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„Das schwache Herz"

Die Seniorenvorlesung des Fachbereichs Medizin der Justus-Liebig-Universität Gießen widmet sich im Juni 2022 dem Thema „Herzinsuffizienz"

Nr. 99 • 23. Juni 2022

In Deutschland leiden etwa vier Millionen Menschen an chronischer Herzinsuffizienz; diese schwere Erkrankung ist zugleich die häufigste Ursache für stationäre Krankenhauseinweisungen. Rund 40.000 Todesfälle werden pro Jahr allein in Deutschland durch Herzinsuffizienz verursacht. Unter dem Titel „Das schwache Herz“ widmet sich die digitale Seniorenvorlesung des Fachbereichs Medizin der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) daher im Juni 2022 dem Thema „Herzinsuffizienz“. Die Spezialistin Prof. Dr. Birgit Aßmus, Inhaberin der Professur für kardiologische Versorgungsforschung an der JLU und Leiterin des Bereichs „Herzinsuffizienz“ in der Abteilung für Kardiologie am Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) in Gießen, gibt Einblicke in Krankheitsverläufe, Risiken, Behandlungsmöglichkeiten und Prävention.


Der aktuelle Beitrag ist, ebenso wie die Vorträge aus den vergangenen Semestern, auf der Homepage verfügbar: www.uni-giessen.de/senioren.

Prof. Aßmus beschreibt in ihrer Seniorenvorlesung, dass das insuffiziente Herz nicht mehr in der Lage ist, die anderen Organe ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen, und es daher in der Folge zu vielfältigen Problemen fast aller Organsysteme kommt. Die Anfangssymptome der Herzinsuffizienz werden häufig nicht wahrgenommen: Atemnot bei Belastung, Müdigkeit, Leistungsschwäche werden oft als „Alterserscheinungen“ interpretiert und nicht weiter abgeklärt. Eine frühe Diagnose ist aber wichtig für eine effiziente Behandlung.

Prinzipiell wird eine systolische Herzinsuffizienz, bei der das Auswurfvolumen des linken Herzens in den großen Kreislauf vermindert ist, von einer diastolischen Herzinsuffizienz unterschieden. Bei letzterer kommt es zu einem Füllungsversagen des rechten Herzens, das nicht ausreichend mit Blut gefüllt werden kann; diese Form der Herzinsuffizienz kann bei etwa fünf Prozent aller 70-jährigen nachgewiesen werden.

Die wichtigsten Risikofaktoren für eine Herzinsuffizienz bei Frauen sind arterielle Hypertonie, Diabetes mellitus und Adipositas. Bei Männern spielen darüber hinaus die koronare Herzerkrankung eine wichtige Rolle. Zur Vermeidung, aber auch zur Behandlung einer Herzinsuffizienz empfiehlt Prof. Aßmus vieles, was die Patientin bzw. der Patient selbst tun kann: Ausdauertraining, Gewichtsreduktion, kein Alkohol, kein Nikotin, Mittelmeerküche und möglichst wenig Salzkonsum. Darüber hinaus sollten sich ältere Menschen unbedingt jährlich gegen Grippe und in größeren Abständen auch gegen Pneumokokken impfen lassen. Die Kardiologin warnt vor der Einnahme von Antirheumatika wie Ibuprofen und Diclofenac, die das Krankheitsbild unter Umständen akut verschlechtern können. Therapeutisch gibt es für Herzinsuffizienz-Patientinnen und -Patienten heute ein breites Angebot – angefangen bei einfachen Maßnahmen wie regelmäßige Gewichts-, Blutdruck- und Pulskontrolle bis hin zur apparativen Unterstützung mit Defibrillatoren oder kardialer Resynchronisations-Therapie. Darüber hinaus steht ein breites Arsenal an Medikamenten zur Verfügung – Prof. Aßmus nennt als Basistherapeutika ß-Blocker, Angiotensin-Rezeptor-Inhibitoren und Mineralocorticoid-Rezeptor-Antagonisten und hebt besonders die sogenannten SGLT2- Inhibitoren hervor: SGLT2-Hemmer wurden ursprünglich für die Diabetes-Therapie entwickelt. Sie wirken bei dieser Erkrankung, indem sie die Ausscheidung von Glucose über den Urin fördern, zeigen aber auch bei Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz eine hervorragende Wirkung: Kardiovaskuläre Todesfälle und auch Klinikeinweisungen lassen sich damit – wie neue Studiendaten belegen – deutlich reduzieren.


Prof. Dr. Birgit Aßmus absolvierte ihr Studium und anschließend von 2000 bis 2019 ihre Assistenzarztzeit an der kardiologischen Abteilung der Goethe-Universität in Frankfurt. Dort habilitierte sie sich und erlangte den Titel „apl. Professorin“. Herauszuheben – neben vielfältigen Forschungsarbeiten – ist die 2015 von ihr initiierte Gründung des deutschlandweit ersten interdisziplinären Herzzentrums. Im Jahr 2019 folgte Prof. Aßmus dem Ruf nach Gießen auf die Professur für kardiologische Versorgungsforschung und ist seitdem an der JLU sowie am UKGM in Gießen und an der Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim tätig. Weitere Schwerpunkte der Arbeit von Prof. Aßmus sind Intensivmedizin und Stammzelltherapie.

„Die Zuhörerinnen und Zuhörer erwartet erneut ein allgemeinverständlicher, gut strukturierter und informativer Vortrag“, verspricht Prof. Dr. Bettina Kemkes-Matthes, Fachärztin für Innere Medizin (JLU), die die Seniorenvorlesungen organisiert.

  • Termin

Seniorenvorlesungen 2022: www.uni-giessen.de/senioren. Auch die Vorträge aus den vergangenen beiden Semestern sind auf der Homepage weiterhin verfügbar.

  • Weitere Informationen

www.med.uni-giessen.de/senioren

  • Kontakt

 

 

Presse, Kommunikation und Marketing • Justus-Liebig-Universität Gießen • Telefon: 0641 99-12041

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