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Prof. Angelika Neuwirth erhält den Erwin-Stein-Preis 2017

Feierliche Preisverleihung im Beisein des Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier im Senatsaal der Universität Gießen

Nr. 37 • 10. März 2017

 

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Die renommierte Arabistin und Islamwissenschaftlerin Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Angelika Neuwirth, Freie Universität Berlin, wird von der Erwin-Stein-Stiftung für ihr akademisches Lebenswerk ausgezeichnet. Foto: Rolf K. Wegst
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Angelika Neuwirth, Freie Universität Berlin, erhält den Erwin-Stein-Preis 2017. Die renommierte Arabistin und Islamwissenschaftlerin wird von der Erwin-Stein-Stiftung für ihr akademisches Lebenswerk ausgezeichnet. Der Erwin-Stein-Preis 2017 wird ihr am  14. März 2017 im feierlichen Rahmen im Senatssaal der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) überreicht. Der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier wird den Eröffnungsvortrag halten; Prof. Dr. Mouhanad Khorchide, Leiter des Zentrums für Islamische Theologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, wird die Laudatio halten.

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Der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier hielt den Eröffnungsvortrag bei der Verleihung des Erwin-Stein-Preises 2017. Foto: Rolf K. Wegst
Der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier wird in seinem Eröffnungsvortrag die herausragenden Leistungen von Prof. Neuwirth hervorheben und zugleich an Erwin Stein erinnern: „Die diesjährige Auszeichnung erhalten Sie, werte Frau Prof. Dr. Angelika Neuwirth, für Ihr herausragendes akademisches Wirken. Es ist nicht nur von grundlegender wissenschaftlicher und geistesgeschichtlicher Bedeutung, sondern auch gesellschaftspolitisch hochaktuell. Mit Ihrer Arbeit leisten Sie einen wichtigen Beitrag zu mehr gegenseitigem Verständnis, eine der Grundvoraussetzungen für einen friedlichen Dialog der Religionen. Der Gedanke der Verständigung nicht nur im Bereich der Religion, aber immer auf der Basis von Toleranz und gegenseitigem Respekt, lag auch dem großen Hessen und Demokraten Erwin Stein sehr am Herzen.“
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Guppenbild bei der Preisverleihung (v.l.): Prof. Dr. Anja Klöckner, Mitglied im Vorstand der Erwin-Stein-Stiftung und Institut für Archäologische Wissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt; Laudator Prof. Dr. Mouhanad Khorchide, Leiter des Zentrums für Islamische Theologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster; Volker Bouffier, Hessischer Ministerpräsident; Preisträgerin Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Angelika Neuwirth, Freie Universität Berlin; Prof. Dr. Joybrato Mukherjee, Präsident der JLU; Prof. Dr. Franz Reimer, Vorsitzender des Vorstands der Erwin-Stein-Stiftung und Inhaber der Professur für Öffentliches Recht und Rechtstheorie der JLU. Foto: Rolf K. Wegst

Die Arbeit von Prof. Angelika Neuwirth sei nicht nur für die wissenschaftliche Grundlagenforschung von hohem Interesse, heißt es in der Begründung der Erwin-Stein-Stiftung zur Preisverleihung. Die Expertin leiste durch die Kooperation mit zahlreichen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus der islamischen Welt sowie ihre kontinuierlichen Veröffentlichungen wichtige Beiträge zum interreligiösen Dialog sowie zu den Grundlagen des gesellschaftlichen Diskurses über Koran und Islam. „Prof. Neuwirth hat mit ihrem Lebenswerk, der Erforschung des Korans, insbesondere durch das herausragende ‚Corpus Coranicum‘, wesentliche Beiträge zu einem wissenschaftlich fundierten Dialog mit dem Islam geleistet“, erklärt Prof. Dr. Franz Reimer, Vorsitzender des Vorstands der Erwin-Stein-Stiftung und Professur für Öffentliches Recht und Rechtstheorie an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU).  

JLU-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee gratuliert der Preisträgerin herzlich: „Prof. Angelika Neuwirth hat sich bei ihren Arbeiten zum Koran an einem dialogischen Modell orientiert, so dass immer auch Gegenstimmen vernehmbar werden. Sie trägt auf diese Weise mit ihrem akademischen Lebenswerk zum dringend notwendigen wissenschaftlich fundierten Dialog mit dem Islam bei und leistet einen wichtigen Beitrag zum wechselseitigen Verständnis der Kulturen.“

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Angelika Neuwirth, Jahrgang 1943, studierte in den 1960-er Jahren persische Sprache und Literatur an der Universität Teheran. Von 1964 bis 1967 folgte ein Studium der Semitistik, Arabistik und Klassischen Philologie in Göttingen. An der Hebräischen Universität Jerusalem studierte sie dann bis zum Magisterabschluss (1970) Arabistik und Islamwissenschaft. Nach ihrer Promotion zum Dr. phil. in Göttingen (1972) habilitierte sie sich in diesen Fächern 1977 in München. Sie übernahm Gastprofessuren in Amman und Kairo, ehe sie 1991 einen Ruf auf den Lehrstuhl für Arabistik an der FU Berlin erhielt. Von 1995 bis 1999 leitete sie das Orient-Institut der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft in Beirut und Istanbul. Danach kehrte sie zur FU zurück. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die klassisch-arabische Literatur, insbesondere der Koran.

„In der hermeneutischen Tradition der historisch-kritischen Auslegung religiöser Texte stehend, wie sie vor allem in Deutschland im 19. Jahrhundert zum ersten Mal entwickelt und auf den Koran angewandt wurde, führt sie diese Tradition fort und erweitert sie im Hinblick auf die besondere Rolle der Gemeinde bei der Entstehung der Texte des Korans. Sie leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der historischen Bedingtheit koranischer Texte und entzieht auf diese Weise fundamentalistischen Lesarten des Korans den Boden“, heißt es in der Begründung der Erwin-Stein-Stiftung zur Preisverleihung erläuternd.

Erwin-Stein-Preis

Der mit 10.000 Euro dotierte und nach dem Stifter benannte Preis soll verliehen werden für eine hervorragende interdisziplinäre wissenschaftliche Arbeit, die ein philosophisches, staatsrechtlich-politologisches, religiöses, literarisches oder naturwissenschaftliches Thema zum Gegenstand hat. Die Arbeit soll von geistiger Unabhängigkeit zeugen, für die europäische Kultur in kritischer Auseinandersetzung mit der Gegenwart bedeutsam sein und wichtige Impulse geben.

Bisherige Preisträger des Erwin-Stein-Preises waren die Wissenschaftler Odo Marquard (†), Horst Jähner, Hideshi Kobayashi (†), Tsuneo Fujita (†) und Kenjiro Wake, Dieter Oberndörfer, Wolf-Georg Forssmann, Dieter Langewiesche und Wolfgang Schluchter, Ingo Richter, Makuto Asashima, Heinz-Elmar Tenorth und Eric Nelson.

Erwin Stein

Erwin Stein (1903 – 1992) war nach seinem Jurastudium in Heidelberg, Frankfurt/Main und Gießen Staatsanwalt und Richter, bis er 1933 auf eigenen Wunsch den Staatsdienst verließ, um als Rechtsanwalt tätig zu sein. Nach leidvollen Erfahrungen im Nationalsozialismus gehörte er als Mitglied der Verfassungsberatenden Landesversammlung für Groß-Hessen zu den Vätern der hessischen Verfassung. Von 1946 bis 1951 war er Abgeordneter des Hessischen Landtags, von 1947 bis 1951 hessischer Kultusminister, ab 1949 zugleich hessischer Justizminister. Dem Bundesverfassungsgericht diente er von dessen Gründung im Jahre 1951 über 20 Jahre hinweg als Richter im Ersten Senat.

Erwin-Stein-Stiftung

Die Erwin-Stein-Stiftung  mit Sitz in Gießen wurde 1991 vom ehemaligen hessischen Kultus- und Justizminister und langjährigen Richter des Bundesverfassungsgerichts Prof. Dr. Erwin Stein gegründet. Ihr Zweck ist die Förderung der wissenschaftlichen Forschung, der Erziehung, Volks- und Berufsbildung, der Toleranz auf allen Gebieten der Kultur und des Völkerverständigungsgedankens.

 

  • Termin


Festakt zur Verleihung des Erwin-Stein-Preises am 14. März 2017 um 17 Uhr c.t.
Veranstaltungsort: Senatssaal der Justus-Liebig-Universität Gießen, Ludwigstraße 23,
35390 Gießen

  • Weitere Informationen

www.erwin-stein-stiftung.de

  • Kontakt


Vorsitzender des Vorstands der Erwin-Stein-Stiftung
Professur für Öffentliches Recht und Rechtstheorie der JLU
Hein-Heckroth-Straße 5
35390 Gießen
Telefon: 0641 99-21180  

 

Pressestelle der Justus-Liebig-Universität Gießen, Telefon 0641 99-12041