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Gießener Theologe und Ostexperte fand im Vatikan die „Kazanskaja“

 
Prof. Dr. Adolf Hampel jetzt in Rom mit der Medaille „1000 Jahre Kazan“ für sein Engagement bei der Suche nach der berühmten Marien-Ikone ausgezeichnet

Nr. 144 • 23. Juni 2010


Mit der Medaille „1000 Jahre Kazan“ ausgezeichnet wurde kürzlich der Gießener Emeritus für Katholische Theologie Prof. Dr. Adolf Hampel in Rom. Prof. Hampel hatte sich auf Bitten des tatarischen Oberbürgermeisters von Kazan jahrelang intensiv an der Suche nach der berühmten Marien-Ikone von Kazan beteiligt und einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, dass die so genannte „Kazanskaja“, der von den Gläubigen Wunderkräfte zugeschrieben werden, nach jahrzehntelanger Irrfahrt zunächst in die USA dann nach Portugal und Rom, wieder nach Kazan zurückkehren konnte. In der Aula von Radio Vatican zeichnete die Bürgermeisterin von Kazan, Ludmilla Nikolajevna Andrejeva, jetzt einige der Personen, die zur Rückkehr der Ikone wesentlich beigetragen hatten, mit dieser Erinnerungsmedaille, die vom Präsidenten der Russischen Föderation gestiftet worden war, für ihre Verdienste aus. Zu den so Geehrten zählte auch Kardinal Walter Kasper, der die „Kazanskaja“ aus Anlass des Stadtjubiläums von Kazan, der Hauptstadt von Tatarstan, im Auftrag des Papstes nach einer feierlichen Verabschiedung im Petersdom vor fünf Jahren von Rom zunächst nach Moskau gebracht hatte. Von dort kehrte die Ikone schließlich nach über 80 Jahren wieder nach Kazan zurück.

Die Geschichte ist lang und kompliziert. Für Prof. Hampel begann sie bereits vor mehreren Jahren mit einem Besuch im Rahmen der Universitätspartnerschaft zwischen der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Universität Kazan beim damaligen Oberbürgermeister von Kazan, Tatarstan, Russische Föderation. Als dieser erfuhr, dass Prof. Hampel katholischer Theologe sei und auch gute Verbindungen zum Vatikan habe, bat er ihn um seine Mithilfe bei der Suche nach der Kazaner Marien-Ikone, der „Kazanskaja“, die für die orthodoxe Bevölkerung der multikonfessionellen Stadt und ganz Russlands von besonderer Bedeutung ist. Der Oberbürgermeister betrachtete es als seine Aufgabe, die seit Jahrzehnten verschwundene Ikone, die als „Staatsikone“ verehrt wird, ausfindig zu machen und wieder in ihre Heimat zurückzuführen. Gerüchte besagten, dass sich die Marien-Ikone in den Händen der römisch-katholischen Kirche, vermutlich sogar im Vatikan befinde. Doch der direkte Kontakt zu Rom war schwierig, da die Beziehungen zwischen römisch-katholischer und russisch-orthodoxer Kirche auch nach der Auflösung der Sowjetunion ausgesprochen angespannt blieben und für das tatarische Stadtoberhaupt diese Probleme kaum zu überwinden waren.

Zwei Film-Teams, ein tatarisches und ein deutsches, sollten die Suche nach der Ikone, die schon bald nach der Russischen Revolution 1917 verschwunden war, dokumentieren. Der Theologe und langjährige Ost-Experte Prof. Hampel erklärte sich gerne bereit, mit seinem Freund, dem Filmemacher Ulf von Mechow, und einem Film-Team aus Kazan, auf die Suche nach der „Kazanskaja“ zu gehen und die Verbindungen zum Vatikan herzustellen. Bald stellt sich heraus, dass der damalige Papst Johannes Paul II. die Ikone in seinem Besitz hatte und sie auch gerne persönlich nach Moskau bringen wollte. Doch dieser Plan ließ sich nicht realisieren, da der russisch-orthodoxe Patriarch Aleksej II. trotz mehrfacher Einladungen an den Papst von Seiten der russischen Spitzenpolitiker Gorbatschov, Jelzin und auch Putin sein Veto einlegte. Zwei Filme, einer des tatarischen Teams und der zweite von Ulf von Mechow unter Mitarbeit von Prof. Adolf Hampel, der dann im deutsch-französischen Kultursender „arte“ gezeigt wurde, dokumentieren ausführlich diese ungewöhnliche und schließlich dann doch noch erfolgreiche Suche nach der „Kazanskaja“.

  • Kontakt:

Prof. Dr. Adolf Hampel
Schloss, 35410 Hungen
Telefon: 06402-6739

Herausgegeben von der Pressestelle der Universität Gießen, Telefon: 0641 99-12041