 30. und 31. Januar 2020 die internationale Tagung „Trans* Time in (TV) Series. (Inter)National Projections“, die im Margarete-Bieber-Saal der JLU stattfand. Ausgangspunkt dieser Konferenz war die Beobachtung einer deutlichen Zunahme der Sichtbarkeit von Transgender-Personen in den Medien auf internationaler Ebene, insbesondere in Fernsehserien, parallel zu einem wachsenden Trans*-Aktivismus außerhalb und innerhalb der LGTBQI*-Gemeinschaft und einer sozialen Popularisierung und akademischen Legitimierung des Formats der Serie.

Mit Ausnahme weniger investigativer Studien – die sich mit Fernsehen im Allgemeinen und nicht ausschließlich mit Serien beschäftigen – hatte eine systematisch vergleichende und internationale Annährung an die Darstellung von Trans* Personen bisher nicht stattgefunden.

Ferner ist die Mehrheit der akademisch gut rezipierten Studien im US-amerikanischen und britischen Raum erschienen und behandeln englischsprachige Serien, die meistens in den USA produziert wurden. Obwohl in der Tat in englischsprachigen Kontexten quantitativ eine deutliche Zunahme von trans* Figuren in Serien festzustellen ist, heißt dies nicht, dass es in anderen Ländern kein „Trans*Time in (Fernseh-)Serien“ gebe.









Alice Acevedo, Dr. Persson Perry Baumgartinger, Dr. Karine Espineira, Luca Malici, Prof. Eliza Steinbock, international führende Köpfe dieser noch jungen Forschungsrichtung, waren als Gast in Gießen, um im Rahmen einer interdisziplinären, komparatistisch angelegten Tagung über die Darstellung von trans* Personen in portugiesischen, deutschen, französischen, italienischen und US-amerikanischen TV Serien der starken Anglisierung der trans* Studien entgegenzuwirken. Die Arbeitshypothese lautete: die Popularisierung von trans* Personen in kommerziellen Serien führt zu der Verbreitung und Normalisierung von bestimmten Genderverkörperungen, Performances und damit assoziierten Gender- und auch sexuellen Praktiken, die den (leicht) konsumierbaren „good-Trans*“ herstellen und auf den Bildschirmen (inter)national im technologischen, psychologischen und post-modernistisch semantischen Sinne projizieren.

Dr. Karine Espineira (per Übertragung), Dr. Danae Gallo González, Alice Acevedo, Dr. Persson Perry Baumgartinger. Fotos: ZMI
Dr. Karine Espineira (per Übertragung), Dr. Danae Gallo González, Alice Acevedo, Dr. Persson Perry Baumgartinger. Fotos: ZMI

 

Die Tagung war sehr erfolgreich. Hervorzuheben sind die intensiven und fruchtbaren Diskussionen und das aktiv eingebundene Publikum. Die Teilnehmer*innen haben sich besonders mit dem Topos der leidenden, nackten Trans* Figur vor dem Spiegel und der pathologisierenden Rolle dieser Darstellung auseinander gesetzt, die eine Art voyeuristische "pornography of suffering" sei. Dieser Topos sei ein Beispiel dafür, dass – um mit dem Terminus von einem der Teilnehmer der Tagung, Baumgartinger, zu argumentieren – die Darstellung von trans* Personen noch mehrheitlich auf dem Transsexualismus-/Transsexualität-Paradigma aufbaut.

Das Feedback aus dem Publikum fiel besonders positiv aus. Die entspannte, nicht-elitäre und integrative Atmosphäre der Konferenz, die einen wahren Dialog zwischen Forscher*innen aller Generationen und Statusgruppen, Student*innen und dem außerwissenschaftlichen Publikum ermöglichte, wurde besonders geschätzt.

Aussichtsvoll war das feste Versprechen, mit dem die Konferenz endete: die Veröffentlichung eines Buches, das die diskutierten Probleme vertiefen und darüber hinaus gehen soll, um Beispiele von alternativen Darstellungen jenseits des Transsexualismus-/Transsexualität-Paradigmas aufzuzeigen und zu erläutern.

Abschließende Diskussionsrunde der Referent*innen der internationalen Trans*-Tagung. Foto: ZMI
Abschließende Diskussionsrunde der Referent*innen der internationalen Trans*-Tagung. Foto: ZMI

 

 

(07.05.2020, Komla Digoh)

Deutsch-französischer Forschungsantrag zu „Geschlechtergerechte Sprache und Schule“ bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Agence Nationale de la Recherche (ANR) eingereicht

Deutsch-französischer Forschungsantrag zu „Geschlechtergerechte Sprache und Schule“ bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Agence Nationale de la Recherche (ANR) eingereicht

Katrin Lehnen
Prof. Katrin Lehnen. Foto: ZMI

 

In Frankreich und in Deutschland haben Forderungen nach geschlechtergerechter Sprache in den vergangenen Jahren zunehmend zu einer veränderten Sprachpraxis in den Medien und in Institutionen geführt. Gleichzeitig ruft das Thema Widerstand und heftige Debatten hervor. In länderspezifisch je unterschiedlicher Weise werden diese Debatten auch in den  Hochschulen (seit 2013 in Deutschland) und Schulen (seit 2017 in Frankreich) geführt. Die Kontroversen um geschlechtergerechte Sprache als Kampf um die Gleichstellung der Geschlechter und Sexualitäten wird längst nicht mehr nur von aktivistischen Bewegungen getragen, sondern erfährt institutionellen Rückhalt und öffentliche Anerkennung. Nicht selten ruft das Widerstand gegen die Verbreitung kritischen Wissens und die Infragestellung der bestehenden Geschlechterordnung hervor. Ob und in welcher Weise Schule in diese Debatten involviert ist, zeigt sich im Ländervergleich Deutschland-Frankreich je unterschiedlich – und ist auch auf historische Traditionen, institutionelle Rahmenbedingungen und sprachspezifische Strukturen zurückzuführen. Ausgearbeitet sind diese unterschiedlichen diskursiven Muster bisher nicht. 

 

 

 

Arbeitsergebnisse
Foto: ZMI

Ausgehend von der ZMI-Sektion „Medien und Gender“ erarbeitete eine interdisziplinäre deutsch-französische Gruppe von Wissenschaftler_innen unter der Leitung von Dr. Jutta Hergenhan (Wissenschaftliche Geschäftsführerin des ZMI, Sprecherin der Sektion „Medien und Gender“, Politikwissenschaft) einen Forschungsantrag zum Thema „Geschlechtergerechte Sprache und Schule“, der im März 2020 in der Förderlinie für deutsch-französische Forschungsprojekte in den Geistes-und Sozialwissenschaften der DFG und der Agence Nationale de la Recherche (ANR) eingereicht wurde. Zum Team der Antragsteller_innen zählen: Prof. Susanne Maurer (stellv. Projektleitung, Erziehungswissenschaft), Dr. Susann Gessner (Vertretungsprofessur Politikdidaktik, beide Universität Marburg), Prof. Katrin Lehnen (Geschäftsführende Direktorin des ZMI, Germanistik und Mediendidaktik), Prof. Hélène Martinez (Sektion „Educational Linguistics“, Romanistik) und Dr. Jutta Hergenhan (alle Universität Gießen, ZMI). Aus Frankreich sind Dr. Gaël Pasquier (Soziologie, Universität Paris Est Créteil), Dr. Marie Loison-Leruste (Soziologie) und Dr. Gwenaëlle Perrier (Politikwissenschaft, beide Universität Paris 13) beteiligt. Das Projekt ist Teil des ZMI-Forschungsschwerpunkts „Literalität und Bildung in der Mediengesellschaft“.

 

Der Antrag konnte dank der finanziellen Unterstützung des Forschungscampus Mittelhessen realisiert werden.

 

(v.l.n.r. hinten): Hélène Martinez (v. hinten), Marie Loison-Leruste, Gaël Pasquier, Dorothee Beck, Jutta Hergenhan, (v.l.n.r. vorne): Susanne Maurer (v. hinten), Gwenaëlle Perrier

(v.l. im Uhrzeigersinn): Prof. Hélène Martinez (v. hinten), Dr. Marie Loison-Leruste, Dr. Gaël Pasquier, Dr. Dorothee Beck, Dr. Jutta Hergenhan, Dr. Gwenaëlle Perrier, Prof. Susanne Maurer (v. hinten)                                                                     Foto: ZMI

 

(30.04.2020, Komla Digoh)

Gastvortrag: "Devalued Feminine Currency: Re-reading Race, Colourism, and Class in Olive Senior's 'Bright Thursdays'"

Gastvortrag: "Devalued Feminine Currency: Re-reading Race, Colourism, and Class in Olive Senior's 'Bright Thursdays'"

feminine currency

 

 

Am 28.11.2019 findet ein Gastvortrag mit Nicole Roberts mit dem Titel "Devalued Feminine Currency: Re-reading Race, Colourism, and Class in Olive Senior's 'Bright Thursdays'" am Philosophikum II in Raum G104 statt. Die Veranstaltung beginnt um 10 Uhr. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Berit Beckers, 19.11.2019)

Workshop: Tentacular Desire. Von handelnden Objekten und verhandelten Körperbildern im Kontext queerer Pornografie und feministisches Porno-Screening: FLUIDØ

Workshop: Tentacular Desire. Von handelnden Objekten und verhandelten Körperbildern im Kontext queerer Pornografie und feministisches Porno-Screening: FLUIDØ

 

Posterentwurf_TentacularDesire_20191119_bb.pngDie ZMI-Sektion Medien und Gender organisiert am Mittwoch, den 18. Dezember 2019 von 15:00 bis 17:00 Uhr einen Workshop zu queerer Pornografie. Der Workshop mit Friederike Nastold findet im Ludwigplatz 13, Raum 707 statt. Die Veranstaltung ist auf 15 Teilnehmende begrenzt, ihm schließt sich ein öffentliches Film-Screening an.

Wer, wie, was handelt und wird verhandelt? Orgiastische Körper im Blick: Im Rahmen eines zweistündigen Workshops wollen wir uns verschiedenen queerfeministischen Filmprojekten aus dem künstlerischen und aktivistischen Kontext widmen. Was ist queere Pornografie und wie zeigt sich ihr kritisches Potential? Über einen historischen Abriss sollen die feministischen sex wars der 1970er Jahre aufgegriffen und mit den heutigen Diskussionen in Bezug gesetzt werden.

Kein Vorwissen erforderlich. Max. 15 Personen. Anmeldungen bitte an .

 

Feministisches Porno-Screening: FLUIDØ


Deutschland, 2017, 80 Minuten, Regie: Shu Lea Cheang, Hauptdarsteller*innen: Candy Flip, Bishop Black, Kristina Marlen

„Im Jahr 2060 ist die Welt von Aids befreit. Allerdings sind bei einigen Menschen die HI-Viren zu einem Gen mutiert, aus dem sich eine Droge gewinnen lässt, die zum Rauschmittel des 21. Jahrhunderts geworden ist. Eine Geheimpolizei versucht mithilfe virtuell unterstützter Direktkontrollen zu ermitteln, wer Träger*in dieses Gens ist. Währenddessen müssen anderenorts junge Männer an ein Kabelsystem gefesselt Sperma für die Gewinnung marktbeherrschender Pharmazeutika produzieren.

Die in Taiwan geborene Multimediakünstlerin und Filmemacherin Shu Lea Cheang hat in Berlin einen dystopischen Science-Fiction gedreht, bei dem es um die Macht von Körperflüssigkeiten und um deren Gewinnung geht. In Form einer orgiastischen Oper inszeniert sie einen atemlosen Reigen aus Körpern, Sekreten, Performances und sexuellen Akten, die oft im Dienste einer übergeordneten Ökonomie stehen. Ein über weite Strecken experimentelles und ungewöhnliches, auf konsequente Art parapornografisches Drama, in dem die Grenzen zwischen den Geschlechtern verschwimmen.“

Mit einer Einführung in den Kontext queerer, feministischer Pornografie mit anschließender Diskussion mit Friederike Nastold, Kunsthochschule Mainz. Sie promoviert zu queerer Pornografie, organisiert Vulva-Workshops und ist in feministischen Kollektiven (ToytoytoyOrga Orga) aktiv.

Wann: am Mittwoch, den 18. Dezember 2019, ab 18 Uhr im Kinocenter Gießen.

Hier finden Sie einen Trailer zum Film.

 

(24.10.2019, Berit Beckers)

Podiumsdiskussion: „Autoritäre Populisten gegen Gender – Trump, Bolsonaro und die AfD“

Podiumsdiskussion: „Autoritäre Populisten gegen Gender – Trump, Bolsonaro und die AfD“

 

Plakat PopulistenPopulisten erfahren in vielen Ländern wachsenden Zuspruch durch die Wahl-bevölkerung. Staaten von weltpolitisch zentraler Bedeutung wie die USA und Brasilien werden mit Donald Trump und Jair Bolsonaro inzwischen von autoritären Populisten regiert. Ähnliche Entwicklungen sind auch in Europa zu beobachten, etwa in Ungarn. Auch in Deutschland wachsen die Tendenzen hin zu einem autoritären Populismus. Indikatoren dafür sind u. a. die bundesweiten Wahlerfolge der AfD.

Zentrale Elemente des politischen Handelns autoritärer Populisten sind Angriffe gegen demokratische und egalitäre Geschlechtervorstellungen, und ganz konkret gegen Frauen und LGBTIQ*. Diese Angriffe finden in verschiedensten Formen statt: verbal, physisch, symbolisch, institutionell – und nicht zuletzt durch Regierungshandeln. Ein Charakteristikum dieses genderfeindlichen populistischen Handels ist seine mediale Dimension, und insbesondere die direkte Kommunikation autoritärer Populisten über soziale Medien.

Vor diesem Hintergrund lädt die Sektion „Medien und Gender“ des Zentrums für Medien und Interaktivität der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) zu einer Podiumsdiskussion unter dem Titel „Autoritäre Populisten gegen Gender – Trump, Bolsonaro und die AfD“ ein. Die Veranstaltung findet am 24. Oktober 2019 um 18.15 Uhr in der Universitätsaula statt. Sie wird von JLU-Präsident Prof. Joybrato Mukherjee mit einem Grußwort eröffnet. Es diskutieren: Dr. Dinah Leschzyk (JLU, Institut für Romanistik), Prof. Dorothée de Nève (JLU, Institut für Politikwissenschaft, stellvertretende Geschäftsführende Direktorin des ZMI) und Prof. Greta Olson (JLU, Institut für Anglistik) und Peter Weissenburger (taz). Die Debatte wird von Andreas Schwarzkopf (Frankfurter Rundschau) moderiert.

Die Podiumsdiskussion wird das Phänomen der „autoritären Populisten“ anhand der zentralen Akteure Donald Trump und Jair Bolsonaro im Hinblick auf deren Gender-Handeln und ihre damit verbundenen medialen Strategien beleuchten. Im Hinblick auf Deutschland wird gefragt, inwiefern Angriffe auf Geschlechtergleichheit, Frauen und LGBTIQ* auch hier Teil eines autoritären Populismus sind, oder ob die in Deutschland beobachtbaren Phänomene kategorial anders eingeordnet werden müssen. Nicht zuletzt interessieren auch Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der medialen Strategie sowie die Bedeutung unterschiedlicher Medien und Medienformate für den Erfolg autoritärer Populisten.

Die Veranstaltung richtet sich an ein breites Publikum von Studierenden und Forschenden
sowie an die interessierte Öffentlichkeit.


Programm
Begrüßung: Dr. Jutta Hergenhan, wissenschaftliche Geschäftsführerin des ZMI, Sprecherin
der Sektion „Medien und Gender“, JLU
Grußwort: Prof. Dr. Joybrato Mukherjee, Präsident der JLU
Auf dem Podium:
Dr. Dinah Leschzyk, Institut für Romanistik, JLU – zu Bolsonaro/Brasilien
Prof. Dorothée de Nève, Institut für Politikwissenschaft, JLU – zu AfD/Deutschland
Prof. Greta Olson, Institut für Anglistik, JLU – zu Trump/USA
Peter Weissenburger, Journalist, taz

Moderation:
Andreas Schwarzkopf, Frankfurter Rundschau

 

(21.10.2019, Jonas Feike)

 

Vortrag von Prof. Heinz-Jürgen Voß (Hochschule Merseburg) zum Thema „Sexuelle Bildung zwischen Gewaltprävention und der Förderung sexueller Selbstbestimmung: Welche Rolle spielen Medien?“

Vortrag von Prof. Heinz-Jürgen Voß (Hochschule Merseburg) zum Thema „Sexuelle Bildung zwischen Gewaltprävention und der Förderung sexueller Selbstbestimmung: Welche Rolle spielen Medien?“

Die Sektion Medien und Gender des Zentrums für Medien und Interaktivität an der Universität Gießen befasst sich mit Fragen von Medienbildung im Hinblick auf zeitgemäße Sexualaufklärung und geschlechtliche Selbstbestimmung. Während in der Öffentlichkeit darüber gestritten wird, welche Art der Geschlechterpädagogik und Sexualaufklärung an Schulen stattfinden soll, suchen sich junge Menschen häufig Informationen zu Geschlecht und Sexualität im Internet. Als problematisch an der Selbstaufklärung im Internet wird oft der damit verbundene Konsum von Pornografie betrachtet, die stereotype Geschlechter- und Sexualitätsvorstellungen vermittelt. Befunde zum Zusammenhang von Pornografiekonsum und sexueller Gewalt unter Jugendlichen (u.a. Maschke/Stecher 2018) legen nahe, dass Medienbildung im Hinblick auf Geschlechterfragen im schulischen Kontext sinnvoll wäre. Gleichzeitig befördern Debatten um diesen Zusammenhang tendenziell auch moralische Panik. Eine differenzierte Betrachtungsweise von Möglichkeiten der Selbstaufklärung über insbesondere digitale Medien findet selten statt und erscheint bislang untererforscht.

voss_sexuelle_bildungAngesichts der Bedeutung, die die Lehramtsausbildung an der Universität Gießen hat, stellt sich die Frage, wie eine pluralistische Sexualaufklärung und Geschlechterpädagogik an Schulen heute aussehen sollte und wie zukünftige Lehrer*innen darauf vorbereitet werden sollten. Dabei ist der Aspekt der Mediennutzung besonders wichtig: Welche Art des Einsatzes von Medien und des Umgangs damit ist zur Sexualaufklärung sinnvoll und notwendig? Wie können Lehrkräfte Schüler*innen einen selbstbestimmten Umgang mit Medien vermitteln, der zu ihrer Persönlichkeitsentwicklung beiträgt und Gewalterfahrungen vorbeugt?

Prof. Heinz-Jürgen Voß befasst sich im von ihm geleiteten BMBF-Projekt “Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Traumatisierung” eingehend mit Fragen zu sexueller Bildung. In einem von ihm und Michaela Katzer herausgegebenen Sammelband mit dem Titel Geschlechtliche und sexuelle Selbstbestimmung durch Kunst und Medien: Neue Zugänge zur sexuellen Bildung (2019) wird auch die Funktion der Medien beleuchtet. Die Sektion Medien und Gender des ZMI freut sich daher auf die Ausführungen von Heinz-Jürgen Voß zu zeitgemäßer Sexualbildung und der Rolle von Medien. Es werden auch erste Ergebnisse des Projekts „Sexuelle Bildung für das Lehramt“ vorgestellt.

Der Vortrag „Sexuelle Bildung zwischen Gewaltprävention und der Förderung sexueller Selbstbestimmung: Welche Rolle spielen Medien?“ findet am Montag, den 11. November 2019, 18 Uhr c.t., im Hörsaal AUB 1 der Alten Universitätsbibliothek statt. Die Veranstaltung richtet sich an Studierende und Lehrende an der JLU sowie an alle Interessierten und Akteur*innen im Bereich sexueller Bildung auch außerhalb der JLU.

 

 

(02.10.2019, Rahel Schmitz)

Internationale Tagung: Trans*Time in TV Series: (Inter)National Projections

Internationale Tagung: Trans*Time in TV Series: (Inter)National Projections

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Vor etwa einem Jahrzehnt, im März 2007, wurden die international anerkannten Yogyakarta-Prinzipien festgehalten, die erste systematische Menschenrechtsgewährleistung für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender (LGBT). In ihnen wurden zum ersten Mal Anforderungen formuliert, die die Menschenrechtsstandards in Bezug auf sexuelle Minderheiten festschrieben. Punkt 18 geht explizit auf die Pathologisierung der Geschlechtsidentität ein und verlautbart, dass „niemand [...] aufgrund seiner sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität gezwungen werden [darf], sich irgendeiner Form von medizinischer oder psychologischer Behandlung, Untersuchung oder Maßnahme zu unterziehen, oder in eine medizinische Einrichtung eingewiesen zu werden“ (Hirschfeld-Eddy-Stiftung, 2008: 28). Dieser Meilenstein kristallisierte die Arbeit von trans* Aktivist*Innen weltweit. 

In den letzten Jahrzehnten heraus und diente als Sprungbrett für weitere Aktionen. Die Bemühungen zielten besonders auf die Sensibilisierung der Öffentlichkeit und trugen zur Verbesserung der Situation von trans* Personen in verschiedenen Ländern bei, z. B. durch Gesetzesänderungen, wie sie die internationale Kampagne STP ,Stop Trans Pathologization‘ herbeiführte.

Zehn Jahre später, 2017, ist das Bild widersprüchlich. Einerseits ist Studien von The Human Rights Campaign Foundation und Trans People of Color Coalition zufolge die Zahl der registrierten Morde an trans* Personen die höchste aller Zeiten. Andererseits war in diesem Jahr die World Pride in Madrid dem trans* Kollektiv gewidmet, was ein Zeichen für die Anerkennung und Unterstützung innerhalb der LGTBIQ*-Bewegung ist.

Was die Sichtbarkeit von trans* Personen in den Medien angeht, was in der LGBTIQ*- Bewegung nahezu einstimmig als unabdingbarer Voraussetzung zur gesellschaftlichen Normalisierung von Minderheiten betrachtet wird, ist in den letzten Jahren ein Höhepunkt zu konstatieren. Das GLAAD-Media Institute begrüßte 2016 die zunehmende Präsenz von trans* Figuren aus verschiedenen identitären Intersektionen in Crenshaws Sinne in Serien (vgl. Loughrey 2016). Sophia Burset in Orange is the New Black oder die Protagonistin der Serie Transparent, Maura, sind gute Beispiele. Allerdings kritisiert GLAAD die einseitige und/oder oberflächliche Darstellung, die die Pathologisierung und/oder Stigmatisierung des Kollektivs reproduziere (vgl. Respers France 2017).

Auch in den letzten Jahrzehnten ist eine deutliche Popularisierung der Serien sowohl im Fernsehen als auch auf international verfügbaren Online-Streaming Plattformen, wie z. B Netflix, Amazon Prime und Hulu, festzustellen, sodass die Rede von einer Art Golden Age von Serien ist (vgl. Smith 2018: 72; de Gorgot 2014). Die Zuschauerquoten von Serien steigen ständig, was auch ihre zunehmende gesellschaftliche, akademische und wissenschaftliche Anerkennung bedingt. Das renommierte Filmfestival von Cannes beispielsweise hat eine separate Sektion für Serien eingerichtet, was diesen Anerkennungsprozess spiegelt (vgl. Muñoz Fernández 2016: 69).

Wie diese Beispiele zeigen, ist eine vergleichende Annäherung seitens der Medienwissenschaften methodisch sinnvoll und gesellschaftlich relevant. Dem Verständnis folgend, dass Serien Gesellschaftsmodelle anbieten und gewissermaßen befördern, zielt unsere Tagung darauf ab, die multisemiotischen Darstellungen (vgl. Kress 2010) von trans* Personen in den letzten Jahrzehnten in Serien zu untersuchen. Spezifischer geht sie der Hypothese nach, dass die Popularisierung von trans* Personen in kommerziellen Serien den „good-Trans*“ herstellt und dadurch die von Ihnen potenziell verkörperte Transgression verschleiert. Ferner setzt sich diese Tagung als Ziel, zu erläutern, durch welche - gerade medialen - Mittel dies stattfindet.

Die englischsprachige Tagung findet vom 30. bis 31. Januar 2020 im Margarete-Bieber-Saal der JLU Gießen statt.

Kontakt: Dr. Danae Gallo González


(19.09.2019, Berit Beckers)

Konferenz: Renegotiating Minoritarian In_Visibilities – englischsprachige, interdisziplinäre Konferenz

Konferenz: Renegotiating Minoritarian In_Visibilities – englischsprachige, interdisziplinäre Konferenz

Plakat_In_Visibilities_Seite_1.jpgParadoxical political developments in the ‘Global North’ – in particular the commercial, capitalist and legal embrace of sexual, gender and racial minorities and the rise of far-right nationalism, with its attendant visible and violent classism, racism, xenophobia, homophobia, and sexism – ask for an urgent renegotiation of minoritarian politics of in__visibilities. Against this backdrop, the international and interdisciplinary conference Renegotiating Minoritarian In__Visibilities will investigate how minoritarian strategies in art and visual culture can undermine hegemonic regimes of representation and challenge the dominant patterns of visibility, assimilation and intelligibility. Considering close connections between academia, art critique/practice and activism, the societal relevance of the conference is grounded in its exploration of aesthetic strategies that counteract processes of discrimination and stereotyping due to gender, sexuality, race, ethnicity, age and further categories of difference.
The three-day conference with its format variety (workshops, artist talk, lecture-performance, keynote lecture, short panel presentations, etc.) will take place on November 12-14, 2019 at the International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) and the Institute for Art Education at Justus-Liebig-University Giessen, Germany. In addition, a kick-off event in the form of a performative presentation including a film screening will be offered on November 11, 2019 in the Margarete-Bieber-Saal.
 
The conference is organised by the Research Area Visual and Material Culture Studies (RA4) of the GCSC.
 
Organisation: Oliver Klaassen (Queer Art Studies, PhD student at the GCSC; Lecturer at various German universities); Cathérine Ludwig-Ockenfels (Early Modern History, PhD student at the GCSC); Jana Tiborra (Art Pedagogy, Research Assistant at the Institute for Art Pedagogy, JLU; PhD student at the GCSC); Katharina Wolf (Contemporary History, PhD student and Research Assistant at the GCSC).
 
Cooperation partners: Institut für Kunstpädagogik (IfK) / JLU Gießen; Sektion "Medien and Gender" des Zentrums für Medien und Interaktivität (ZMI) / JLU Gießen; Zentrale Frauen und Gleichtstellungsbeauftragte und Büro für Chancengleichheit / JLU Gießen Autonome AStA-Referate: Queer-Feministisches Frauenreferat und Bi*-Schwulen-Trans*-Queer-Referat / JLU Gießen; Gießener Hochschulgesellschaft: Gesellschaft von Freunden und Förderern der Justus-Liebig-Universität Gießen; Research Network in Queer Studies, Decolonial Feminisms and Cultural Transformation (QDFCT) / JLU Gießen; Büro für Frauen und Gleichberechtigung der Stadt Gießen; Aidshilfe Gießen e.V. im Hans Peter Hauschildhaus.
 
Registration Deadline: November 1, 2019
 
For questions & registration, please contact in-visibility@gcsc.uni-giessen.de

 

(07.11.2019, Berit Beckers)

Podiumsdiskussion: Autoritäre Populisten gegen Gender: Trump, Bolsonaro und die AFD

Podiumsdiskussion: Autoritäre Populisten gegen Gender: Trump, Bolsonaro und die AFD

autoritäre populistenAutoritäre Populisten erfahren in vielen Ländern wachsenden Zuspruch durch die Wahlbevölkerung. Staaten von weltpolitisch zentraler Bedeutung wie die USA und Brasilien werden mit Donald Trump und Jair Bolsonaro inzwischen von autoritären Populisten regiert. Auch in Europa wird mit Ungarn durch die langjährige Regierung Victor Orbans ein Land durch die Herrschaft eines autoritären Populisten seit Jahren stark umstrukturiert. In Deutschland wachsen die Tendenzen ebenfalls hin zu einem autoritären Populismus: Indikatoren dafür sind die bundesweiten Wahlerfolge der AfD, die es als Partei erst seit wenigen Jahren gibt.

Zentrale Elemente des politischen Handelns autoritärer Populisten sind Angriffe gegen demokratische und egalitäre Geschlechtervorstellungen, und ganz konkret gegen Frauen und LGBTIQ*. Diese Angriffe finden in verschiedensten Formen statt: verbal, physisch, diskursiv, symbolisch, institutionell und nicht zuletzt durch Regierungshandeln. Ein Charakteristikum dieses genderfeindlichen populistischen Handelns ist seine mediale Dimension, und insbesondere die direkte Kommunikation autoritärer Populisten über soziale Medien.

Die Podiumsdiskussion möchte das Phänomen der „autoritären Populisten“ anhand der zentralen Akteure Donald Trump und Jair Bolsonaro im Hinblick auf deren Gender-Handeln und ihre damit verbundenen medialen Strategien beleuchten. Im Hinblick auf Deutschland wird gefragt, inwiefern Angriffe auf Geschlechtergleichheit, Frauen und LGBTIQ* auch hier Teil eines autoritären Populismus sind, oder ob die in Deutschland beobachtbaren Phänomene kategorial anders eingeordnet werden müssen. Nicht zuletzt interessieren auch Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der medialen Strategie sowie die Bedeutung unterschiedlicher Medien und Medienformate für den Erfolg autoritärer Populisten.

Die Veranstaltung findet am 24. Oktober um 18 Uhr c.t. in der Aula der JLU statt; die Referierenden sind Dr. Dinah Leschzyk (ZMI-Sektion Medien und Gender), Prof. Dorothée de Nève (stellvertretende Geschäftsführende Direktorin des ZMI) und Prof. Greta Olson (ZMI-Sektion Medien und Gender).

 

 

 

 

(19.09.2019, Berit Beckers)

Veröffentlichung der Broschüre "Wissenschaftlerinnen der Universität Gießen"

Veröffentlichung: Broschüre "Wissenschaftlerinnen der Universität Gießen: Unkonventionelle Wege verändern die akademische Welt"

Broschüre "Wissenschafterlinnen der Universität Gießen"
Wissenschafterlinnen der Universität Gießen: Unkonventionelle Wege verändern die akademische Welt

 

Die Broschüre "Wissenschafterlinnen der Unviersität Gießen: Unkonventionelle Wege verändern die akademische Welt" ist ab sofort erhältlich.

 

Gemeinsam mit dem Akademischen Auslandsamt und der Zentralen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten hat das ZMI die Broschüre Wissenschaftlerinnen der Universität Gießen: Unkonventionelle Wege verändern die akademische Welt herausgegeben. Angestoßen durch die Jubiläumsveranstaltung mit Podiumsdiskussion "100 Jahre FrauenWahlRecht: Bewegte Zeiten seit 1918", die am 12. November 2018 stattfand, leistet die Broschüre einen wichtigen Beitrag zur frauengeschichtlichen Erinnerungskultur der Justus-Liebig-Universität.

 

Neben Eindrücken von der Jubiläumsveranstaltung präsentiert die Broschüre Kurzportraits einiger Studentinnen und Wissenschaftlerinnen der JLU, die sich ihrerzeit den gängigen Rollenbildern widersetzten und so eine Vorreiterinnenfunktion übernahmen.

 

(24.07.2019, Berit Beckers)

Vortrag: Die Rolle des Internets bei globalen feministischen Bewegungen: Schwerpunkt Südamerika

Sektionsmitglied Dr. Dinah Leschzyk hält einen Vortrag über die Rolle sozialer Medien bei feministischen Bewegungen, insbesondere im lateinamerikanischen Raum.

Vortrag: "Die Rolle des Internets bei globalen feministischen Bewegungen: Schwerpunkt Südamerika"

Sektionsmitglied Dr. Dinah Leschzyk gibt einen Überblick, wie feministische Bewegungen in Lateinamerika soziale Medien nutzen. Eine Vorreiterrolle nehmen dabei Aktivist*innen aus Argentinien ein, die unter dem Motto #NiUnaMenos hunderttausende Menschen auf die Straße gebracht haben, um gegen Gewalt gegen Frauen zu demonstrieren. Der lateinamerikaweite Ruck nach rechts der letzten Jahre erschwert den Kampf um Gleichstellung. Besonders drastisch hat sich die Lage in Brasilien entwickelt, nachdem die erste Frau im Präsidentschaftsamt mittels umstrittener Anklagepunkte ihres Amtes enthoben wurde.

 

Der Vortrag findet am Donnerstag, den 13.06.2019 um 18:30 Uhr in der Landeszentrale für politische Bildung RLP statt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



(12.06.2019, Berit Beckers)

Vortrag: "The Disabled Body and the U.S. Body Politics"

Vortrag: "The Disabled Body and the U.S. Body Politics"

Im Rahmen der Vorlesung „The United States in the Twenty-first Century: From the ‚Stolen Election of 2000‘ to the Trump Era“ von Sektionsmitglied Prof. Dr. Greta Olson findet am 27. Mai von 18 bis 20 Uhr ein Gastvortrag statt. Die Gastvortragende Kim Nielsen ist Disability-Forscherin an der University of Toledo, und in ihrem Vortrag wird sie die Situation von Menschen mit Behinderung im Kontext der aktuellen politischen Lage in den Vereinigten Staaten thematisieren.

Interessierte sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei und eine Anmeldung nicht notwendig. Die Veranstaltung findet im Hörsaal A1 am Philosophikum I der JLU statt.

 

 

 

 

(22.05.2019, Berit Beckers)

Vortrag: "Richtig gendern" von Duden-Autorinnen

Vortrag: "Richtig gendern" von Duden-Autorinnen

Richtig_GendernSeit seiner Veröffentlichung im Jahr 2017 sorgt der Dudenband Richtig gendern für hitzige Diskussionen rund um den geschlechtergerechten Sprachgebrauch. Nun bietet sich die Möglichkeit, mit den Autorinnen des Ratgebers ins Gespräch zu kommen.

Am 6. Juni 2019 halten die Autorinnen Prof. Dr. Gabriele Diewald und Dr. Anja Steinhauer des Ratgebers Richtig gendern. Wie Sie angemessen und verständlich schreiben einen Vortrag an der Justus-Liebig-Universität. In Form eines Werkstattberichtes erläutern die Autorinnen die Hintergründe der Entstehungsgeschichte sowie Inhalte des Nachschlagewerkes. Was waren Anreize und Überlegungen, die die Veröffentlichung angeregt haben? Welche Inhalte wurden aufgenommen und welche nicht? Und von welchen Reaktionen und Rezensionen können die Autorinnen berichten? In ihrem Vortrag berichten die Wissenschaftlerinnen auch über die Reaktionen und Rezensionen nach der Veröffentlichung des Dudenbandes.

Nach dem etwa einstündigen Vortrag bietet sich dem Publikum die Möglichkeit zum Austausch mit den Verfasserinnen. Von großem Interesse sind dabei sicherlich auch Fragen nach der praktischen Anwendung des Ratgebers im alltäglichen Sprachgebrauch und in Zusammenhang mit der Einführung des dritten Personenstandes.

Der Vortrag beginnt um 18 Uhr und findet im Margarete-Bieber-Saal (Ludwistraße 34, 35390 Gießen) statt. Die Veranstaltung wird von Dr. Jutta Hergenhan, der wissenschaftlichen Geschäftsführerin des ZMI sowie Sprecherin der Forschungssektion Medien und Gender, moderiert. Organisiert wird der Vortrag von dem hessenweiten Netzwerk Gender in der Lehre in Kooperation mit dem ZMI. Interessenten sind herzlich willkommen; der Eintritt ist frei. 

 

 

(14.05.2019, Rahel Schmitz)

Überblick

Überblick

Sprecherin: Dr. Jutta Hergenhan

Die Sektion „Medien und Gender“ befasst sich mit aktuellen Entwicklungen der Mediengesellschaft aus einer geschlechtersensiblen Perspektive. Geschlecht wird dabei als eine Kategorie betrachtet, die die Gesellschaft fundamental strukturiert (körperlich, sprachlich, rechtlich, sozial). Darüber hinaus spielt die Kategorie Geschlecht auch bei der Analyse anderer gesellschaftlicher Ungleichheitsphänomene (Rassismus, Klassismus, Ableism) und ihrer gegenseitigen Bedingtheit (Intersektionalität) eine wichtige Rolle.

Medien spielen eine zentrale Rolle bei der Konstruktion individueller und kollektiver Geschlechteridentität(en). Über Medien erfolgen geschlechtliche Zuschreibungen und werden Stereotype herausgebildet. Gleichzeitig werden insbesondere soziale Medien genutzt, um gegen stereotype Geschlechterbilder zu protestieren, sie zu dekonstruieren und neue Geschlechterbilder herzustellen. Ein wichtiges Forschungsfeld ist in diesem Zusammenhang die Analyse medialer Inszenierung und Verherrlichung von sexualisierter Gewalt, ebenso wie der mediale Protest degegen (z. B. #MeToo, #aufschrei).

Auch die Herstellung medialer Produkte und die Nutzung von Medien besitzen eine Geschlechterdimension, insofern als beispielsweise Männer und Frauen in unterschiedlicher Weise daran beteiligt sind. In diesem Zusammenhang möchten wir informelle Prozesse von Inklusion und Exklusion im Hinblick auf Geschlecht beleuchten, insbesondere in Verbindung mit Digitalisierungsphänomenen. Nicht zuletzt spielen auch Mensch-Maschine-Problematiken eine zentrale Rolle am Schnittpunkt von Medien- und Geschlechterforschung.

Die Sektion richtet ihren Fokus explizit nicht nur auf Geschlechterthematiken des globalen Nordens, sondern besitzt ein methodisch und thematisch breites Forschungsinteresse. Wir sind insbesondere auch neugierig auf Medienthematiken aus den technischen, medizinischen, natur- und humanwissenschaftlichen Disziplinen, bei denen eine Geschlechterdimension vielleicht erst bei näherem Hinsehen erkennbar wird.

 

Nächste Treffen:

Donnerstag, 2. Juli 2020

jeweils 13-14 Uhr s.t.

Neuerscheinungen

Neuerscheinungen

Hergenhan, Jutta. Rezension: Bargetz, Brigitte/Kreisky, Eva/Ludwig, Gundula (Hg.): Dauerkämpfe. Feministische Zeitdiagnosen und Strategien (2017). In: Femina Politica, 28. Jg, H. 1/2019, S. 148-150.

Greta Olson, Daniel Hartley, Mirjam Horn-Schott, and Leonie Schmidt, eds. (2018). Beyond Gender: Futures of Feminist and Sexuality Studies – An Advanced Introduction. Abingdon: Routledge.