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Fliegen wird überbewertet

Vögel der Südhalbkugel unterscheiden sich grundlegend von der nördlichen Verwandtschaft – Team aus der JLU-Biologie wünscht sich stärkere Perspektive des Südens in der Wissenschaft

Nr. 103 • 30. Juni 2022

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Flugunfähig und für die Forschung etwas Besonderes: Kagu-Weibchen im Südpazifik. Foto: Jörn Theuerkauf

Flugunfähige Vögel – wie Pinguine, Strauße, Kakapos etc. – sind in freier Wildbahn fast nur auf der Südhalbkugel der Erde zu finden. 60 solcher Vogelarten gibt es, die entweder auf Inseln ohne große Säugetiere oder Reptilien leben oder die so groß sind, dass sie gegenüber anderen Tieren konkurrenzfähig sind. Bei manchen Arten wie etwa dem Kagu, einem etwa entengroßen Vogel in Neukaledonien im Südpazifik, geht mit der Flugunfähigkeit ein primatenähnliches Sozialsystem einher – mit Familienclans über mehrere Generationen, die durch starke soziale Bindungen aufrechterhalten werden

Der Hang zur Flugunfähigkeit und komplexere Sozialsysteme sind nicht alles, was südliche Vogelarten von ihren nördlichen Verwandten unterscheidet. Auch Eigenheiten bei der Färbung des Federkleides und beim Gesang sind für Biologinnen und Biologen der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) Grund genug für eine stärkere Perspektive des Südens in der Forschung. „Die südliche Hemisphäre unterscheidet sich in vielen Aspekten von der Nordhalbkugel. Die meisten ökologischen und evolutionären Forschungen werden jedoch im Norden durchgeführt, und ihre Schlussfolgerungen werden auf den gesamten Globus übertragen“, erklärt der Ornithologe Dr. Juan F. Masello (AG Verhaltensökologie und Ökophysiologie der JLU). „Das führt dazu, dass einzigartige Merkmale der Natur der Südhalbkugel leicht übersehen werden.“ Ein entsprechender Artikel des JLU-Teams wurde jetzt in der Fachzeitschrift „Trends in Ecology & Evolution“ veröffentlicht.

Die Hoffnung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler: Mehr Forschung in der südlichen Hemisphäre werde einen besseren globalen Ausblick auf Ökologie und Evolution ermöglichen. Bislang seien einzelne Studien stark auf die Nordhemisphäre ausgerichtet, während Vögel der Südhalbkugel aufschlussreiche ergänzende Modelle für die Ökologie und Evolutionsbiologie bieten würden.

Die Autorinnen und Autoren des Artikels listen eine Reihe von Belegen für die Besonderheiten der Vogelwelt im globalen Süden auf, darunter auch den Gesang der Weibchen, der eine andere Funktion hat als im Norden, oder auch die Gefiederpigmentierung: Während für die Färbung des Gefieders der nördlichen Arten von außen zugeführte Carotinoide verantwortlich sind, verwenden Vögel der Südhalbkugel ganz andere Pigmente. Dazu gehören Psittacofulvine, die vom Vogel selbst gebildet werden und die etwa beim Felsensittich mit der Körpermasse, der Körpergröße, der Körperkondition, der Größe des Geschlechtsornaments, der Geschlechtsdichromasie sowie der elterlichen Investition, dem Bruterfolg und dem Nestlingswachstum zusammenhängen.   

  • Publikation

Jörn Theuerkauf, Camila P. Villavicencio, Nicolas M. Adreani, Alfredo Attisano, Adrian Craig, Pietro B. D’Amelio, Roman Gula, Alan T.K. Lee, Lucía Mentesana, Petra Quillfeldt, Veronica Quirici, René Quispe, Rodrigo A. Vásquez, John C. Wingfield, Juan F. Masello: Austral birds offer insightful complementary models in ecology and evolution. Trends in Ecology & Evolution, 2022.
https://doi.org/10.1016/j.tree.2022.05.003.
 

  • Kontakt


Arbeitsgruppe für Verhaltensökoloie und Ökophysiologie der Tiere
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