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EFI-Gutachten: Corona-Pandemie beeinträchtigt Innovationen

Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) legt Jahresgutachten vor – JLU-Professorin Irene Bertschek ist Mitglied der Kommission

Nr. 22 • 24. Februar 2021

efigutachten2021
Virtuelle Übergabe des Jahresgutachtens der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) an Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel. Prof. Dr. Irene Bertschek, Leiterin des Forschungsbereichs „Digitale Ökonomie“ am ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim und Professorin für Ökonomie der Digitalisierung an der JLU (2.v.l.), ist Mitglied der Kommission. Foto: David Ausserhofer
Wie hat sich die Corona-Pandemie auf Unternehmen und Wissenschaft ausgewirkt? Dies ist eine der Fragen, mit der sich die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) beschäftigt hat. Prof. Dr. Irene Bertschek, Leiterin des Forschungsbereichs „Digitale Ökonomie“ am ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim und Professorin für Ökonomie der Digitalisierung an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU), ist Mitglied der Kommission. In ihrem Jahresgutachten, das die EFI heute virtuell an Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel übergeben hat, weist die Expertenkommission unter anderem darauf hin, dass kleine wie größere Unternehmen gleichermaßen von pandemiebedingten Umsatzeinbußen betroffen seien. Dadurch stünden ihnen weniger finanzielle Mittel für Forschung und Innovation (F&I) zur Verfügung.

„Mit zunehmender Dauer der Pandemie können diese Entwicklungen im Unternehmens- und im Wissenschaftssektor zu einer längerfristigen Schwächung des deutschen F&I-Systems führen“, so Prof. Bertschek, die die Expertenkommission seit Mai 2019 in ihrem Spezialgebiet Digitale Ökonomie unterstützt. Sie forscht zu den Auswirkungen der Digitalisierung auf die Produktivität, das Innovationsverhalten und die Arbeitsorganisation in Unternehmen.

Die Auswertung einer ZEW-Konjunkturumfrage für die EFI vom September 2020 hat gezeigt, dass die Corona-Krise die Innovationsaktivität deutscher Unternehmen vor allem negativ beeinflusst: Laufende Innovationsprojekte wurden verzögert, bereits geplante Projekte nicht begonnen, neue Innovationsprojekte nicht geplant. Dies liegt laut EFI vor allem an der verringerten Verfügbarkeit finanzieller Mittel. Daneben sähen sich viele Unternehmen mit nachlassender Nachfrage nach innovativen Produkten und Diensten konfrontiert. Zudem sei der Zugriff auf für Innovationen relevante Daten bei mobilem Arbeiten oftmals nicht möglich und auch die unternehmenseigene digitale Infrastruktur und Ausstattung entspreche nicht den neuen Anforderungen unter Pandemie-Bedingungen.

„Es lassen sich aber auch positive Impulse auf die Innovationsaktivität feststellen“, sagt Bertschek. „So berichten etwa 26 Prozent der Unternehmen in der Informationswirtschaft und 28 Prozent der Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe, dass die Auswirkungen der Corona-Krise zu neuen Innovationsprojekten geführt haben.“

Die EFI leistet wissenschaftliche Politikberatung im Auftrag der Bundesregierung. Sie legt jährlich ein Gutachten zu Forschung, Innovation und technologischer Leistungsfähigkeit Deutschlands vor. Im Zusammenhang mit den Gutachten finden umfassende Analysen der Stärken und Schwächen des deutschen Innovationssystems im internationalen und zeitlichen Vergleich statt. Auf Basis neuester wissenschaftlicher Untersuchungen werden zudem die Perspektiven des Forschungs- und Innovationsstandortes Deutschland bewertet und Vorschläge für die nationale Forschungs- und Innovationspolitik erarbeitet.

  • Weitere Informationen

www.e-fi.de
www.uni-giessen.de/fb02/oekonomie-digitalisierung

  • Kontakt


Professur VWL IX: Ökonomie der Digitalisierung
Justus-Liebig-Universität Gießen

Presse, Kommunikation und Marketing • Justus-Liebig-Universität Gießen • Telefon: 0641 99-12041

abgelegt unter: Forschung