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Wechselwirkungen zwischen Planet und Mensch im Fokus

Kick-off für das „Panel on Planetary Thinking“ an der Justus-Liebig-Universität Gießen – Neue Denkräume zur planetaren Gesamtperspektive und interdisziplinärer Austausch

Nr. 91 • 19. Juni 2020

Globale gesellschaftliche Ungleichheit, Klimawandel, Umweltzerstörung, Artensterben, Wasserknappheit: Der Mensch leistet mit seinem Verhalten dazu einen wesentlichen Beitrag und zerstört die Lebensgrundlagen der eigenen Generation sowie der nachfolgenden Generationen. Anders ausgedrückt: Der Mensch kann stabile planetare Zustände destabilisieren, bislang aber nicht wiederherstellen. Umso wichtiger ist es, eine planetare Gesamtperspektive einzunehmen, Zusammenhänge zu hinterfragen, Folgen abzuschätzen und Denkräume zu schaffen. Das neu etablierte „Panel on Planetary Thinking” an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) rückt daher die Wechselwirkungen zwischen dem Planeten und dem Menschen in den Mittelpunkt des Erkenntnis- und Handlungsinteresses. Die Eröffnungssitzung findet am 19. Juni 2020 in der Universitätsaula statt.

Im „Panel on Planetary Thinking” arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der JLU aus den geistes-, sozial-, kultur-, natur- und lebenswissenschaftlichen Disziplinen mit sehr unterschiedlichen methodischen Ansätzen zusammen. Das Panel wird das Wissen an der Universität Gießen bündeln, um mittels einer eigenen Forschungsperspektive zum planetaren Denken die international geführte Debatte mitzugestalten. Zudem wird es die im „Entwicklungsplan JLU 2030“ angestrebte Umsetzung einer gesamtuniversitären Nachhaltigkeitsstrategie mit wissenschaftlicher Expertise begleiten. Eine Vernetzung mit weiteren Institutionen, insbesondere mit anderen hessischen Hochschulen, ist angedacht.

Die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst Angela Dorn hebt in einer Grußbotschaft zur wissenschaftlichen Kick-off-Veranstaltung die Bedeutung des Panels hervor: „In den Zeiten der Krise zeigt es sich umso deutlicher, dass wir uns von engen Denkmustern verabschieden müssen. Das ,Panel on Planetary Thinking‘ der Justus-Liebig.-Universität Gießen überwindet die Disziplinengrenzen und erweitert diese im Sinne einer planetaren Gesamtperspektive. Ich bin froh, dass die beteiligten Forscherinnen und Forscher auf diese Weise das Thema ,Nachhaltigkeit‘ in den Blick nehmen, das wir sehr bewusst in den Hessischen Hochschulpakt 2021-2025 mit aufgenommen haben. Darin ist unter den hochschulpolitischen Zielen explizit aufgeführt, dass ,Nachhaltigkeit angesichts wissenschaftlich gesicherter Erkenntnisse über die Überschreitung planetarer Grenzen eine wichtige Rolle im Handeln einer jeden Hochschule (planetarisches Denken)’ spielen soll.”

JLU-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee ergänzt: „Mit dem ,Panel on Planetary Thinking‘  haben wir an der JLU einen offenen Reflexionsraum geschaffen, in dem wir Zukunftsfragen diskutieren und die Wechselwirkungen zwischen Planet und Mensch aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten  können. Ich bin sicher, dass von dem innovativen Panel wesentliche Impulse für Forschung und Lehre ausgehen werden. Diese wissenschaftlich begründete Reflexion charakterisiert zugleich den spezifisch universitären Beitrag zur Debatte um gesellschaftliche Fragen der Nachhaltigkeit, zu der wir uns in unserem Entwicklungsplan JLU 2030 bekennen.“  Im Panel werde zudem der Wissenstransfer eine wichtige Rolle spielen – im Sinne der wissenschaftsgestützten Beratung von Akteurinnen und Akteuren in Politik und Gesellschaft, darüber hinaus aber auch durch verschiedene Veranstaltungsformate für ein interessiertes Publikum in Stadt und Region.

„Unter dem Begriff ,Planetary Thinking‘ lässt sich eine internationale und interdisziplinäre Strömung zusammenfassen, die die Wissenschaften von der Erde und dem Menschen in planetarisch-universelle Kontexte einordnet“, erläutert Prof. Dr. Claus Leggewie, Inhaber der Ludwig Börne-Professur an der JLU, auf dessen Initiative die Etablierung des Projekts an der JLU zurückgeht. Planetar zu denken, bedeute: „Relationierung menschlicher Existenz im Universum und Relativierung der vorherrschenden anthropozentrischen (vom Menschen ausgehenden) Sichtweise.“ Der Politikwissenschaftler hebt zugleich das Alleinstellungsmerkmal des neuen Panels hervor: „Wir betreten mit der Etablierung des Panels an der JLU wissenschaftliches Neuland, denn der Begriff ,Planetary Thinking‘ ist bislang durch keine institutionalisierte Forschungsinitiative besetzt.“

Die JLU finanziert das „Panel on Planetary Thinking“ zunächst für zwei Jahre aus eigenen Mitteln. Nach einer erfolgreichen Pilotphase, in der das Panel organisatorisch am Zentrum für Medien und Interaktivität (ZMI) angesiedelt ist, soll eine Institutionalisierung angebahnt werden. Die wissenschaftliche Geschäftsführung hat der Demokratieforscher Dr. Frederic Hanusch inne, der vom Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) in Potsdam nach Gießen gewechselt ist.

  • Weitere Informationen

www.uni-giessen.de/planetarythinking; Twitter: @planetarypanel

  • Kontakt



Inhaber der Ludwig Börne-Professur an der Justus-Liebig-Universität Gießen

Wissenschaftliche Geschäftsführung „Panel on Planetary Thinking“

Zentrum für Medien und Interaktivität (ZMI)
Ludwigstraße 34, 35390 Gießen
Telefon: 0641 99-16351

Presse, Kommunikation und Marketing • Justus-Liebig-Universität Gießen • Telefon: 0641 99-12041

abgelegt unter: Forschung