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Jahresergebnis der Universität Gießen fällt geringer aus

 
Mittelkürzungen machen sich bemerkbar – Bilanz trotzdem noch zufriedenstellend – Sinkende Grundfinanzierung durch das Land bei erfolgreicher Einwerbung von Forschungsprojektmitteln

 

Nr. 159 • 11. Juli 2012

Die Mittelkürzungen des Landes haben sich 2011 erstmals auf die Bilanz der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) ausgewirkt. Das Jahresergebnis fiel mit 2,4 Millionen Euro zwar noch zufriedenstellend aus, liegt aber um fünf Millionen Euro unter dem Ergebnis vom Vorjahr (7,4 Millionen Euro). Zu diesem positiven Ergebnis haben nicht zuletzt gemeinschaftliche Sparanstrengungen aller universitären Einrichtungen beigetragen. Bei einem Gesamtbudget von 336,5 Millionen Euro, 7,4 Millionen mehr als 2010, entfielen 217,9 Millionen Euro (65 Prozent) auf die Grundfinanzierung des Landes und 67,3 Millionen Euro (20 Prozent) auf Forschungsprojektfinanzierungen (Drittmittel und Mittel aus dem Landesförderprogramm LOEWE). Im Vorjahr betrug der Anteil der Grundfinanzierung noch 67 Prozent (219,3 Millionen Euro), der Anteil der Forschungsprojektfinanzierungen des Landes 19 Prozent (61,8 Millionen Euro).

Fazit: Der rückläufigen Grundfinanzierung durch das Land steht die erfolgreiche Einwerbung von Forschungsprojektmitteln gegenüber. „Wir sehen mit Sorge, dass der Anteil der Grundfinanzierung gegenüber der Forschungsprojektfinanzierung deutlich absinkt“, sagte JLU-Kanzler Dr. Michael Breitbach bei der Vorstellung des Jahresabschlusses. Aufgrund ihrer Erfahrungen unterstützt die Universität Gießen nachhaltig die von den großen Wissenschaftsorganisationen wie dem Wissenschaftsrat und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) angestoßene Diskussion, die Grundfinanzierung der Hochschulen zu stärken. Nur auf diese Weise kann ein nachhaltiges Wachstum gesichert werden.

Bei den Sonder- und Projektmitteln des Landes (wie Emeritenbezüge, QSL-Mittel, Mittel aus dem Hochschulpakt 2020 sowie dem Innovations- und Strukturentwicklungsbudget) konnte mit 31,9 Millionen Euro (10 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr (28,6 Millionen Euro /  8 Prozent) eine Steigerung um 3,3 Millionen Euro erreicht werden. Die eigenen Erträge zeigten sich sehr stabil und beliefen sich wie im Vorjahr auf 19,4 Millionen Euro (6 Prozent).

Während sich die Abschlussrechnungen zahlreicher Drittmittelprojekte positiv auf das Jahresergebnis auswirkten, wurde die Bilanz durch eine Rückstellung für Personalaufwand erheblich belastet. Da eine Vergütung nach Lebensalter, wie sie im bis 2009 geltenden Bundesangestellten-Tarifvertrag (BAT) vorgesehen war, laut einer Gerichtsentscheidung nicht mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz vereinbar ist, musste die JLU kurzfristig eine Rückstellung für das Geschäftsjahr 2011 bilden – und zwar in Höhe des an die Beschäftigten zu leistenden Nachzahlungsbetrages. Die Auszahlung an die Beschäftigten erfolgte vor wenigen Wochen. Die JLU erwartet einen Ausgleich dieser Sonderbelastung durch das Land Hessen.

Es ist absehbar, dass die Universität wegen der sinkenden Grundfinanzierung bald an die Grenzen ihres wissenschaftlichen Wachstums stoßen wird: Die unvermeidlichen Kostensteigerungen bei Betriebskosten, Instandhaltung und Tarifen setzen die Arbeit in Forschung und Lehre immer mehr unter Druck. Der Wertverlust aufgrund nicht gewährter Tarifsteigerungsmittel betrug im Geschäftsjahr 2011 insgesamt 2,3 Millionen Euro, das entspricht einem Verlust von 37 Stellen der Tarifgruppe E 13. Da für inflationsbedingte und unausweichliche Kostensteigerungen, insbesondere für Energie, ebenfalls kein Ausgleich erfolgt, verschärft sich die Situation zusätzlich.

Im Interesse des Erhalts der Wettbewerbsfähigkeit ist die Universität auf eine nachhaltige, berechenbare, insbesondere die Tarifsteigerungsbedarfe berücksichtigende Finanzzuweisung angewiesen – dies umso mehr, als der Zuwachs an Studierenden in den kommenden Jahren anhalten und sich auf einem hohen Niveau einpendeln wird.

Das positive Jahresergebnis ist der sogenannten Gewinnrücklage zugeführt worden, die sich damit von 37,2 Millionen Euro auf 39,6 Millionen Euro erhöht. Die JLU hat, wie die Entwicklung der freien Rücklagen zeigt, ihre Strategiefähigkeit im Wesentlichen halten können. Die Universität ist auf diese Rücklagen zwingend angewiesen, um ihre Strategiefähigkeit soweit irgend möglich aufrecht zu erhalten und eventuelle Anpassungsprozesse im Rahmen der Risikovorsorge verkraften zu können. Rücklagen können freilich nicht zur Finanzierung von Daueraufgaben herangezogen werden, zum Beispiel für den Ausgleich für Tarifsteigerungen oder sonstige inflationsbedingte Kostensteigerungen; dies wird im Übrigen auch durch das hessische Haushaltsgesetz ausgeschlossen.

Der Jahresabschluss wurde bereits vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst genehmigt.

 

 

Pressestelle der Justus-Liebig-Universität Gießen, Telefon 0641 99-12041