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Artikelaktionen

Initiative Transparente Tierversuche

DFG Initiative Transparente Tierversuche - Tierschutzbeauftragte der JLU: Tierversuche - Tierschutz - Ersatzmethoden

Initiative Transparente Tierversuche

 

Initiative Transparente Tierversuche

 

 

Die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) informiert transparent über Tierversuche, die eingesetzten Methoden und die Anzahl der verwendeten Tiere. Die JLU ist Mitglied der Initiative Transparente Tierversuche, die im Juli 2021 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der von der Allianz der Wissenschaftsorganisationen gegründeten Informationsplattform Tierversuche verstehen ins Leben gerufen wurde.

 

 

 DFG Initiative Transparente Tierversuche

 

 

Hinweis

Auf den folgenden Seiten werden weiterführende Informationen rund um das Thema Tierversuche an der JLU Gießen bereitgestellt.
Die Inhalte werden kontinuierlich weiterentwickelt, um transparent über Tierversuche zu informieren. 

Tierversuche an der JLU Gießen

Tierversuche  an der JLU Gießen

 

Oberster Grundsatz der tierexperimentellen Forschung an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) ist ein verantwortungsbewusster Einsatz von Versuchstieren, der den größtmöglichen Schutz der Tiere und alle tierschutzrechtlichen Bestimmungen berücksichtigt. Selbstverständlich ist dabei die Einhaltung des Tierschutzgesetzes sowie des 3R-Prinzips (Replace, Reduce und Refine - Vermeiden, Verringern und Verbessern). Die JLU ist sich ihrer großen Verantwortung bewusst und tritt im Sinne der DFG Initiative Transparente Tierversuche mit der Öffentlichkeit zu diesem Thema in den Dialog.

 

Gießener Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler forschen auch zu Methoden, die in bestimmten Bereichen Tierexperimente ersetzen könnten. In der biomedizinischen Forschung stellen Tierversuche nach aktuellem Forschungsstand einen wichtigen Bestandteil des experimentellen Methodenspektrums dar. Alle JLU-Forschenden, die tierexperimentell arbeiten, belegen zuvor entsprechende Fortbildungskurse, sodass ein tierschutzgerechter und verantwortungsvoller Umgang mit den Tieren gewährleistet ist. Ein Tierschutzausschuss überwacht die Einhaltung aller gesetzlichen Bestimmungen und Genehmigungsvorgaben.

 

Übersicht Initiative

Fragen und Antworten zu Tierversuchen

Warum können wir auf Tierversuche noch nicht verzichten?

Warum können wir auf Tierversuche noch nicht verzichten?

 

Tierversuche in der Lehre:

Wo immer möglich, wird in der Lehre an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) auf Tierversuche verzichtet und auf tierfreie Verfahren gesetzt. Zum Einsatz kommen z. B. Computersimulationen, Filmaufnahmen oder Übungen an Phantomen. Dennoch ist ein vollständiger Verzicht des Einsatzes von Tieren in der Lehre weder möglich noch sinnvoll: Die Studierenden erwarten von uns eine fundierte theoretische und praktische Ausbildung. Viele Studierende werden für Berufsfelder ausgebildet, in denen sie später einmal mit Tieren oder tierischen Produkten zu tun haben. Den Umgang mit Tieren zu üben, halten wir daher für unverzichtbar. Gerade die Arbeit späterer Tierärztinnen und Tierärzte sowie angehender Landwirtinnen und Landwirte hat dabei explizit das Wohl von Tieren und Menschen zum Ziel.

 

Tierversuche in der Forschung:

Über 95 % der Tierversuche an der JLU dienen der Forschung. Zum Einsatz kommen vor allem Mäuse und Ratten, aber z. B. auch Krallenfrösche und landwirtschaftliche Nutztiere. Das Forschungsspektrum ist dabei weit gefasst. Von der Grundlagenforschung bis hin zur Entwicklung von Therapien für Tiere werden unterschiedlichste Forschungsfelder bedient. In der Grundlagenforschung werden beispielsweise neue Therapieansätze zur Behandlung von Lungenerkrankungen der Menschen oder Malaria erforscht. Mäuse und Ratten dienen hier als Modellorganismen.

Das Wohlergehen von Nutztieren steht bei anderen Forschungsvorhaben im Mittelpunkt, wenn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler z. B. nach alternativen Haltungs- und Fütterungsformen zur bisher üblichen landwirtschaftlichen Praxis suchen.

Von der tierbasierten Forschung an der JLU profitieren letztlich Tiere und Menschen.

 

 

Kuh im Hörsaal

Lehre: Vorlesung der Klinik für Wiederkäuer und Schweine (Innere Medizin und Chirurgie) im Fachbereich Veterinärmedizin der
JLU Gießen.

Foto: Franz E. Möller (Archiv)

 

 

Ratte in Waage

Forschung: Körpergewichtskontrolle bei einer Ratte.

Foto: Thorsten Indra

Wie wird entschieden, ob ein Tierversuch durchgeführt wird?

Wie wird entschieden, ob ein Tierversuch durchgeführt wird?

 

Alle Tierversuche in Deutschland unterliegen einem strengen gesetzlich geregelten Genehmigungsverfahren, das im Tierschutzgesetz und in der Tierschutz-Versuchstierverordnung festgelegt ist. Die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben ist zur Durchführung eines Tierversuchs zwingend erforderlich. In Hessen sind für die Genehmigung von Tierversuchen die Regierungspräsidien zuständig. In Gießen muss jedes Vorhaben durch die Tierärztinnen und Tierärzte des Regierungspräsidiums Gießen genehmigt werden. Der Genehmigungsprozess wird durch ein beratendes Fachgremium nach §15 Tierschutzgesetz (Tierschutzkommission) begleitet.

Bevor Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler jedoch einen Antrag beim Regierungspräsidium einreichen, findet immer eine intensive Beratung und Prüfung durch die Tierschutzbeauftragen der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) statt. Die Tierschutzbeauftragten achten dabei neben der Einhaltung aller gesetzlichen Bestimmungen vor allem auch darauf, dass dem Tierwohl Rechnung getragen wird. Als weiteres innerbetriebliches Kontrollinstrument dient der Tierschutzausschuss der JLU, der regelmäßig durch die Expertise des 3R-Zentrums unterstützt wird.


Wie viele Tiere dienen pro Jahr als Versuchstiere?

Wie viele Tiere dienen pro Jahr als Versuchstiere?


Der Begriff Versuchstiere umfasst sehr unterschiedliche Kategorien.

Haustiere und landwirtschaftliche Nutztiere (*) gelten ebenfalls als Versuchstiere, wenn sie im Rahmen der Ausbildung sowie für klinische Studien (Tiere von Patientenbesitzerinnen und -besitzern aus den Tierkliniken der Justus-Liebig-Universität) und als Blutspender (Katze, Hund) genutzt werden. Diese Tiere leben ohne Beeinträchtigung weiter und gehen nach der Studie zurück zu ihren Besitzerinnen und Besitzern. Klinikseigene Tiere werden nach einer gewissen Zeit an Privatpersonen vermittelt.

 

Die hier vorliegenden Zahlen umfassen ausschließlich Daten aus der Gruppe der Wirbeltiere. Die Tabelle gliedert sich in 3 Kategorien.

 

1)      Tiere, die zu Tiertötungen zu wissenschaftlichen Zwecken gemäß § 4 Absatz 3 Tierschutzgesetz verwendet worden sind

2)      Tiere, die im Rahmen eines Tierversuchsvorhabens gemäß § 7 Absatz 2 Tierschutzgesetz eingesetzt wurden

3)      Tiere, die zu Lehrzwecken verwendet worden sind

 

Tiere, die zu wissenschaftlichen Zwecken getötet wurden (§4 TierSchG), sind Tiere, an denen zuvor keinerlei Eingriffe oder Behandlungen vorgenommen wurden. Dies ist nötig, um beispielsweise Organe oder Zellen für wissenschaftliche Experimente zu erhalten.

 

Zur Einordnung der hier aufgeführten Zahlen:

In Deutschland werden jährlich etwas weniger als 3 Mio. Tiere als Versuchstiere eingesetzt. Hessenweit wurden im Jahr 2019 ungefähr 306.000 Versuchstiere verwendet.

 

 

§4

§7

Lehre

Gesamttierzahl

Tierzahlen 2020

6.351

6.497

270

13.118

Maus

4.407

4.615

10

9.032

Ratte                        

926

650

0

1.576

Krallenfrosch

681

93

0

774

Goldhamster

0

465

0

465

andere Vögel#

0

12

9

21

andere Säugetiere#

0

10

205

215

Schaf*

0

0

5

5

Rind*

0

66

4

70

Huhn

60

7

11

78

Schwein

277

4

0

281

Hund*

0

355

14

369

Pferd*

0

86

2

88

Katze*

0

96

6

102

Ziege*

0

38

4

42

Tab.: Art und Anzahl der zu wissenschaftlichen Zwecken an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) eingesetzten Tiere im Jahr 2020
(*) Haustiere und landwirtschaftliche Nutztiere gelten ebenfalls als Versuchstiere, wenn sie im Rahmen der Ausbildung sowie für klinische Studien (Tiere von Patientenbesitzerinnen und -besitzern) und als Blutspender (Katze, Hund) genutzt werden. Diese Tiere leben ohne Beeinträchtigung weiter und gehen nach der Studie zurück zu ihren Besitzerinnen und Besitzern. Klinikseigene Tiere werden nach einer gewissen Zeit an Privatpersonen vermittelt. (#) "Andere Vögel" und "andere Säugetiere" sind hauptsächlich freilebende Tiere wie Fledermäuse und kleine Nager, die im Rahmen von Freilandstudien untersucht werden. Diese Tiere werden nach einer kurzen Begutachtung und Registrierung sofort wieder in die Natur entlassen.

 

Viele Tiere werden insbesondere im Rahmen der Ausbildung bzw. in der Lehre an der Universität am Ende eines Tierversuchs nicht getötet, sondern dürfen in ihrem gewohnten Umfeld weiterleben. Es handelt sich meist um klinikseigene Tiere oder Tiere von Mitarbeitenden, Studierenden oder Patientenbesitzerinnen oder -besitzern, die zuvor ihre Zustimmung z. B. zu einer Blutabnahme gegeben haben.

Tiere in der biomedizinischen Forschung müssen im Rahmen eines Tierversuchs meistens für weiterführende Untersuchungen schmerzfrei eingeschläfert werden. Tiere die nach ihrem Einsatz für die Wissenschaft nicht mehr genutzt werden sollen, werden - wo immer möglich - an Privatpersonen abgegeben.

"Andere Vögel" und "andere Säugetiere" (#) sind hauptsächlich freilebende Tiere wie Fledermäuse und kleine Nager, die im Rahmen von Freilandstudien untersucht werden. Diese Tiere werden nach einer kurzen Begutachtung und Registrierung sofort wieder in die Natur entlassen.

Wer überprüft die Tierversuche?

Wer überprüft die Tierversuche?

 

Erst nach der Genehmigung eines Tierversuchs durch das Regierungspräsidium Gießen darf mit dessen Durchführung begonnen werden. Alle Eingriffe müssen dabei sehr detailliert dokumentiert werden, der Gesundheitszustand der Tiere wird engmaschig überwacht. Die Durchführung des Tierversuchs ebenso wie dessen Dokumentation wird dabei vom Regierungspräsidium Gießen kontrolliert. Auf die Einhaltung aller gesetzlichen Bestimmungen und Genehmigungsvorgaben achten überdies die Tierschutzbeauftragten und der Tierschutzausschuss der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU).

Wer darf Tierversuche durchführen?

Wer darf Tierversuche durchführen?

 

Jede Person, die im Tierversuch mitarbeitet, muss dem Regierungspräsidium und den Tierschutzbeauftragten der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) den Erwerb einer speziellen Sachkunde nachweisen. Neben dem Abschluss eines naturwissenschaftlichen Studiums oder einer Berufsausbildung müssen spezielle Kenntnisse und Fähigkeiten in der Pflege, der Haltung und dem Umgang mit Tieren sowie gegebenenfalls im sachgerechten Töten von Tieren nachgewiesen werden. Überdies ist das sogenannte 3R-Prinzip (Replace, Reduce und Refine - Vermeiden, Verringern und Verbessern) essenzieller Bestandteil der Ausbildung.

Neben dieser Grundausbildung muss jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter versuchstierkundliche Fortbildungen im Umfang von jährlich mindestens acht Stunden vorweisen.

 

Was bietet die JLU an, um Tierversuche zu ersetzen?

Was bietet die JLU an, um Tierversuche zu ersetzen?

 

Tierversuche dürfen nur dann durchgeführt werden, wenn keine tierfreien Methoden zur Beantwortung der wissenschaftlichen Fragestellung existieren und Lehrinhalte nicht anders als unter Verwendung von Tieren vermittelt werden können. Überall dort, wo heute schon auf Tierversuche verzichtet werden kann, wird dies an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) auch getan.

 

Damit alle Beteiligten auf dem aktuellen Wissensstand sind, müssen alle Personen, die mit Tieren umgehen, sich daher regelmäßig fortbilden. Überdies stehen die Tierschutzbeauftragten der JLU und das 3R-Zentrum den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern jederzeit beratend zur Seite.

 

Gerade in der studentischen Lehre werden bereits jetzt die allermeisten Tierversuche, z. B. durch Computersimulationen, die Nutzung von Phantomen, Simulatoren und (Organ-)modellen (v.a. in der Ausbildung zukünftiger Tierärztinnen und Tierärzte) ersetzt. Der Fachbereich Veterinärmedizin hat eigens hierzu ein Clinical Skills Lab eingerichtet.

 

Die Professur für Computerbasiertes Modelling im 3R-Tierschutz befasst sich mit der Erstellung von computergestützten Alternativmethoden für Tierversuche mit besonderem Fokus auf computerbasierte neuronale Modelle. Durch die Professur werden moderne computerbasierte Modellierungsmethoden entwickelt, die sowohl die Funktion als auch die Morphologie der Zellen realistisch darstellen und experimentelle Vorhersagen ermöglichen. Im Fokus der Arbeiten stehen die Abbildung neuronaler Strukturen des Hippocampus sowie Modelle der synaptischen Plastizität und Variabilität von Ionenkanälen. Auch werden für die Humanmedizin Computermodelle zur Epilepsie und zur Alzheimer-Erkrankung entwickelt. In der 3R-Lehre werden Konzepte erarbeitet, mit denen sogenannte In-silico-Verfahren digitalisiert vermittelt werden können.

 

SKILLS LAB

Übungen an Phantomen, bevor es an die echten Tierpatienten geht.

 

 

SKILLS LAB

Die Blutentnahme wird an einem künstlichen Hundebein geübt.

 

Skills Lab: Skills Lab PETS (Practical Experience of Technical Skills) am Fachbereich Veterinärmedizin der JLU: Studierende
üben hier an Tier-Simulatoren.

Fotos: Rolf K. Wegst

 

 

SIMULATIONEN

Computersimulationen synaptischer Aktivierung in synthetischen Nervenzellen  (aus Cuntz et al., 2021; https://doi.org/10.1016/j.neuron.2021.08.028).

Quelle: Peter Jedlicka

Wen kann man an der JLU zu Tierversuchen ansprechen?

Wen kann man an der JLU zu Tierversuchen ansprechen?

 

Für die Beratung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) die Tierschutzbeauftragten zuständig. Gerne beantworten das Team aber auch Ihre konkreten Fragen rund um das Thema "Tierversuche" an der JLU. Überdies steht das 3R-Zentrum für die Beantwortung von Fragen zur Verfügung.

 

Medienvertreterinnen und -vertreter wenden sich bitte an die JLU-Pressestelle.


Wie werden die Tiere gehalten?

Wie werden die Tiere gehalten?

 

Nicht nur Tierversuche, sondern auch Tierhaltungen müssen behördlich genehmigt werden. An der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) werden neben Mäusen, Ratten und anderen Kleinsäugern in kleinerer Anzahl auch Amphibien, Vögel, Hunde, Katzen sowie landwirtschaftliche Nutztiere gehalten.

 

Gute Haltungsbedingungen und ein ruhiger Umgang verbessern das Tierwohl, daher bekommen unsere Tiere alles was sie brauchen. Mäuse und Ratten werden in sozialen Gruppen gehalten. Neben Futter und Wasser enthält jeder Käfig Versteckmöglichkeiten und Nestbaumaterial. Die Nagerhaltung erfolgt unter hohen hygienischen Standards um reproduzierbare Versuchsbedingungen zu garantieren. Umwelteinflüsse sollen so gut wie möglich kontrolliert werden.

Auch Hunde und Katzen werden in Gruppen gehalten, erhalten Beschäftigungsmaterial und reichlich Zuwendung durch ihre Tierpflegerinnen und Tierpfleger sowie Patinnen und Paten.

Unsere landwirtschaftlichen Nutztiere, zu denen z. B. Ziegen, Schafe und Rinder gehören, werden - wo immer möglich - nach landwirtschaftlicher Praxis gehalten. An ihnen wird beispielsweise die Verträglichkeit neuer Futtermittel getestet, es werden Verhaltensbeobachtungen sowie Messungen z. B. des Methanausstoßes durchgeführt. Überdies üben Studierende der Tiermedizin aber auch Untersuchungen im Rahmen der klinischen Ausbildung an den Tieren.

 

 

KUHFLÜSTERER

Landwirtschaftliche Nutztierhaltung im Tiefstreustall.

Foto: Christian Lademann

 

 

HAMSTER

Hamsterhaltung in einem Tierkäfig mit Nestbaumaterial, Beißhölzchen und Heu.

 

 

HAMSTER RACK

 

RATTE KÄFIG

Tierhaltung in Käfiggestellen: soziallebende Tiere, wie z. B. Ratten, sind immer in Gruppen vergesellschaftet. Hamster mögen,
es als Einzelgänger 
ungestört von Artgenossen zu sein, und sind sehr territorial, daher kann es nötig sein, sie einzeln zu halten.

Fotos: Thorsten Indra

Bereiche mit Tierversuchen

 

   

Initiative Transparente Tierversuche - Bereiche mit Tierversuchen

 

  

Ganz unterschiedliche Tierarten werden an den verschiedenen Fachbereichen der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) ganz unterschiedlich eingesetzt und gehalten. Hier finden Sie einige Beispiele zum Einsatz und zur Haltung von Tieren an den Fachbereichen der JLU.



Tiermedizin

Kuh im Hörsaal

Das Spektrum der Tiermedizin ist sehr vielfältig: unterschiedliche Tierarten werden den Studierenden im Studium nahegebracht.
Neben Heimtieren wie Meerschweinchen und Kaninchen gehören z. B. auch Hunde, Katzen sowie landwirtschaftliche Nutztiere,
aber auch Vögel und Reptilien wie Bartagamen zur Ausbildung. Das Bild zeigt eine Vorlesung für Tiermedizinstudierende, die für
Demonstrationszwecke anwesende Kuh hört ebenfalls aufmerksam zu.
 

Foto: Franz E. Möller (Archiv)

 

Biologie
FALKE mit TRANSPONDER

Im Fachgebiet Biologie werden vielfach Untersuchungen an Wildtieren, wie z. B. Vögeln oder Fledermäusen, durchgeführt.
Durch Besenderungen mit kleinen Geologgern (wie im Bild am Fuß der Falkenraubmöwe zu sehen) von Wildtieren können
Raumnutzungsdaten und Zugwege erfasst werden, die der jeweils untersuchten Tierart unter anderem durch angepasste
Schutzmaßnahmen zugutekommen. 
Neben Wildtieren werden aber auch z. B. Meeresfische und Korallen in großen Aquarien
in der Biologie gehalten.

Foto: Karupelv Valley Project / Charel Klein

 

Agrarwissenschaften

ZIEGEN STALL
Agrarwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler beschäftigen sich vielfach mit landwirtschaftlichen Nutztieren wie Schafen,

Ziegen, Rindern, Schweinen und Geflügel. Beobachtungstudien helfen, das Wissen um das Verhalten von Tieren zu verbessern,

die richtige Deutung hilft beim tiergerechten Umgang mit Ziegen.

Foto: Katrina Friese

 

Lebenswissenschaften
Ratte in Waage  HAMSTER RACK

Die lebenswissenschaftlichen Fachbereiche arbeiten vielfach mit Nagern. Soziale Arten werden dabei immer in Gruppen gehalten.
Jedes Tier hat überdies Zugang zu Beschäftigungsmaterial, Versteckmöglichkeiten, Futter und Wasser. Käfige werden in typischen
Versuchstierhaltungen in Regalsystemen untergebracht. Jeder Käfig wird einzeln belüftet, diese Praxis beugt auch der
Verbreitung von Krankheiten vor.

Fotos: Thorsten Indra

3R-Forschung

 

   

Initiative Transparente Tierversuche - 3R-Forschung

 

  

3R-Forschung

Das 3R-Prinzip umfasst das Replacement, die Reduction und das Refinement (Vermeiden, Verringern und Verbessern). Im Jahr 1959 veröffentlichten Russell und Burch ihr Buch „The Principles of Humane Experimental Technique“, in dem sie das 3R-Prinzip vorstellten. Dieses ist bis heute wichtigster Leitfaden in Bezug auf Tierexperimente und wurde durch die EU-Direktive 63/2010 in geltendes Recht umgewandelt.

Das 3-R Prinzip beschreibt, dass Tierversuche nach Möglichkeit durch Alternativverfahren ersetzt werden sollten (Replacement). Sollte es keine Alternativmethoden zur Beantwortung einer spezifischen Forschungsfrage geben, so muss die Zahl der im Versuch eingesetzten Tiere so gering wie möglich gehalten werden (Reduction). Diese geringe Zahl von Tieren soll im Versuch eine so geringe Belastung wie möglich erfahren (Refinement). Dazu können beispielsweise optimierte Haltungsbedingungen oder eine Verfeinerung von Methoden führen.

 

Abbildung 1:Die Beagle vor ihrem täglichen Gassi-Gang.

Quelle: ICAR 3R Zentrum, Gießen, Prof. Stephanie Krämer

 

Tiere im Einsatz der Lehre für Studierende der Tiermedizin

Die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) und insbesondere die Professur für Tierschutz setzt sich für das Wohl der Tiere ein. Solange noch nicht vollständig auf Tierversuche verzichtet werden kann, muss der Verantwortung, die der Mensch für alle Tiere in seiner Obhut hat, in besonderer Weise Rechnung getragen werden. Dies schließt auch Tiere ein, die in der Lehre eingesetzt werden. Beispielsweise lernen Studierende der Veterinärmedizin mit Beaglen die richtige Durchführung von Untersuchungsgängen am Hund. Die Beagle der JLU leben in einer modernen Tierhaltung, werden von mehreren Tierpflegenden umsorgt, haben Paten und gehen jeden Tag Gassi – fast wie normale Familienhunde. Nach einer Zeit von ca. zwei Jahren am Campus werden sie dann vermittelt und finden so ein neues Zuhause. Aktuell wird an der JLU untersucht, ob Medical Training die Tiere optimal auf ihre Aufgabe in der Lehre vorbereitet. Medical Training ist eine besondere Art des Tiertrainings, die ursprünglich aus dem Zootiertraining kommt. Dabei wird nur mit Lob und Belohnungen und niemals mit Strafe gearbeitet. Zum Beispiel lernen die Tiere, sich ohne die beim Tierarzt übliche Fixierung und ohne Stress von Studierenden abhören zu lassen. Weder im Training im Rahmen der Studie noch in der Lehre mit Studierenden werden invasive Eingriffe wie Blutentnahmen durchgeführt.

 

Abbildung 2: Der Hund lernt einen Targetstab zu berühren.

Quelle: ICAR 3R Zentrum, Gießen, Prof. Stephanie Krämer

 

Abbildung 3: Durch Medical Training hat der Hund gelernt, dass er ohne Fixierung abgehört
werden kann. Der Targetstab im Bild dient dabei als Kooperationssignal. Solange der Beagle mit der
Schnauze den Stab berührt, darf er abgehört werden. So kann der Hund zu jeder Zeit eine
Pause einfordern, wenn er sie benötigt.

Quelle: ICAR 3R Zentrum, Gießen, Prof. Stephanie Krämer


Abbildung 4: Der Hund lernt, sich ohne Fixierung abhören zu lassen.

Quelle: ICAR 3R Zentrum, Gießen, Prof. Stephanie Krämer



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