Paul Wander: Schnittstellen
Das Wandbild „Schnittstellen" von Paul Wander vereint Natur- und Lebenswissenschaften – zu sehen in der Zweigbibliothek der JLU Gießen. Erfahren Sie mehr über Werk, Künstler und Atelier.
Cut-Out, Papier (Original)
übertragen in Wandfarbe von Frida Groß und Selina Würtz
2025
400cm x 600cm
Gefördert vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur (HMWK) im Rahmen der Förderung der Wissenschaftskommunikation
Werk
Ein Herz, die Erbsubstanz DNA, Skelettteile einer Kuh – das und noch mehr lässt sich auf dem rund vier Meter hohen Wandbild im Eingangsbereich der Universitätsbibliothek im Seltersweg entdecken. Unter dem Titel „Schnittstellen“ zeigt das Werk von Paul Wander miteinander verwobene Elemente aus Medizin, Veterinärmedizin, Chemie, Physik und Biologie. Zu ebendiesen Fächern beherbergt die Zweigbibliothek Natur- und Lebenswissenschaften der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) Literatur.
Im Werk symbolisiert sind zudem die steigende Relevanz digitaler Datenerfassung und -auswertung sowie von Erbgutanalysen in den Natur- und Lebenswissenschaften. Wander hat das Motiv im Atelier23 der Lebenshilfe Gießen als Cut-Out entworfen, einem filigranen Scherenschnitt. Mit Farbe auf die Wand übertragen haben es die Atelier23-Mitarbeiterinnen und JLU-Kunstpädagogik-Studentinnen Frida Groß und Selina Würtz.
Künstler
Paul Wander (*1980) arbeitet seit 2022 im Atelier23 der Lebenshilfe Gießen. Sein künstlerischer Ausgangspunkt ist die Architektur, etwa die Darstellungen bekannter Gießener Gebäude als feine Zeichnungen und Linoldrucke, die bewusst mit Fehlern spielen. Neuere Werke umfassen Cut-Outs, also Scherenschnitte, fiktiver Architekturen. Die Fragilität der künstlerischen Technik bildet einen Gegenpol zu der statischen Motivik der Gebäude, was den Werken Individualität verleiht. Wanders neuesten Werke widmen sich dem menschlichen Körper, der Anatomie: Hier verbinden sich die organischen Formen mit Technik und zeigen fragile Geflechte.
Video: Lebenshilfe Gießen / Jasmin Mosel
Schon gewusst?
Das Atelier23 der Lebenshilfe Gießen fördert Talente von Künstlerinnen und Künstlern mit Behinderung oder psychischer Erkrankung. In den Räumen in Linden entwickeln sie ihr individuelles künstlerisches Werk und erhalten dazu Werkzeugen und Materialien.
Bei Bedarf unterstützt und berät zudem das Team des Atelier23 um Andrea Lührig (Leitung) und Felix Lachmann. In der Ateliergemeinschaft sind die klassischen Medien wie Zeichnung, Malerei, Bildhauerei, Fotografie und Druckgrafik vertreten, aber auch Collagen und Keramik. Gezeigt werden die Werke in wechselnden Ausstellungen in der dazugehörenden Galerie23 in der Sonnenstraße 1-3 in Gießen direkt am Botanischen Garten.
Weitere Informationen
Das Atelier23 der Lebenshilfe Gießen finden Sie auf der offiziellen Website der Lebenshilfe Gießen.
Fotogalerie