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Institut für Islamische Studien an den Universitäten Marburg und Gießen

 
Auch ohne Förderung durch das Bundesministerium für Forschung und Bildung starten Unis die Etablierung eines bekenntnisorientierten Religionsunterrichts

Gemeinsame Presseerklärung der
Philipps-Universität Marburg und der Justus-Liebig-Universität Gießen 

 

Die Philipps-Universität Marburg und die Justus-Liebig-Universität Gießen beteiligten sich im Einklang mit dem Zentrenkonzept des Landes Hessen am Wettbewerb des Bundes um die drei bis vier zu gründenden Zentren für islamische Studien. Ziel ist es – basierend auf den Empfehlungen des Wissenschaftsrats – eine ausdifferenzierte islamische Theologie auf Augenhöhe mit den christlichen Theologien an Hochschulen und einen bekenntnisorientierten Religionsunterricht gemäß Artikel 7 Absatz 3 GG an den Schulen in Deutschland zu etablieren. Der Antrag zielte auf ein Institut für Islamische Studien mit sechs Professuren, das Bund und Land gemeinsam finanzieren sollten. In der ersten Antragsrunde war der hessische Antrag beim Bundesministerium für Forschung und Bildung nicht erfolgreich. „Trotz anfänglicher Enttäuschung wollen wir unser überzeugendes Konzept mit Hilfe des Landes zielgerichtet umsetzen“, sagte Marburger Uni-Präsidentin Professorin Dr. Katharina Krause. Die beiden Universitäten böten beste Voraussetzungen dafür, dass die in anderen Bundesländern gesetzten Standards nicht unterschritten würden.
Der Gießener Universitätspräsident Professor Dr. Joybrato Mukherjee verwies auf die Möglichkeit, den Antrag in der zweiten Runde erneut einzureichen: „Wir sind zuversichtlich, dass wir nach erfolgreichen Zwischenschritten beim nächsten Mal punkten. Die Universitäten Marburg und Gießen bieten ein hessenweit einzigartiges wissenschaftliches Portfolio im Hinblick auf die Kulturräume, aus denen die große Mehrheit der Migranten muslimischen Glaubens stammt.“
Für die Ausbildung von islamischen Religionslehrerinnen und -lehrern sind die beiden Hochschulen prädestiniert. Das Centrum für Nah- und Mitteloststudien, die große Tradition der evangelischen Theologie und der Religionswissenschaft an der Philipps-Universität Marburg sowie die umfassende Kompetenz in der Lehrerausbildung in allen Lehrämtern und das Zentrum Östliches Europa an der Justus-Liebig-Universität Gießen bieten die nötigen Bezugsfächer in heraus¬ragender Vielfalt und pädagogische Konzepte für den Aufbau der Islamischen Studien sowie des Religionsunterrichts an.
Das Projekt ist langfristig angelegt und sieht eine schrittweise Umsetzung an einem institutionell eigenständigen Institut für Islamische Studien an der Philipps-Universität vor. Eine Einbettung in die bestehenden Strukturen hinsichtlich Studien¬gänge, Graduierten¬ausbildung und Forschung an beiden Universitäten dient der wissenschaftlichen Integration des neuen Fachgebiets auf allen Ebenen und einer nachhaltigen interdisziplinären Ausbildung islamischer Theologen. Begonnen wird unter Gießener Federführung mit einer Ausbildung für das Lehramt an Grundschulen sowie mit umfassen¬den Fortbildungen bereits tätiger muslimischer Lehrkräfte an beiden Standorten.
Die hessische Landesregierung hatte sich bereits im Vorfeld der Konzepterarbeitung für einen Antrag der beiden mittelhessischen Universitäten ausgesprochen und die erforderliche Zusage einer langfristigen Finanzierung gegeben. Der „Runde Tisch“ des Kultus¬ministeriums befasst sich mit den Fragen der Einführung eines islamischen Religionsunterrichts in der Funktion eines Gremiums für Beratung und Genehmigung der Studiengänge und Berufungen. Zusätzlich werden die Hochschulleitungen und das Zentrum für islamische Studien von einem wissenschaftlichen Beirat unterstützt.

  • Weitere Informationen:

Ansprechpartner: Prof. Dr. Albrecht Fuess
Centrum für Nah- und Mitteloststudien
Philipps-Universität Marburg
Tel.: 06421-28-21302 


Centrum für Nah- und Mitteloststudien im Internet:
http://www.uni-marburg.de/cnms

Prof. Dr. Monika Wingender
Geschäftsführende Direktorin des Gießener Zentrums Östliches Europa (GiZo)
Telefon: 0641 99-31166

Gießener Zentrums Östliches Europa im Internet:
http://www.uni-giessen.de/cms/fbz/zentren/gizo