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Artikelaktionen

Daniel Höft

Doktorand am IfPh (bei Prof. Dr. Gerson Reuter)
Daniel
Daniel Höft
Rathenaustr. 8, 2. Stock, Raum 201
35394 Giessen
Tel.: + (49)-641-99-15522

E-mail:

Sekretariat:
Alexandra Darabos
Raum 209
Tel.: + (49)-641-99-15531
Fax: + (49)-641-99-15539
E-Mail: 

 

Sprechstunde: nach Vereinbarung

 

Arbeitsgebiete

  • Schwerpunkte: sprachliches Verstehen und Bedeutungstheorien (v.a. der Einfluss des Kontexts auf den wörtlichen Gehalt unserer Äußerungen, Unterschiede zwischen sprachlichen und nicht-sprachlichen Handlungen und Theorien des Erstspracherwerbs), Erkenntnistheorie und Wahrnehmungstheorie, Metaphilosophie und philosophischer Streit
  • Interessen: Sprachskepsis in der europäischen Literatur, Handlungstheorie, Willensfreiheit, personale Identität, Verantwortung, Ethik, Rechts- und Staatsphilosophie (speziell: Legitimität von Herrschaft)

 

Lehrveranstaltungen

Wintersemester 2018-19

  • Seminar: Das Blue Book – Über Gewissheit
  • Wittgensteins sogenanntes Blue Book (in einem blauen Einschlag gebundene und vervielfältigte Vorlesungsunterlagen aus den Jahren 1933 und 1934) war vor allem für ein paar Ausgewählte und seine Studierenden in Cambridge gedacht.  Es stellt eine frühe englischsprachige Vorstufe der Philosophischen Untersuchungen dar, die vielleicht zugänglicher ist als die Untersuchungen selbst. Das legt schon der Beginn nahe, da hier eine für das Buch zentrale und für die Philosophie typische Was-ist-Frage benannt wird.

    „WHAT is the meaning of a word?
    Let us attack this question by asking, first, what is an explanation of the meaning of a word; what does the explanation of a word look like?
    The way this question helps us is analogous to the way the question "how do we measure a length" helps us to understand the problem "what is length?"
    The question "What is length?", "What is meaning?", "What is the number one?" etc., produce in us a mental cramp. We feel that we can't point to anything in reply to them and yet ought to point to something. (We are up against one of the great sources of philosophical bewilderment: a substantive makes us look for a thing that corresponds to it.)“ (Wittgenstein 1934/1965, S. 1)

    Statt aber diese  Was-ist-Frage direkt anzugehen, nimmt sich Wittgenstein Zeit, darüber nachzudenken, wie solche Fragen überhaupt angegangen werden können. Das zieht sich durch das gesamte Blue Book und deshalb eignet es sich besonders gut als Einführung in Wittgensteins Art, philosophische Fragen zu behandeln. Ausgehend davon, wollen wir uns gegen Ende des Seminars ausgewählte Passagen aus Über Gewissheit ansehen, an denen Wittgenstein wesentlich später, kurz vor seinem Tod (1951) arbeitete. Dort geht es nicht mehr primär um Bedeutung, sondern um Wissen und skeptische Herausforderungen. Allerdings stehen auch hier wieder typische Was-ist-Fragen im Mittelpunkt. Die Hoffnung ist, dass Über Gewissheit vor dem Hintergrund des Blue Books klarer wird. Günstige Ausgabe:

    Wittgenstein, Ludwig. 1934. Preliminary Studies for the Philosophical Investigations, generally known as The Blue and Brown Books. HarperPerennial. New York. 1965.

Sommersemester 2018

    • Seminar: Zur Semantik-Pragmatik-Unterscheidung
    • Ich hätte gern die Yakisoba.
      Mit diesem Satz kann ich einen Wunsch ausdrücken. Aber wenn ich das in einem Restaurant sage, dann wahrscheinlich vor allem, um eine Bestellung aufzugeben. Vor dem überraschenderweise geschlossenen Restaurant stehend, wird das wahrscheinlich nicht die Absicht hinter meiner Äußerung sein. In dem Fall werde ich vielleicht eher meinem Bedauern darüber Ausdruck verleihen, dass das Restaurant geschlossen ist. (Vermutlich mit einer anderen Betonung als im ersten Fall.)
      D.h. einerseits hat der Satz eine wörtliche Bedeutung (dass ich Yakisoba möchte), aber andererseits kann ich damit auch weitere Dinge aussagen oder tun, je nach Kontext. Üblicherweise zählt ersteres in den Bereich der Semantik und letzteres in den der Pragmatik.
      Die Unterscheidung zwischen Semantik und Pragmatik ist sowohl in der Linguistik als auch in der Sprachphilosophie eine häufig gemachte. Allerdings ist abseits einschlägiger Formulierungen wie den obigen unklar, was das genau für eine Unterscheidung ist.
      Aus der Perspektive der Frage, was sprachliches Verstehen ausmacht, soll die Unterscheidung deshalb im Seminar untersucht werden. Dabei werden wir uns besonders auf Debatten um kontextualistische Bedeutungstheorien konzentrieren. In diesen Debatten geht es darum, ob und wie der Kontext einer Äußerung deren Bedeutung bestimmt. Mögliche Fragestellungen, die sich daraus ergeben sind:

      Wie ist das Verhältnis von Semantik und Pragmatik?
      Ermöglicht semantisches Verstehen erst pragmatisches Interpretieren?
      Welche Möglichkeiten gibt es überhaupt, die Unterscheidung zu verstehen?
      Fängt die Unterscheidung einen echten Unterschied ein?
      Gibt es überhaupt so etwas wie semantisches Verstehen oder wörtliche Bedeutung?
      Wenn ich, um für jemand anderen zu bestellen, den Satz äußere Ich hätte gern die Yakisoba, sage ich dann etwas Falsches?

       
      Es werden fast ausschließlich englische Texte gelesen. Außerdem richtet sich das Seminar eher an fortgeschrittene Studierende.
      Zur weiteren Orientierung nützlich: https://philpapers.org/browse/semantics-pragmatics-distinction/

    Wintersemester 2017-18

    • Seminar: George Berkeley
    • Obwohl Berkeley zu den berühmtesten Philosophen der Neuzeit gehört und nicht nur auf Schullehrplänen ab und an mal neben Descartes, Locke und Hume auftaucht, scheint er in der universitären Lehre eher vernachlässigt. Möglicherweise zu Recht? Schließlich wird die Berkeley zugeschriebene Position des Immaterialismus oder des Idealismus (derzufolge alles Sein nur im Geist bzw. im Wahrnehmen existiert) von nicht wenigen für mausetot gehalten.

      Ziel des Seminars ist es daher, anhand intensiver Lektüre zweier zentraler Texte Berkeleys (den Prinzipien von 1710 und den Dialogen von 1713) der Frage nachzugehen, ob man Berkeley begründetermaßen für mausetot halten sollte oder nicht. Dabei könnten sich Berkeleys Thesen und Argumente als überraschend haltbar und modern herausstellen – oder auch nicht. Das wird sich im Seminar (idealerweise) zeigen.

      Das Seminar soll dementsprechend im besonderen Maße dazu dienen, philosophische Textinterpretation einzuüben.

      Berkeley bietet dabei Anknüpfungspunkte für vielfältige Interessen, da er sich sowohl in den Prinzipien als auch in den Dialogen mit einer Vielzahl verschiedener großer Fragestellungen beschäftigt und nicht nur mit vereinzelten Spezialproblemen.

      Was heißt es eigentlich, etwas wahrzunehmen?
      Was ist Wirklichkeit?
      Was sind die Grundstrukturen der Welt?
      Was ist Materie und gibt es das überhaupt?
      Können wir überhaupt etwas Wissen?
      Woher weiß ich, dass es noch andere Geister wie mich gibt?
      Gibt es Gott?
      Können Gott und Böses in der Welt zugleich existieren?
      Wie ist das Verhältnis von alltäglicher Rede über die Welt und Metaphysik?

      Zudem bieten beide Texte einerseits die Möglichkeit, eine große Zahl verschiedener Argumentationsstrategien kennenzulernen und andererseits die Möglichkeit, zwei philosophische Textformen zu vergleichen. Während die Prinzipien ihrer Form nach vielen aktuellen Artikeln in Fachzeitschriften nicht unähnlich sind, sind die Dialoge (überraschenderweise) Dialoge – zwar im Stile Platons, aber doch (vielleicht) entscheidend anders.

       

      Als Textgrundlage kann sowohl eine englische als auch eine deutsche Ausgabe verwendet werden, obwohl sich unter anderem aus preislichen Gründen folgende englische Ausgabe besonders anbietet:

      Berkeley, George. Principles of Human Knowledge and Three Dialogues between Hylas and Philonous. Hrsg. Roger Woolhouse. Penguin Books: London. 2004.

      Letztlich wird die reibungslose Kommunikation in Bezug auf konkrete Textstellen im Seminar dadurch ermöglicht, dass die Prinzipien bereits von Berkeley selbst in nummerierte, kurze Abschnitte unterteilt wurden und wir für die Dialoge eine einheitliche Paginierung nach inhaltlichen Gesichtspunkten vereinbaren werden.

    Sommersemester 2017

    • Seminar: Was ist Wissen und was ist Begriffsanalyse? - Das Gettierproblem und metaphilosophische Komplikationen
    • Die Frage, was Wissen ist, könnte durch eine Begriffsanalyse bzw. Begriffsdefinition beantwortet werden. Aber was ist eigentlich eine Begriffsanalyse bzw. Definition? Anders gefragt: Was macht man (oder was kann man machen), wenn man Begriffe analysiert oder Definitionen aufstellt und prüft? Dieser metaphilosophischen Frage soll im Seminar anhand einer der berühmtesten begriffsanalytischen Debatten nachgegangen werden – der Debatte um das sogenannte Gettierproblem.

      Eine populäre Definition für Wissen besagt, Wissen sei immer eine wahre und (in irgendeiner Weise) gerechtfertigte Meinung oder Überzeugung. Dass es aber wahre gerechtfertigte Überzeugungen gibt, die dennoch nicht Wissen sind, beansprucht Edmund L. Gettier III in seinem berühmten und sagenhaft kurzen Aufsatz „Is Justified True Belief Knowledge?“ (1963) anhand entsprechender Beispiele gezeigt zu haben. Das Seminar wird sich vor allem mit zentralen Diagnosen und Lösungsvorschlägen für das Gettierproblem beschäftigen und dabei die immer noch laufende Debatte bis mindestens in das Jahr 2015 verfolgen. Metaphilosophische Texte werden (voraussichtlich) nicht im Seminar behandelt. Stattdessen sollen die Texte zum Gettierproblem auch in metaphilosophischer Perspektive kritisch untersucht werden. Eine Prognose für diese Untersuchung ist, dass sich einige Probleme für begriffsanalytische Verfahren zeigen werden.

      Das Seminar richtet sich an alle, die entweder noch gar nichts über die Debatte wissen oder nur Gettiers grundlegenden Text kennen. Vor allem für Masterstudierende werden allerdings zusätzliche Sitzungen mit ergänzenden oder weiterführenden Texten angeboten.

      Es empfiehlt sich, Gettiers zwei- bis dreiseitigen Text schon vor der ersten Sitzung zumindest grob zu lesen:

      http://www.ditext.com/gettier/gettier.html

    Wintersemester 2016-17

    • Seminar: Kripkenstein
    • Woher weißt du, dass du früher mit „Holzhacken“ gemeint hast, was du jetzt mit „Holzhacken“ meinst und woher weißt du überhaupt, was du jetzt mit „Holzhacken“ meinst? Eine skeptische Antwort darauf ist: Du kannst nicht wissen, was du mit „Holzhacken“ (oder irgendeinem anderen Ausdruck) meinst.
      In seinem vieldiskutierten kleinen Buch „Wittgenstein über Regeln und Privatsprache“ formuliert Kripke sowohl Begründungen für diese Form sprachlicher Skepsis als auch einen Lösungsvorschlag.
      Schon Kripke selbst sieht den Inhalt des Buches aber (anders als der Titel suggeriert) nicht unbedingt als exegetische Wiedergabe Wittgensteins, und auch nicht vollständig als seine eigene Position. Dementsprechend hat sich das Portmanteau „Kripkenstein“ eingebürgert, um denjenigen zu bezeichnen, der sowohl die Begründung des Problems als auch den Lösungsvorschlag vertritt. 
      Auch im Seminar wird es nicht darum gehen, ein Verständnis von Wittgensteins Ansichten zu einer Privatsprache oder dem Befolgen von Regeln zu erwerben. Anhand der deutschen suhrkamp-Ausgabe sollen im Seminar vielmehr Kripkensteins Thesen und Argumente kritisch erarbeitet werden. Dabei wird es voraussichtlich in der ersten Hälfte des Seminars um das skeptische Problem gehen, in der zweiten dann um den Lösungsvorschlag. Letztlich wird sich das Tempo der Veranstaltung aber nach den regelmäßig im Seminar erscheinenden Menschen richten.
      Für die ersten Sitzungen wird der Anfang des Textes auf Stud.IP zur Verfügung stehen. Wer aber entscheidet, das Seminar weiter zu besuchen, sollte sich diesen recht günstigen jüngeren Klassiker anschaffen.
      Da das Ableiten von Regeln aus (vergangenen) Handlungen im Seminar eine Rolle spielen wird, ist es vielleicht nicht schlecht, das folgende Rätsel als ersten Zugang zum Seminarthema zu nutzen:
      http://www.nytimes.com/interactive/2015/07/03/upshot/a-quick-puzzle-to-test-your-problem-solving.html?_r=0

    Sommersemester 2016

    • Seminar: Rechtfertigung und Zweifel
    • Oft glauben wir, was uns von Freunden, Ärzten, Journalisten und Schulbüchern berichtet wird. Noch öfter glauben wir, was wir sehen, schmecken und riechen. Wir bilden sogar auf dieser Grundlage Überzeugungen über die Vergangenheit und Zukunft. Haben wir aber ein Recht, überhaupt Überzeugungen aus diesen Quellen zu haben? Sollten wir nicht mindestens an einigen Überzeugungen zweifeln oder sie sogar aufgeben? All diese Fragen hängen mit der zusammen, ob unsere Überzeugungen einen Standard erfüllen, wodurch es angemessen, richtig oder vernünftig ist, sie zu haben.
      Ein solcher Standard ist die epistemische Rechtfertigung, also das richtige Verhältnis einer Überzeugung (oder des Habens einer Überzeugung) zu Wissen oder Wahrheit. Wie dieses richtige Verhältnis von Überzeugung zu Wissen oder Wahrheit, wie also der zu erfüllende Standard genau aussieht, ist Gegenstand der erkenntnistheoretischen Debatten um epistemische Rechtfertigung.
      Im Seminar werden ausgewählte Texte (hauptsächlich aus dem 20. und 21. Jahrhundert, aber auch z.B. Texte von Descartes oder Hume) zu entsprechenden rechtfertigungstheoretischen Fragen diskutiert. Dabei soll es um drei Dinge gehen: Erstens führt das Seminar in diejenigen Fragen ein, die Rechtfertigungsdebatten überhaupt erst anregen. Zweitens wird ein Überblick über einige der meistdiskutierten Theorien anhand beispielhafter Texte ermöglicht. Drittens soll im Seminar geklärt werden, welche Anforderungen eine erfolgreiche Rechtfertigungstheorie erfüllen muss.
      Ein Fokus wird auf dem Gegensatz zwischen zwei grundverschiedenen Arten der Rechtfertigung liegen: wahrheitsgarantierende Rechtfertigung und Rechtfertigung, die es auch für falsche Überzeugungen geben kann. Gemeinsam (voraussichtlich in der ersten Sitzung) wird geklärt, wie ausgeprägt die Rolle von Begriffen des Zweifels im Seminar sein wird, da deren Rolle in der Literatur größtenteils vernachlässigt wird.

      Einführende Lektüre (deren Kenntnis nützlich ist, aber nicht vorausgesetzt wird):

      Internet Encyclopedia of Philosophy (IEP): Epistemology (3. The Nature of Justification)
      http://www.iep.utm.edu/epistemo/#H3

      Stanford Encyclopedia of Philosophy (SEP): Epistemology (2. What is Justification? , 3. The Structure of Knowledge and Justification)
      http://plato.stanford.edu/entries/epistemology/#WIJ