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Sammlung Benjamin

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Foto: Gisèle Freund
Die Benjamin-Sammlung in der Universitätsbibliothek Gießen stammt aus dem Nachlass Martin Domke und ist eine der größten Sammlungen von Briefen, Manuskripten, Büchern und Sonderdrucken aus dem Nachlass von Walter Benjamin. Die Sammlung besteht aus zwei Teilen, die 1965 bzw. 1969 vom damaligen Germanistischen Seminar der Universität auf dem Antiquariatsmarkt erworben wurden. Seit zehn Jahren befindet sie sich als eines der herausragenden Stücke in der Rara-Abteilung der Universitätsbibliothek.

Die Sammlung umfasst zum einen 28 Briefe und 5 Postkarten Benjamins an seinen langjährigen Freund, den Komponisten und „Rundfunkpionier“ Ernst Schoen, aus der Zeit zwischen 1913 und 1920, außerdem vier noch unveröffentlichte Briefe von Benjamins Ehefrau Dora Sophie aus dem Jahr 1918.

Die z.T. umfangreichen Briefe, die seit 1995/96 vollständig ediert vorliegen, sind nicht nur wichtige Quellen zur frühen Biographie Benjamins, sondern auch interessante und aufschlussreiche Dokumente eines intensiven geistigen Dialogs, der weit reichende Spuren in Benjamins Leben und Werk hinterlassen hat.

Daneben gehört zur Sammlung ein Konvolut von Manuskripten, Typoskripten, Druckwerken, Sonderdrucken und Zeitungsausschnitten von (und im geringen Teil über) Benjamin aus dem Besitz von Martin Domke, einem Berliner Rechtsanwalt aus dem Kreis um Bertolt Brecht, der eine wichtige Rolle bei der Überlieferung des Benjaminschen Nachlasses gespielt hat.

Bei den zum Teil mit eigenhändigen Anmerkungen und Korrekturen von Benjamin versehenen Typoskripten handelt es sich um wichtige Varianten bekannter Texte (etwa den Kommentaren zu Gedichten von Brecht, den Hörspielen Lichtenberg. Ein Querschnitt und Was die Deutschen lasen, während ihre Klassiker schrieben).

Daneben enthält die Sammlung auch handschriftliche Vorarbeiten und Skizzen (etwa das Fragment Der Wahlvogel). Im Rahmen der im Erscheinen begriffenen, neuen Benjamin-Ausgabe werden die Gießener Texte umfassend berücksichtigt werden.

Herausragendes Stück der Sammlung ist eine vollständige Fassung der Berliner Kindheit um neunzehnhundert mit vielen maschinen-, vor allem aber handschriftlichen Korrekturen Benjamins. Bei dieser sog. „Gießener Fassung“, die erst 2000 erstmals publiziert wurde, handelt sich um die wohl früheste, um die Jahreswende 1932/33 entstandene  Version. Wie nur noch im Fall der späten, 1938 entstandenen und erst 1981 entdeckten „Pariser“ Fassung, handelt es sich bei der „Gießener“ um eine von Benjamin selber zum Druck vorbereitete und insofern „authentische“ Fassung des berühmten Buches.

Wenig bekannt und noch unpubliziert ist die sog. „Lichtenberg-Kartei“, eine umfangreiche Vorarbeit zu einer Bibliographie zu G.Chr. Lichtenberg auf 340 Karteikarten, in Benjamins kleiner, nur 2 bis 3mm großen Handschrift beschrieben.

Zur Sammlung gehören schließlich noch Erstausgaben von Büchern und (Sonder)Drucken Benjamins, z.T. mit Beilagen (etwa einer Porträtaufnahme Benjamins aus den 30er Jahren, von Gisèle Freund; s. Abb.) oder mit handschriftlicher Widmung, außerdem der sehr seltene, hektographierte Sammelband Walter Benjamin zum Gedächtnis, von Theodor W. Adorno und Max Horkheimer herausgegeben und 1942 im Institut für Sozialforschung/New York publiziert, mit dem Erstdruck der Thesen über den Begriff der Geschichte.

Dr. Peter Reuter

 

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