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Rückschau: Die Autoritäre Welle im Westen III

Rückschau: Die Autoritäre Welle im Westen III

Was will die AfD? Eine Partei verändert Deutschland – Podiumsdiskussion mit Prof. Claus Leggewie, Dr. Justus Bender und Ali Can

 

Die letzte Veranstaltung der von Ludwig-Börne-Professor Claus Leggewie (ZMI) kuratierten Vortragsreihe „Die autoritäre Welle im Westen“ befasste sich mit dem Erstarken der rechtspopulistischen Partei Alternative für Deutschland (AfD) und deren Hintergründe und Ziele. Dazu nahmen neben Prof. Leggewie auch der Journalist und Buchautor Dr. Bender (Frankfurter Allgemeine Zeitung) und der Gießener Lehramtsstudent Ali Can (hotline-besorgte-buerger.de; interkulturell-leben.de) auf dem Podium Platz. Eröffnet wurde die Veranstaltung durch den Präsidenten der Universität Gießen, Prof. Joybrato Mukherjee. Er ging bei seiner Begrüßungsrede darauf ein, dass sich durch die AfD der politische Diskurs und die politische Diskussion insgesamt in Deutschland verändert hätten. Daraus resultiere die Aufgabe an die Universität, sich als Bildungsinstitution mit dieser Thematik auseinanderzusetzen.

 

Anknüpfend an diese durch den Präsidenten aufgezeigte Herausforderung stellte Prof. Leggewie das neue Buch von Dr. Bender Was will die AfD? vor. Die Publikation sei der Versuch eines ausgewiesenen Experten, sich fair mit dieser Partei auseinanderzusetzen. Dr. Bender legte zunächst deutliche Radikalisierungs- und Professionalisierungsentwicklungen innerhalb der Partei seit deren Gründung dar. So seien die früheren Themenschwerpunkte „Euro“ und „Griechenland“ durch einen Fokus auf „Flüchtlinge, Sicherheit und Muslime“ abgelöst worden. Außerdem habe sich das Personal der Partei durch eine bessere Finanzierung auch professionalisiert. Daran anschließend charakterisierte Dr. Bender die AfD als autoritär-völkische Partei, in deren Selbstverständnis keine republikanische, sondern eine ethnische Definition des Volksbegriffs Anwendung findet. Der Rekurs auf das Abendland sei indes nur als rhetorische Figur zu verstehen, da seitens der AfD vermehrt Angriffe auf Kirchen und kirchliche Institutionen wie das Kirchenasyl zu beobachten sind. Dies gelte ebenfalls für andere staatliche Institutionen, wie den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Als konkrete Handlungen einer potentiellen Regierungsarbeit der Partei machte Dr. Bender u.a. die Schließung von Koranschulen, die Stärkung des traditionellen Rollenverständnisses in Familien, eine defizitäre Steuerpolitik und einen weitgehenden Finanzierungsstopp für Genderstudien und ‚linke Milieus‘ aus. Mit Blick auf die Analyse der Wählerschaft der AfD bemerkte Dr. Bender, dass man das subjektive Gefühl des Abgehängtseiens von den in der Realität schwächer gestellten WählerInnen trennen müsse. Im Besonderen ging er hier auf die strukturschwachen und bei staatlichen Investitionen vernachlässigten ländlichen Gebiete und die Angst vor einem Kontroll- und Ordnungsverlust an sich als mögliche Ursachen ein. Prof. Leggewie schloss sich diesem Argument an und erweiterte es um eine globale Perspektive. So sei das steigende Problem des Stadt-Land-Gefälles mit abgehängten Regionen durch schlechte Infrastruktur und fehlende kulturelle Angebote weltweit zu beobachten. Die Agenda der AfD sei hierbei jedoch keine Hilfe, so Dr. Bender. Sie stelle vielmehr eine Abkehr von der repräsentativen Demokratie dar.

 

Lehramtsstudent Ali Can gründete 2016 den Verein Interkultureller Frieden e.V. und in diesem Rahmen auch die Hotline für besorgte Bürger, die sich als Gesprächsangebot an Menschen richtet, die Fragen rund um „Migration, Flüchtlinge, Migranten, Islam“ haben. In diesem Kontext entstand auch das Video, das Ali Can in der zweiten Hälfte der Veranstaltung zeigt. Der Ausschnitt zeigt ihn bei seinem Besuch einer Pegida-Kundgebung in Dresden, die vom WDR begleitet wurde (das Video finden Sie in voller Länge hier.) Ali Can hat sich zum Ziel gesetzt, zur Verbesserung der Kommunikation und des Miteinanders beizutragen. Er sieht dies als langen Prozess, zu dem er mit seinen Projekten einen Teil betragen will, damit festgefahrene Denkmuster und einseitige Sichtweisen durchbrochen werden können. In seinen Gesprächen im Rahmen der Hotline für besorgte Bürger seien die am meisten angesprochenen Themen Religion, Kultur und Integration gewesen. Auch hierbei sei die Argumentation über Zahlen und Fakten nicht immer zielführend, da Empfindungen wie Kontrollverlust und Ungerechtigkeit überwiegen würden.

 

In der anschließenden Diskussion wurde die Frage aufgeworfen, ob die AfD auch ein Symptom einer in Deutschland offenen Identitätsfrage sei und inwiefern man diese Frage mit Rücksicht auf Unterschiede von Stadt zu Land diskutieren müsse.

Abschließend ging Prof. Leggewie noch auf den Ausgang der Wahlen in Frankreich ein und führte die Wahl Emmanuel Macrons als Chance für Europa und gegen den Populismus an.

 

Prof. Leggewie äußerte sich auch in einem Interview mit dem Deutschlandfunk zur aktuellen Lage der Populisten in Europa. Das Interview finden Sie in voller Länge hier.

Die Berichterstattung der Presse finden Sie hier (Gießener Allgemeine) und hier (Gießener Anzeiger).

 

(06.06.17, Ina Daßbach)

Veranstaltungshinweis: Claus Leggewie und Erik Meyer stellen heute ab 18 Uhr ihr Buch „Global Pop: Das Buch zur Weltmusik“ vor

Veranstaltungshinweis: Claus Leggewie und Erik Meyer stellen heute ab 18 Uhr ihr Buch „Global Pop: Das Buch zur Weltmusik“ vor

Anlässlich ihrer Publikation „Global Pop: Das Buch zur Weltmusik“ veranstalten Claus Leggewie und Erik Meyer eine Buchvorstellung mit Diskussion zu politischen Aspekten globaler Popmusik an der JLU. Das Event findet heute Abend, 06. Juni, von 18 Uhr bis 20:30 im Musiksaal (Phil II D019) statt. Interessierte sind herzlich eingladen.

Zum Buch: Die Publikation umfasst 44 Beiträge von 32 AutorInnen und dient als interdisziplinäres Kompendium zur gesamten Bandbreite des Themenbereichs „Weltmusik“. Analysiert werden historische und aktuelle Entwicklungen unter Einbeziehung (pop-)kultureller Globalisierungs- und Digitalisierungsphänomene und kulturwissenschaftlicher, sowie marktwirtschaftlicher Perspektiven darauf. Mit dieser interdisziplinären Mischung wurden die Herausgeber ihrem Anspruch gerecht, eine im deutschsprachigen Raum einmalige und neuartige Publikation zu konzipieren. Dabei wurde der Obertitel Global Pop bewusst gewählt, um so die globale Betrachtung der Thematik in den Fokus zu rücken und zugleich die gegenseitige Beeinflussung von lokalen und globalen musikalischen Strömungen und der Digitalisierung von Musik hervorzuheben.

Die Publikation ist seit Ende März im Handel erhältlich.

Ein Interview von Prof. Claus Leggwie zu dieser Publikation finden Sie hier.

(06. Juni 2017, Ann-Marie Riesner)

100 Tage Trump – Die Bilanz der Bilanz

100 Tage Trump – Die Bilanz der Bilanz



 

Wie bilanziert man die ersten 100 Tage der Präsidentschaft von Donald Trump und ist dies die Aufgabe der Universität? Unbedingt! Dieser Auffassung waren zumindest die DiskutantInnen der von dem Zentrum für Medien und Interaktivität (ZMI) und dem Institut für Politikwissenschaft (JLU) veranstalteten Podiumsdiskussion 100 Tage Trump am 28. April 2017. Die Podiumsdiskussion in der Aula des Universitätshauptgebäudes war sehr gut besucht und bot einen guten Anschluss an die viel gelobten Veranstaltungen zur US‑Wahlnacht und zum Brexit, die ebenfalls in Zusammenarbeit des ZMI und des Instituts für Politikwissenschaft organisiert wurden. So begrüßte  Prof. Dr. Christine Wiezorek (Studiendekanin des Fachbereichs für Sozial- und Kulturwissenschaften) die ZuhörerInnen und DiskutantInnen und betonte die Wichtigkeit der wissenschaftlichen Begleitung tagespolitischer Ereignisse. Sie ging auf die Aufgabe der Wissenschaft, sich öffentlich zu positionieren und sich eine Haltung anzueignen ein und erklärte ihre Freude über die so zahlreich erschienenen ZuhörerInnen.

Moderiert wurde die Diskussion von Prof. Abendschön (Professur für Methoden der Politikwissenschaft, JLU), die zu Beginn die drei einleitenden Fragen stellte: Wie fällt die Bilanz der ersten 100 Tage von Donald Trumps Amtszeit aus? Wie beurteilen die DiskutantInnen den Ausblick auf die weitere Amtszeit? Was haben wir innen- sowie außenpolitisch von Donald Trump zu erwarten? Eingeladen um diese Fragen zu diskutieren waren ProfessorInnen aus Politikwissenschaft, Sozialwissenschaft und Japanologie sowie ein Vertreter der Presse.

Andreas Schwarzkopf (Frankfurter Rundschau) sprach aus der Rolle des kritisch-analytischen Journalisten und ging als solcher auf das gespannte Verhältnis Trumps zu den Medien ein. Im Besonderen thematisierte er die Verunglimpfung der Medien als ‚Lügenpresse‘, die Nutzung von fake news im Wahlkampf und die Ausgrenzung der freien Presse von Berichterstattungen im Weißen Haus. In diesem Zusammenhang betonte er jedoch auch den Willen der Medien, kritisch zu bleiben und die gesteigerten Auflagen führender amerikanischer Zeitungen wie der New York Times oder der Washington Post. Außerdem ging er auf Trumps, in seinen Augen „Katastrophenbilanz“ ein und nannte als Beispiele die gescheiterte Steuerreform und die Abschaffung von Obamacare. Im weiteren Verlauf spannte er den Bogen zu dem globalen Phänomen des Aufstrebens von Rechtspopulisten und lenkte den Blick auf die Frage, ob Trump Symptom oder Wirkung dieses Phänomens sei. Andreas Schwarzkopf identifizierte den Sieg Trumps als Niederlage der etablierten Parteien, die seiner Ansicht nach keine ausreichenden Antworten auf die drängenden Fragen unserer Zeit gefunden haben. Abschließend spannte er den Bogen zu dem militärischen Schutz, den die USA für Europa und Deutschland lange boten und argumentierte hier, dass die EU zukünftig bereit und in der Lage sein müsse, sich militärisch selbst zu verteidigen, da man sich nun nicht mehr zurücklehnen und auf die Hilfe der USA vertrauen könne.

Prof. Verena Blechinger-Talcott (Professur für Japanologie, Freie Universität Berlin) ging auf das Verhältnis der USA zu den Ländern Asiens ein und betonte hier die großen Unsicherheiten, die sich aus Trumps unklarem politischem Kurs ergäben. So sei die japanische Regierung sehr besorgt über die Äußerungen Trumps im Wahlkampf und erst seit einem Staatsbesuch nach der Wahl beruhige sich die Lage etwas. Die Situation sei jedoch auch für die Regierung der USA problematisch, da es dort keinen Experten für Asienpolitik gäbe und Südkorea und Japan die beiden entscheidenden Bündnispartner der USA in Asien seien. Im Gegensatz dazu stehen jedoch die Wichtigkeit Asiens in handels- und sicherheitspolitischen Fragen und die Möglichkeiten die sich dort für Trump böten, Asien als Bühne für sich zu nutzen. Als Ausblick betonte Prof. Blechinger-Talcott die immer wichtiger werdende Rolle Chinas in der Weltpolitik.

Prof. Helmut Breitmeier (Professur für internationale Beziehungen, JLU) ging ebenfalls auf das Fehlen außenpolitischer Konzepte und Strategien der Regierung Trump ein und bezeichnete die USA in diesem Zusammenhang als „Weltmacht im Abstieg“, da die Probleme der Vorgängerregierung geblieben und lediglich durch neue Probleme ergänzt worden sein. Als zukünftig relevante politische Probleme identifizierte er unter anderem den Umweltschutz und die Armutsbekämpfung. Auch Prof. Breitmeier argumentierte für ein neues europäisches Sicherheitskonzept, da man sich in Europa zu lange allein auf die Hilfe der USA verlassen habe.

Prof. Dr. Claus Leggewie (Inhaber der Ludwig Börne-Professur, ZMI/JLU) beschrieb Trumps ideologische Grundlagen als faschistoid und autoritär. Er ging auf die Gefahren für die amerikanische Demokratie und die Normen und Werte des Westens ein und erklärte in diesem Zusammenhang die Bedeutung des Widerstands der Zivilgesellschaft. Weiterhin ordnete er Trumps Handlungen in verschiedene Typen ein: Als Erstes beschrieb er ‚Trump the American‘ als äußerst liberalen, sozialkonservativen und religiösen Politiker. Es folgte ‚Trump the European‘ mit Elementen des europäischen Faschismus und dessen völkisch-autoritärem Denken. Danach beschrieb er ‚Trump the Anti-European‘ als Demonstrationseffekt auf einen Paradigmenwechsel von „links-liberaler Modernität zu einem völkisch-autoritären Nationalismus“. Als letzten Typ zeichnete er ‚Trump als Quasi-Europäer‘, der die Medialisierung der Politik im Stile eines Silvio Berlosconi einerseits wie ein Unterhaltungskünstler ausreizte, andererseits aber auch Politik und Medien zueinander in Opposition stellte. Prof. Leggewie argumentierte, der Sieg Trumps sei nicht nur über soziale Fragen, sondern auch über einen tief verwurzelten Hass auf kulturelle Diversität möglich geworden. Europa, so forderte er, solle Trump nicht nur belächeln, sondern eigene Antworten auf die Fragen der Gegenwart finden und so zum Hort der kulturell-westlichen Werte in der Welt werden.

Prof. Greta Olson (Professur für English and American Literature and Cultural Studies, JLU) ging auf den Widerstand der Justiz im Fall des Einreiseverbots für Menschen aus sieben Ländern mit überwiegend muslimischer Bevölkerung ein und lobte in diesem Zusammenhang die „robuste amerikanische Verfassung“. Außerdem beschrieb sie die starke Zunahme von Kriminalität gegenüber MuslimInnen und der Benachteiligung von Frauen, Queers und schwarze AmerikanerInnen. Als positive Effekte bezeichnete sie die politisierende Wirkung  einer so kontroversen Regierung und Demonstrationen wie den Womens March.

Prof. Dorothée de Nève (Professur für Politisches und Soziales System Deutschlands/ Vergleich politischer Systeme, Stellvertretende Direktorin ZMI, JLU) ging auf die Bezüge der politischen Ereignisse in den USA zu europäischer und deutscher Politik ein.  Besonders die Tendenzen zur vorschreitenden Spaltung der Gesellschaft sein hier zu thematisieren. Prof. de Nève beschrieb eine zunehmende Tendenz zum Antiamerikanismus, der quer durch alle politischen Lager zu beobachten sei. Außerdem wie sie auch auf die Formen des Widerstands gegen Trumps Regierung hin, die teils auch in Europa aufgenommen werden würden. Im weiteren Verlauf ging sie auf die Bedeutung von Verhaltenskonsolidierung der BürgerInnen als Ergänzung zu stabilen politischen Verfassungen ein. Hier seien demokratische Grundhaltungen und „Anstand“ bei politischen Eliten, wie bei den BürgerInnen von essentieller Bedeutung. Andernfalls drohe das demokratische politische System schnell Risse zu bekommen, welche auch das menschliche Miteinander angreifen könnten. Zusätzlich ging Prof. de Nève auf die gesellschaftliche Anschlussmöglichkeit der politischen Agenda von Trump in Deutschland ein. So sei die Zustimmung für eine bestimmte Agenda größer als die Zustimmungsraten für bestimmte Parteien. Abschließend ging sie auf die politischen Prozesse ein, die ein Emporkommen von Donald Trump überhaupt erst möglich machen, und dass man diese genau untersuchen müsse um dies zukünftig zu verhindern.

In der anschließenden Diskussion mit dem Publikum wurden vor allem Thematiken wie die Legitimationskrise der westlichen Demokratien und die Möglichkeiten und Risiken der direkten Demokratie angesprochen. Außerdem wurden Fragen nach den potentiellen Gründen für die Wahl Donald Trumps aufgeworfen und Bezüge zu den in Europa anstehenden Wahlen erfragt.

Den Videomitschnitt der gesamten Veranstaltung finden Sie hier. Das ZMI möchte diese Gelegenheit nochmals nutzen um sich für die freundliche Unterstützung des Hochschulrechenzentrums der JLU herzlich zu bedankten.

Über die Veranstaltung wurde außerdem durch die Gießener Allgemeine (den Bericht finden Sie hier) und durch den Gießener Anzeiger (den Bericht finden Sie hier) berichtet.

(Ina Daßbach, 11.05.2017)

Die autoritäre Welle im Westen geht in die zweite Runde: Prof. Claus Leggewie spricht über ‚Die leere Mitte‘ gegen Marine Le Pen

Die autoritäre Welle im Westen geht in die zweite Runde

Prof. Claus Leggewie spricht über ‚Die leere Mitte‘ gegen Marine Le Pen

Frankreich zwischen zwei Wahlgängen ist Anlass genug, um die Vortragsreihe Die autoritäre Welle im Westen. USA, Frankreich, Deutschland. Wie stark ist der Nationalismus? fortzusetzen. Am 3. Mai 2017 beschäftigt sich Claus Leggewie (Inhaber der Ludwig Börne-Professur des ZMI, JLU Gießen) mit der Präsidentschaftswahl in Frankreich, bei der es ganz direkt auch um die EU und Frankreichs Beziehungen zu Deutschland ging. Vorab waren große Befürchtungen laut geworden, die autoritäre Welle würde auch Frankreich überrollen. Mit dem Teilerfolg von Emmanuel Macron ist nur scheinbar alles in Ordnung: Die Probleme dürften am Tag nach der Stichwahl am 8. Mai erst richtig anfangen. Leggewie stellt die Wahl 2017 in den zeitgeschichtlichen Kontext und beschreibt die schwierige Ausgangslage eines alternativen Politikmodus.

Die Veranstaltungsreihe findet in der Aula des JLU-Hauptgebäudes von 19:00 bis 21:00 Uhr statt. Am 31.05.2017  folgt ein Gespräch zwischen Dr. Justus Bender (Frankfurter Allgemeine), Claus Leggewie und Ali Can (JLU) zum Thema Was will die AfD? Eine Partei verändert Deutschland.

Weitere Informationen zur Reihe finden Sie hier.

(02.05.2017, Katharina Monaco)

aspekte2017

Prof. Claus Leggewie im Interview bei ZDF aspekte

Ist die Demokratie nicht die beste Regierungsform für das friedliche Zusammenleben der Menschen? Ersetzt man sie besser durch eine Epistokratie (einen Expertenrat), so wie es der US-amerikanische Philosoph Jason Brennan in seinem neuen Buch fordert? 

Diesem Thema widmet sich der Beitrag von Ludwig-Börne-Professor Claus Leggewie bei ZDF aspekte. Er argumentiert in seinem Beitrag für eine Stärkung der Demokratie, denn sie sei trotz allen Risiken und aktuellen Fehlentwicklungen die einzige absolut integrative Regierungsform. Claus Leggewie spricht sich im Gegensatz zu Jason Brennan für eine deliberative Demokratie aus, da diese besser geeignet wäre komplexe politische Probleme zu lösen. Brennans Buch sei jedoch als ein Hinweis auf die aktuellen Probleme der westlichen Demokratien zu verstehen und es sei die Aufgabe von DemokratInnen, Lösung zu finden und die Demokratie zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Den Beitrag finden Sie in voller Länge hier.

(11.04.2017, Ina Daßbach)


Die autoritäre Welle im Westen: USA, Frankreich, Deutschland – Wie stark ist der Nationalismus?

Die autoritäre Welle im Westen: USA, Frankreich, Deutschland – Wie stark ist der Nationalismus?

Von Prof. Claus Leggewie kuratierte Veranstaltungsreihe

Seit dem Brexit, der Wahl Donald Trumps und den Drohungen aus Ankara, auch in Erwartung dramatischer Wahlentscheidungen in vielen EU-Ländern haben viele Menschen auch im Westen den Eindruck, von einer Welle des autoritären Nationalismus überrannt zu werden. Ist das so, woher kommt diese Tendenz, welche Gegentendenzen gibt es?

Mit dieser Frage wird sich im Sommersemester eine Veranstaltungsreihe des Präsidenten der JLU beschäftigen. Die Federführung der Reihe Die autoritäre Welle im Westen: USA, Frankreich, Deutschland. Wie stark ist der Nationalismus? liegt bei Ludwig-Börne-Professor Claus Leggewie. Die Vortragsreihe behandelt drei westliche Demokratien in ihrer Auseinandersetzung mit autoritären Tendenzen: Die Vereinigten Staaten in den ersten hundert Tagen der Trump-Administration, die massive Angriffe auf Presse, Opposition und Wissenschaft gebracht haben; Frankreich vor dem entscheidenden Wahlgang zur Präsidentschaft, die von Marine Le Pen angestrebt wird, und Deutschland, wo die AfD in zahlreichen Landtagen sitzt und bei der Bundestagswahl im Herbst ihren Durchbruch anstrebt.

All the President’s Media. Zur Konkurrenz von Politik und Journalismus unter Trump ist am 19. April 2017 der erste der drei Vorträge zum Thema, Referent ist Prof. Christoph Bieber (Universität Duisburg-Essen). Im folgenden Vortrag am 03.05.2017 spricht Prof. Claus Leggewie zu Frankreichs Uhren gehen wieder. Die ,leere Mitte‘ gegen Marine Le Pen. Am 31.05.2017  folgt ein Gespräch zwischen Dr. Justus Bender (Frankfurter Allgemeine), Claus Leggewie und Ali Can (JLU) zum Thema Was will die AfD? Eine Partei verändert Deutschland.

Alle drei Veranstaltungen finden jeweils von 19:00 bis 21:00 in der Aula des JLU-Hauptgebäudes statt.

(11.04.2017, Ann-Marie Riesner)

Podiumsdiskussion 100 Tage Trump

100 Tage Trump

Podiumsdiskussion - Eine Bilanz der bisherigen Amtszeit

Ende April wird Donald J. Trump als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika 100 Tage im Amt sein. Was ist die Bilanz dieser ersten Regierungszeit?

Das Zentrum für Medien und Interaktivität (ZMI) und die Kontroversen-Debatten des Instituts für Politikwissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) laden zu einer Podiumsdiskussion an die JLU ein, um die innen- und außenpolitischen Weichenstellungen der neuen US-Administration zu diskutieren. Themen der Podiumsdiskussion und der anschließenden öffentlichen Debatte werden die Entwicklungen der US-amerikanischen Innenpolitik sowie die Beziehungen zu wichtigen internationalen Partnern wie Deutschland, der Europäischen Union und Japan sein. Nicht zuletzt wird es auch um die besondere Rolle der Medien im bewegten politischen Geschehen dieser ersten 100 Tage gehen.

An der Debatte beteiligen sich Prof. Verena Blechinger-Talcott (Japanologie, Freie Universität Berlin), Prof. Helmut Breitmeier (Politikwissenschaft, JLU), Prof. Claus Leggewie (ZMI/JLU), Prof. Dorothée de Nève (Politikwissenschaft, JLU), Prof.  Greta Olson (Anglistik, JLU) und Andreas Schwarzkopf (Frankfurter Rundschau). Die Moderation übernimmt Prof. Simone Abendschön (Politikwissenschaft, JLU).  

Die Veranstaltung findet am 28. April 2017 um 18:00 s.t. in der Aula der Justus-Liebig-Universität in der Ludwigstraße 23 (Uni-Hauptgebäude), 35390 Gießen, statt. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.

 

Kontakt:

Prof. Dr. Dorothée de Nève

Institut für Politikwissenschaft

dorothee.de-neve@sowi.uni-giessen.de

Sekretariat: Frau Angelika Buchmüller, Tel.: 0641/99-23145

(21.03.2017, Ina Daßbach)

Prof. Leggewie im Interview bei Deutschlandfunk

Prof. Leggewie im Interview bei Deutschlandfunk

Eine Trendwende weg vom Populismus beschreibt Börne-Professor Claus Leggewie in seinem Interview mit dem Deutschlandfunk vom 16. März 2017. Der Populismus, so Prof. Leggewie, weise immer auf vorhandene Defizite der Politik hin, ohne jedoch konstruktive Lösungsansätze hervorzubringen. Dies werde jedoch nach dem Brexit und dem Wahlsieg von Donald Trump von den BürgerInnen nicht mehr unhinterfragt hingenommen. Leggewie spricht die proeuropäischen Strömungen in ganz Europa an und betont die Wichtigkeit einer klaren Alternative zu destruktivem Populismus. Als wesentlichen Akteur beschreibt er die Zivilgesellschaft, die entschieden Flagge zeigen müsse gegen die stetige Vereinnahmung der politischen Agenda durch Rechtspopulisten. Abschließend geht er auf die Notwendigkeit eines Themenwechsels ein; weg von klassischen Themen der Populisten, hin zu Themenbereichen wie Klimawandel und soziale Gerechtigkeit.  

Das gesamte Interview zum nachhören und -lesen finden Sie hier.

(22.03.2017, Ina Daßbach)

Prof. Leggewie bei der re:publica 2017

Prof. Leggewie bei der re:publica 2017

Bei der Konferenz re:publica 2017 wird Ludwig Börne-Professor Claus Leggewie im Rahmen der im Februar 2017 gegründeten Initiative Praxis Europa einen Workshop leiten. Ziel ist ein gemeinsames Nachdenken und Diskutieren über ein demokratisches, gerechtes und zeugungsfähiges Europa. Die Initiative vertritt die Auffassung, dass Europa nicht nationalistisch und populistisch Handelnden Akteuren überlassen werden darf und will deshalb zusammen mit kritischen PraktikerInnen in verschiedenen Praxisfeldern aktiv werden. Bei der re:publica 2017 soll das Praxisfeld „Digitale Agenda“  diskutiert werden. Prof. Claus Leggewie wird den Workshop gemeinsam mit  Roman Léandre Schmidt (Research Fellow, KWI Essen) und  Constanze Kurz (Autorin, netzpolitik.org) leiten.

Eine ausführliche Ankündigung finden Sie hier.

Die re:publica 2017 wird vom 8. bis zum 10. Mai 2017 in der STATION Berlin stattfinden.

(21.03.2017, Ina Daßbach)

Global Pop: Das Buch zur Weltmusik

Global Pop: Das Buch zur Weltmusik

Die Neuerscheinung Global Pop von Prof. Claus Leggewie und Dr. Erik Meyer thematisiert die Weltmusik in Zeiten von Globalisierung und Digitalisierung.

Prof. Claus Leggewie (Inhaber der Ludwig Börne-Professur,  JLU/ZMI Gießen) hat gemeinsam mit Dr. Erik Meyer die Publikation „Global Pop: Das Buch zur Weltmusik“ herausgegeben. Diese Publikation umfasst 44 Beiträge von 32 AutorInnen und dient als interdisziplinäres Kompendium zur gesamten Bandbreite des Themenbereichs „Weltmusik“. Analysiert werden historische und aktuelle Entwicklungen unter Einbeziehung (pop-)kultureller Globalisierungs- und Digitalisierungsphänomene und kulturwissenschaftlicher, sowie marktwirtschaftlicher Perspektiven darauf. Mit dieser interdisziplinären Mischung wurden die Herausgeber ihrem Anspruch gerecht, eine im deutschsprachigen Raum einmalige und neuartige Publikation zu konzipieren. Dabei wurde der Obertitel Global Pop bewusst gewählt, um so die globale Betrachtung der Thematik in den Fokus zu rücken und zugleich die gegenseitige Beeinflussung von lokalen und globalen musikalischen Strömungen und der Digitalisierung von Musik hervorzuheben.

Die Publikation wird ab Ende März im Handel erhältlich sein.

Ein Interview von Prof. Claus Leggwie zu dieser Publikation finden Sie hier.

(21.03.2017, Ina Daßbach)

Bericht zum 3. Zukunftsrat – Mobilität und Verkehr

 Wie wollen wir leben - Die offene Gesellschaft

Bericht zum 3. Zukunftsrat – Mobilität und Verkehr

Im Foyer des Stadttheaters fand am Sonntag, den 12. März 2017 der dritte Gießener Zukunftsrat statt. Der Zukunftsrat gehört zur bundesweiten Diskussionsreihe Wie wollen wir leben – Die offene Gesellschaft und soll den Bürgerdialog fördern. In Gießen wird er durch Prof. Claus Leggewie (Inhaber der Ludwig Börne-Professur,  JLU/ZMI) in Kooperation mit dem Stadttheater veranstaltet. Der dritte Gießener Zukunftsrat befasste sich mit dem wichtigen und zukunftsweisenden Themengebiet Verkehr und Mobilität. Moderiert wurde die Veranstaltung von Prof. Leggewie und Behzad Borhani vom Stadttheater.

 

Dass dieses Thema den GießenerInnen offenbar unter den Nägeln brennt, merkte man deutlich an der großen Resonanz der Veranstaltung. Gekommen waren BürgerInnen aller Altersklassen, sowohl aus der Stadt wie auch aus dem angrenzenden Umland. Als Impulsgeber für die Diskussion fungierten Bürgermeisterin Weigel-Greilich, Dr. André Kavai (Geschäftsführer des RMV), Prof. Dr.-Ing. Frank Lademann (Leitung Studiengang Bahningenieur THM), Luca Manns (stellv. Stadtschulsprecher), Roland Meuschke (Bahnhofsmanager Gießen) und Prof. Dr.-Ing. Hartmut H. Topp (Institut für Mobilität & Verkehr - imove TU Kaiserslautern).

 

Zur Einleitung in den Abend formulierte Claus Leggewie vier generelle Thesen zum Thema Mobilität: Erstens sei Mobilität ein Grundrecht, zweitens müsse sie nachhaltig ausgestaltet werden, drittens bestehe noch erheblicher Verbesserungsbedarf und viertens müssten alle VerkehrsteilnehmerInnen individuell Verantwortung für ihre Verkehrsnutzung übernehmen. Danach folge ein kurzer Film, der einige wissenswerte Fakten zum Thema Mobilität in Gießen lieferte. Im Anschluss erklärte Dr. Kavai, dass Gießen ein zentraler Verkehrsknotenpunkt in Hessen sei und die Strecke Gießen-Frankfurt die höchste Auslastung im gesamten RMV-Gebiet aufweise. Die geplanten und teils begonnenen Ausbauten dieses Abschnitts würden zur zukünftigen Entlastung stark betragen. Außerdem wies er darauf hin, dass ein Erreichen der Klimaziele in Hessen ohne einen Ausbau des ÖPNV und eine intelligente Vernetzung der Mobilität nicht zu erreichen sei.

 

Ein Schwerpunkt des Abends war die Anbindung des Umlands an die Stadt Gießen. Einige Bahnlinien, z.B. die Lumdatalbahn, sind vor Jahren stillgelegt worden. Dies, so herrschte bei den Anwesenden breiter Konsens, sollte dringend rückgängig gemacht werden, um eine Verlagerung weg vom Individualverkehr mittels PKW hin zu einer verstärkten Nutzung und Nutzbarkeit des ÖPNV zu erreichen. Darüber hinaus bestehe auch beim Busverkehr erheblicher Nachholbedarf. Dies sind nur einige wenige von sehr vielen Maßnahmen zur Reduzierung des Autoaufkommens in der Stadt, die in der Diskussion gefordert wurden. Diese Forderung ging immer wieder auch einher mit dem Wunsch nach einem sicherer und attraktiver gestaltetem Fuß- und Fahrradverkehr in der Stadt.

 

Abschließend hielten Prof. Leggewie, Behzad Borhani und die Intendantin des Stadttheaters, Cathérine Miville fest, dass es erforderlich sei, das eigene Mobilitätsverhalten zu überdenken und zu verändern und politisch neue Rahmenbedingungen für einen nachhaltigen und zukunftsträchtigen Verkehr zu schaffen. 

 

Die Dokumentation der Veranstaltung erfolgte durch ein Graphic Recording von Janina Röhrig:

 

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© Stadttheater Gießen / Janina Röhrig

 

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© Stadttheater Gießen / Janina Röhrig

(14.03.2017, Ina Daßbach)

„Europas Feinde“ - Ludwig Börne-Professor Claus Leggewie in der Tele-Akademie des SWR

Europas Feinde

Ludwig Börne-Professor Claus Leggewie in der Tele-Akademie des SWR

Mit welchen internen und externen Problemen hat die Europäische Union zu kämpfen? Wie reagiert der Kontinent auf die aktuellen Herausforderungen? Wie kann die Zukunft Europas aussehen? Diesen Fragen stellen sich im Rahmen des Themenschwerpunktes Europa der Teleakademie des SWR namhafte Wissenschaftler verschiedener Disziplinen.

Einer von ihnen ist Ludwig Börne-Professor Claus Leggewie, der in der Sendung „Europas Feinde“ insbesondere auf die Fragilität der Europäischen Union eingeht. Diese führt er nicht allein auf die politische Zerstrittenheit der Mitgliedsstaaten, eine überbordende Demokratie und ökonomische Schwächen zurück. Er verweist auch auf internationale Gegenspieler wie die Russische Föderation und die Bedrohung durch den islamistischen Terrorismus, welche die Schwäche Europas als ihren Vorteil erkennen. Die Sendung wird am Sonntag, den 19. März 2017 ab 14:00 Uhr auf ARD-Alpha ausgestrahlt. Zudem ist die 45-minütige Aufzeichnung in der ARD-Mediathek verfügbar.

(13.03.2017, Thea Rathmann)

WIE WOLLEN WIR LEBEN - DIE OFFENE GESELLSCHAFT geht in die nächste Runde - Verkehr und Mobilität

WIE WOLLEN WIR LEBEN - DIE OFFENE GESELLSCHAFT geht in die nächste Runde

Verkehr und Mobilität

Der Gießener Zukunftsrat – ein Ratschlag über die Zukunft unserer Stadt im Rahmen einer bundesweiten Diskussionsreihe – geht in die dritte Runde und wird sich diesmal um das Themengebiet Verkehr und Mobilität drehen. Hierzu werden Experten  der Stadt, der THM, der Bahn, aus Schulen und Fachpersonen aus vergleichbaren Städten kurze Impulse geben, um dann mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern zu diskutieren. Das Ziel soll sein, gemeinsam innovative Lösungen für eine nachhaltige und bezahlbare Mobilität in Gießen zu finden.

Moderiert wird die Diskussion von Prof. Claus Leggewie (Inhaber der Ludwig Börne-Professur,  JLU/ZMI Gießen) und Behzad Borhani (Stadttheater Gießen). Als Experten werden Gerda Weigel-Greilich (Bürgermeisterin der Stadt Gießen), Prof. Dr.-Ing. Frank Lademann (Leitung Studiengang Bahningenieur THM), Luca Manns (stellv. Stadtschulsprecher), Roland Meuschke (Bahnhofsmanager Gießen) und Prof. Dr.-Ing. Hartmut H. Topp (Institut für Mobilität & Verkehr - imove TU Kaiserslautern) teilnehmen.

Die Veranstaltung findet am Sonntag, 12.03.2017 ab 19.30 Uhr im Foyer des Stadttheaters Gießen  statt. Der Eintritt ist frei.

(07.03.2017, Ina Daßbach)

Praxis Europa

Praxis Europa

Um die (Neu-)Erfindung Europas drehten sich am Wochenende vom 10.-12. Februar 2017 die Thementage des Schauspiel Frankfurt. In den letzten Jahren wurde die Frage, ob Europa neu erfunden werden müsste, bereits von zahlreichen Aktivisten, Denkern, Politikern und Ökonomen formuliert und mit Ja beantwortet. Was sich aber im Ringen um Ideen um das zukünftige Europa zeigt: Es scheint die Praxis eines europäischen Miteinanders zu geben. Nicht von ungefähr heißt die neue pro-europäische Initiative von Ludwig-Börne-Professor Claus Leggewie und Roman Léandre Schmidt Praxis Europa. Am 11. Februar stellte sich das Netzwerk in Frankfurt/Main erstmals der Öffentlichkeit vor, um gemeinsam mit Dr. Mischa Gabowitsch, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Einstein-Forum in Potsdam und Felix Koch, Managing Director des Londoner Start-ups C Space sowie Interessierten über die Zukunft Europas zu diskutieren.

Auf ihrer Homepage stellt die Initiative dar wer sie sind und was sie wollen: Denn Europa ist ja längst da. Hier. Und auch dort. Wir alle machen es jeden Tag. Es prägt, ob bewusst oder nicht, unsere Biografien, beeinflusst längst, was wir für möglich und was für gerecht halten und mit wem wir uns vergleichen. Aber wir machen uns das nicht immer deutlich genug. An dieser Erkenntnis wollen wir mit Praxis Europa ansetzen, um unser Europadenken auf die Höhe der realen Europäisierung zu bringen und dadurch wiederzubeleben.“ (Praxis Europa)

Praxis Europa ist ein Zusammenschluss von Menschen aus den Wissenschaften, der Zivilgesellschaft, der Wirtschaft, Verwaltungen und dem Kulturbetrieb, die gemeinsam über ein demokratisches, gerechtes und zukunftsfähiges Europa nachdenken und dessen drohenden Zerfall aufhalten wollen. Die Initiative ist kein politisches Aktionsbündnis, sondern versteht sich als Europa-Salon und Ideenschmiede. Deren Arbeit findet an verschiedenen europäischen Orten statt, deren Ideen innerhalb des Netzwerks ausgetauscht werden und dadurch ein Denk-Raum für Europa entstehen kann. Thematisch gebündelt sollen Zukunftsideen entstehen, die aus der alltäglichen Berufspraxis der Mitglieder entwickelt werden.
Weitere Informationen zu Praxis Europa finden Sie hier.

  • Berichtet wurde über die Initiative am 12. Februar in einem Beitrag der ARD-Sendung ttt - titel thesen temperamente „Wie kann Europa dem Populismus trotzen?“. Den Ausschnitt aus der Sendung finden Sie hier.
  • Im Radiointerview mit hr2 vom 7. Februar spricht Prof. Claus Leggewie ebenfalls über Praxis Europa. Der Beitrag kann hier nachgehört werden.
  • Im Interview mit Bernd Ludermann in Welt ∙ Sichten – Magazin für Globale Entwicklung und Ökumenische Zusammenarbeit äußert sich Claus Leggewie zur Europäischen Union, Demokratie und globale Zusammenarbeit sowie die Bedrohung des autoritären Nationalismus. Hier finden Sie das gesamte Interview.

(13.02.2017, Katharina Monaco)

Erfindung Europa – In welchem Europa wollen wir leben?: Thementage vom 10. bis 12. Februar 2017 im Schauspiel Frankfurt

Erfindung Europa - In welchem Europa wollen wir leben?

Thementage vom 10. bis 12. Februar 2017 im Schauspiel Frankfurt

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Die Thementage im Schauspiel Frankfurt  befassen sich in diesem Jahr mit Ideen und Forderungen für Europa, die von namhaften Denker*innen, Politiker*innen und Aktivist*innen formuliert und zur Diskussion gestellt werden. Zu diesen Personen zählen u. a. Jakob Augstein, Daniel Cohn-Bendit, Pablo Bustinudy, Michel Friedman, Ulrike Guérot, Axel Honneth, Srećko Horvat, Navid Kermani, Frédéric Lordon, Chantal Mouffe, Guillaume Paoli, Martin Roth und Adrian Zandberg.

Mit dabei ist Ludwig Börne-Professor Claus Leggewie, der am 11. Februar 2017 von 15.00 bis 16.00 Uhr mit Roman Léandre Schmidt zur Neugründung eines pro-europäischen Netzwerks aufruft.

Die Aktualität der Thementage ergibt sich maßgeblich aus dem Spannungsfeld der existenziellen Krise der EU auf der einen, und ihrer durch Ereignisse wie den US-Wahlen neu zu definierenden, wachsenden internationalen Rolle auf der anderen Seite. Das politische Projekt Europa muss sich im globalisierten 21. Jahrhundert neu erfinden um die Repräsentationskrise zu überwinden und den Europäer*innen gerecht zu werden. Wie soll sie aussehen, die »Erfindung Europa«?

Im Rahmen der Thementage werden verschiedene Vorträge und Podiumsdiskussionen veranstaltet, sowie Gastspiele und Inszenierungen aufgeführt. Darüber hinaus wird ein vielfältiges Rahmenprogramm aus Programmkino, Interviews und kulinarischen Entdeckungen des Atelierhaus Freitagsküche  angeboten.

Der Eintritt zu Veranstaltungen im Chagallsaal, der Box, dem Foyer und der Probebühne ist frei. / Begrenzte Platzanzahl

Kuratorin der Vorträge und Diskussionsveranstaltungen ist Anja Nioduschewski.

Das Programm und das Veranstaltungsmagazin sind hier abrufbar.

 

Auszug aus dem Veranstaltungsmagazin des Schauspiel Frankfurt (16.01.2017, Ina Daßbach)

Amerika ist anders - Abschluss der Ringvorlesung des Präsidenten

Amerika ist anders -  Abschluss der Ringvorlesung des Präsidenten

„Der Gebrauch der Bedrohung: Die amerikanische Literatur und das Problem der Sicherheit“ – Vortrag von Prof. Dr. Johannes Völz

Wie lässt sich die Festlegung auf den Leitwert „Sicherheit“ im politischen Diskurs der USA in den letzten Jahren erklären? Gängige Theorien der Sicherheitsstudien erkennen in der Sicherheit den Schlüssel zu einer autoritären „Politik der Furcht“. Anhand von Lektüren kanonischer amerikanischer Romane schlägt der Vortrag von Johannes Völz am 30. Januar um 19 Uhr c.t. in der Aula der JLU (Ludwigstraße 23) eine alternative Deutung vor: Sicherheit und Unsicherheit bilden die Matrix für Ermächtigungsnarrative, die in der kontingenten Ordnung der amerikanischen Demokratie eine besonders wichtige Funktion einnehmen.
Prof. Dr. Johannes Völz ist Heisenberg-Professor für Amerikanistik mit Schwerpunkt Demokratie und Ästhetik an der Goethe-Universität Frankfurt. Er war Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Kultur des John-F.-Kennedy-Instituts der FU Berlin von 2003-2008. Außerdem war er Gastforscher an der Harvard University und der Stanford University. Ein Interview mit Johannes Völz zu Donald Trump und Populismus in der Sendung Kulturzeit (3sat) vom 10.11.2016 finden Sie hier.
Die Ringvorlesung des Präsidenten der JLU hat sich im WS 2016/17 anlässlich der amerikanischen Präsidentschaftswahl mit zentralen Perspektiven auf die Vereinigen Staaten von Amerika befasst. Durch die breite Themenauswahl bot sie einen weit gefächerten Blick auf dieses vielfältige und interessante Land. Wissenschaftlich koordiniert wurde die Vorlesungsreihe von Prof. Claus Leggewie, ZMI-Gründungsmitglied und Inhaber der Ludwig Börne-Professur an der Justus-Liebig-Universität Gießen.
Weitere Informationen zur Ringvorlesung finden Sie hier.

(27.01.2017, Katharina Monaco)

 

Ringvorlesung des Präsidenten: „Was ist aus Martin Luther Kings Traum geworden? Eine Bilanz der Bürgerrechtsbewegung bis in die Ära Barack Obama“ – Vortrag von Prof. Dr. Manfred Berg

„Was ist aus Martin Luther Kings Traum geworden?“ 

Prof. Dr. Manfred Berg zieht Bilanz der Bürgerrechtsbewegung bis in die Ära Barack Obama - Ringvorlesung des Präsidenten

Der nächste Vortrag in der Vorlesungsreihe des Präsidenten der Universität befasst sich mit der Frage was aus dem Traum des Martin Luther King geworden ist. Diese Frage ist im Januar 2017 aktueller denn je, da durch die kommende Präsidentschaft Donald J. Trumps viele Fragen neu aufgeworfen werden müssen.

Prof. Dr. Manfred Berg ist Curt-Engelhorn-Stiftungsprofessor für Amerikanische Geschichte am Historischen Seminar der Universität Heidelberg, Mitglied im Direktorium des Heidelberg Center for American Studies der Universität Heidelberg und Mitglied im Advisory Board des European Journal of American Studies. Mit seinem Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung wird dieser eine Bilanzierung der vergangenen Bürgerrechtsbewegungen bis hin zur Amtszeit Barack Obamas vornehmen und im Besonderen auf die Rassenunruhen der letzten Monate eingehen. Dies ist unter dem Gesichtspunkt des ersten nichtweißen Präsidenten der USA von besonderer Brisanz. Der Vortrag wird sich daher mit Fragen befassen wie: Was ist aus dem „Traum“ eines Martin Luther King geworden, der mit seiner berühmten Rede „I have a dream“  Gleichheit und Freiheit für alle Bevölkerungsgruppen der USA forderte? Wie kann man sich den anhaltenden Rassismus erklären? Welche Bilanz weist die Ära Barack Obama diesbezüglich auf?

Der Vortrag findet am 23. Januar um 19 Uhr c.t. in der Aula der JLU (Ludwigstraße 23) statt. Weitere Informationen zur Ringvorlesung finden Sie hier.  

(16.01.2017, Ina Daßbach)

Das ZMI gratuliert: Claus Leggewie erhält den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfale

Das ZMI gratuliert: Claus Leggewie erhält den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen

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Foto: Land NRW / R. Sondermann
Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat 26 Bürgerinnen und Bürger mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet, die „sich in den unterschiedlichsten Bereichen engagieren, sich für andere Menschen und das Gemeinwohl einsetzen“. Im Rahmen einer Feierstunde am 18. Januar 2017 im Museum Kunstpalast in Düsseldorf wurden die Landesorden vergeben und die Leistungen der Ordensträgerinnen und Ordensträger gewürdigt.
In ihrer Laudatio betonte Hannelore Kraft die
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Foto: Land NRW / R. Sondermann
Vordenker-Rolle Claus Leggewies: „Unbequem, aber verständlich, das könnte Ihr Motto sein. Denn Sie nutzen alle zur Verfügung stehenden Medien: Fachzeitschriften genauso wie Tageszeitungen, Radio, Fernsehen und öffentliche Veran­staltungen – und Sie nutzen sie so, dass Sie auch ‚rüberkommen‘. Wir brauchen Menschen wie Sie, die komplexe Gedanken verständlich darstellen können, wir brauchen Sie auch, um unsere Demokratie zu stärken, und wenn nötig zu verteidigen gegen die Vereinfacher und Polemisierer. Gegen die, die glauben, dass sie immer schon Bescheid wissen.“
Aus Anlass des 40. Geburtstages des Landes Nordrhein-Westfalen wurde der Verdienstorden im März 1986 gestiftet. Er wird an Bürgerinnen und Bürger als Anerkennung ihrer außerordent­lichen Verdienste für die Allgemeinheit verliehen.
Das ZMI gratuliert Claus Leggewie herzlich zu dieser Ehrung!
Weitere Informationen und die Laudationes im Wortlaut finden Sie hier.

(19.01.2017, Katharina Monaco)

Ringvorlesung des Präsidenten: "Götter, Könige und Gauner: Präsidenten (und solche, die es werden wollen) in amerikanischen Fernsehserien" – Vortrag von Prof. Dr. Heike Paul

„Götter, Könige und Gauner: Präsidenten (und solche, die es werden wollen) in amerikanischen Fernsehserien

Vortrag von Prof. Dr. Heike Paul - Ringvorlesung des Präsidenten

Aktuelle amerikanische Fernsehserien, die sich mit Politik auseinandersetzen, sind Thema des nächsten Vortrags von Prof. Heike Paul in der Vorlesungsreihe des Präsidenten. Häufig steht in den TV-Serien die Figur des Präsidenten selbst (oder des Präsidentschaftskandidaten) im Mittelpunkt. Gelegentlich auch weibliche Charaktere, z.B. seine Frau, eine Kandidatin oder Präsidentin sowie das politische Tagesgeschäft, Gaunereien und spannende Intrigen rund um das Weiße Haus. An Beispielen wie West Wing, House of Cards und Scandal sollen Repräsentationsstrategien und kulturspezifische Darstellungen der amerikanischen Präsidentschaft analysiert werden. Diese vollzieht Paul vor dem Hintergrund von Studien zur amerikanischen Zivilreligion und zum amerikanischen Auserwähltheitsdenken (exeptionalism) sowie von Populärkultur und aktueller Ereignisse. 

Prof. Heike Paul hat seit Dezember 2004 den Lehrstuhl für nordamerikanische Literatur- und Kulturwissenschaft an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg inne. Neben vielen anderen Funktionen ist sie seit 2007 Vorstandsmitglied der Bayerischen Amerika Akademie und seit 2014 Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Amerikastudien. Die Ringvorlesung des Präsidenten der JLU befasst sich in diesem Jahr anlässlich der amerikanischen Präsidentschaftswahl mit zentralen Perspektiven auf die Vereinigen Staaten von Amerika. Durch die breite Themenauswahl bietet die diesjährige Ringvorlesung einen weit gefächerten Blick auf dieses vielfältige und interessante Land. Wissenschaftlich koordiniert wird die Vorlesungsreihe von Prof. Claus Leggewie, ZMI-Gründungsmitglied und Inhaber der Ludwig Börne-Professur an der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Der Vortrag findet am 5. Dezember um 19 Uhr c.t. in der Aula der JLU (Ludwigstraße 23) statt. Weitere Informationen zur Ringvorlesung finden Sie hier.   

(29.11.2016, Katharina Monaco)

Sehnsucht nach Grenzen. Identitätssuche in Zeiten des Populismus – die 44. Römerberggespräche in Frankfurt

Sehnsucht nach Grenzen. Identitätssuche in Zeiten des Populismus

Die 44. Römerberggespräche in Frankfurt

Die Römerberggespräche setzen sich dieses Jahr mit der Sehnsucht nach Grenzen und der Identitätssuche in Zeiten des Populismus auseinander. Martin Seel, Philipp Blom, Tatjana Hörnle, Marina Münkler, Katja Petrowskaja und Claus Leggewie diskutieren, wieviel Vielfalt wir als Gesellschaft ertragen können, wieviel Einheit wir fordern müssen und was an wechselseitiger Integration verlangt werden darf.

In Europa wächst derzeit das Bestreben, das Eigene zu definieren und das heißt: sich abzugrenzen. Die Forderung nach Grenzzäunen und staatlichen Obergrenzen für Flüchtlinge, die Diskussionen um Burka-Verbote, die Verweigerung von Handschlägen zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen: All das zeigt, begleitet von öffentlicher Empörung, eine nervöse Verunsicherung über die eigene Identität. Was gehört noch unverzichtbar zum gesellschaftlichen, zum kulturellen und religiösen, nicht zuletzt zum nationalen Selbstverständnis? Wo liegt die Grenze, hinter der das Eigene sich auflöst und das Fremde beginnt? Worauf spekuliert ein völkisches Identitätskonzept, das populistische Parteien in ganz Europa derzeit so erfolgreich propagieren, in einer globalisierten Welt?

Die Römerberggespräche wollen in Erfahrung bringen, wie mit individuellen Verunsicherungen und einem allgemeinen Unbehagen umgegangen werden kann. Was sagen uns diese Identitätskonflikte über unsere Gesellschaft? Welche Formen der Identität gibt es in einer pluralistischen Gesellschaft? Und wie soll ein liberaler Rechtsstaat mit den Herausforderungen gelebter und beanspruchter Mannigfaltigkeit umgehen? Wieviel Vielfalt können wir ertragen, wieviel Einheit müssen wir fordern, und was darf an wechselseitiger Integration verlangt werden?

Die 44. Römerberggespräche finden am 3. Dezember von 10:00-18:00 Uhr im Schauspiel Frankfurt statt. Zum kompletten Programm gelangen Sie hier.

(30.11.2016, Ann-Marie Riesner)