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Eine sozialisationstheoretische Rekonstruktion der Bedeutung extrem rechter Zugriffe auf Sozial-, Familien- und Arbeitsmarktpolitiken (GERDEA)

Über das Projekt

über das Projekt

Die Vervielfältigung von möglichen Geschlechterrollen, die damit einhergehenden Erwartungen ans Individuum und der ökonomisierende Zugriff von Sozial-, Familien- und Arbeitsmarktpolitiken auf geschlechtsspezifische Lebens- und Arbeitsweisen stellen insbesondere junge Menschen vor Herausforderungen. Die Band „Wir sind Helden“ sang bereits im Jahr 2003 „Wir können alles schaffen – wir müssen nur wollen“. Die Musiker*innen thematisieren im Lied Erfahrungen des Scheiterns an den neuen Möglichkeiten, die sich durch Modernisierungen und Liberalisierungen im Bereich des Sozialen auftun.

Die gesellschaftlichen Verwerfungen, die aus der Gleichzeitigkeit von geschlechterpolitischen Modernisierungen einerseits und einer allgemeinen Orientierung von Sozial-, Familien- und Arbeitsmarktpolitiken an einer leistungsfixierten Effizienz- und Verwertungslogik andererseits resultieren, sind Ausgangspunkt eines Forschungsprojekts, das am Institut für Politikwissenschaft der Universität Gießen angesiedelt ist. Die Studie verfolgt das Ziel, vor dem Hintergrund dieser Verwerfungen die Vorstellungen und Wünsche junger Menschen in Bezug auf die Vereinbarkeit von Arbeit und Leben zu verstehen. Uns interessiert, welche gesellschaftlichen Erwartungen junge Menschen auf dem Sprung in die Eigenständigkeit in unterschiedlichen Lebensbereichen an sich gesetzt sehen, wie diese Erwartungen mit den Vorstellungen und Wünschen der Befragten zusammengehen oder auch kollidieren, und wie sie mit Unzufriedenheiten oder Herausforderungen in diesem Bereich umgehen.

Hintergrund der Untersuchung ist die Beobachtung, dass die extreme Rechte das Thema ‚Vereinbarkeit von Arbeit und Leben‘ für die eigenen Mobilisierungen nutzt. Sie inszeniert  sich dabei als letzten Hort des Widerstandes gegen jene Verwerfungen, die mit den oben skizzierten Entwicklungen einhergehen. Die extreme Rechte adressiert damit junge Menschen in einer wichtigen Orientierungsphase entlang von Problemen und Herausforderungen, denen sich junge Menschen unabhängig von ihrer politischen Orientierung ausgesetzt sehen, und unterbreitet geschlechtsbezogene Sinnstiftungs- und Deutungsangebote. Vorgängerstudien kommen zu dem Ergebnis, dass hier Einfallstore für extrem rechte Angebote an Heranwachsende im Bereich der Geschlechterpolitik entstehen. Indem wir die Wünsche und Vorstellungen junger Menschen zum Thema ‚Vereinbarkeit von Arbeit und Leben‘ untersuchen, schaffen wir evidenzbasiertes Wissen über die Wirkkraft extrem rechter Deutungsangebote. Solches Wissen ist die Voraussetzung, um demokratiefeindlichen Verbreitungen und Normalisierungen extrem rechten Denkens entgegenwirken zu können.

Das Forschungsprojekt ist Teil des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Verbundvorhabens „Wechselwirkungen zwischen gesellschaftlichen Geschlechterverhältnissen und der zeitgenössischen extremen Rechten. Dynamiken – Effekte – Ambivalenzen (GERDEA)“. Es schließt an die Ergebnisse des Projekts „Weiblichkeitskonstruktionen und Vorstellungen von Mutterschaft bei Protagonistinnen der völkisch-nationalistischen Rechten – Perspektiven für eine geschlechtersensible politische Bildung“ an, das von Februar 2020 bis Januar 2022 vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert wurde.

Team

Juliane Lang

Projektleitung und Principal Investigator
im BMBF-geförderten Verbund GERDEA (Wechselwirkungen zwischen gesellschaftlichen Geschlechterverhältnissen und der zeitgenössischen extremen Rechten. Dynamiken – Effekte – Ambivalenzen)

 

Dr. Marie Reusch

Projektleitung und Principal Investigator

im BMBF-geförderten Verbund GERDEA (Wechselwirkungen zwischen gesellschaftlichen Geschlechterverhältnissen und der zeitgenössischen extremen Rechten. Dynamiken – Effekte – Ambivalenzen)

Wissenschaftliche Mitarbeiterin (PostDoc)
am Institut für Politikwissenschaft

 

Kontakt

Philosophikum II Raum E105

☎ 0641 99-23152

Vorträge

Vorträge

Juliane Lang, Marie Reusch: Extrem rechte Zugriffe auf Deutungen von Solidarität: Empirische Befunde und konzeptionelle Überlegungen. Beitrag im Rahmen der Tagung „Umkämpfte Solidarität. Deutungswandel, Konfliktaustragung und Krisenbewältigung im heutigen Wohlfahrtsstaat“ am 2. und 3.11.2023 an der Universität Magdeburg.

Publikationen

Publikationen

Text folgt

Kooperationen

Kooperationen

Unserer Kooperationspartner*innen im GERDEA-Verbund sind:

Dissens - Institut für Bildung und Forschung e.V.

Kompetenzzentrum Soziale Interventionsforschung an der Frankfurt University of Applied Sciences

Institut für Politikwissenschaft der Universität Marburg

 

Weitere Kooperationspartner*innen sind:

Fachstelle Radikalisierungsprävention und Engagement im Naturschutz (FARN)

 

Termine

Termine

29.11.2023, 16-18Uhr:

Juliane Lang: „Antifeminismus in Narrativen und Deutungsangeboten der extremen Rechten“

Impulsvortrag im Rahmen des "IDA-Talk: Antifeminismus", online Panel- und Publikumsdiskussion mit Autor:innen des IDA-Readers 2023 "Antifeminismus und Feminismen in der Migrationsgesellschaft"

Kontakt

Kontakt

E-Mail an das Gießener Projektteam senden:

gerdea