Mit der Maus auf Forschungsreise
„Türen auf mit der Maus“ hieß es am 3. Oktober 2026 für mehr als 130 Kinder in den Abteilungen der Entwicklungspsychologie und der klinischen Kinder- und Jugendpsychologie - Kinder entdeckten an der JLU spielerisch psychologische Forschung
1. Oktober 2026
Von Robin Schmieder
Wie funktionieren Denken, Fühlen und Handeln – und wie erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eigentlich die Entwicklung von Kindern? Antworten auf diese Fragen konnten junge Besucherinnen und Besucher am 3. Oktober an der JLU selbst entdecken. Der Aktionstag „Türen auf mit der Maus“ ist eine bundesweite Aktion der allseits beliebten „Sendung mit der Maus“ des Westdeutschen Rundfunks (WDR). Einrichtungen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen, wissenschaftlichen und beruflichen Bereichen öffnen dabei ihre Türen für Kinder und Familien und ermöglichen Einblicke, die im Alltag häufig nicht zugänglich sind. In diesem Herbst waren auch die Abteilungen der Entwicklungspsychologie und der klinischen Kinder- und Jugendpsychologie mit dabei.
Mit ihrer erfolgreichen Bewerbung luden die beiden Arbeitsbereiche der JLU mit ihrem Konzept Besucherinnen und Besucher auf eine Forschungsreise durch die Psychologie ein. An verschiedenen Mitmachstationen konnten Kinder im Alter von vier bis zehn Jahren selbst zu neugierigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern werden. Ausgestattet mit einem Forscherinnen- und Forscherpass besuchten sie unterschiedliche Stationen und wurden für jede erforschte Aufgabe mit einem Tiersticker belohnt. Dabei kamen Methoden, Apparaturen und experimentelle Aufbauten zum Einsatz, die auch im Forschungsalltag genutzt werden und thematisch an den Aktionstag angepasst wurden.
So konnten die Kinder beispielsweise bei der Eye-Tracking-Station Motive aus der „Sendung mit der Maus“ nachzeichnen und dabei erleben, wie Blickbewegungen erfasst werden. An einer weiteren Station stellten sie Emotionen kreativ beim Basteln von Gefühlsmonstern dar. Bei den „Bewegungshelden“ lernten sie anhand von Wurf- und Geschicklichkeitsaufgaben kennen, wie Motion Tracking funktioniert. Als „Kommunikationsdetektive“ beobachteten sie eine Szene auf Video und beschäftigten sich damit, was zwischen den beteiligten Personen kommunikativ geschieht. An der „magischen Schublade“ wiederum konnten die Kinder ihr Bewegungs- und Kraftverhalten ausprobieren, während Ente und Elefant hilfsbereit entscheidende Hinweise gaben.
„Uns ist wichtig, Kindern und Eltern zu zeigen, was Wissenschaft ist, wie wir mit Kindern arbeiten und dass unsere Experimente immer ganz viel Spaß machen“,
Laura Faßbender, Postdoktorandin in der Entwicklungspsychologie der JLU und Nachwuchswissenschaftlerin im Exzellenzcluster „The Adaptive Mind“ (TAM).
Im Gespräch mit Familien
Neben dem Einblick in den Forschungsalltag bot der Aktionstag den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Möglichkeit, mit Familien ins Gespräch zu kommen und auf aktuelle sowie zukünftige Forschungsprojekte aufmerksam zu machen. Für entwicklungspsychologische und klinisch-psychologische Studien ist die Beteiligung von Kindern und ihren Familien von zentraler Bedeutung. Veranstaltungen wie „Türen auf mit der Maus“ können daher nicht nur Wissenschaft und ihre Methoden anschaulich vermitteln, sondern zugleich Interesse an Forschung und an einer möglichen Teilnahme an zukünftigen Studien wecken.
Die Resonanz auf den Aktionstag fiel nach Einschätzung der Beteiligten sehr positiv aus. Im Verlauf des Tages hatten zahlreiche Kinder die Forschungsstationen besucht und ihre Pässe gefüllt. „Es waren sehr viele Familien da, die Stimmung war großartig, und wir hatten das Gefühl, dass das Format sehr gut angenommen wird“, resümiert Faßbender und freut sich bereits auf eine weitere Teilnahme im kommenden Jahr.
Exzellenzcluster "The Adaptive Mind" (TAM)
Unterstützt wurde der Aktionstag auch durch den Exzellenzcluster „The Adaptive Mind“ (TAM), der unter anderem Mittel für Materialien der Mitmachstationen bereitstellte. TAM ist ein interdisziplinärer Forschungsverbund der Justus-Liebig-Universität Gießen, der Philipps-Universität Marburg und der Technischen Universität Darmstadt.