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Andenken

Die Justus-Liebig-Universität Gießen mit ihren Fachbereichen und Zentren

wird den Verstorbenen stets ein ehrendes Andenken bewahren.

Prof. Dr. Joybrato Mukherjee, Präsident

Wir gedenken:
Kürzlich verstorben:

Prof. Dr. theol. Adolf Anton Hampel †

* 7. September 1933

† 12. Juni 2022


Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften trauern um Prof. Dr. theol. Adolf Anton Hampel, der am 12. Juni 2022 im Alter von 88 Jahren verstorben ist.

Adolf Anton Hampel studierte ab 1953 Katholische Theologie an der Philosophisch-theologischen Hochschule Königstein und der Päpstlichen Universität Gregoriana Rom. Im Jahr 1962 wurde er promoviert. Noch im gleichen Jahr kehrte er an die Philosophisch-theologische Hochschule Königstein zurück. Dort wirkte er als Assistent und Dozent. 1969 nahm er den Ruf der Justus-Liebig-Universität Gießen auf die Professur für katholische Kirchengeschichte und Moraltheologie an. Zeitweise engagierte er sich auch als Dekan an seinem Fachbereich. Prof. Dr. Hampel bettete sozialethische und politikwissenschaftliche Fragestellungen in ihre geschichtlichen und kirchenpolitischen Kontexte ein. Das Verhältnis von Kirche und Staat reflektierte er mit einem spezifischen Blick auf Ost- und Südosteuropa, der sich nicht zuletzt in einer Reihe einschlägiger Publikationen widerspiegelt. Auch nach seinem Ruhestandseintritt im Jahr 1995 blieb ihm die politische Einheit Europas in Ost und West ein Anliegen. Im Jahr 1977 war er an der Gründung der Deutschen Korczak-Gesellschaft e. V. beteiligt. Wegen seiner profunden Kenntnisse der Länder des ehemaligen Ostblocks wurde er bei kirchlichen und politischen Entscheidungsträgern gleichermaßen geschätzt. Als Vertreter der Ökumene, der die Reformbedürftigkeit der eigenen Kirche nie aus den Augen verlor, genoss er hohes Ansehen als kritischer Berater. Seit 1974 sanierte er mit Gleichgesinnten das vom Haus Braunfels über-nommene Schloss Hungen. Die Stadt Hungen verlieh Prof. Dr. Hampel im Juli 2021 das Ehrenbürgerrecht, um sein unermüdliches Engagement für soziale Belange zu würdigen.

 

Prof. Dr. rer. nat. Udo Haack †

 

* 13. Januar 1940

† 9. März 2022


Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Biologie und Chemie trauern um
Prof. Dr. rer. nat. Udo Haack, der am 9. März 2022 im Alter von 82 Jahren verstorben ist.

Udo Haack studierte ab 1959 Geologie in München und Innsbruck und wechselte 1960 an die Universität Göttingen, um dort sein Studium in Mineralogie fortzusetzen. Das Studium schloss er 1965 mit dem Diplom ab. Im Jahr 1968 wurde er ebenfalls an der Universität Göttingen promoviert. Es folgte ein Aufenthalt am Laboratory for Space Physics an der Washington University in St. Louis, USA, als Visiting Assistant Professor. Ab 1970 war er als Wissenschaftlicher Assistent an der Universität Göttingen tätig, wo er sich 1975 habilitierte. 1978 wurde er zunächst zum außerplanmäßigen Professor und zwei Jahre später zum Professor ernannt. Nach seiner langjährigen Tätigkeit an der Universität Göttingen folgte er 1987 dem Ruf an die Justus-Liebig-Universität Gießen. Dort hatte er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2005 die Professur für Isotopengeochemie/Geochemie-Petrologie inne und engagierte sich als Geschäftsführender Direktor des Instituts für Geowissenschaften und Lithosphärenforschung. Während seiner wissenschaftlichen Karriere wurde Prof. Dr. Haack u.a. die Ehre zuteil an der Washington University an den ersten Mondproben zu forschen. Er trug dazu bei, Erkenntnisse über die Elementverteilung der kosmischen Strahlung und über die Erosions- und Umwälzraten an der Mondoberfläche zu gewinnen. Darüber hinaus unternahm er Forschungen am Damara-Orogen in Namibia, Afrika und führte Forschungsarbeiten über Blei-Isotope am Laboratoire de Géochimie Isotopique der Universität Montpellier in Frankreich durch. Prof. Dr. Haack beteiligte sich außerdem an den vorbereitenden Untersuchungen zu einem kontinentalen Tiefbohrprogramm. Er erweiterte stets seine wissenschaftlichen Felder und befasste sich beispielsweise mit der Datierung von Gesteinen sowie mit Themen der Archäometrie und Umweltforschung.



 

Prof. Dr. phil. Bernhard Jendorff †

 

* 23. September 1940

† 27. Februar 2022


Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften trauern um
Prof. Dr. phil. Bernhard Jendorff, der am 27. Februar 2022 im Alter von 81 Jahren verstorben ist.

Bernhard Jendorff studierte Katholische Theologie, Latein und Philosophie an den Universitäten Mainz und Frankfurt am Main. 1966 legte er die erste Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien ab. Nach seiner zweiten Staatsprüfung 1968 wurde er im Jahr 1969 promoviert. Noch im gleichen Jahr nahm er seine Tätigkeit als Studienrat im Hochschuldienst an der Justus-Liebig-Universität Gießen auf. 1972 erfolgte die Berufung auf die Professur für Religionspädagogik. Im Laufe seiner Dienstzeit nahm Prof. Dr. Jendorff zwei Amtszeiten als Dekan des früheren Fachbereichs Religionswissenschaften wahr. In den Jahren 1972 bis 1977 war er außerdem an die damalige Gesamthochschule Kassel, die spätere Universität Kassel, teilabgeordnet, wo er maßgeblich am Aufbau der Lehramtsstudiengänge „Religion“ mitwirkte. Im Jahr 2002 trat Prof. Dr. Jendorff in den Ruhestand. Innerhalb der Religionspädagogik setzte sich Prof. Dr. Jendorff entschieden für die Etablierung und Weiterentwicklung der Korrelationsdidaktik ein. Seine Publikationstätigkeit galt vor allem der Einbindung theologischer und philosophischer Kernthemen in den religionspädagogischen Diskurs. Prof. Dr. Jendorff erachtete nicht nur die Kirchengeschichte als relevant für den Religionsunterricht, sondern auch die biblischen Grundlagen oder kirchliche Kontroversen. Seine Studierenden schätzten ihn stets als anspruchsvollen und präzisen Lehrer.

 

Prof. Dr. med. Wolfgang Meyhöfer †

* 13. September 1922

† 27. Januar 2022


Die Justus-Liebig-Universität Gießen, ihr Fachbereich Medizin und das Universitätsklinikum Gießen und Marburg trauern um Prof. Dr. med. Wolfgang Meyhöfer, der am 27. Januar 2022 im Alter von 99 Jahren verstarb.

Nach dem Studium der Medizin in Tübingen und Marburg, welches er im Jahr 1949 abschloss, wurde Wolfgang Meyhöfer im Jahr 1950 promoviert. Anschließend war er als Medizinalassistent und Arzt im Diakonissen-Krankenhaus in Bad Ems tätig. Danach trat er die Ausbildung zum Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten an der Hautklinik der Universität Gießen an, die er im Jahr 1957 erfolgreich abschloss. Am Fachbereich Medizin der Justus-Liebig-Universität Gießen habilitierte sich Dr. Meyhöfer im Jahr 1962 für das Fach „Haut- und Geschlechtskrankheiten“. Nachdem Herr Prof. Dr. Meyhöfer 1968 zum Wissenschaftlichen Rat und Professor ernannt worden war, erfolgte im Jahr 1981 seine Berufung auf die Professur für Venerologie und Andrologie bei der Justus-Liebig-Universität Gießen. Von 1969 bis 1987 war er Leiter der Klinik für Haut- und Geschlechtskrankheiten des Universitätsklinikums Gießen und stand dem medizinischen Zentrum für Dermatologie, Andrologie und Venerologie von 1973 bis 1977 als Geschäftsführender Direktor vor. In dieser Zeit seines intensiven Wirkens als Mediziner und Forscher in Gießen hat Prof. Dr. Meyhöfer den Bereich der Andrologie zu einem auch international anerkannten Schwerpunkt ausgebaut. Er engagierte sich zudem stets in der universitären Selbstverwaltung. Mit Ablauf des Monats September 1987 trat Prof. Dr. Meyhöfer in den Ruhestand, übte aber noch bis zum 31. März 1989 die kommissarische Leitung der Abteilung Klinische und Experimentelle Dermatologie aus.

 

 

Prof. Dr. rer. nat. Ute Wasmund-Bodenstedt †

* 2. Februar 1935

† 25. Januar 2022


Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Psychologie und Sportwissenschaft trauern um
Prof. Dr. rer. nat. Ute Wasmund-Bodenstedt, die am 25. Januar 2022 im Alter von 86 Jahren verstorben ist.

Ute Wasmund-Bodenstedt studierte von 1954 bis 1959 u.a. Biologie, Chemie und Sportwissenschaft in Köln, Innsbruck und Kiel. Ihr Studium an der Deutschen Sporthochschule Köln schloss sie 1958 als Diplom-Sportlehrerin ab, 1959 folge das Staatsexamen in Biologie für das Lehramt an Mittelschulen. Schulpraktische Lehrerfahrung sammelte sie an Schulen in Hamburg, Pinneberg und Kiel, bevor sie von 1961 bis 1966 als abgeordnete Lehrkraft im Fach Sport an der Pädagogischen Hochschule Kiel arbeitete. Im Jahr 1967 wurde sie an der naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Kiel promoviert. Daraufhin war sie zunächst als wissenschaftliche Assistentin tätig und wurde 1972 zur Professorin an der Universität Gießen ernannt. Bis zu ihrer Versetzung in den Ruhestand im Jahr 1992 hatte sie dort die Profes-sur für Sportwissenschaft mit dem Schwerpunkt Trainingswissenschaft inne. Prof. Dr. Ute Wasmund-Bodenstedt gehörte zu einer Generation von Hochschullehrerinnen und -lehrern, die die Sportwissenschaft an den deutschen Universitäten mit etabliert haben. In ihrem wissenschaftlichen Wirken beschäftigte sie sich, lange bevor das Konzept der „Bewegten Schule“ in der Pädagogik po-pulär wurde, mit der Bedeutung von Bewegungsangeboten für Schülerinnen und Schüler. Darüber hinaus engagierte sie sich in ihrer Funktion als deutsche Ländervertreterin in der International Association of Physical Education and Sport for Girls and Women, deren Vorstand sie von 1985 bis 1993 angehörte, früh und intensiv für Geschlechtergerechtigkeit und Gleichstellungsrechte.

 

Prof. Gisela Distler-Brendel †

* 11. Januar 1919

† 11. Januar 2022

 

Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften trauern um Prof. Gisela Distler-Brendel, die am 11. Januar 2022 im Alter von 103 Jahren verstorben ist.

Gisela Distler-Brendel begann 1937 ihr Studium der Musik in Hamburg. Im Jahr 1939 legte sie ihr Privatmusiklehrerexamen ab. Ihre Ausbildung und Berufstätigkeit war durch den Nationalsozialismus stark behindert; erst nach 1945 trat sie als Pianistin, Cembalistin und Musikpädagogin auf. Ab 1955 studierte sie Psychologie an den Universitäten Hamburg und Frankfurt. Von 1960 bis 1961 folgte ein Studium am Pädagogischen Institut Jugenheim, wo sie ihre Erste Prüfung für das Lehramt an Volks- und Realschulen ablegte. Im Jahr 1961 erhielt sie eine Stelle als Assistentin für das Fach Musik an der Hochschule für Erziehung in Gießen. Hier wurde sie zunächst zur Studienrätin und anschließend zur Oberstudienrätin im Hochschuldienst ernannt. Im Jahr 1972 erfolgte die Ernennung zur Professorin an der JLU, wo sie bis zu ihrem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 1984 die Professur für Musikpädagogik innehatte. Prof. Gisela Distler-Brendel hat besonders in der Gründungsphase des Instituts für Musikwissenschaft und Musikpädagogik wesentliche Impulse gegeben. Ihr lag daran, die angehenden Musiklehrerinnen und -lehrer zu befähigen, ein breites musikalisches Spektrum den Schülerinnen und Schülern durch eigene Musikpraxis vorzustellen. Ihre Begeisterung für Musik und Musizieren gab sie an ihre Studierenden weiter. Nach ihrem Ruhestandseintritt spielte Prof. Gisela Distler-Brendel im Gießener Barockensemble, das von ihr mitgegründet wurde. Sie beteiligte sich intensiv am kulturellen Leben der Stadt. Ein besonderes Anliegen war ihr die Förderung komponierender Frauen.

 

 

Prof. Fritz Richard Stibane †

* 15. Dezember 1927

† 5. Januar 2022


Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Biologie und Chemie trauern um Prof. Dr. rer. nat. Fritz Richard Stibane, der am 15. Dezember 2021 im Alter von 94 Jahren verstorben ist.

Fritz Richard Stibane studierte ab 1951 Geologie an der Universität Frankfurt am Main und der Freien Universität Berlin und erlangte 1957 sein Diplom in Geologie. Noch im gleichen Jahr trat er seine Laufbahn als wissenschaftlicher Assistent an der Universität Gießen an, wo er 1958 promoviert wurde. Seit 1962 war Dr. Stibane als Kustos am Geologisch-Paläontologischen Institut der JLU tätig. Im Jahr 1966 habilitierte er sich im Fach „Geologie und Paläontologie“. Die Beförderung zum Oberkustos folgte 1967. Schließlich wurde er 1970 zum Professor ernannt. Prof. Stibane war bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1992 am Fachbereich Geowissenschaften und Geographie tätig und nahm dort auch eine Amtszeit als Dekan wahr. Prof. Stibane unternahm im Laufe seiner Amtszeit diverse Forschungsreisen nach Kolumbien und befasste sich intensiv mit der Geologie der nördlichen Anden. Sein geologisches Interesse für Südamerika zeigte sich bereits in seiner Habilitationsschrift zur Geologie von Kolumbien. Eines seiner Forschungsprojekte beschäftigte sich mit dem Paläozoikum der Zentral- und Ostkordilleren, doch auch hiesige Projekte begeisterten ihn. So trug er zur Veröffentlichung des „Geologischen Führers von Gießen und Umgebung“ bei und befasste sich mit der Autochthonie beziehungsweise Allochthonie der Grauwacken des östlichen Rheinischen Schiefergebirges. Prof. Stibane war ein hervorragender Wissenschaftler und ein geschätzter akademischer Lehrer und Kollege.


Prof. Hermann Becht †

* 8. Juli 1932

3. Dezember 2021


Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Veterinärmedizin trauern um Prof. Dr. med. vet. Hermann Becht, der am 3. Dezember 2021 im Alter von 89 Jahren verstorben ist.

Hermann Becht studierte von 1951 bis 1952 Naturwissenschaften am North Dakota State College in den USA und begann 1953 sein Studium der Veterinärmedizin an der Universität Gießen und der École nationale vétérinaire d'Alfort in Frankreich, das er 1957 mit dem Staatsexamen abschloss. Im Jahr 1959 wurde er an beiden Universitäten promoviert. Nachdem er zunächst am Veterinär-Pathologischen Institut der Universität Gießen tätig war, arbeitete er von 1960 bis 1965 als Wissenschaftlicher Assistent und Oberassistent am Veterinär-Bakteriologischen Institut der Universität Zürich und kehrte anschließend nach Gießen zurück. Im Jahr 1970 habilitierte er sich hier und wurde zum Dozenten ernannt. Bereits ein Jahr später erfolgte die Ernennung zum Professor an der JLU, wo er bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand im Jahr 1994 die Professur für Immunbiologie und Immunchemie innehatte. Prof. Becht war maßgeblich am Aufbau und der Entwicklung des Instituts für Virologie beteiligt. In seinem wissenschaftlichen Wirken beschäftigte er sich insbesondere mit der Struktur und Replikation verschiedener Viren, darunter Birna- und Bornaviren. Darüber hinaus befasste er sich mit der Antigenstruktur und den immunogenen Eigenschaften der viralen Strukturelemente und deren Verwendung bei der Impfstoffherstellung. Sein Interesse galt den Pathogenitätsmechanismen von Mikroorganismen und Viren. Prof. Becht verstand es, die Bereiche der Virologie und Immunologie erfolgreich zu verbinden. Sowohl bei seinen Kolleginnen und Kollegen als auch bei den Studierenden war er ein geschätzter und geachteter Hochschullehrer, dessen Kompetenz sehr gefragt war.


Prof. Manfred Winnewisser †

* 5. Februar 1934

† 22. November 2021


Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Biologie und Chemie trauern um Prof. Dr. rer. nat. Manfred Winnewisser, der am 22. November 2021 im Alter von 87 Jahren verstorben ist.

Manfred Winnewisser studierte ab 1953 Chemie an der Technischen Hochschule Karlsruhe und wurde dort 1960 promoviert. Bis 1961 arbeitete er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Technischen Hochschule Karlsruhe und setzte seine wissenschaftliche Tätigkeit in den USA an der Duke University in Durham fort. Im Jahr 1965 kehrte er nach Deutschland an das Institut für Physikalische Chemie der Universität Kiel zurück. Auf Einladung der National Science Foundation war er von 1970 bis 1971 als Visiting Associate Professor am Department of Physics an der Mississippi State University in den USA tätig. Dem Ruf an die JLU folgte er 1973 und hatte dort bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 1999 die Professur für Physikalische Chemie inne. Danach war er an der Ohio State University noch viele Jahre lang als außerordentlicher Professor tätig. Prof. Winnewisser baute in Gießen eine international führende Arbeitsgruppe in der hochauflösenden Molekülspektroskopie auf, die sich der Erforschung der Dynamik kleiner Moleküle widmete. Die Mikrowellenspektroskopie in der Gasphase bildete für ihn einen zentralen Forschungsschwerpunkt. In diesem Bereich gehörten er und seine Ehefrau Dr. Brenda Winnewisser zu den weltweit führenden Expertinnen und Experten. Prof. Winnewisser war ein Pionier in der Kombination von experimentellen und quantenchemischen Untersuchungen und einer der ersten intensiven Nutzer der FTIR-Spektroskopie. Viele seiner herausragenden Forschungsergebnisse halfen, das Verständnis für die molekulare Zusammensetzung interstellarer Materie zu verbessern. Prof. Winnewisser war ein hervorragender und international renommierter Wissenschaftler sowie ein geschätzter Hochschullehrer und Kollege.


Prof. Rolf Meyer †

* 17. November 1935

† 14. November 2021

 

Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich ihr Fachbereich Mathematik und Informatik, Physik, Geographie trauern um Prof. Dr. rer. nat. Rolf Meyer, der am 14. November 2021 im Alter von 85 Jahren verstorben ist.

Rolf Meyer verbrachte seine Kindheit und Schulzeit in Duisburg-Ruhrort, nach dem Abitur dort studierte er in Köln und München. Nach einem zweijährigen Forschungsaufenthalt im südlichen Afrika wurde er 1965 an der Universität München promoviert. Im Jahr 1971 wurde er zum Professor an der JLU ernannt. Seine Lehrtätigkeit übte er bis zu seiner Pensionierung 1998 am damaligen Fachbereich Geowissenschaften mit sowohl natur- wie sozialwissenschaftlicher Thematik aus. Prof. Dr. Rolf Meyer beschäftigte sich zu Beginn seiner Karriere mit dem Bereich der physischen Geographie. Im weiteren Verlauf widmete er sich anthropogeographischen Themen mit Fokus auf den ländlichen Raum und dessen Bevölkerung. Neben seinem Engagement in Forschung und Lehre war er verbandspolitisch engagiert und ab 1975 Vorsitzender des Verbandes Deutscher Hochschulgeographen. Seine fachliche Kompetenz führte ihn schließlich auch in die Kreis- und Landespolitik. Das Land Hessen würdigte sein gesellschaftlich-politisches Wirken im Jahr 2016 mit dem Ehrenbrief des Landes.


Prof. Ulrich Karthaus †

* 19. September 1935

† 16. September 2021


Prof. Ulrich Karthaus

 

Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Sprache, Literatur, Kultur trauern um Prof. Dr. phil. Ulrich Karthaus, der am 16. September im Alter von 85 Jahren verstorben ist. Ulrich Karthaus studierte ab 1956 Germanistik, Philosophie, Pädagogik und Geschichte an den Universitäten Köln und Freiburg und wurde 1964 an der Universität Köln promoviert. Im Jahr 1965 wurde er zum Wissenschaftlichen Assistenten an der JLU ernannt. Von 1972 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2000 hatte er die Professur für Didaktik der deutschen Literatur und Literaturgeschichte inne. Während seiner langjährigen Tätigkeit an der JLU stand er dem Fachbereich zweimal als Dekan vor und war mehrmals Geschäftsführender Direktor des Instituts für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur. Von 1977 bis 1987 war er als Partnerschaftsbeauftragter der Universität Gießen für die Beziehungen zur Université de Limoges tätig und nahm dort in den Jahren 1981 und 1987 Gastprofessuren wahr. Prof. Karthaus beschäftigte sich insbesondere mit dem Werk Thomas Manns. Zudem widmete er sich in zahlreichen Büchern und bis heute hochgeschätzten Einführungen der deutschen Literaturgeschichte vom Sturm und Drang bis zur Moderne. Im Jahr 1988 wurde ihm in Frankreich der Orden der Palmes Académiques verliehen. Darüber hinaus wurde er 2004 für sein herausragendes langjähriges Engagement für die deutschfranzösische Völkerverständigung und die Festigung des Zusammengehörigkeitsgefühls der Bürgerinnen und Bürger im ehemals geteilten Deutschland mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Prof. Karthaus verkörperte einen hochgeschätzten Gelehrten und sehr beliebten Hochschullehrer alter Schule. Sein Stilbewusstsein und Humor werden bei seinen Kolleginnen und Kollegen und allen, die bei ihm studiert haben, unvergessen bleiben. 

 

Prof. Klaus Knoblich †

* 20. Oktober 1936

† 15. September 2021


Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Biologie und Chemie trauern um Prof. Dr. rer. nat. Klaus Siegfried Knoblich, der am 15. September im Alter von 84 Jahren verstorben ist. Klaus Siegfried Knoblich begann 1956 sein Studium der Geologie an der Universität Stuttgart, das er 1961 mit dem Diplom abschloss. Im Jahr 1964 wurde er an der Universität Stuttgart zum Doktor der Naturwissenschaften promoviert. Anschließend begann er seine Laufbahn als wissenschaftlicher Assistent am Geologisch-Paläontologischen Institut der JLU. Bereits 1969 habilitierte er sich an der Naturwissenschaftlichen Fakultät und erlangte die Lehrbefähigung für das Fach Geologie. Seine Ernennung zum Professor folgte 1971. Prof. Knoblich wirkte zwei Amtszeiten lang als Dekan und nahm zudem die Position des Geschäftsführenden Direktors des Instituts für Geologie und Mineralogie beziehungsweise des Instituts für Angewandte Geowissenschaften wahr, bevor er 2002 seinen Ruhestand antrat. Prof. Knoblich hatte die Professur für Angewandte Geologie mit dem Schwerpunkt Hydro-, Ingenieur- und Umweltgeologie inne. Seine Forschung befasste sich mit der Geschichte der Wasserversorgung, der Grundwasserneubildung und der Wasserbilanz in Mittelgebirgen. Weitere Forschungsschwerpunkte waren das bodenmechanische Verhalten feinkörniger Lockergesteine, Gesteinsverwitterung und Massenbewegungen unter tropischen Bedingungen sowie Wärmetransport im Untergrund. Sein Engagement als geologischer Gutachter im Ausland, beispielsweise in Mexiko, Saudi-Arabien oder dem Irak, prägte seine Karriere ebenso wie seine Hingabe zur Lehre, die er auch als Gastdozent in Costa Rica sowie Nigeria eindrucksvoll nachwies. Prof. Knoblich war ein hervorragender Wissenschaftler und ein sehr geschätzter Kollege.

 

Prof. Klaus Hannemann †

* 31. Januar 1959

† 21. September 2021


Prof. Klaus Hannemann

Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Mathematik und Informatik, Physik, Geographie trauern um Prof. Dr.-Ing. Klaus Hannemann, der am 21. September im Alter von 62 Jahren verstorben ist. Klaus Hannemann studierte von 1978 bis 1984 Maschinenbau an der Universität Karlsruhe. Im Anschluss an sein Studium war er als Nachwuchswissenschaftler am heutigen Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR) in Göttingen tätig. Während dieser Zeit verbrachte er Forschungsaufenthalte am DLR in Berlin und an der Yale University in den USA. Ab 1987 arbeitete er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Theoretische Strömungsmechanik am DLR und wurde im gleichen Jahr an der Universität Karlsruhe promoviert. Nachdem Klaus Hannemann 1988 im Rahmen eines Forschungsstipendiums an der University of Queensland in Australien gewesen war, setzte er seine wissenschaftliche Tätigkeit am DLR in Göttingen fort. Von 1996 bis 1997 arbeitete er im Rahmen eines erneuten Forschungsaufenthalts an der University of Queensland in Australien. Ab 2002 war er Leiter der Abteilung Raumfahrzeuge am DLR in Göttingen und folgte im Jahr 2013 dem Ruf auf die Professur für Raumfahrzeuge an die JLU, die in Kooperation mit dem DLR in Göttingen besetzt wurde. Mit der Wahrnehmung der Professur war gleichzeitig die Tätigkeit als Abteilungsleiter am DLR-Institut für Aerodynamik und Strömungstechnik in Göttingen verbunden. Prof. Hannemann befasste sich in der Forschung mit Strömungsphysik im Kontext von Raketentriebwerken, Hyperschall-Raumfahrzeugen und des Wiedereintritts von Raumfahrzeugen in die Erdatmosphäre. In der Lehre war er neben den Bachelor- und Masterstudiengängen Physik insbesondere in den Studiengang Physik und Technologie für Raumfahrtanwendungen aktiv eingebunden. In seinen anspruchsvollen Vorlesungen gelang es ihm stets, die Studierenden für aktuelle Raumfahrtthemen zu begeistern und einen engen Praxisbezug zu vermitteln. Prof. Hannemann war ein sehr angenehmer und zuverlässiger Kollege, der wesentlich zur Neuorientierung und zum Erfolg der Raumfahrtphysik in Gießen beigetragen hat.

 

Prof. Gerhard Giesemann †

* 14. Juli 1937

† 21. April 2021


Prof. Gerhard Giesemann

 

Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Sprache, Literatur, Kultur trauern um Prof. Dr. Dr. h.c. Gerhard Giesemann, der am 21. April im Alter von 83 Jahren verstorben ist. Gerhard Giesemann studierte in Frankfurt am Main Slavistik, Germanistik, Politik und Pädagogik. Er wurde dort im Jahr 1969 promoviert und habilitierte sich 1979 an der Philipps-Universität Marburg. Nach einer kurzen Tätigkeit als Privatdozent erhielt er 1980 den Ruf an die JLU, der er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Juli 2002 treu blieb. Er hatte die Professur für Slawische Philologie am damaligen Fachbereich 11 – Sprachen und Kulturen des Mittelmeerraumes und Osteuropas – inne und widmete sich neben seinen Lehr- und Forschungstätigkeiten weiteren universitären Aufgaben. So stand er für zwei Amtszeiten dem Fachbereich als Dekan vor und wurde 1994 Partnerschaftsbeauftragter für die Universität. Prof. Giesemann hatte wesentlichen Anteil am Aufbau der Partnerschaften zwischen den Universitäten Gießen und Kazan, Russland, sowie Gießen und Łódź, Polen. Beide bis heute bestehenden und erfolgreichen Universitätspartnerschaften tragen wesentlich zum Profil der JLU als ein international sichtbarer, auch auf OsteuropaForschung spezialisierter Standort bei. Prof. Giesemann wurde für diese Leistungen mehrmals ausgezeichnet, hervorzuheben sind die 1998 in Łódź verliehene Ehrenurkunde und das 2001 in Kazan verliehene Ehrendoktorat. Die Universität Gießen, speziell das Institut für Slavistik, aber auch viele Freundinnen und Freunde an den Universitäten Łódź und Kazan verlieren mit Prof. Gerhard Giesemann einen herausragenden Wissenschaftler, Kollegen und Akademiker.

 

Prof. Erich Josef Jost †

* 22. Juli 1937

† 5. Mai 2021


Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Biologie und Chemie trauern um Prof. Dr. rer. nat. Erich Josef Jost, der am 5. Mai im Alter von 83 Jahren verstorben ist. Erich Josef Jost studierte von 1958 bis 1965 Biologie, Chemie und Geographie an den Naturwissenschaftlichen Fakultäten der Universitäten Mainz und Göttingen und schloss das Studium mit dem Staatsexamen ab. Im Jahr 1968 wurde er an der Universität Mainz promoviert und war dort anschließend als Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Genetik tätig. Ab 1970 absolvierte er im Rahmen eines Stipendiums eine Zusatzausbildung in Molekularbiologie am Max-Planck-Institut für molekulare Genetik in Berlin, wo er im Anschluss als Wissenschaftlicher Assistent arbeitete. Seine wissenschaftliche Tätigkeit setzte er an der Sir William Dunn School of Pathology in Oxford fort. Danach folgte ab 1975 eine Anstellung als Gruppenleiter in der Abteilung Zellbiologie des Europäischen Laboratoriums für Molekularbiologie in Heidelberg. Im Jahr 1980 habilitierte sich Jost an der Universität Mainz und folgte noch im selben Jahr dem Ruf an die JLU, wo er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2002 die Professur für Genetik innehatte. Prof. Jost etablierte während seiner langjährigen Tätigkeit an der Universität Gießen eine Arbeitsgruppe am Institut für Genetik, die sich mit der Architektur des Zellkerns bzw. den chromosomalen Territorien beschäftigte. Josts Forschungsarbeiten erbrachten neue Erkenntnisse über die Dynamik des Kernskeletts während des Zellzyklus. Seine Vorlesungen waren sehr beliebt, da er ein charismatischer Redner und ein hervorragender Hochschullehrer war.

 

Prof. Antonius Wels †

* 26. Februar 1926

† 2. Mai 2021


Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Veterinärmedizin trauern um Prof. Dr. med. vet. Magnus Antonius Innozenz Wels, der am 2. Mai im Alter von 95 Jahren verstorben ist. Nach dem Abschluss seines Studiums der Veterinärmedizin an der Universität Gießen im Jahr 1953 wurde Magnus Antonius Innozenz Wels 1955 im Bereich Pharmakologie promoviert. Bis zu seiner Habilitation war er in verschiedenen Funktionen im Veterinär-Physiologischen Institut der JLU tätig. Im Jahr 1968 erhielt er die Venia Legendi für das Fach Veterinärphysiologie. Anschließend folgte er dem Ruf auf die Professur für Veterinärphysiologie an der JLU, der er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im April 1990 treu blieb. In seinem wissenschaftlichen Wirken beschäftigte sich Prof. Wels mit der Experimentellen Physiologie; sein fachliches Interesse galt vor allem der Hämatologie. Der Veterinärmediziner hatte sein gesamtes Arbeitsleben lang an der Justus-Liebig-Universität Gießen geforscht und gelehrt und war deshalb in besonderer Weise mit der Universität verbunden. Sein aufrichtiger und offener Charakter machte ihn zu einem sehr geschätzten Kollegen, der immer im Interesse des Instituts tätig war.

 

Prof. Jörg Steinbach †

* 17. Mai 1935

† 15. April 2021


Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement trauern um Prof. Dr. sc. agr. Jörg Steinbach, der am 15. April im Alter von 85 Jahren verstorben ist. Jörg Steinbach studierte nach einer landwirtschaftlichen Lehre ab 1958 in Göttingen und Berlin Agrarwissenschaften. Nach einem zweijährigen Studienaufenthalt an der Cornell University in den USA setzte er sein Studium an der Georg-August-Universität Göttingen fort und wurde dort 1966 promoviert. Im Anschluss war er zunächst als Lecturer und später als Professor an der University of Ibadan in Nigeria tätig. Im Jahr 1976 folgte er dem Ruf an die JLU, wo er bis zu seiner Emeritierung im Oktober 2003 die Professur für Ökologie der Nutztiere, insbesondere in den Tropen und Suptropen innehatte – damals die erste Professur ihrer Art an einer deutschen Universität. Prof. Steinbach war ein überaus geachteter Hochschullehrer und Wissenschaftler. Während seiner langjährigen Tätigkeit in Gießen forschte und lehrte er insbesondere auf dem Gebiet der Reproduktionsmedizin und Biotechnik in der Tierzucht und Tierhaltung. Seine Forschungsergebnisse fanden vielfach Einzug in die Praxis der Landwirtschaft. Prof. Steinbach beteiligte sich an zahlreichen Projekten und trug durch seine Arbeit sehr zum Ansehen des Instituts für Tierzucht und Haustiergenetik sowie der gesamten Universität bei. Sein großes internationales Engagement zeigte sich vor allem durch seine regelmäßigen Forschungsaufenthalte im Ausland und die Aufnahme zahlreicher Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler in Gießen.

 

Prof. Herbert Müller †

* 15. Juni 1940

† 19. März 2021


Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Wirtschaftswissenschaften trauern um Prof. Dr. Herbert Müller, der am 19. März im Alter von 80 Jahren verstorben ist. Herbert Müller studierte Wirtschaftswissenschaften an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt, ehe er 1965 an die JLU wechselte. Während seiner Anstellung in Gießen als wissenschaftlicher Assistent arbeitete Herbert Müller an seiner Promotion, die er 1969 abschloss. Im Anschluss war er an der JLU als Akademischer Rat tätig. Im Jahr 1973 erfolgte der Ruf auf die Professur für Volkswirtschaftslehre, die er bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2005 innehatte. Der Volkswirtschaftler beschäftigte sich in Forschung und Lehre insbesondere mit monetärer Makroökonomik und Umweltökonomik. Prof. Müller veröffentlichte zahlreiche in der Fachwelt vielbeachtete wissenschaftliche Publikationen, unter anderem zur volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung und zur angewandten Makroökonomie. Er war darüber hinaus auch als Herausgeber tätig. Geprägt durch seine praktischen Erfahrungen lagen ihm in der Lehre die Anwendungsorientierung und ein ganzheitliches Verständnis der Volkswirtschaftslehre besonders am Herzen. Seine Weltoffenheit und internationale Orientierung zeigten sich in dem großen Einsatz, mit dem er sich für die Internationalisierung der JLU engagierte, etwa als SOKRATES-Koordinator für Europakontakte und als Leiter und Organisator der jährlichen Konferenzen der Gießen Group, einem Forum institutioneller und fachwissenschaftlicher Kontakte zwischen acht europäischen Universitäten. Darüber hinaus hat Prof. Müller den Fachbereich als Dekan und durch Übernahme zahlreicher weiterer Führungsfunktionen maßgeblich geprägt. Als Nebenfachbeauftragter und durch sein Wirken in der Lehrerfortbildung engagierte er sich zudem über die Fachbereichsgrenzen hinweg in der gesamten Universität.

 

Prof. Elmar Bussen Wagemann †

* 1. März 1924

† 13. März 2021


Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Mathematik und Informatik, Physik, Geographie trauern um Prof. Dr. phil. Elmar Bussen Wagemann, der am 13. März im Alter von 97 Jahren verstorben ist. Elmar Bussen Wagemann studierte Lehramt an der Pädagogischen Hochschule Celle und war anschließend als Volksschullehrer in Celle tätig. Ab 1951 studierte er Pädagogik, Mathematik und Psychologie an der Universität Göttingen. Im Jahr 1956 wurde Elmar Bussen Wagemann dort promoviert und ging im Anschluss in den Schuldienst zurück. Zwei Jahre später wurde er am Pädagogischen Institut der Universität Hamburg zunächst als Dozent angestellt und 1964 zum Studienleiter ernannt. Ab 1971 war er als Wissenschaftlicher Oberrat an der Universität Hamburg tätig. Im Jahr 1972 folgte er dem Ruf an die JLU, wo er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1989 die Professur für Didaktik für Mathematik innehatte. Prof. Bussen Wagemann war während seiner Tätigkeit an der Universität Gießen mehrfach Geschäftsführender Direktor des Instituts für Didaktik der Mathematik sowie in den Jahren 1978 und 1979 Dekan des damaligen Fachbereichs Mathematik. In seiner Forschung und Lehre beschäftigte er sich schwerpunktmäßig mit der Didaktik der Mathematik für Grund- und Hauptschulen sowie dem Zusammenhang von Fachdidaktik und allgemeiner Didaktik. Von der bekannten Göttinger Schule kommend, hat er eine geisteswissenschaftlich konzipierte, praxisnahe Theorie zur Methodik des Mathematikunterrichtes entworfen, die von vielen Kolleginnen und Kollegen sehr geschätzt wurde. Prof. Wagemann veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten und war Mitautor sowie Mitherausgeber mehrerer Schulbücher.

 

Prof. Petrus Cornelius Mayer †

* 9. März 1929

† 8. März 2021


Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften trauern um Prof. Dr. Dr. h.c. Petrus Cornelius Mayer OSA, der im Alter von 91 Jahren verstorben ist. Am 9. März 1929 in Pilisborosjenö bei Budapest geboren, siedelte Petrus Cornelius Mayer im Mai 1946 nach Deutschland über und trat 1949 nach dem Abitur in Münnerstadt in den Augustinerorden (Ordo Sancti Augustini, OSA) ein. In Würzburg, wo er ein Theologie- und Philosophiestudium absolviert hatte, wurde er 1955 zum Priester geweiht. Nach Tätigkeiten als Präfekt und Regens der Klosterschule St. Augustin sowie als Prokurator des Konvents St. Bruno (Steinbachtal) wurde er 1968 in Würzburg promoviert und habilitierte sich dort 1973. Die Venia Legendi erhielt er für das Fach »Dogmatik und Dogmengeschichte«. Im Jahre 1979 folgte er dem Ruf auf die Professur für Systematische Theologie an die Universität Gießen, der er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand treu blieb. Die Universität von Villanova verlieh ihm 1988 einen Ehrendoktortitel und würdigte damit seine Verdienste um die Augustinus-Forschung, der er Zeit seines Lebens verbunden blieb. Das Verdienstkreuz am Bande wurde ihm 1993 verliehen, 2005 folgte der Bayerische Verdienstorden und 2012 die Ehrenmitgliedschaft der Universität Würzburg. Im Jahr 2001 gründete er in Würzburg das Zentrum für Augustinus-Forschung, das er bis zu seinem 85. Geburtstag im Jahr 2014 leitete. Prof. Mayer galt als einer der weltweit führenden Augustinus-Forscher. Er war der Hauptherausgeber des Augustinus-Lexikons sowie des von ihm begründeten Corpus Augustinianum Gissense. Die Bedeutung der Digitalisierung erkannte er früh: Das von ihm gegründete Zentrum betreut bis zum heutigen Tage die erste elektronische Edition aller Werke von Augustinus. Am Institut für Katholische Theologie der JLU wurde Prof. Mayer nicht nur als herausragender Wissenschaftler geschätzt, sondern auch als geistreicher Gesprächspartner und humorvoller Kollege.

 

Prof. Heinz Bergner †

* 30. April 1936

† 29. Januar 2021


Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Sprache, Literatur, Kultur trauern um Prof. Dr. phil. Heinz Bergner, der am 29. Januar 2021 im Alter von 84 Jahren verstorben ist. Heinz Bergner studierte Anglistik, Romanistik und Philosophie an den Universitäten Erlangen-Nürnberg, Lausanne und Sheffield. Nach seiner Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen in Bayern 1963 arbeitete er als Wissenschaftlicher Assistent an den Universitäten Erlangen-Nürnberg und Mannheim. Im Jahr 1967 wurde er an der Universität Erlangen-Nürnberg promoviert. Seit 1969 war er als Akademischer Rat und später als Akademischer Oberrat an der Universität Mannheim tätig. Nach einer Gastprofessur in Madison und Milwaukee, USA, folgte er dem Ruf an die JLU, wo er von 1975 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2003 die Professur für Englische Sprachwissenschaft und Literatur des Mittelalters am Fachbereich Sprache, Literatur, Kultur innehatte. Prof. Bergner war dem Institut für Anglistik sehr verbunden. Neben seiner Forschungs- und Lehrtätigkeit im Bereich der mittelalterlichen Literatur etablierte er unter anderem den innovativen und sehr erfolgreichen Studiengang Neuere Fremdsprachen und Wirtschaft. Bis zu seiner Emeritierung betreute er zahlreiche Abschlussarbeiten aus diesem Bereich. Als Leiter des Zentrums für Interdisziplinäre Lehraufgaben übernahm Prof. Bergner insbesondere die Koordination von Austauschprogrammen. Die Integration internationaler Gäste der Universität war ihm ein großes Anliegen. Zusammen mit seiner Ehefrau betreute er über viele Jahre Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler von den Partneruniversitäten in Madison und Milwaukee, USA. Im Rahmen des Internationalen Gästeclubs kümmerte er sich um die Besucherinnen und Besucher in den Gästehäusern und leistete so einen wesentlichen Beitrag zur Willkommenskultur an der Universität.

 

Prof. Erhard Franz Kaleta †

* 18. April 1939

† 18. Januar 2021


Prof. Franz Kaleta

Die Justus-Liebig-Universität Gießen und ihr Fachbereich Veterinärmedizin trauern um Prof. Dr. Dr. h.c. Erhard Franz Kaleta, der am 18. Januar 2021 im Alter von 81 Jahren verstorben ist. Erhard Franz Kaleta studierte in Hannover und Wien Veterinärmedizin und schloss das Studium im Jahr 1963 an der Tierärztlichen Hochschule in Hannover mit dem Staatsexamen ab. Im Jahr 1966 wurde er promoviert und arbeitete in den darauffolgenden Jahren zunächst als Wissenschaftlicher Assistent und später als Oberassistent am Institut für Geflügelkrankheiten der Tierärztlichen Hochschule Hannover, wo er sich 1976 auch habilitierte. In Hannover wurde er zwei Jahre später zum Abteilungsvorsteher und Professor ernannt. Im Jahr 1982 folgte er dem Ruf an die JLU und war hier bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahre 2005 tätig. Prof. Kaleta war ein überaus geachteter Hochschullehrer und Wissenschaftler. Als Direktor des Instituts für Geflügelkrankheiten an der Universität Gießen baute er das Institut zur international renommierten Klinik für Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische am Fachbereich Veterinärmedizin aus. In seinem wissenschaftlichen Wirken beschäftigte sich der Veterinärmediziner mit der Diagnostik der Geflügelkrankheiten, insbesondere von virusbedingten Krankheiten und Seuchen. Seine Expertise und seine wissenschaftlichen Schwerpunkte waren auf nationaler ebenso wie auf internationaler Ebene sehr gefragt. Sein Engagement galt nicht zuletzt auch der Fort- und Weiterbildung der Tierärztinnen und -ärzte im Bereich der Geflügelmedizin. In Anerkennung seiner Verdienste und herausragenden Leistungen verlieh ihm die Veterinärmedizinische Fakultät der Universität Leipzig im Dezember 2009 die Ehrendoktorwürde.