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Mehr Autonomie für Hochschulen

 
Arbeitskreis der deutschen Universitätskanzlerinnen und -kanzler legt Empfehlungen zur Gestaltung von Steuerungssystemen auf der Ebene Land – Hochschule vor

Nr. 55 • 30. März 2009

 

Auf dem Weg zu größerer Autonomie sind die Universitäten in den letzten Jahren weit vorangeschritten. Neue Steuerungsinstrumente regeln das Zusammenspiel von Landesregierungen und Hochschulen, müssen aber kontinuierlich weiterentwickelt und an sich verändernde Rahmenbedingungen angepasst werden. Der Arbeitskreis der deutschen Universitätskanzlerinnen und -kanzler „Leistungsorientierte Mittelverteilung und Zielvereinbarungen“ legt erstmals „Empfehlungen zur Gestaltung von Steuerungssystemen auf der Ebene Land – Hochschule“ vor. Angesprochen sind neben den Verantwortlichen aus den Hochschulen die Landesregierungen sowie alle, die Verantwortung für die Landeshochschulpolitik tragen.

Unter Rückgriff auf Konzepte des Neuen Steuerungsmodells wurden seit Ende der neunziger Jahre neue Steuerungsinstrumente im Hochschulbereich eingeführt. Ziel war es, im Zusammenwirken von Landesregierung und Hochschulen nicht nur mehr Autonomie für die Hochschulen zu erreichen, sondern die strategischen und Managementkompetenzen aller Akteure zu stärken. Dieser Weg wird seither konsequent beschritten.

Seit Oktober 2005 hat sich der Kanzlerarbeitskreis „Leistungsorientierte Mittelverteilung und Zielvereinbarungen“ intensiv mit der Hochschulsteuerung an der Schnittstelle Land – Hochschule beschäftigt. In Form einer ersten vergleichenden Bestandsaufnahme am Beispiel von fünf Bundesländern und Bewertung des bisher erreichten Stands der Reformen legt der Kanzlerarbeitskreis nun seine „Empfehlungen zur Gestaltung von Steuerungssystemen auf der Ebene Land – Hochschule“ vor. Grundlage sind Länderberichte zur Hochschulsteuerung in Baden-Württemberg, Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen.

Der Arbeitskreis nimmt in seinen Empfehlungen eine wertende Analyse in zwei Stufen vor: Im ersten Teil der Publikation werden die wesentlichen strategischen Steuerungsinstrumente, wie zum Beispiel Zielvereinbarungen oder leistungsorientierte Mittelverteilung und deren gesetzliche Grundlagen, in den Blick genommen. Im zweiten Teil liegt der Fokus auf den verschiedenen Steuerungsgegenständen – von Lehre und Forschung über Personal hin zu baulichen Investitionen. Ziel der aktuellen Empfehlungen ist es, die Steuerungs- und Führungsinstrumente von Land und Hochschule, deren Verhältnis durch die Grundfinanzierung der Hochschulen durch den Staat geprägt ist, weiterzuentwickeln und an sich verändernde Rahmenbedingungen anzupassen.

Der Arbeitskreis „Leistungsorientierte Mittelvergabe und Zielvereinbarungen“ wurde 2001 von den deutschen Universitätskanzlerinnen und -kanzlern gegründet. Seit 2003 liegt der Vorsitz bei Dr. Michael Breitbach, Kanzler der Justus-Liebig-Universität Gießen. Der Arbeitskreis hat sich in der Vergangenheit bereits mit wichtigen Elementen der Hochschulreform in Deutschland befasst und hierzu der Öffentlichkeit Publikationen vorgelegt: Neben einer Handreichung zum Thema „Berufungszielvereinbarungen“ hat der Arbeitskreis eine weitere zum Thema „Hochschulinterne ziel- und leistungsorientierte Mittelvergabe“ sowie 2008 die Empfehlungen zur Ausgestaltung der Personalmittelbudgetierung veröffentlicht.

www.uni-kanzler.de

Kontakt:
Dr. Michael Breitbach
Kanzler der Justus-Liebig-Universität Gießen
Ludwigstraße 23
35390 Gießen
Telefon: 0641 99-12030
Fax: 0641 99-12039