12. Justus-Liebig-Moot Court 2023
Am 13. Juli 2023 war es endlich wieder so weit: Der 12. Justus-Liebig-Moot-Court fand in den Räumlichkeiten des juristischen Campus der Justus-Liebig-Universität statt.
Eröffnet wurde die Veranstaltung mit einer herzlichen Begrüßung durch die Dekanin des Fachbereichs Rechtswissenschaften, Frau Prof. Dr. Lena Rudkowski. Auch die Rechtsanwaltskammer Frankfurt am Main, die den Moot Court bereits seit acht Jahren unterstützt, war wieder als verlässlicher Partner vertreten – in diesem Jahr durch Frau Rechtsanwältin Tanja Pfitzner.


Team Gießen 1 Team Greifswald
Paul Nicolai und Aron Hermann Sarah Annalena Kastner und Celina Nowaczyk
Im ersten Halbfinale traten Team Gießen 1 und das Team aus Greifswald gegeneinander an. Im zweiten Halbfinale standen sich Team Marburg und Team Gießen 2 gegenüber.


Team Marburg Team Gießen 2
Maximilian Müller, Jan Hilgenberger und Malte Pritzlaff Hanna Howe, Sophie Bilitewski und Alessandro Rizzi
Gegenstand der Verhandlungen war ein fiktiver Fall rund um die Online-Partnervermittlungsplattform der Loveship GmbH. Diese wirbt damit, Nutzern maßgeschneiderte Partnervorschläge auf Basis ihrer Präferenzen zu unterbreiten. Die Nutzer können dabei zwischen einem kostenfreien und einem kostenpflichtigen Premium-Abonnement wählen. Ein Premium-Nutzer verklagte das Unternehmen auf Nacherfüllung, da eine ursprünglich angebotene Funktion – das Versenden von Sprachnachrichten – entfernt wurde. Darüber hinaus forderte er eine anteilige Rückzahlung, da ihm aus seiner Sicht unpassende Partnervorschläge gemacht wurden. Im Mittelpunkt der rechtlichen Auseinandersetzung standen die Vorschriften über Verbraucherverträge bei digitalen Produkten (§§ 327 ff. BGB).
Verhandelt wurde der Fall vor einem Gericht, dessen Vorsitz Herr Prof. Dr. Patrick Gödicke, Richter am Oberlandesgericht Frankfurt a.M. inne hatte. Als Beisitzer wirkten Herr Prof. Dr. Martin Gutzeit und Frau Rechtsanwältin Tanja Pfitzner mit.
Am Ende der Halbfinalrunden konnten sich das Team aus Greifswald (Sarah Annalena Kastner und Celina Nowacyk) sowie das Team Gießen 2 (Kira Sophie Bilitewski, Hanna Howe und Alessandro Rizzi) durchsetzen.
Auch die Finalverhandlung knüpfte an den Ausgangsfall an: Die Loveship GmbH empfahl ihren Nutzern ein Sicherheitsupdate zur Schließung potenzieller Sicherheitslücken. Der technisch unerfahrene Kläger sah sich jedoch außerstande, dieses eigenständig zu installieren, und bat das Unternehmen um Unterstützung – die jedoch abgelehnt wurde. Kurze Zeit später wurden die Daten des Klägers von Dritten ausgespäht und 3.000 Euro von dessen Konto abgebucht. Er verlangte daraufhin Schadensersatz sowie Hilfe bei der nachträglichen Installation des Updates.
Das Gericht regte schließlich einen Vergleich an. Nach zähen Verhandlungen einigten sich die Parteien darauf, dass dem Kläger die Kosten für sechs Monate des Premium-Abonnements erlassen werden.
Die studentischen Teams beeindruckten im Finale mit starker Argumentation, souveränem Auftreten und fundierter juristischer Analyse – insbesondere angesichts der anspruchsvollen rechtlichen Fragestellungen. Nach intensiver Beratung kürte das Gericht das Team aus Greifswald (bestehend aus Sarah Annalena Kastner und Celina Nowacyk) zum Sieger des diesjährigen Moot Courts.


Das Gewinnerteam durfte sich über eine Siegprämie von 1.500 Euro freuen. Das zweitplatzierte Team erhielt 800 Euro, während die beiden ausgeschiedenen Halbfinalisten mit Büchergutscheinen im Wert von jeweils 200 Euro ausgezeichnet wurden.


Den feierlichen Abschluss bildete ein geselliges Get-together, bei dem sich alle Teilnehmenden in entspannter Atmosphäre austauschen und den Tag gemeinsam ausklingen lassen konnten.
