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Komisch-satirische Spielarten des 21. Jahrhunderts in Alten und Neuen Medien

Ein Workshop der Sektion 5 (Kunst und Medien) des ZMI
Wann 15.09.2021
von 11:00 bis 15:30
Wo ONLINE
Name
Teilnehmer Carina Gabriel-Kinz (Kassel)
Carolin Haupt (Gießen)
Jakob Larisch (Mainz)
Jennifer Neumann (Gießen)
Jan Rolle (Gießen)
Termin übernehmen vCal
iCal

Komik, das ist jene Kraft, die in den Worten Robert Gernhardts „aus Scheiße Bonbons macht“; durch die das Unerträgliche erst erträglich wird und die die Heiterkeit in den Ernst des Alltags bringt. Satire wiederum kämpft lautstark-aggressiv gegen das Übel in der Welt an – will sie, wie Kurt Tuchholsky es formuliert, „gut haben“. Beide eint ihr Streben nach Aufmerksamkeit, denn ohne lachendes Publikum oder öffentliche Empörung erscheinen Komik und Satire bedeutungslos. Mit Blick auf die gegenwärtige Medienlandschaft lässt sich daher Erfreuliches diagnostizieren: Noch nie gab es für Komik und Satire vielfältigere Kommunikations- und Wirkungskanäle. Noch nie erlebten wir eine derartige Demokratisierung der Mediennutzung, in der sich jede*r öffentlich (komisch und/oder satirisch) mitteilen konnte.

Ein prominentes Beispiel medialer Umformungen, Fusionen und Neuansätze, in denen Komik und Satire zudem gegenwärtig ihre Wandelbarkeit unter Beweis stellen, findet sich aktuell im Late Night-Sektor: Trevor Noah, Host von The Daily Show, sendet Corona-Pandemie bedingt seit März 2020 The Daily Social Distancing Show via YouTube – und findet sich nun statt im Fernsehstudio mit Maßanzug vor Live-Publikum im heimischen Wohnzimmer mit Kapuzenpulli vor der Webcam wieder. Gerade der Wechsel vom „alten“ Medium Fernsehen zum „neuen“ Medium YouTube zeigt, dass das komische Lachen und der satirische Angriff gesellschaftliche Konstanten sind, denen die Neuen Medien nicht nur in Krisenzeiten einen mehr als geeigneten Raum für ihr Wirken bieten.

Im Rahmen des interdisziplinär angelegten Workshops wollen wir solche kontemporären medialen Ausprägungen des Komischen und Satirischen untersuchen und diskutieren. Der zugrundeliegende Medienbegriff umfasst neben den sog. Alten Medien (wie Literatur, Rundfunk, Film und Fernsehen), die sog. Neuen Medien, die wir als primär internetbasiert verstehen (wie Soziale Medien, Applikationen und Streaming-Plattformen).

Leitfragen des Workshops sind:

  • In welchen Formen manifestiert sich Komisches und Satirisches in den Medien? 
  • Welche Spielarten der Komik bringen zeitgenössische Applikationen wie TikTok, Twitter, Facebook, Instagram, Reddit, YouTube etc. hervor? Welche Funktion(en) erfüllen sie? 
  • Inwiefern können mediale Überformungen für komisch-satirisches Wirken fruchtbar gemacht werden? 
  • Wie nutzen Komik und Satire medienspezifische Charakteristika als Wirkungskanäle? 
  • Inwieweit sind transnationale Unterschiede in der medialen Verarbeitung komischer und/oder satirischer Inhalte festzustellen?

Der Workshop wurde im Rahmen der Sektion 5 (Kunst und Medien) des Zentrums für Medien und Interaktivität von Carolin Haupt (Institut für Germanistik) und Jennifer Neumann (Institut für Germanistik) organisiert. 

Interessierte sind herzlich dazu eingeladen, den Workshop unter folgendem Link zu verfolgen: www.conf.dfn.de/stream/nr5h7obphk5gb

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