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Die Universität Gießen trauert um Dr. Abraham Bar Menachem

Ehrenhaftes Andenken an den JLU-Alumnus und Ehrenbürger der Universitätsstadt Gießen

Nr. 43 • 27. März 2017

Die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) trauert um ihren Alumnus Dr. Abraham Bar Menachem, der am 24. März 2017 im Alter von 104 Jahren in Netanya, Israel, verstorben ist.


Dr. Abraham Bar Menachem
Dr. Abraham Bar Menachem - Foto: Universitätsstadt Gießen / Archiv
Dr. Bar Menachem wurde am 16. Mai 1912 als Alfred Gutsmuth in Wieseck bei Gießen geboren. Nach seinem Studium der Rechtwissenschaft promovierte er 1933 an der damaligen Ludwigs-Universität Gießen. Als Jude wurde er von den Nationalsozialisten nicht mehr zum Referendarsexamen zugelassen. Sein Doktorvater, Prof. Dr. Wolfgang Mittermaier, ermöglichte ihm jedoch noch die Promotion zum Dr. jur. Am 29. Dezember 1933 erhielt er das Doktordiplom ausgestellt. Wenig später flüchtete Dr. Bar Menachem vor den Nationalsozialisten; er verließ Deutschland im Februar 1934, um in den Niederlanden das Tischlerhandwerk zu erlernen. 1938 emigrierte er nach Palästina.


Das vielseitige Engagement von Dr. Bar Menachem ist auch an der JLU unvergessen: Er hat wesentlich dazu beigetragen, dass seit mehr als zwei Jahrzehnten regelmäßig der „Wolfgang-Mittermaier-Preis für hervorragende Leistungen in der Lehre“ vergeben wird. Er hatte sich dafür eingesetzt, dass ein Preis zum Andenken an seinen Lehrer Prof. Dr. Wolfgang Mittermaier, Professor für Strafrecht in Gießen in den Jahren 1903 bis 1933, benannt wird. Mittermaier hatte sich gegen den nationalsozialistischen Druck mutig für seine Studierenden jüdischer Abstammung eingesetzt. Der „Wolfgang-Mittermaier-Preis“ wird von der Erwin-Stein-Stiftung gestiftet. Bei der ersten Verleihung des Preises im Jahr 1996 war Dr. Bar Menachem als Ehrengast anwesend.


Dr. Bar Menachem gilt als Wegbereiter der Annäherung und Aussöhnung zwischen dem jüdischen und dem deutschen Volk nach den Verbrechen der Nationalsozialisten. Er hatte nach seiner Emigration in Israel frühzeitig politische Verantwortung übernommen. Von 1967 bis 1970 sowie von 1974 bis 1978 war er Oberbürgermeister von Netanya. Die 1978 zwischen Netanya und Gießen geschlossene Partnerschaftsvereinbarung trägt seine Unterschrift. Er gilt damit als Initiator einer der ersten deutsch-israelischen Städtepartnerschaften überhaupt. 1983 erhielt Dr. Bar Menachem das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Für sein Lebenswerk ernannte die Universitätsstadt Gießen Dr. Bar Menachem im Jahre 1987 zum Ehrenbürger.


Pressestelle der Justus-Liebig-Universität Gießen, Telefon 0641 99-12041