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Forschungsschwerpunkte

Der Fachbereich Veterinärmedizin der Justus-Liebig-Universität Gießen bündelt seine Forschung an der Schnittstelle von Tiergesundheit, biomedizinischer Grundlagenforschung und One Health. Getragen wird das Profil von neun Instituten und einem Klinikum auf dem Campus Vetmed, deren Arbeitsgruppen häufig fachübergreifend arbeiten und an Sonderforschungsbereichen und LOEWE-Zentren der Universität beteiligt sind. Seit über zwei Jahrzehnten zählt der Fachbereich zu den drittmittelstärksten veterinärmedizinischen Standorten Deutschlands. Im DFG-Förderatlas 2024 belegt die JLU im Fachgebiet Agrar-, Forstwissenschaften und Tiermedizin bundesweit Platz drei.

Infektions- und Zoonoseforschung

Ein zentraler Schwerpunkt ist die Infektions- und Zoonoseforschung. Das Institut für Virologie arbeitet an hochpathogenen RNA-Viren wie dem Krim-Kongo-Hämorrhagischen Fiebervirus und weiteren Bunyaviren, unter anderem aufbauend auf den Arbeiten im inzwischen abgeschlossenen DFG Sonderforschungsbereich 1021. Das Institut für Hygiene und Infektionskrankheiten der Tiere ergänzt dies durch bakteriologische Forschung zu Antibiotikaresistenzen im One-Health-Kontext, sichtbar unter anderem im BMBF-Verbund MARRES und weiteren Projekten zur Resistenzprognose.

Parasitologie und Pathologie

Die Parasitologie ist international sichtbar. Bearbeitet werden Wirt-Parasit-Interaktionen bei Schistosomen und Fasciola, die Immunbiologie und Zellbiologie einzelliger Erreger sowie die Pathophysiologie der Cryptosporidiose und Malaria. Eng damit verknüpft ist die Veterinärpathologie mit ihren molekularen Untersuchungen zu Tumordiagnostik und zoonotischen Infektionsgeschehen.

Reproduktionsmedizin und Andrologie

Reproduktionsmedizin und Andrologie bilden einen weiteren tragenden Bereich. Die Tierklinik für Reproduktionsmedizin und Neugeborenenkunde sowie die Professuren für molekulare Reproduktionsmedizin und Anatomie forschen zu Fruchtbarkeitsstörungen, Hodenpathologie, In-vitro-Fertilisation und Tiergesundheitsmanagement bei Wiederkäuern und Neuweltkameliden.

Physiologie, Pharmakologie und Toxikologie

Die Physiologie und Biochemie sowie die Pharmakologie und Toxikologie bilden eine wichtige grundlagenwissenschaftliche Säule des Forschungsprofils. Themen sind neuroimmunologische Mechanismen von Fieber und Krankheitsverhalten, Malaria, gastrointestinale Physiologie, Arzneistofftransporter sowie die tierartübergreifende Pharmakovigilanz in Kooperation mit dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

Tiergesundheit, Tierschutz und Artenschutz

Einen weiteren deutlich sichtbaren Schwerpunkt bilden Tiergesundheit, Tierschutz und Artenschutz. Die Klinik für Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische, die Klinik für Schweine mit Bestandsmedizin, der Arbeitskreis Wildbiologie und die Professur für Versuchstierkunde und Tierschutz mit dem angebundenen 3R-Zentrum bearbeiten unter anderem Fragen der Populationsökologie, Bestandsgesundheit und des Tierschutzes sowie Ansätze zur Reduktion von Tierversuchen. Abgerundet wird das Profil durch Forschung zu Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz sowie durch die interdisziplinär angelegten Professuren für Human-Animal Studies und One Health.