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Neue Adresse für die Gießener Lungenforschung

Center for Infection and Genomics of the Lung (CIGL) nach drei Jahren Bauzeit in Betrieb genommen – Sichtbarer Mittelpunkt des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL)

Nr. 196 • 14. Dezember 2020

Das Center for Infection and Genomics of the Lung (CIGL) am Aulweg. Foto: JLU/Katrina Friese
Die Lungenforschung der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) wird am Campusbereich Seltersberg/Medizin immer sichtbarer: Nach drei Jahren Bauzeit ziehen in diesen Tagen acht Professuren und Forschergruppen der Lungen- und Infektionsforschung – zum Teil mit ihrer gesamten Forschungsfläche, zum Teil mit anteiligen Flächen - mit insgesamt über 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei vollem Betrieb in den neuen Forschungsbau Center for Infection and Genomics of the Lung (CIGL) am Aulweg ein. Das Gebäude wird darüber hinaus die neue Adresse des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL), das seinen Sitz in Gießen hat.

Beim CIGL handelt es sich um ein vom Wissenschaftsrat empfohlenes und von der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) beschlossenes Forschungsgebäude. Die Baukosten des zweistöckigen sandfarbenen Neubaus in direkter Nachbarschaft des Biomedizinischen Forschungszentrum Seltersberg (BFS) betrugen ca. 20 Millionen Euro, die vom Bund und vom Land Hessen getragen werden. Hinzu kommen Gerätekosten von rund 6,4 Millionen Euro. Mit diesen Mitteln wurde unter anderem die mit einem Robotersystem ausgestattete zentrale Biobank des Deutschen Zentrums für Lungenforschung und eine hochmoderne Einheit zur Genomsequenzierung errichtet.  

Wissenschaftsministerin Angela Dorn sagte dazu: „An der Justus-Liebig-Universität bestehen seit Jahren sowohl in der Lungen- als auch in der Infektionsforschung national und international angesehene Forschungskonsortien von großer wissenschaftlicher Bedeutung. Mit einer Millionenförderung für den Forschungsneubau CIGL treibt das Land Hessen mit der Unterstützung des Bundes die Entwicklung Gießens zu einem der führenden Gesundheitsstandorte in Deutschland voran. Hier nimmt man sich wichtiger Zukunftsfragen für den Bereich Gesundheit an, die aktueller nicht sein können. Ich wünsche den Forscherinnen und Forschern weiterhin viel Erfolg im neuen Gebäude!“

„Die Justus-Liebig-Universität wächst um ein weiteres Gebäude: Mit dem Bezug des CIGL erhalten die Gießener Lungenforscherinnen und -forscher eine hochmoderne Wirkungsstätte, die als neuer Sitz des DZL zugleich weit über Hessen hinausstrahlt. Beim Spatenstich vor rund drei Jahren hätte sicherlich niemand gedacht, dass wir uns 2020 mit nie dagewesener Dringlichkeit mit einer Lungenkrankheit pandemischen Ausmaßes befassen würden. Nicht zuletzt deswegen sind die rund 15,3 Millionen Euro des Landes für Bau und Ausstattung bestens investiert“, sagte Hessens Finanzminister Michael Boddenberg.

„Der Einzug in das CIGL fällt zufällig in eine Zeit, in der sowohl die Lungen- als auch die Infektionsforschung hochaktuell sind“, sagt JLU-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee. „Die COVID-19-Pandemie zeigt uns einmal mehr überdeutlich, wie wichtig der Kampf gegen infektiöse Lungenerkrankungen ist. Dass unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch vor diesem Hintergrund mit dem CIGL einen angemessenen neuen Standort bekommen, freut mich sehr.“

Thomas Platte, Direktor des Landesbetriebs Bau und Immobilien Hessen (LBIH), erläuterte: „Planung, Bau und Inbetriebnahme des neuen Forschungsbaus waren durchaus anspruchsvoll. Das machte eine intensive Zusammenarbeit von Planern, Universität und LBIH nötig –  gerade bei der Technischen Gebäudeausrüstung, die besonders komplex ist. Entstanden ist ein Gebäude, das sich wie ein Pavillon im Park stimmig in die vorhandene Topografie einfügt. Gegenüber dem Biomedizinischen Forschungszentrum Seltersberg besetzt der Neubau städtebaulich die Schnittstelle zum Exzellenzcluster Cardio-Pulmonales System. Er rundet mit seinem Vorplatz die Wegeverbindung vom Universitätsklinikum vorbei am Medizinischen Forschungszentrum zum Campusbereich Seltersberg ab.“

Prof. Dr. Werner Seeger, Sprecher des DZL, hebt hervor, dass dieses Gebäude jetzt auch sichtbarer Mittelpunkt des auf Lungenerkrankungen ausgerichteten bundesweiten Gesundheitszentrums ist. Prof. Dr. Friedrich Grimminger, Leiter des „Universities of Giessen and Marburg Lung Center“ (UGMLC), sieht zudem einen weiteren Beleg dafür, dass die Gießener Lungenforschung nicht nur eine internationale Spitzenposition errungen hat, sondern vor dem Hintergrund der weltweiten Bedeutung von Krankheiten wie COVID-19, Lungenkrebs und chronischem Lungenversagen die wichtigste Phase ihrer Entwicklung noch vor sich habe. Dieses seien auch zentrale Zukunftsthemen des in Gießen und Frankfurt ansässigen Exzellenzclusters Cardio-PuImonary Institute (CPI).

Lungenkrankheiten gehörten auch vor der Pandemie schon zu den weltweit häufigsten Todesursachen – unter den 10 häufigsten weltweit zum Tode führenden Krankheiten betreffen fünf die Lunge. „Wir erforschen in Gießen, was eine gesunde Lunge gegenüber Infektionen widerstandsfähig macht, und welche neuen Therapieansätze genutzt werden können, um diese Widerstandsfähigkeit zu stützen oder wiederherzustellen“ erklärt Prof. Dr. Susanne Herold, Leiterin der Klinischen Forschergruppe „Virus-induziertes Lungenversagen“, die ebenfalls in das neue Gebäude einzieht. Prof. Dr. Norbert Weißmann, Sprecher des Sonderforschungsbereiches „Pulmonale Hypertonie und Cor pulmonale“, der ebenfalls in dem neuen Gebäude vertreten sein wird, betont: „Nur durch enge Verzahnung von Grundlagenforschung und klinischer Forschung, welche an diesem neuen Gebäude exemplarisch deutlich wird, entsteht translationaler Fortschritt, also die Nutzung neuester Forschungserkenntnisse für verbesserte Diagnostik und Therapie von Patienten“.

Das CIGL in Stichworten:

Bauherr: Land Hessen, vertreten durch das Hessische Ministerium
der Finanzen, vertreten durch den Landesbetrieb Bau und
Immobilien Hessen, in Abstimmung mit dem Hessischen
Ministerium für Wissenschaft und Kunst
Planung/Bauleitung: hks Architekten, Erfurt
Nutzfläche, gesamt: 1.786 m2
Brutto-Grundfläche: 4.035 m2
Baukosten: 20.287.000 Euro (zzgl. Gerätekosten: 6.427.000 Euro)
Baubeginn: Dezember 2017
Bauübergabe: November 2020


  • Kontakt

, Exzellenzcluster Cardio-Pulmonary Insitute (CPI)

, Deutsches Zentrum für Lungenforschung (DZL)

Presse, Kommunikation und Marketing • Justus-Liebig-Universität Gießen • Telefon: 0641 99-12041

Schlagwörter
Forschung