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Neue Porzellankrebsart entdeckt

Die kleinen Bewohner von Riffen an der kolumbianischen Karibikküste sind Nahrungsquelle für verschiedene Meerestiere und könnten zudem als Bioindikatoren dienen

Nr. 196 • 7. Oktober 2019

porzellankrebs
Bislang unbekannt: Die Porzellankrebsart Petrolisthes virgilius, die an der kolumbianischen Karibikküste lebt. Foto: Alexandra Hiller
Sie leben vorwiegend in flachen Küstengewässern tropischer Meere und bilden ein wichtiges Element von Nahrungsketten: die nur fingerkuppengroßen Porzellankrebse. Bislang sind aus der Karibik und angrenzenden Meeresteilen etwa 50 Arten bekannt – eine weitere wurde nun durch Prof. Dr. Bernd Werding, Institut für Tierökologie und Spezielle Zoologie der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU), und Dr. Alexandra Hiller, Smithsonian Tropical Research Institute in Panama, entdeckt. Die Art Petrolisthes virgilius ist eine von 24 Porzellankrebsarten, die das Team bislang beschrieben hat, die Hälfte davon allein aus der Karibik.

Porzellankrebse dienen Fischen, großen Krebsen und Tintenfischen als Beute; ihre im Wasser schwimmenden Larven bilden ein Teil des Nahrungsspektrums planktonfressender Fische. Als Bewohner des oberen Küstenbereiches sind sie den Klimaveränderungen in besonderem Maße ausgesetzt, was sie zunehmend interessant als Bioindikatoren macht. Dies sind Organismen, mit denen sich Umweltfaktoren erkennen und erfassen lassen.

Die neue Petrolisthes-Art ist beispielhaft für die Gruppe der Porzellankrebse. Wie die meisten Arten lebt sie in einem eng begrenzten ökologischen Umfeld – in diesem Falle sehr seltenen Riffformationen, die aus den Gehäusen von aneinanderwachsenden Wurmschnecken gebildet werden. „Die Art ist nur von wenigen Punkten der kolumbianischen Küste bekannt und muss deshalb wie viele sehr spezialisierte Arten als gefährdet gelten“, so Werding. „Mit dem Verschwinden der ‚Schneckenriffe‘ etwa durch Baumaßnahmen im Uferbereich, durch Verschmutzung oder Erwärmung des Wassers, würde vermutlich auch der Porzellankrebs seiner Lebensgrundlage beraubt und aussterben.“

Gießener Biologen sind seit mehr als 50 Jahren in Kolumbien tätig, insbesondere in der Meeresforschung. Prof. Werding war maßgeblich am Aufbau des deutsch-kolumbianischen Exzellenzzentrums für Meereswissenschaften CEMarin (Center of Excellence in Marine Sciences) beteiligt, das der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) mit Mitteln des Auswärtigen Amtes seit dem Jahr 2009 fördert. Die Konsortialführung des CEMarin auf deutscher Seite liegt bei der JLU.

  • Publikation

Alexandra Hiller, Bernd Werding: A new species of Petrolisthes (Crustacea, Anomura, Porcellanidae) inhabiting vermetid formations (Mollusca, Gastropoda, Vermetidae) in the southern Caribbean Sea. ZooKeys 876: 143-151. DOI: 10.3897/zookeys.876.37244

  • Weitere Informationen

https://zookeys.pensoft.net/article/37244/element/8/23116/

  • Kontakt


Institut für Tierökologie und Spezielle Zoologie
Telefon: 0641 99-35647/-35701

Presse, Kommunikation und Marketing • Justus-Liebig-Universität Gießen • Telefon: 0641 99-12041

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