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Restaurierung von drei von Einbandschäden und Tintenfraß betroffenen mittelalterlichen Handschriften des 15. Jahrhunderts und einem seltenen historischen Druck des 17. Jahrhunderts der Universitätsbibliothek Gießen

Die UB Gießen hat drei weitere von Tintenfraß und Einbandschäden betroffenen mittelalterlichen Handschriften (UB Gießen, Hs 177, Hs 617, Hs 736, Rara 1114-1) zur Restaurierung übergeben. Zwei davon stammen aus der Bibliothek des Butzbacher Fraterherrenstiftes, einem an der Butzbacher Stadtkirche 1468-1555 wirkenden Laienorden. Die über 200 Handschriften der Butzbacher Bibliothek gelangten 1771 auf Anordnung Landgraf Ludwigs IX. von Hessen Darmstadt vollständig in die UB Gießen.

Es ist der einzige Bibliotheksbestand eines Fraterherrenkonvents, der sich bis heute zusammenhängend an einem Standort erhalten hat. Eine weitere Handschrift stammt aus dem Besitz des Gießener Juristen Renatus Karl v. Senckenberg (1751-1800), der seine bedeutende Bibliothek (und darin die seines Vaters Heinrich Christian, 1704-1768, der in Wien als Reichshofrat wirkte) im Jahr 1800 an die UB Gießen schenkte. Beim historischen Druck schließlich handelt es sich um den Winterteil eines seltenen in Mainz gedruckten Chorbuches für das Erzbistum Mainz (teils Hessen) sowie die Bistümer Würzburg und Worms, eigentlich ein Antiphonar, weil es die Chorgesänge (Noten und Texte) für das Stundengebet in der Kirche enthält. Alle genannten Bücher sind deshalb von zentraler landes-, regional und kulturgeschichtlicher Bedeutung.

Förderprojekt aus dem "Landesprogramm zum Erhalt des schriftlichen Kulturguts in Hessen 2025

Laufzeit: Juni bis Dezember 2025