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Was ist eine Zwangsstörung?

Sorgen, Zweifel und abergläubische Überzeugungen sind ein Teil unseres normalen Alltags. Fast jeder hat z.B. schon einmal mehrmals hintereinander in seiner Tasche nachgeschaut, ob man das Flugticket für den Urlaub und den Pass wirklich eingesteckt hat. Solche Verhaltensweisen sind manchmal nützlich, oft lästig, aber meistens harmlos.

Wenn die Sorgen und damit einhergehenden Handlungen jedoch übermäßig werden, z.B. wenn Hände stundenlang oder ständig wiederholt gewaschen oder immer wieder kontrolliert wird, ob der Herd in der Küche tatsächlich abgestellt ist, handelt es sich wahrscheinlich um eine Zwangsstörung.

 

Menschen, die unter einer Zwangstörung leiden, haben ungewollte Gedanken oder Impulse, die immer wieder auftreten und so unangenehm sind, dass sie eine große Anspannung, Angst oder Ekel auslösen. Solche sogenannten „Zwangsgedanken“ können sehr unterschiedliche Inhalte haben. Häufig treten Befürchtungen auf, in irgendeiner Art die Kontrolle zu verlieren oder sich verschmutzt oder verseucht zu haben. Aber z.B. auch bei religiösen Themen und Gedanken an Sexualität können sich Zwangsgedanken entwickeln. Die Betroffenen empfinden das dringende Bedürfnis, die durch die Zwangsgedanken hervorgerufenen unangenehmen Gefühle zu vermindern. Dies kann durch zwanghaftes Denken von „guten“ bzw. „neutralisierenden“ Gedanken geschehen oder durch das Durchführen bestimmter, häufig ritualisierter, Verhaltensweisen (sogenannte „Zwangshandlungen“; z.B. Händewäschen oder mehrmaliges Kontrollieren bspw. des Herdes). Ein Großteil der Betroffenen erlebt Zwangsgedanken in Kombination mit Zwangshandlungen. Sie werden als unangenehm und aufdringlich empfunden und sind nur sehr schwierig ohne Hilfe von außen zu überwinden. Da die aufdringlichen Gedanken und wiederholenden Verhaltensweisen jedoch meist sehr schambesetzt sind, suchen sich viele Betroffene leider erst spät Hilfe.