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Gießener Physikerin mit Turcotte Award ausgezeichnet

 
Dr. Sabine Lennartz bekommt für ihre Dissertation bedeutenden us-amerikanischen Preis der American Geophysical Union

Nr. 309 • 15. Dezember 2010


Welchen Teil der Klimaerwärmung kann man dem Menschen zuschreiben? Warum treten große Erdbeben gehäuft auf? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Physikerin Dr. Sabine Lennartz, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Theoretische Physik der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU). Für ihre Doktorarbeit ist sie nun mit dem renommierten Donald L. Turcotte Award ausgezeichnet worden. Der Preis wird jährlich von der Nonlinear Geophysics Focus Group der American Geophysical Union (AGU) vergeben und wird am heutigen Mittwoch, 15. Dezember 2010, auf dem Fall Meeting der AGU in San Francisco überreicht. Mit dem Turcotte Award werden herausragende Promotionsarbeiten ausgezeichnet, die wesentlich zur Forschung im Gebiet der Theoretischen Geophysik beigetragen haben. Er ist mit 200 US-Dollar dotiert.

Die Dissertation, die Dr. Lennartz unter Anleitung von Prof. Dr. Armin Bunde am Institut für Theoretische Physik durchgeführt hat, trägt den Titel „Korrelations- und Trendanalyse in kurzen Zeitreihen: Anwendungen in Klimatologie und Seismologie“ und besteht aus drei Teilen. Im ersten Teil hat sich Dr. Lennartz mit der globalen Klimaerwärmung beschäftigt. Sie untersuchte, welcher Anteil an der gemessenen Erwärmung der letzten 50 und 100 Jahre dem Menschen zuzuschreiben ist, und welcher Anteil noch natürlichen Ursprungs sein kann. Da die Temperaturen eine natürliche Persistenz aufweisen, das heißt auf warme Tage folgen bevorzugt warme Tage und auf kalte Tage bevorzugt kalte – das gleiche gilt auch für Monate, Jahre und Dekaden –, bestimmte sie anhand von Computersimulationen, welche Temperaturanstiege noch natürlich möglich sind. Der Vergleich mit den realen Temperaturen hat das überraschende Ergebnis hervorgebracht, dass die globale Erwärmung der letzten 100 Jahre mit höherer Wahrscheinlichkeit nicht mehr natürlich ist als die etwas stärkere Erwärmung in den letzten 50 Jahren.

Im zweiten Teil der Dissertation untersuchte sie unter anderem regionale Erdbebenkataloge und konnte zeigen, dass auch diese ein zeitliches Gedächtnis haben und große Erdbeben daher gehäuft auftreten. Dieses Ergebnis ist bedeutsam für das grundlegende Verständnis von Erdbeben und mündete in einem neuen Erdbeben-Modell.

Der dritte Teil ihrer Arbeit ist mathematischer Natur. Dr. Lennartz hat darin eine Formel herleiten können, die angibt, wie eine bekannte Analysemethode für Persistenz von der Länge des untersuchten Datensatzes abhängt. Daraus abgeleitet konnte sie eine Korrektur der Analysemethode angeben, die diesen Effekt eliminiert, und so die Methode unabhängig von der Datensatzlänge macht.

Dr. Sabine Lennartz, Jahrgang 1980, studierte in Köln Physik und begann 2006 ihr Promotionsstudium in der Theoretischen Physik bei Prof. Dr. Armin Bunde in Gießen. 2008 erhielt sie den Outstanding Student Paper Award der Nonlinear Geophysics Focus Group auf dem  Fall Meeting der American Geophysical Union (AGU). 2009 wurde sie promoviert. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Theoretische Physik der JLU und forscht auf dem Gebiet der interdisziplinären Zeitreihenanalyse.

  • Kontakt:

Dr. Sabine Lennartz
Institut fürTheoretische Physik
Heinrich-Buff-Ring 16, 35392 Gießen
Telefon: 0641 99-33361

Herausgegeben von der Pressestelle der Universität Gießen, Telefon 0641 99-12041

Dr. Sabine Lennartz.
Dr. Sabine Lennartz. Foto: privat