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„Krise in der Ökonomik?“

 
Der Bonner Ökonom Prof. Dr. Carl Christian von Weizsäcker beendet am 1. Februar 2010 die Ringvorlesung des Präsidenten

Nr. 19  • 29. Januar 2010

Der Ökonomie wird anlässlich der Wirtschaftskrise der Vorwurf gemacht, zu versagen. Zugleich mehren sich die Befunde in der Hirnforschung und der Psychologie, dass die „Anthropologie“ der traditionellen Ökonomie nicht der Wirklichkeit entspricht. Unter dem Titel „Krise in der Ökonomik? Zum Verhältnis von Ökonomik, Hirnforschung und Psychologie“ stellt der Bonner Ökonom Carl Christian von Weizsäcker am 1. Februar 2010 die Wirtschaftswissenschaft in das Zentrum seines Vortrags, der die Ringvorlesung des Präsidenten somit beschließt.

Im Rahmen der interdisziplinären Reihe wurde die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise bisher auf ihre möglichen Ursachen hin untersucht. Zuletzt rückt nun auch die Ökonomik selbst beziehungsweise das in ihr vorherrschende Bild des rationalen „homo oeconomicus“ in den Blickpunkt. Von Weizsäcker wird in seinem Vortrag die Rolle der Ökonomie darlegen: Ratgeberin der Wirtschaftspolitik in einer Weltgesellschaft, die angesichts ihrer Komplexität nicht zentral gesteuert werden kann. In einer solchen Gesellschaft sind Krisen unvermeidbar, ist die Zukunft nicht voraussagbar.

Carl Christian von Weizsäcker war vor seiner Emeritierung Professor für Volkswirtschaftslehre und Direktor des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln. Seitdem ist er Senior Research Fellow am Max-PIanck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern in Bonn.

Insgesamt sechs international renommierte Fachleute aus den Wirtschaftswissenschaften, der Psychologie und der Philosophie setzten sich in ihren Vorträgen bis Februar 2010 mit den großen Fragen auseinandersetzen, die durch die Krise aufgeworfen wurden: Vom Mechanismus der Krise über die Wirtschaftsgeschichte bis zur Neuordnung des Finanzsystems, von den ethischen Fragen bis zu den Grundlagenfragen der Ökonomie werden sie die wichtigsten Aspekte der Krise beleuchten.

Die Ringvorlesungen des Präsidenten wenden sich gleichermaßen an ein universitäres Publikum und an die Öffentlichkeit in Stadt und Region. Die Vorlesungsreihe „Ökonomie der Krise. Krise der Ökonomie?“ wird in diesem Semester in Kooperation mit Prof. Dr. Max Albert, Professor für Verhaltens- und Institutionenökonomik der Justus-Liebig-Universität, durchgeführt.

Mit der aktuellen Ringvorlesung wird das erfolgreiche Format fortgesetzt, das in den letzten Jahren mit der zweisemestrigen Vorlesungsreihe zum „Globalen Wandel“ sowie der Reihe „Die Zukunft des Gehirns“ großen Zuspruch fand.

  • Termin:

Alle Vorträge finden in der Aula der Justus-Liebig-Universität Gießen statt (Ludwigstraße 23, 35390 Gießen). Beginn ist jeweils 19 Uhr c.t. Der Eintritt ist frei.

  • Weitere Informationen:

www.uni-giessen.de/cms/ringvorlesung-krise (Veranstaltungsflyer)

  • Kontakt:

Prof. Dr. Katja Becker, JLU-Vizepräsidentin
Ludwigstraße 23, 35390 Gießen
Telefon: 0641 99-12020, Fax: 0641 99-12029

Prof. Dr. Max Albert, Professur für Verhaltens- und Institutionenökonomik
Licher Straße 66, 35394 Giessen
Telefon: 0641 99-22200

Andreas Schulte M.A., Dipl.-Journ., Stabsabteilung Forschung 
Telefon: 0641 99-12100, Fax: 0641 99-12109


Herausgegeben von der Pressestelle der Universität Gießen, Telefon 0641 99-12041