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Artikelaktionen

Unsere Bibliotheken

Zahlen, Daten, Fakten

 

Bibliotheken der JLU  -  Statistik 2016

Gesamtbestand an Bänden 3.718.276
Personal (Vollzeitäquivalente) 112
Erwerbungsetat für 2015 4.319.741€
Anzahl Nutzerarbeitsplätze 1.651
Computerarbeitsplätze 223

Aktive Nutzer

- Universitätsangehörige

- außeruniversitäre Nutzer

36.726

30.442

  6.284

Entleihungen 898.778

E-Books Downloads

3,3 Mio.

Handschriften und Autographen 2.741

Zeitschriften

 - gedruckt

-  elektronische

 

2.828

46.836

Giessener Elektronische Bibliothek (GEB) / Dokumente 10.642

 Stand: 2017

    Weitere Informationen zum Bibliothekssystem der JLU:

    Geschichte der Universitätsbibliothek Gießen

    Gründung

    1612 Grundlegung der Universitätsbibliothek durch den Ankauf von 1.000 Bänden durch Landgraf Ludwig V.

     

    UB 1904Ausbau der Bestände durch bedeutende Schenkungen:

      1771 Handschriften und Inkunabeln der Fraterherren in Butzbach

      1800 Sammlung des Renatus Carl von Senckenberg

      Unterbringung im Universitätsgebäude am Brandplatz

      Entwicklung zur Gebrauchsbibliothek:

        1830 Einführung des Zettelkatalogs durch Johann Valentin Adrian

        1837 Erste Fernleihverbindung in Hessen zwischen Gießen und Darmstadt

        1904 Eigenes Bibliotheksgebäude in der Bismarckstraße

        1942 Bestand: 522.543 Bände und 302.800 Dissertationen

        1944 Zerstörung der Bibliothek nach einem Angriff alliierter Bomber am 11. Dezember; Verlust von über 90% der Bestände.

        Ausgelagerte wertvolle Altbestände und Dubletten blieben erhalten.UB 1959

        1945 -1956 Provisorischer Betrieb in den Ruinen

        1959 Einweihung des Neubaus der Universitätsbibliothek in der Bismarckstraße

        1979-1983 Neubau der Universitätsbibliothek im Philosophikum I

        Bibliothekssystem – koordiniertes System der Literaturversorgung

        2002 Alle Bibliotheken der Universität werden im Bibliothekssystem reorganisiert  und der Universitätsbibliothek unterstellt („funktionale Einschichtigkeit“)

        UB 1983

        2013 Bestand: 3,7 Mio. Bände in der Universitätsbibliothek, den vier Zweigbibliotheken und den sieben Fachbibliotheken;

        Versorgung von mehr als 33.000 Lesern

        Weitere Informationen:

           

          Publikationen zur Geschichte der Universitätsbibliothek:

          Raubgut - Geraubte Bücher aus der NS-Zeit

          Seit Ende der 90er Jahre – ausgelöst durch die 1998 auf einer internationalen Konferenz inPlakat RaubgutausstellungWashington verabschiedeten Principles with respect to Nazi-confiscated art – hat in den Museen, Archiven und Bibliotheken in Deutschland eine systematische Suche nach „Raubgut“ in den eigenen Beständen begonnen. Der Begriff „Raubgut“ erinnert daran, dass mit dem Machtantritt der Nationalsozialisten das Deutsche Reich kein Rechtsstaat mehr war: ganze Bevölkerungsteile wurden systematisch verfolgt und entrechtet. Ihre Angehörigen konnten daher auch bei Vermögenstransaktionen nicht mehr gleichberechtigt handeln. Unter „Raubgut“ werden daher hier alle unrechtmäßigen – auch die vordergründig legalen, d.h. mit den Nazi-Gesetzen konformen – Sammlungserweiterungen von 1933 bis 1945 verstanden, sei es, weil die Objekte von ihren Besitzern unter Zwang veräußert werden mussten oder weil sie von Behörden beschlagnahmt oder enteignet wurden.

          Auch in den Beständen der Universitätsbibliothek Gießen befindet sich Raubgut. Dieses zu ermitteln und nach Möglichkeit den rechtmäßigen Eigentümern zurückzugeben, war das Ziel, das 2012, im Jubiläumsjahr der Bibliothek, erreicht werden sollte. Die gefundenen Bücher und ihre Herkunft sind im Online-Katalog und über die Lost-Art-Datenbank recherchierbar, die von der Koordinierungsstelle für Kulturgutdokumentation und Kulturgutverluste betreut wird, eine von Bund und allen Ländern finanzierte Einrichtung beim Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt in Magdeburg.
          Da die Bibliothek 1944 durch einen Bombenangriff fast völlig zerstört wurde und 90% ihrer Bestände und nahezu alle Akten verbrannten, ist die Quellenlage äußerst dürftig. Die Suche nach verdächtigen Besitz- oder Lieferantenvermerken in den noch erhaltenen Büchern bedeutete das zeitintensive Durchsehen von über neunhundert Regalmetern, auf die die damaligen Bestände heute verteilt sind.
          Den größten Fund an „Raubgut“ stellt die Bibliothek des Gießener Rabbiners Dr. David Sander dar: 130 Bände theologischer Fachliteratur sind seit 2003 identifiziert worden. David Sander lebte bis zu seinem Tod 1939 in der Landgrafenstraße 8 in Gießen. Seine Witwe Johanna und seine Tochter Bertha wurden im September 1942 deportiert. Nur Johanna Sander überlebte den Holocaust und siedelte nach dem Krieg nach zwei Jahren in Gießen nach Südfrankreich über, wo ihre 1938 geflohene Tochter Flora lebte. Die erneuten Recherchen zur Vorbereitung der Ausstellung brachten für den Fall Sander eine überraschende Erkenntnis:
          Die Sander-Bibliothek ist vermutlich Ende 1941 über den „Reichsbund Deutsche Familie“ in die UB Gießen gelangt. Die „Verwertung erfolgte mit Einverständnis der NSDAP“, so die handschriftliche Chronik der UB. Es ist denkbar, dass Johanna Sander durch finanzielle Repressalien des NS-Regimes gezwungen, die Bibliothek ihres Mannes vermutlich weit unter Wert „abgeben“ musste. Bislang wurde davon ausgegangen, dass die Bücher erst 1942 nach der Deportation in die Bibliothek gelangt waren.
          Die Sander-Bände sind in der UB Gießen separiert und können zu wissenschaftlichen Zwecken eingesehen werden. Der Provenienznachweis, d.h. der Hinweis auf den früheren Besitzer David Sander, ist über den Online-Katalog zu finden.
          Bereits 2009 hat die UB Nachkommen der Familie Sander kontaktiert. Die Angehörigen verzichten aber auf eine Restitution und möchten ihre Anonymität wahren. Für die Stolpersteine für Bertha und Johanna Sander und Flora Michaelis, geb. Sander in der Landgrafenstraße 8 hat die UB Gießen vor drei Jahren die Patenschaft übernommen.
          Über die „Reichstauschstelle“, die Preußische Staatsbibliothek und andere, teilweise nicht mehr zu klärende Wege gelangten weitere Bücher in die UB und die Durchsicht ergab außerordentliche Vorbesitzer:
          Leo Baeck, Ludwig Marcuse, Hannah Karminski, Ernst Samuel, Heinz Hartmann u.a.
          Einige Bände von jüdischen Gemeinden aus Dresden, Berlin, Prag und Troppau konnten ebenfalls identifiziert werden. Auch Bücher christlicher Organisationen wie der Berliner „Gesellschaft zur Beförderung des Christentums unter den Juden“ und der „Apologetischen Centrale“ fanden sich in den Regalen.
          Außerdem finden sich Spuren von Bibliotheken unterschiedlicher „missliebiger“ Organisationen:
          Die Gleichschaltung der freien Gewerkschaften ging in Gießen einher mit der Stürmung des Gewerkschaftshauses des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes in der Schanzenstraße 18. Die dort untergebrachte Bibliothek wurde der UB Gießen 1935 von der Nachfolgeorganisation „Die Deutsche Arbeitsfront“ durch Vermittlung eines Bibliothekars übergeben. Die Bände wurden in den Bestand eingearbeitet, sind aber 1944 fast alle verbrannt. Lediglich einige wenige Bände, die vermutlich als Dubletten im unzerstörten Keller des Verwaltungsgebäudes dem Brand entgingen, wurden später in den Bestand aufgenommen und konnten identifiziert werden.
          Die Spur einer Bibliothek, die sich kurzzeitig in der UB Gießen befand, verliert sich leider gänzlich: 1933 löste sich die Gießener Freimaurerloge „Ludewig zur Treue“ auf Druck der NSDAP auf und schenkte der Universitätsbibliothek Gießen ihre 850 Bände zählende Bibliothek. In beiderseitigem Interesse hoffte man, die einzigartige Sammlung von Freimaurerliteratur des 18. und 19. Jahrhunderts am Ort erhalten zu können. Diese Hoffnung war trügerisch: Die Bibliothek wurde von der „Gestapo“ wieder abgeholt und wie das Mobiliar und die Museumsgegenstände aus dem Logengebäude nach Berlin abtransportiert. Recherchen der nach dem Krieg wiedergegründeten Gießener Loge nach dem Verbleib ihres Besitzes waren bislang erfolglos.
          Geraubte Bücher aufzufinden, zu sammeln und zurückzugeben war bereits 1945 für die amerikanische Militärregierung ein wichtiges Anliegen. Das „Offenbach Archival Depot (OAD)“ war ein solcher „collecting point“. Die UB Gießen schickte 1946/47 Bände „unklarer Herkunft“ nach Offenbach und erhielt auch Kisten mit Büchern, deren Herkunft sich nicht mehr genau klären ließ, nach der Auflösung des OAD im Jahr 1949 von dort. Die Bücher wurden sukzessive in den Bestand aufgenommen. Bei diesen Bänden konnten noch einige wenige Provenienzen geklärt werden.
          Insgesamt konnten bislang über 800 Bücher im Bestand als mutmaßliches „Raubgut“ identifiziert werden. Um Restitution, d.h. die Rückgabe der Bücher an die früheren Besitzer bzw. deren Erben, wird sich die Universitätsbibliothek Gießen weiter bemühen.

          Begleitend fand am 24.1.2013 ein Fachsymposium "NS-Raubgut in hessischen Bibliotheken" in Gießen statt.

          Dazu ist im Oktober 2014 ein Tagungsband erschienen.

          Rechtliche Hinweise

          Projekte