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Denk-Mal: Unikunst 96: Gedenken an Rudolf Buchheim

Erinnerung an den Gründer der experimentellen Pharmakologie in Gießen an verschiedenen Orten präsent

Von Dagmar Klein

Gedenktafel mit Schrift
Eine Gedenktafel erinnert in der Ludwigstraße 12 an Rudolf Buchheim. Hier lebte er bis zu seinem Tode. Das Institut für Pharmakologie hatte er in seinem Privathaus eingerichtet. - Foto: Dagmar Klein

Die JLU hat Rudolf Buchheim fest in ihrer Erinnerungskultur verankert. Bekannt ist vielen Gießenern der Name des Gründers der experimentellen Pharmakologie vor allem durch die Rudolf-Buchheim-Straße auf dem Gelände des Universitätsklinikums, die Straße mit der Blauen Kugel vor dem Treppenhaus der Chirurgie. Auch trägt das JLU-Institut für Pharmakologie seit 1979 seinen Namen.

Für die Namensgebung des Gebäudes sorgte der damalige Institutsleiter Prof. Ernst Habermann anlässlich des 100. Todestags von Buchheim. Habermann war zugleich Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pharmakologie und Toxikologie (auch Buchheim-Gesellschaft genannt). Der Gebäudename wurde 2012 beibehalten, als der Umzug vom Mehrzweckinstitut an der Ecke Schubertstraße/ Frankfurter Straße in das farbenfrohe neue Gebäude an der Ecke Schubertstraße/ Aulweg erfolgte.

Weniger bekannt dürfte Buchheims Grab auf dem Alten Friedhof sein, das zum 130. Geburtstag 2010 auf Initiative der Buchheim-Gesellschaft restauriert wurde. Diese hatte bereits 1922 auch die Anbringung der Gedenktafel an Buchheims letztem Wohnhaus in der Gießener Ludwigstraße 12 (NGH 1963, S.201) veranlasst.

Rudolf Buchheim (1820–1879) kam 1867 als Professor für Pharmakologie an die Universität Gießen. Zu dem Zeitpunkt hatte der Mediziner bereits 20 Jahre an der deutschsprachigen Universität Dorpat (heute Tartu) gewirkt und dort das erste Institut für Pharmakologie aufgebaut. Den Ruf nach Gießen nahm er an, weil er sich im Großherzogtum Hessen eine bessere Unterstützung erhoffte als in einer preußischen Universität (auch Bonn hatte ihn gerufen). Doch auch in Gießen musste er damit anfangen, das Institut in seinen Privaträumen einzurichten; er konnte lediglich auf eine Sammlung seines Vorgängers zurückgreifen. Er begann am Seltersberg, zog dann in den Asterweg, bis er schließlich ab April 1878 in der Ludwigstraße12 genug Platz fand. Allerdings blieb ihm dort nicht mehr viel Zeit. Nach einem Schlaganfall und starkem Infekt führte der nächste Schlaganfall an Weihnachten 1879 zu seinem Tod.

Ein wichtiges Ergebnis der Gießener Jahre war die Überarbeitung seines „Lehrbuchs der Arzneimittellehre“, das in dritter Auflage 1878 in Leipzig erschien. Das große Verdienst von Rudolf Buchheim: Er hat die Arzneimittellehre, die bis dahin auf Erfahrungsmedizin, Überlieferung und Vermutungen beruhte, erstmals auf eine naturwissenschaftliche, experimentbasierte Grundlage gestellt.

Grabstätte von Rudolf Buchheim auf dem Alten Friedhof - Foto: Dagmar Klein