Richtfest für Forschungsneubau zur elektrochemischen Materialforschung
Hochmoderne Infrastruktur für Spitzenforschung: Das GC-ElMaR wird schwingungsfreie Labormodule, Trockenraum und Möglichkeiten zum kollaborativen Arbeiten bieten
pm/cl. Bereits 15 Monate nach der Grundsteinlegung ist am 28. September 2026 das Richtfest für das neue Forschungsgebäude Gießen Center for Electrochemical Materials Research (GC-ElMaR) an der JLU gefeiert worden. Der Neubau entsteht am Campus Natur- und Lebenswissenschaften am Seltersberg und soll bis Ende 2027 fertiggestellt sein.
JLU-Präsidentin Prof. Dr. Katharina Lorenz begrüßte die zahlreichen Gäste aus Wissenschaft, Politik und Industrie und betonte: „Wir schaffen mit dem Bau weit mehr als ein modernes Gebäude; wir schaffen einen Ermöglichungsraum für rund 100 Forschende. Das Gebäude bietet die Infrastruktur für interdisziplinäre, kollaborative Spitzenforschung auf höchstem Niveau und ist das bauliche Herzstück unseres Batterieforschungs-Exzellenzclusters POLiS.“ Sie dankte dem Land Hessen für die verlässliche Unterstützung beim Bau wissenschaftlicher Infrastruktur, ebenso wie dem Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH), der Universitätsstadt Gießen und den Handwerkerinnen und Handwerkern, die den Rohbau termingerecht errichtet haben. Ihr besonderer Dank galt Prof. Dr. Jürgen Janek, Geschäftsführender Direktor des Zentrums für Materialforschung an der JLU und Spiritus Rector des GC-ElMaR: Seine Vision, seine Beharrlichkeit und seine wissenschaftliche Exzellenz hätten die Realisierung dieses Forschungsbaus erst ermöglicht.
„Wir schaffen mit dem Bau weit mehr als ein modernes Gebäude; wir schaffen einen Ermöglichungsraum für rund 100 Forschende.“
JLU-Präsidentin Prof. Dr. Katharina Lorenz
Das Land Hessen und der Bund investieren gemeinsam rund 76 Millionen Euro in das Projekt. Die zusätzlichen Gerätekosten belaufen sich voraussichtlich auf 11 Millionen Euro. Mit dem Neubau soll die Spitzenforschung auf dem Gebiet der elektrochemischen Materialien weiter vorangetrieben und damit die internationale Wettbewerbsfähigkeit Hessens gestärkt werden.
„Mit dem neuen Gebäude fördern wir innovative und zukunftsweisende Erkenntnisse in der Batterieforschung“, so der Hessische Finanzminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz. „Hessen trägt mit rund 40 Millionen Euro Landesgeld den größten Teil der Baukosten. Das ist eine Investition in Innovation und Wettbewerbsfähigkeit – und damit in die Zukunft unseres Landes.“
Der Hessische Wissenschaftsminister Timon Gremmels sagte: „Batterien sind eine Schlüsseltechnologie für unsere Wirtschaft, für den Klimaschutz und für unsere technologische Souveränität. Wie sie sicherer, leistungsfähiger, langlebiger und besser recycelbar werden, sind wichtige Fragen, die an der Justus-Liebig-Universität Gießen auf herausragendem Niveau untersucht werden – das zeigt auch die Förderung des neuen Forschungsbaus aus Bundesmitteln. Der Neubau des GC-ElMaR bietet in Zukunft Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Fachbereiche Chemie und Physik beste Bedingungen, um fächerübergreifend zu forschen und zu arbeiten. Denn Innovation entsteht dort, wo unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen und gemeinsam neue Ideen entwickelt werden.“
Elektrochemische Technologien gelten als Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts. Die Batterieforschung ist breit anwendbar und in einer Vielzahl von Branchen gefragt. Der Neubau soll nach seiner Fertigstellung der naturwissenschaftlichen Grundlagenforschung und der anwendungsnahen Entwicklungsarbeit auf einer Nutzfläche von rund 3.600 Quadratmetern eine interdisziplinäre Heimat geben.
Das Gebäude wird über große Multifunktionsbereiche, moderneste Arbeitsplätze und Forschungslabore verfügen. Der anspruchsvolle Neubau erhält im Erdgeschoss ein Labor als Trockenraum, das in einer Raum-in-Raum-Bauweise entsteht. Dort können Arbeiten bei einem Taupunkt bis zu minus 60 Grad Celsius durchgeführt werden. Dies ist eine essenzielle Voraussetzung für die Forschung an Batteriematerialien auf internationalem Top-Niveau. Der Neubau entsteht in direkter Nachbarschaft zu den bereits vorhandenen Einrichtungen der Chemie und der Physik auf dem Seltersberg.
„Ausgezeichnete und international führende Forschung braucht eine ebensolche Infrastruktur“, betonte Prof. Janek. „Das Zentrum für Materialforschung und die JLU können mit diesem Forschungsbau erstklassige Bedingungen für die elektrochemische Materialforschung schaffen. Dies wird ermöglichen, die schon jetzt weithin sichtbaren Forschungsleistungen auszubauen und in neue Richtungen zu treiben. Besonders die Gießener Projekte im Exzellenzcluster POLiS werden hiervon profitieren. Die neuen Laboratorien und die mit dem Forschungsbau beschaffte Geräteinfrastruktur werden aber auch neue Projekte im Bereich der Energiespeicherung, -wandlung und damit verknüpften Themen ermöglichen. Vor allem die sehr erfolgreichen Nachwuchsgruppen des Zentrums für Materialforschung werden hier beste Arbeitsbedingungen vorfinden. Damit wird sich die JLU weiter als Motor für die elektrochemische Materialforschung und als Anziehungspunkt für junge Talente profilieren.“
Petra Zellner, Vertreterin des Direktors beim LBIH wies auf die besonderen Herausforderungen eines so komplexen Forschungsbaus hin: „Als LBIH gestalten wir hier zusammen mit vielen Partnern ein Projekt, das Architektur, Labortechnik und Wissenschaft von der ersten Planungsphase an konsequent zusammendenkt – etwa mit dem eigens integrierten Trockenraum für die Arbeit an hochsensiblen Batteriematerialien oder bei schwingungsfreien Labormodulen für präzise Messungen.“