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KI bewegt die JLU

Eine voll besetzte Aula, ausgebuchte Workshops und ein Hackathon: Das zweite AI Summer Camp hat gezeigt, wie groß das Interesse an künstlicher Intelligenz und ihren Auswirkungen auf Forschung, Lehre und Gesellschaft ist

15. Oktober 2026

Von Tanja Trzeciak

Blick auf Aula von Empore
Gesellschaftliche Veränderungen durch technologische Innovationen: Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar war beim AI Summer Camp 2026 zu Gast in der vollbesetzten Aula. - Fotos: Alexander Schütze

„KI verändert alles“ – unter diesem Motto fand vom 15. bis 24. September das zweite AI Summer Camp der JLU statt. Das Camp, organisiert vom Zentrum für Angewandte Informatik und Data Science (ZAD) und der Servicestelle Hochschuldidaktik zusammen mit dem Fachbereich 07, bot ein vielseitiges Programm aus Keynotes, Workshops und praxisnahen Formaten. Die drei öffentlichen Abendveranstaltungen erreichten etwa 600 Besucherinnen und Besucher – mit einer positiven Resonanz, die weit über die Universität hinaus reichte.

Ein Höhepunkt war der Abend mit dem bekannten Wissenschaftsjournalisten Ranga Yogeshwar, der in der bis auf den letzten Platz besetzten Aula über die gesellschaftlichen Veränderungen durch technologische Innovationen sprach. Sein Appell, bei aller Begeisterung für KI das eigene Denken nicht zu vernachlässigen, bot reichlich Gesprächsstoff für die anschließende Podiumsdiskussion mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der JLU. Dabei stand insbesondere die Zukunft der Bildung im KI-Zeitalter im Mittelpunkt.

Eine Person vor großem Bildschirm
Verantwortung der Universitäten im Blick: Philosoph und Zukunftsforscher Christian Uhle bei seinem Vortrag im Margarete-Bieber-Saal.
Einen besonderen Akzent setzte der Philosoph und Zukunftsforscher Christian Uhle. Unter dem Titel „Künstliche Intelligenz und echtes Leben“ beleuchtete er, wie KI nicht nur unsere Arbeitswelt, sondern zunehmend auch menschliche Beziehungen und unser gesellschaftliches Miteinander verändert. Im anschließenden Gespräch mit ZAD-Geschäftsführer Dr. Joss von Hadeln rückte insbesondere die Verantwortung der Universitäten in den Fokus. Wie müssen sich Bildung und Forschung verändern, wenn KI immer mehr Aufgaben übernimmt? Und welche menschlichen Kompetenzen werden dadurch umso wichtiger? Ein ebenso nachdenklicher wie anregender Abend, der deutlich machte, dass die Auseinandersetzung mit KI weit über technische Fragen hinausgeht.

Die dritte Keynote mit Expertinnen der Kanzlei Jun Legal widmete sich den rechtlichen Herausforderungen des KI-Einsatzes, von Datenschutz über Urheberrecht bis zur Verantwortung beim Umgang mit KI-generierten Inhalten.

Auch die fachlich ausgerichteten Workshops waren durchweg ausgebucht. Ob neue Prüfungsformate, fortgeschrittene KI-Techniken oder rechtliche Fragen beim KI-gestützten Programmieren: Das breite Themenspektrum bot Interessierten aus allen Statusgruppen eine willkommene Gelegenheit, sich intensiv mit konkreten Anwendungen, Chancen und Grenzen auseinanderzusetzen.

Für große Aufmerksamkeit sorgte der studentische Hackathon mit dem bewusst provokanten Titel „Eine Abschlussarbeit an einem einzigen Tag?“. In diesem Experiment stellten sich Studierende der Herausforderung, wissenschaftliche Aufgaben unter Zeitdruck mit Unterstützung generativer KI zu bearbeiten. Schon jetzt zeigt sich, dass die Ergebnisse sowohl für die Teilnehmenden als auch für die wissenschaftliche Auswertung ausgesprochen spannend und aufschlussreich sind. Das innovative Format soll, so das Organisationsteam, deshalb im kommenden Jahr deutlich ausgebaut werden.

Das AI Summer Camp hat in seiner zweiten Auflage erneut fächer- und fachbereichsübergreifend neue Impulse gesetzt und die zukünftige Transformation in den Blick genommen. Einmal mehr wurde deutlich: Längst ist künstliche Intelligenz an der Universität ein Querschnittsthema in Lehre, Forschung, Transfer und Verwaltung; KI betrifft rechtliche Fragen und gesellschaftliche Verantwortung. „Wir sind gespannt auf die Entwicklungen des kommenden Jahres und freuen uns jetzt schon auf das AI Summer Camp 2027“, sagt Joss von Hadeln. Und er verrät: „Erste Ideen für Keynotes und Workshops werden bereits diskutiert.“