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Physik und Film: Realität und Fiktion

 
15. Auflage der beliebten Vorlesungsreihe „Physik im Blick“ – Auftakt am 18. Januar 2014

Nr. 02 • 03. Januar 2014

In vielen Science-Fiction-Filmen werden Entwicklungen und Erfindungen vorweggenommen, die auf physikalischen Phänomenen basieren. Oft werden diese zunächst fiktiven Erfindungen später Realität. Ein Beispiel ist der Raketenflug  zum Mond, der schon 1920 in Fritz Langs Kinofilm „Der Frau im Mond“ dargestellt und erst 1969 durch die Mission „Apollo 11“ der USA realisiert wurde. Im Bereich der Raumfahrt-Science-Fiction gibt es zahlreiche weitere Visionen: zum Beispiel die bemannte Reise zum Mars, die mittlerweile von den großen Raumfahrtagenturen ernsthaft als Mission geplant und vorbereitet wird.

Ziel der Vortragsreihe „Physik im Blick“ 2014 ist es, einerseits die Schülerinnen und Schüler für moderne physikalische Themen zu begeistern. Die Filme dienen dabei hauptsächlich als motivierender Ausgangspunkt. Andererseits sollen die Jugendlichen dazu ermutigt werden, Filme aus naturwissenschaftlicher Sicht kritisch zu hinterfragen. Sie sollen erkennen, dass sich schon mit einfachen Abschätzungen auf der Basis  der ihnen bekannten Schulphysik zeigen lässt, dass filmische Handlungen fiktiv sein müssen und nicht der Realität entsprechen.

An fünf Samstagen vom 18. Januar bis 15. Februar 2014 (jeweils von 10 bis 12 Uhr) findet zum 15. Mal in Folge an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) die Vortragsreihe „Physik im Blick“ statt. In diesem Jahr lautet das Thema „Physik und Film: Realität und Fiktion“. Die Vortragsreihe soll das Interesse von Schülerinnen und Schülern der Mittel- und Oberstufe aus Gießen und Umgebung für die Welt der Physik  wecken. Veranstaltungsort ist der Wilhelm-Hanle-Hörsaal der Physikalischen Institute, Heinrich-Buff-Ring 14. Bei der 15. Auflage von „Physik im Blick“ werden wieder Schüler und Schülerinnen sowie Lehrer und Lehrerinnen von 30 Schulen aus der Gießener Umgebung bzw. etwa 400 Personen pro Veranstaltungstermin erwartet.

Das erste Vortragsthema am 18. Januar 2014 lautet „Antimaterie zwischen Forschung und Fantasy“. Prof. Dr. Kai Brinkmann, II. Physikalisches Institut der JLU, wird das Vorkommen von Antimaterie in Filmen, aber auch in der beobachtbaren Welt beleuchten. Einige der Fragen rund um Antimaterie, ihre Eigenschaften und ihre Erzeugung können beantwortet werden, andere vielleicht überraschende Fragen werden aufgeworfen.

Bei dem zweiten Vortrag am 25. Januar 2014 geht es um „Raumschiffe, Raumstationen und dem Aufbruch zu neuen Planeten“. Dr. Saskia Kraft-Bermuth, Institut für Atom- und Molekülphysik der JLU,  gibt einen Überblick über die Darstellung von Raumfahrt im Film von den Anfängen in den 1920er Jahren bis heute und stellt diese „Science Fiction“ der Realität des 21. Jahrhunderts gegenüber.

In der Fernsehserie „MacGyver“ bringt der Hauptdarsteller Angus MacGyver immer wieder auf verblüffende Art die Naturwissenschaften zur praktischen Anwendung, um Probleme zu lösen oder sich aus heiklen Situationen zu retten.  Bei dem Vortrag am 1. Februar 2014 „MacGyver in Aktion – wie gut sind Taschenmesser, Klebeband und Büoklammern wirklich?“ zeigt Prof. Dr. Michael Dürr, Institut für Angewandte Physik der JLU, wie alle diese Anwendungen auf grundlegende Phänomene  wie Phasenübergänge (Frosterosion, Gasgesetze (Joule-Thomson-Effekt)) usw. zurückgehen und beleuchtet diese näher.

Der vierte Vortrag am 8. Februar 2014 „Armageddon: Hat die Erde eine Chance?“ von Prof. Dr. Bruno K. Meyer, I. Physikalisches Institut der JLU, beschäftigt sich mit dem US-amerikanischen Katastrophenfilm „Armageddon“ aus dem Jahr 1998. Mit Hilfe von Schulphysik soll untersucht werden, ob sich die Katastrophe wirklich vermeiden ließe.

Den letzten Vortrag „Nanotechnologie: Grenzen der Miniaturisierung“  wird Prof. Dr. Peter J. Klar, I. Physikalisches Institut der JLU,  am 15. Februar 2014 halten. In dieser Veranstaltung wird die Miniaturisierung in dem Film „Fantastic Voyage“ als Ausgangspunkt für die Diskussion der technologischen und physikalischen Grenzen der Miniaturisierung von Bauelementen genommen. Es wird an Beispielen diskutiert, ab welcher Größe Moore´s Gesetz aufgrund des Versagens des zugrundeliegenden physikalischen Konzepts seine Gültigkeit verliert, aber auch, wie heute – im Sinne eines Paradigmenwechsels – Effekte, die nur auf der Nanoskala auftreten, gezielt genutzt werden, um neue Bauelemente herzustellen.

  • Termine

Zeit: samstags, 18. Januar bis 15. Februar 2014, jeweils 10 bis 12 Uhr 
Ort: Wilhelm-Hanle-Hörsaal der Physikalischen Institute, Heinrich-Buff-Ring 14, 35392 Gießen

18. Januar 2014               
Antimaterie zwischen Forschung und Fantasy

Prof. Dr. Kai Brinkmann
II. Physikalisches Institut, Justus-Liebig-Universität

25. Januar 2014
Raumschiffe, Raumstationen und der Aufbruch zu neuen Planeten 

Dr. Saskia Kraft-Bermuth 
Institut für Atom- u. Molekülphysik, Justus-Liebig-Universität

01. Februar 2014
MacGyver in Aktion – wie gut sind Taschenmesser, Klebeband und Büroklammer

Prof. Dr. Michael Dürr
Institut für Angewandte Physik, Justus-Liebig-Universität

08. Februar 2014
Armageddon: Hat die Erde eine Chance?

Prof. Dr. Bruno K. Meyer    
I. Physikalisches Institut, Justus-Liebig-Universität
                                                                                                 

15. Februar 2014  

Nanotechnologie: Grenzen der Miniaturisierung    
Prof. Dr. Peter J. Klar 
I. Physikalisches Institut, Justus-Liebig-Universität                                       


  • Weitere Informationen

www.physik.uni-giessen.de/pib

  • Kontakt

Prof. Dr. Peter J. Klar 
I. Physikalisches Institut, Justus-Liebig-Universität                                       
Heinrich-Buff-Ring 16
35392 Gießen
Telefon: 0641 99-33190 / -33131
Fax: 0641 99-33139
     

Pressestelle der Justus-Liebig-Universität Gießen, Telefon 0641 99-12041