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DFG

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Anforderungen an das FDM in Förderanträgen aller Programme im März 2022 deutlich konkretisiert. Angaben zum Umgang mit Forschungsdaten sind verpflichtend und ein entscheidendes Kriterium für die Bewilligung von Einzel- und Verbundvorhaben (z.B. Sachbeihilfen, Sonderforschungsbereiche/SFB, Forschungsgruppen/FOR, Graduiertenkollegs, Exzellenzinitiative/-strategie). Antragstellende müssen detailliert darlegen, welche Forschungsdaten im Projekt entstehen oder verwendet werden, wie deren Erhebung, Speicherung, Sicherung, Dokumentation, Archivierung und Nachnutzung gewährleistet wird, welche Methoden und Standards warum genutzt werden und wie rechtliche Aspekte (vor allem Datenschutz, Urheberrecht, Leistungsschutzrechte, anderweitige Nutzungsrechte) umgesetzt werden.

Die DFG stellt als Hilfe einen offiziellen Fragenkatalog für den Umgang mit Forschungsdaten (pdf) bereit, der alle relevanten Aspekte abdeckt. Da der Fragenkatalog fast vollständig auf einem Template von Science Europe aufbaut und in dem von Science Europe bereitgestellten Dokument auch Beispiele und Hilfen für das Beantworten der Fragen vorhanden sind, empfehlen wir Ihnen, dieses Dokument als Vorlage zu nutzen. Sie finden das Template im „Practical Guide to the International Alignment of Research Data Management“ (pdf) ab Seite 15. Die Ausführungen zum FDM im Antrag sollten sich daran orientieren. Da die DFG fordert, die Fragen projektspezifisch und bezogen auf den spezifischen Fall zu beantworten, bieten wir für die Beantwortung der einzelnen Fragen keine Textbausteine an. Zu allgemeine Aussagen wie "wir halten uns an die gute wissenschaftliche Praxis" oder "unser Datenmanagement orientiert sich an den FAIR-Prinzipien" sollten vermieden werden, wenn Sie im Anschluss nicht explizit erklären, wie bzw. durch welche Praktiken, Methoden o.ä. Sie die gute wissenschaftliche Praxis und die FAIR-Prinzipien einhalten. Ziel ihrer Ausführungen im Antrag muss es demnach sein, möglichst explizit darzustellen, wie die Umsetzung Ihres Forschungsdatenmanagements aussieht. Da der Platz für die Ausführungen zum FDM in Anträgen meist eher beschränkt ist, sollten Sie im Antrag auf die wichtigsten Aspekte oder Probleme mit Bezug zum FDM eingehen, um zu zeigen, dass Sie sich dieser Aspekte oder Probleme bewusst sind. Denken Sie aber auch daran, dass die Ausführungen auch für fachfremde Gutachterinnen und Gutachter verständlich sein sollten und bereiten Sie sich auf mögliche Rückfragen vor. Um schon im Vorhinein eine versierte Rückmeldung und ggf. kritische Rückfragen zu Ihrem Antragstext zu erhalten, binden Sie frühzeitig das allgemeine Forschungsdatenreferat der JLU Gießen mit ein.

Auch wenn die Abgabe eines Datenmanagementplans (DMP) bei der DFG nicht verpflichtend ist, lohnt es sich in den meisten Fällen, für alle weiteren Aspekte schon vor Projektbeginn einen DMP zu erstellen, in dem Sie sehr viel längere Ausführungen zu allen Aspekten des FDMs in Ihrem Projekt machen können und auf den Sie dann schon im Antrag verweisen können. Den DMP liefern Sie dann als Deliverable zu einem späteren Zeitpunkt nach Projektbeginn einfach mit.

Projektspezifische Aufwände für FDM (z.B. Personal, Infrastruktur, Datenaufbereitung, Nutzung externer Repositorien) können und sollten explizit als Sach- und Personalmittel beantragt werden. Informationen darüber, was zur Grundausstattung gehört und nicht bewilligt wird und was bewilligt werden kann, gibt dieser Artikel der DFG.

Besondere Anforderungen in Förderrichtlinien und Programmen

Exzellenzstrategie

Forschungsprojekte, die im Rahmen der Exzellenzstrategie finanziert werden, müssen zusätzlich erhöhte Anforderungen an Offenheit, Nachhaltigkeit und internationaler Sichtbarkeit von Forschungsdaten und Ergebnissen nachweisen und im Antrag und bei den Begehungen darstellen. Außerdem müssen Exzellenzcluster eine hohe Qualität der unterstützenden Infrastruktur und einen optimalen Umgang mit dem FDM gewährleisten.

Sonderforschungsbereiche (SFBs)

SFBs müssen im Antrag eine intensive Auseinandersetzung mit FDM für alle im Verbund erhobenen/verarbeiteten Daten erkennen lassen. Es ist darzustellen, wie die beteiligten Institutionen und die dortigen Forschungsdateninfrastrukturen das Datenmanagement für den gesamten SFB unterstützten. Es ist möglich, ein Teilprojekts zur Informationsinfrastruktur („INF-Projekt“) für den Aufbau/Ausbau von Datenmanagement-Infrastruktur mit zu beantragen. Da die Förderdauer bis zu 12 Jahre betragen kann, sind spezifische Ausführungen zur langfristigen Nachvollziehbarkeit und ggf. revisionssicheren Datenarchivierung Punkte, die in einem Antrag auch ohne INF-Projekt besonders ausführlich beschrieben werden sollten.

Forschungsgruppen (FOR)

Forschungsgruppen werden von der DFG finanziert, um es Forschenden in einem engen Arbeitsbündnis zu ermöglichen, einer Forschungsaufgabe gemeinsam nachzugehen. Angaben zum FDM sollten daher fester Bestandteil im Forschungsprogramm der Gruppe sein und auch die bisherige Arbeit mit Forschungsdaten zu angrenzenden oder ähnlichen Forschungsaufgaben klar herausstellen. Die jeweilige Unterstützung durch die verschiedenen institutionellen Infrastrukturen muss im Antrag dargestellt werden. Zusätzlich ist eine Beantragung von FDM-bezogenen Mitteln für koordinierte Projekte möglich.

Graduiertenkollegs

Da die Kompetenzentwicklung im Bereich des FDMs elementarer Bestandteil von Graduiertenkollegs sein sollte, sind spezifische Angaben zum FDM und den dafür benötigten Mitteln im Antrag obligatorisch.

Großgeräteanträge

Bereits bei der Beantragung eines Großgeräts muss der Umgang mit Forschungsdaten, die mit dem Gerät entstehen, klar beschrieben werden. Die DFG verlangt eine strukturierte Darstellung zum FDM, u.a. zu Erhebung, Sicherung, Speicherung, Dokumentation, Archivierung und Nachnutzung der Daten. Wird das Gerät in bestehende institutionelle Infrastrukturen eingebettet, sollte dies ebenfalls erläutert werden. Mittel für FDM-bezogene Aufwände dürfen explizit beantragt werden.

Außerdem muss der Gerätebedarf umfassend dargelegt werden. Dazu gehört u.a. die Erstellung eines Nutzungsplans sowie Angaben zur wissenschaftlichen Zielsetzung.

Praktische Links

Fragenkataloge, Leitfäden & Templates

Informationen zu Förderprogrammen