Preis - Modul: Nature Writing und Ökokritik im internationalen Vergleich
Dr. Laura Zinn
Fachbereich: FB05, Sprache, Literatur, Kultur, Institut für Germanistik
Das Seminar beinhaltet eine überblicksartige Betrachtung von literarischen Naturdarstellungen in verschiedenen Epochen mit einem Schwerpunkt auf die gegenwärtige Darstellung des Klimawandels in ökokritischer Fiktion. Dabei wird der Blick nicht nur auf Deutschland und Europa gelenkt, sondern auch stichprobenartig die Literaturen indigener Völker sowie des globalen Südens integriert.
Ein besonderer Schwerpunkt des Seminars ist die literarische Darstellung von Lösungswegen des Klimawandels mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI). KI und KI-basierte Tools werden von zwei Seiten im Seminar untersucht: Einerseits über die Analyse der Lektüren von Tom Hillenbrands Hologrammatica und Teresa Hannings Pantopia, andererseits auch über die Betrachtung der gegenwärtigen technischen Verfügbarkeit von KI und deren Einsatz über Tools rund um das Studium (und perspektivisch auch künftige berufliche Werdegänge). In gemeinsamen Projektarbeiten wird ausgelotet, welche Tools und Funktionen sich gewinnbringend für das Studium einsetzen lassen, wo aber auch technische und moralische Grenzen vorliegen.
Begründung der Jury-Entscheidung
Dr. Laura Zinn überzeugt mit einer didaktisch und inhaltlich durchdachten Integration von KI in eine literatur- und kulturwissenschaftliche Lehrveranstaltung. Die Studierenden arbeiten sowohl mit als auch über KI und reflektieren den sinnvollen, ethisch verantwortbaren Einsatz von KI-Tools (wie LLMs und KI-basierter Bildgenerierung) insbesondere im Kontext der Hausarbeitskonzeption und Präsentationsvorbereitung. Damit adressiert das Seminar direkt eine zentrale hochschuldidaktische Herausforderung: den Wandel wissenschaftlicher Praxis durch generative KI.
Die curriculare Verankerung in einem Wahlpflichtseminar mit hoher Beteiligung über verschiedene Studiengänge hinweg zeigt die Breitenwirkung. Didaktisch ist die Veranstaltung durch die Verwendung individueller Lernportfolios, gezielter Reflexionsaufgaben sowie interaktiver und multimedialer Sitzungen überzeugend umgesetzt. Besonders innovativ ist die Verbindung literarischer Zukunftsentwürfe von KI (Dystopie/Utopie) mit praktischer Anwendung und kritischer Auseinandersetzung.
Die Zwischenevaluation belegt die hohe Wirksamkeit des Lehr-Lern-Settings: Studierende loben insbesondere die KI-Einbettung, die methodische Vielfalt, den Praxisbezug und die diskursive Offenheit. Neben einem klar strukturierten Seminarplan überzeugte auch der externe Gastvortrag zur KI im Schulunterricht als Transferbrücke zur Lehrerbildung.
Die Bewerbung erfüllt in hohem Maße die Kriterien für den Förderpreis – insbesondere im Bereich ethisch-reflektierter KI-Nutzung, Lernwirksamkeit, Medienkompetenzförderung und fächerübergreifender Übertragbarkeit.