GGS-Sommerfest 2026
Wertschätzung und Zusammenhalt in der Wissenschaft in herausfordernden Zeiten
Das Gießener Graduiertenzentrum Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften (GGS) der JLU hat mit seinem diesjährigen Sommerfest am 10. Juli erneut ein deutliches Zeichen für die Bedeutung des wissenschaftlichen Nachwuchses gesetzt. Nach der Eröffnung durch die Geschäftsführerin Dr. Kerstin Lundström würdigten Grußworte, Vorträge und ein Festvortrag die Leistungen Promovierender und Postdocs.
Rückhalt für den akademischen Mittelbau
Prof. Dr. Karsten Krüger, Vizepräsident für Wissenschaftliche Infrastruktur der JLU, richtete sein Grußwort mit Nachdruck an den akademischen Mittelbau. Er verwies auf die besonderen Belastungen durch auslaufende Verträge, unsichere Karrierewege und das Stellenmoratorium, das die Arbeitslast auf die Schultern der Verbliebenen verschiebe. Darüber hinaus sprach er die zunehmenden Anfeindungen gegenüber der Wissenschaft an – insbesondere bei politisch umkämpften Themen. Prof. Krüger versicherte: „Die Justus-Liebig-Universität steht an der Seite ihrer Forschenden, wenn deren akademische Freiheit infrage gestellt wird.“ Sein Dank galt den Promovierenden und Postdocs für deren Engagement in Gremien, Sektionen und Initiativen, das in Zeiten struktureller Unsicherheit „ein Geschenk an diese Universität“ sei.
Lebendige Sektionsarbeit als Herzstück des GGS
Der Geschäftsführende Direktor Prof. Dr. Peter Tillmann führte durch ein Jahr vielfältiger Sektionsaktivitäten. Besonders hervorgehoben wurde die GGS-Jahrestagung 2025 „Junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im interdisziplinären Diskurs“, ausgerichtet von den drei Sektionen „Alter(n) in Gesellschaft“, „Bildung und Erziehung“ und „Human Animal Studies“. In diesem Jahr folgt die Jahrestagung „Youth and Politics in Times of Crisis“ am 24./25. September. Tillmann dankte den Leitungen und Aktiven der 13 Forschungssektionen des GGS im Besonderen für ihr freiwilliges Engagement.
Einblicke in aktuelle Forschung
Festvortrag zu sozialen Ressourcen
Den Festvortrag hielt Prof. Dr. Jan Häusser, Professor für Sozialpsychologie, unter dem Titel „Soziale Ressourcen: Warum dazugehören wichtig ist“. Anhand wissenschaftlicher Experimente zeigte er, welche zentrale Rolle soziale Identität und Gruppenzugehörigkeit für den Umgang mit Stress, für Solidarität und sogar für die Lebenserwartung spielen.
Geselliger Ausklang
Den festlichen Stehempfang ermöglichten der Sponsor Rittal GmbH & Co. KG sowie die Sachspende der Licher Brauerei. Das GGS dankt beiden herzlich für die großzügige Unterstützung, die den Mitgliedern den Austausch in entspannter Atmosphäre ermöglichte.