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Akademischer Abend zu Zentralasien

 
Universität Gießen präsentiert am 7. Juni 2010 ihre Forschungsaktivitäten – Usbekistan im Fokus: historisch, kulturell, wirtschaftlich und kulinarisch

Nr. 113 • 1. Juni 2010

Zentralasien hat mit der Großen Seidenstraße die kulturelle, wirtschaftliche und politische Entwicklung Europas über Jahrtausende beeinflusst. An der Justus-Liebig-Universität Gießen hat die Region als Forschungsobjekt und Forschungspartner gleichermaßen Tradition: Die Berufung des Entdeckers und Universalgelehrten Robert Schlagintweit im Jahre 1864 kann als Beginn der Zentralasienforschung an der Gießener Universität gesehen werden. Auch heute ist die JLU durch Forschung und Hochschulentwicklung mit der Region verflochten. Mit einem Akademischen Abend am Montag, 7. Juni 2010, ab 18 Uhr, präsentiert die JLU aktuelle Projekte der Gießener Öffentlichkeit und zeigt die heutige Bedeutung Zentralasiens für Deutschland und Europa. Die Zentralasienforschung hat sich mittlerweile auch in andere Disziplinen ausgeweitet: Agrarökonomie, Bodenkunde, Politik, Turkologie und Geschichte gehören dazu.

In Zusammenarbeit mit der Botschaft Usbekistans wird sich die zentralasiatische Republik historisch, kulturell, wirtschaftlich und kulinarisch vorstellen. Dazu erwartet die Besucher ein Buffet mit ausgewählten usbekischen Speisen und eine Live-Performance der usbekischen Künstlergruppe Surxon. Als Ehrengäste werden der Botschafter der Republik Usbekistan Dilshod Akhatov, JLU-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee, Repräsentanten der Förderinstitutionen VolkswagenStiftung und Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD) sowie zahlreiche Forschungspartner und Stipendiaten aus Zentralasien teilnehmen.

Seit viertausend Jahren beeinflusst die zentralasiatische Region diskontinuierlich die kulturelle, wirtschaftliche und politische Entwicklung Europas, wobei der Seidenstraße als Verbindung zwischen Ostasien und Mittelmeer eine besondere Rolle zukam. Auf ihr gelangten Güter wie Porzellan, Papier, Schwarzpulver und natürlich Seide erstmalig nach Europa. Mit diesen Handelsbeziehungen verbreiteten sich auch Regionen, Kulturen und Ideen von Ost nach West und umgekehrt.

Wenngleich die Seidenstraße heute keine Bedeutung mehr hat, spielt die Region als Nachbar Europas eine geopolitisch wichtige Rolle. Abgesehen von Rohstoffvorkommen und anderen wirtschaftlichen Potentialen beeinflussen die Herausforderungen, vor denen die globalisierte Welt steht, auch das Verhältnis von Europa und Zentralasien. Aufgrund der Nachbarschaft mit Afghanistan, Pakistan, China und Iran gebietet sich eine Zusammenarbeit in den Bereichen Grenzschutz, Migration und Bekämpfung der organisierten Kriminalität und des internationalen Terrorismus sowie des Handels mit Menschen, Drogen und Waffen.

Zur Unterstützung des Transformationsprozesses der jungen Staaten konzentriert sich Deutschland auf den Ausbau des Bildungssystems, denn 40 Prozent der Menschen in Zentralasien sind jünger als 40 Jahre. Zu den wichtigsten Aktivitäten gehört die Gründung der Deutsch-Kasachischen Universität (DKU) und des Zentralasiatischen Instituts für Angewandte Geowissenschaften (CAIAG) sowie die Unterstützung der OSZE-Akademie. Weiterhin wurden in den letzten fünf Jahren über 4.500 Stipendien durch den DAAD vergeben.

  • Termin:

Montag, 7. Juni 2010, 18 Uhr
Aula im JLU-Hauptgebäude, Ludwigstraße 23, 35390 Gießen

  • Kontakt:

Dr. Matthias Höher
Zentrum für internationale Entwicklungs- und Umweltforschung (ZEU)
Senckenbergstraße 3, 35390 Gießen
Telefon: 641 99-12700

Herausgegeben von der Pressestelle der Universität Gießen, Telefon 0641 99-12041