KI bewegt die JLU
Eine voll besetzte Aula, ausgebuchte Workshops und ein Hackathon: Das zweite AI Summer Camp hat gezeigt, wie groß das Interesse an künstlicher Intelligenz und ihren Auswirkungen auf Forschung, Lehre und Gesellschaft ist
15. Oktober 2026
Von Tanja Trzeciak
„KI verändert alles“ – unter diesem Motto fand vom 15. bis 24. September das zweite AI Summer Camp der JLU statt. Das Camp, organisiert vom Zentrum für Angewandte Informatik und Data Science (ZAD) und der Servicestelle Hochschuldidaktik zusammen mit dem Fachbereich 07, bot ein vielseitiges Programm aus Keynotes, Workshops und praxisnahen Formaten. Die drei öffentlichen Abendveranstaltungen erreichten etwa 600 Besucherinnen und Besucher – mit einer positiven Resonanz, die weit über die Universität hinaus reichte.
Ein Höhepunkt war der Abend mit dem bekannten Wissenschaftsjournalisten Ranga Yogeshwar, der in der bis auf den letzten Platz besetzten Aula über die gesellschaftlichen Veränderungen durch technologische Innovationen sprach. Sein Appell, bei aller Begeisterung für KI das eigene Denken nicht zu vernachlässigen, bot reichlich Gesprächsstoff für die anschließende Podiumsdiskussion mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der JLU. Dabei stand insbesondere die Zukunft der Bildung im KI-Zeitalter im Mittelpunkt.
Die dritte Keynote mit Expertinnen der Kanzlei Jun Legal widmete sich den rechtlichen Herausforderungen des KI-Einsatzes, von Datenschutz über Urheberrecht bis zur Verantwortung beim Umgang mit KI-generierten Inhalten.
Auch die fachlich ausgerichteten Workshops waren durchweg ausgebucht. Ob neue Prüfungsformate, fortgeschrittene KI-Techniken oder rechtliche Fragen beim KI-gestützten Programmieren: Das breite Themenspektrum bot Interessierten aus allen Statusgruppen eine willkommene Gelegenheit, sich intensiv mit konkreten Anwendungen, Chancen und Grenzen auseinanderzusetzen.
Für große Aufmerksamkeit sorgte der studentische Hackathon mit dem bewusst provokanten Titel „Eine Abschlussarbeit an einem einzigen Tag?“. In diesem Experiment stellten sich Studierende der Herausforderung, wissenschaftliche Aufgaben unter Zeitdruck mit Unterstützung generativer KI zu bearbeiten. Schon jetzt zeigt sich, dass die Ergebnisse sowohl für die Teilnehmenden als auch für die wissenschaftliche Auswertung ausgesprochen spannend und aufschlussreich sind. Das innovative Format soll, so das Organisationsteam, deshalb im kommenden Jahr deutlich ausgebaut werden.
Das AI Summer Camp hat in seiner zweiten Auflage erneut fächer- und fachbereichsübergreifend neue Impulse gesetzt und die zukünftige Transformation in den Blick genommen. Einmal mehr wurde deutlich: Längst ist künstliche Intelligenz an der Universität ein Querschnittsthema in Lehre, Forschung, Transfer und Verwaltung; KI betrifft rechtliche Fragen und gesellschaftliche Verantwortung. „Wir sind gespannt auf die Entwicklungen des kommenden Jahres und freuen uns jetzt schon auf das AI Summer Camp 2027“, sagt Joss von Hadeln. Und er verrät: „Erste Ideen für Keynotes und Workshops werden bereits diskutiert.“