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GGS-Sommerfest 2026

Wertschätzung und Zusammenhalt in der Wissenschaft in herausfordernden Zeiten

Ein Mann mit kurzem Haar trägt ein blaues Sakko über einem hellen Hemd und spricht in ein Mikrofon an einem Rednerpult. Auf dem Pult steht ein Laptop. Im Hintergrund ist eine Palme vor einer rötlich beleuchteten Wand sowie ein Teil eines großen Porträtgemäldes zu sehen. Am Pult ist das Logo der Justus-Liebig-Universität Gießen angebracht.
Prof. Dr. Peter Tillmann, Geschäftsführender Direktor des GGS, ließ ein Jahr mit vielfältigen Aktivitäten Revue passieren. Foto: Katrina Friese

Das Gießener Graduiertenzentrum Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften (GGS) der JLU hat mit seinem diesjährigen Sommerfest am 10. Juli erneut ein deutliches Zeichen für die Bedeutung des wissenschaftlichen Nachwuchses gesetzt. Nach der Eröffnung durch die Geschäftsführerin Dr. Kerstin Lundström würdigten Grußworte, Vorträge und ein Festvortrag die Leistungen Promovierender und Postdocs.

Rückhalt für den akademischen Mittelbau

Eine lächelnde Frau mit braunem Haar steht hinter einem Rednerpult der Justus-Liebig-Universität Gießen und spricht in ein Mikrofon. Auf dem Pult steht ein Laptop. Im Hintergrund ist eine Palme vor rötlich beleuchteter Wand und ein großes Gemälde zu sehen. Im Vordergrund sieht man die unscharfen Silhouetten der Zuhörenden.
Julia Schwab, Doktorandin an der Professur für Friedensforschung, sprach über „For or Against? How Oil Makes Futures in the Ecuadorian Amazon“. Foto: Katrina Friese

Prof. Dr. Karsten Krüger, Vizepräsident für Wissenschaftliche Infrastruktur der JLU, richtete sein Grußwort mit Nachdruck an den akademischen Mittelbau. Er verwies auf die besonderen Belastungen durch auslaufende Verträge, unsichere Karrierewege und das Stellenmoratorium, das die Arbeitslast auf die Schultern der Verbliebenen verschiebe. Darüber hinaus sprach er die zunehmenden Anfeindungen gegenüber der Wissenschaft an – insbesondere bei politisch umkämpften Themen. Prof. Krüger versicherte: „Die Justus-Liebig-Universität steht an der Seite ihrer Forschenden, wenn deren akademische Freiheit infrage gestellt wird.“ Sein Dank galt den Promovierenden und Postdocs für deren Engagement in Gremien, Sektionen und Initiativen, das in Zeiten struktureller Unsicherheit „ein Geschenk an diese Universität“ sei.

Lebendige Sektionsarbeit als Herzstück des GGS

Der Geschäftsführende Direktor Prof. Dr. Peter Tillmann führte durch ein Jahr vielfältiger Sektionsaktivitäten. Besonders hervorgehoben wurde die GGS-Jahrestagung 2025 „Junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im interdisziplinären Diskurs“, ausgerichtet von den drei Sektionen „Alter(n) in Gesellschaft“, „Bildung und Erziehung“ und „Human Animal Studies“. In diesem Jahr folgt die Jahrestagung „Youth and Politics in Times of Crisis“ am 24./25. September. Tillmann dankte den Leitungen und Aktiven der 13 Forschungssektionen des GGS im Besonderen für ihr freiwilliges Engagement.

Einblicke in aktuelle Forschung

Ein Mann im blauen Sakko hält einen Vortrag vor einem Roll-up-Banner des Gießener Graduiertenzentrums (GGS).
„Soziale Ressourcen: Warum dazugehören wichtig ist“ – Festvortrag des Sozialpsychologen Prof. Dr. Jan Häusser. Foto: Katrina Friese
Julia Schwab, Doktorandin an der Professur für Friedensforschung, sprach über „For or Against? How Oil Makes Futures in the Ecuadorian Amazon“ und zeigte: Die Frage sei selten ein einfaches „Dafür oder Dagegen“, Öl wirke schnell, Alternativen langsam – und die Befürwortung von Ölförderung könne auch ein Anspruch auf indigene Selbstbestimmung sein. Katrin Strobehn, Doktorandin am Institut für Politikwissenschaft, stellte ihr Projekt „Nexusdenken in der Entwicklungszusammenarbeit – Lehren aus dem Engagement der Asiatischen Entwicklungsbank“ vor und legte Befunde zu Silobildung in der internen sowie etablierten Kooperationsmechanismen in der externen Zusammenarbeit dar.

Festvortrag zu sozialen Ressourcen

Den Festvortrag hielt Prof. Dr. Jan Häusser, Professor für Sozialpsychologie, unter dem Titel „Soziale Ressourcen: Warum dazugehören wichtig ist“. Anhand wissenschaftlicher Experimente zeigte er, welche zentrale Rolle soziale Identität und Gruppenzugehörigkeit für den Umgang mit Stress, für Solidarität und sogar für die Lebenserwartung spielen.

Geselliger Ausklang

Den festlichen Stehempfang ermöglichten der Sponsor Rittal GmbH & Co. KG sowie die Sachspende der Licher Brauerei. Das GGS dankt beiden herzlich für die großzügige Unterstützung, die den Mitgliedern den Austausch in entspannter Atmosphäre ermöglichte.