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Online-Studien zur Entwicklung von Kleinkindern

Abteilung für Entwicklungspsychologie der Universität Gießen lädt Eltern und Kinder zur Teilnahme ein – Zusammenschluss in der Internetplattform „Kinder schaffen Wissen“

Nr. 189 • 3. Dezember 2020

Die Teilnahme an einer Studie ist für Eltern mit ihren Kindern von zu Hause aus unkompliziert möglich. Foto: Robin Dillmann
Die Corona-Pandemie und die damit verbundene räumliche Distanzierung verändern nicht nur das alltägliche Leben, sondern auch die Forschungsbedingungen. Dies gilt beispielsweise für Studien, die sich zum Ziel gesetzt haben, das menschliche Verhalten und Erleben zu verstehen. So ist auch die Abteilung für Entwicklungspsychologie der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) in ihren Forschungsaktivitäten durch die Corona-Pandemie beeinflusst. Diese Abteilung beschäftigt sich mit der Entwicklung der Wahrnehmung, des Denkens und des Handelns von Kindern. Anhand spielerischer Aufgaben erforscht das Team von Prof. Dr. Gudrun Schwarzer diese Bereiche der kindlichen Entwicklung.

Zahlreiche Eltern haben mit ihrem Nachwuchs dazu bereits an vielfältigen Studien vor Ort teilgenommen. Da es aufgrund der Pandemie zurzeit jedoch nur eingeschränkt möglich ist, Studien in Präsenz an der Universität durchzuführen, bieten die Psychologinnen und Psychologen nun zusätzlich Online-Studien an, an denen Eltern mit ihren Kindern von zu Hause aus teilnehmen können. Im Fokus stehen zurzeit ganz unterschiedliche Fragestellungen: Das breite Spektrum reicht von den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf Säuglinge und Kleinkinder bis hin zur motorischen Entwicklung bei Kindern mit Fußfehlstellungen oder Untersuchungen zur Rolle von Sprache und Gesichtsethnie für soziale Interaktionen in der frühen Kindheit.  

Um diese Studien online durchführen zu können, hat sich die JLU-Abteilung für Entwicklungspsychologie mit anderen entwicklungspsychologischen Forschungsgruppen von Hochschulen und anderen Einrichtungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu der Internetplattform „Kinder schaffen Wissen“  (www.kinderschaffenwissen.de) zusammengeschlossen. Mit dieser Plattform soll das digitales Angebot von Online-Studien gebündelt und der Öffentlichkeit leicht zugänglich gemacht werden. Obwohl jede Forschungsgruppe ihre eigenen Schwerpunkte in der Erforschung kindlicher Entwicklung setzt, verfolgen alle Beteiligten ein gemeinsames Ziel: Mit Hilfe kindgerechter Studien wollen die Forscherinnen und Forscher verstehen, wie Kinder, Jugendliche und Erwachsene die Welt wahrnehmen, wie sie denken und lernen. Im Rahmen der Online-Studien können Eltern und Kinder bequem und sicher von zu Hause aus ein Teil dieser Forschung sein.

Auf www.kinderschaffenwissen.de können sich Eltern auch gezielt über das Online-Studienangebot der Abteilung für Entwicklungspsychologie der JLU informieren und passende Studien aussuchen. Diese richten sich an unterschiedliche Zielgruppen und variieren in Dauer, Aufgaben und Aufbau. An einigen Studien kann man direkt teilnehmen, für andere wird zunächst ein Termin für eine Online-Konferenz vereinbart.

Das Gießener Team untersucht beispielsweise in einer aktuellen Fragebogenstudie („CoKie“), wie sich die Covid-19-Pandemie auf die frühkindliche Entwicklung sowie auf das elterliche Wohlbefinden auswirkt. In einer weiteren Fragebogenstudie („Klumpfuß: Besondere Füße“) wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die motorische und sprachliche Entwicklung von Kindern mit angeborenem Klumpfuß erforschen. Diese angeborene Fußfehlstellung tritt in etwa bei einem von 1.000 Neugeborenen auf und wird in den ersten Monaten durch das Tragen von Gipsen und Schienen behandelt.

Darüber hinaus untersuchen die Psychologinnen und Psychologen zurzeit im Rahmen der Online-Studie „BabyFaceSpeech“, inwieweit die Vertrautheit der Sprache und die Ethnie des Gegenübers die soziale Interaktion von Säuglingen und Kleinkindern beeinflussen. Zu diesem Zweck zeigen sie den teilnehmenden Kindern an einem Online-Termin Videos, in denen europäische, afrikanische oder asiatische Frauen in vertrauter oder unbekannter Sprache zu ihnen sprechen und anschließend in eine bestimmte Richtung blicken. Dabei wird erfasst, ob die Kinder dem Blick der jeweiligen Sprecherin mit den Augen folgen.

Interessierte Eltern sind herzlich eingeladen, sich über die Plattform „Kinder schaffen Wissen“ an den Studien zu beteiligen. Bei Rückfragen können sie sich an
Dr. Julia Dillmann wenden ().


  • Weitere Informationen

www.kinderschaffenwissen.de

  • Kontakt


Fachbereich 06 – Psychologie und Sportwissenschaft
Abteilung für Entwicklungspsychologie der Justus-Liebig-Universität Gießen


Otto-Behaghel-Straße 10 F; 35394 Gießen
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Forschung