Forschungsprojekte
Bildung im Lebenslauf
Bildung im Lebenslauf
| Kurzbeschreibung |
Im Akzentbereich Bildung im Lebenslauf sind Forschungsarbeiten angesiedelt, die theoretisch fundiert mit Hilfe empirischer Methoden Fragen der Bildung über die gesamte Lebensspanne untersuchen. Bildung ist heute weder auf schulische Bildungsinstitutionen vom Elementarbereich bis zur Weiterbildung noch auf außerschulische Lernerfahrungen in der Kindheit, Jugend oder Ausbildung begrenzt, wenngleich diese frühen Lernerfahrungen wichtig sind und nachwirken. Die Wissensgesellschaft verlangt als Konzeption eine Bildung im Lebenslauf . Bildung kann dabei zu einer Problemquelle für moderne Gesellschaften werden und wird so oft im Krisenmodus wahrgenommen und diskutiert. Lebenslanges Lernen bzw. seine Propagierung produziert zudem explizite oder implizite Lernwiderstände. Prozesse der formellen Bildung in Bildungseinrichtungen des Elementarbereichs, des schulischen Bereichs, der außerschulischen Bildung und der Erwachsenen- und Weiterbildung, der Hochschulbildung bis hin zur Geragogik gilt es miteinander mit gelingenden Transitionen zu verzahnen und in ihren Wechselwirkungen zu verstehen. Schon vor Beginn und parallel zur Schule setzen Prozesse der Bildung ein und erstrecken sich in diversen Formen in jeder Biographie über die gesamte Lebenszeit. Kennzeichen des Akzentbereichs ist ein breites methodisches Spektrum, das von statistisch-quantifizierenden Verfahren über Mixed-Methods-Ansätzen bis zu qualitativ-rekonstruktiven und historischen Forschungszugriffen reicht. Dieser breite methodische Zugriff ermöglicht es dem Akzentbereich, die Bildungsforschung differenziert und vielfältig zu verfolgen und Lücken in rein teildisziplinären Diskursen zu schließen. |
| Koordinator*in | Prof. Dr. Bernd Käpplinger (IfEW) |
Post-Colonial Studies
Post-Colonial Studies
| Kurzbeschreibung |
Innerhalb der globalen Ordnung der Gegenwart sind Herausforderungen, die mit Fragen der Postkolonialität verbunden sind, von zentraler Bedeutung. Postkoloniale Konfliktlinien gewinnen immer stärker an Bedeutung auf transnationaler Ebene, beeinflussen zunehmend innergesellschaftliche Auseinandersetzungen und entwickeln sich weltweit zu einem Treiber sozialer und politischer Dynamiken. Der Akzentbereich analysiert postkoloniale Konstellationen und Konflikte mehrdimensional. Die ökonomischen, soziopolitischen und kulturellen Verflechtungen des Globalen Nordens mit der postkolonialen Welt erfasst der Akzentbereich in ihrer Vielschichtigkeit. Themen sind u.a. die Erforschung kolonialer Kontinuitäten und Brüche in der gegenwärtigen globalen Weltordnung, die Bedeutung von Epistemologien resp. Ontologien im Kontext globalen Wissens, die spezifische Situation des Globalen Südens innerhalb der ökologischen Krisen der Gegenwart (Klimawandel, Extraktivismus, etc.), der Zusammenhang von globaler Ordnung und Versicherheitlichung, die Verschaltung von globaler Ordnung und sozialer Ungleichheit wie auch Probleme sozialer Ungleichheit in den postkolonialen Gesellschaften selbst, sowie die Dynamiken von Entwicklungsprozessen. Auf theoretischer Ebene gehört hierzu die kritische Einordnung im Verhältnis von Postkolonialismus und Dekolonialität, deren kritische Reflexion und Weiterentwicklung. Die dabei aufgeworfenen Fragen sind insbesondere auch für das Bildungswesen von Relevanz. Der Akzentbereich kooperiert eng mit den Zentren der JLU – z.B. das International Graduate Center for the Study of Culture (GCSC), das Center for Diversity, Media and Law (DiML), das Gießener Graduiertenzentrum Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften (GGS) oder das Zentrum für internationale Entwicklungs- und Umweltforschung (ZEU) sowie mit Verbundstrukturen wie die EUPeace Hochschulallianz. In diesem Zusammenhang durchgeführte Kooperationen und Verbundprojekte gewährleisten eine breite interdisziplinäre Ausrichtung und eine starke internationale Vernetzung. |
| Koordinator*in | Prof. Dr. Jörn Ahrens (IfS) |
Diversität. Demokratie. Bildung
Diversität. Demokratie. Bildung
| Kurzbeschreibung | Vielfalt lässt sich disziplinär und interdisziplinär verschiedenen beschreiben und empirisch bearbeiten, im Kontext von Heterogenität, Differenz (Differenzbearbeitung und Differenzherstellung), Diversität (Diversity, Diversity Education, Diversitätspolitik) und von Inklusion oder Anti-Diskriminierung in einem engeren und in einem weiteren Verständnis. Ein intersektionaler Zugang und eine interdisziplinäre Bezugnahme sind hierbei notwendig, Diversität und Demokratie im Bildungswesen in unterschiedlichen Bezügen und Facetten theoretisch und empirisch zu fassen und zu bearbeiten. Die diskriminierungskritische und diversitätssensible Bildungsarbeit stellt zudem ein zentrales Momentum sowohl für die schulische und außerschulische Bildung als auch für die Lehrkräftebildung und die Ausbildung von weiteren pädagogischen Fach- und Lehrkräften in einer demokratisch verfassten Gesellschaft und als Bezugspunkte der Demokratiebildung dar. Darüber hinaus rückt das Feld Bildung hier selbst als zentrale Arena von (De-)Demokratisierungsprozessen sowie gesellschaftlichen Debatten um die (Nicht-)Verwirklichung demokratischer Prinzipien der Teilhabe und Nicht-Diskriminierung in den Fokus. |
| Koordinator*in |
Sarah Tabea Weber (IFIB), Prof. Dr. Anja Seifert (IKuS), Prof. Dr. Christine Klapeer (IfP), Prof. Dr. Stefanie Johns (IfK) |
Sozial- und kulturwissenschaftliche Nachhaltigkeitsforschung
Sozial- und kulturwissenschaftliche Nachhaltigkeitsforschung
| Kurzbeschreibung |
Gesellschaftliche und politische Dynamiken sind Achillesfersen und zugleich treibende Kräfte der Nachhaltigkeitstransformation. Der Akzentbereich fokussiert sich auf die Analyse der mit den UN-Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals, SDGs) verbundenen sozialen Dynamiken, Institutionen, Politiken und Machtverhältnisse auf lokaler, nationaler und globaler Ebene. Er berücksichtigt in besonderer Weise auch die Relevanz der Thematik für das gesamte Bildungswesen. Ins Zentrum rücken u.a. Dynamiken und Faktoren, die für die Verwirklichung der in verschiedenen Bereichen erforderlichen Transformationen (z.B. Energie und Klima, Armut, Ernährung, Bildung, Landnutzung) bedeutsam sind. Zudem werden auch die gegen die Nachhaltigkeitsagenda gerichteten gesellschaftlichen Gegenbewegungen und die diesbezüglich relevanten Akteure in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in den Blick genommen. Der Akzentbereich arbeitet eng mit einzelnen Zentren der JLU zusammen – z.B. dem Zentrum für internationale Entwicklungs- und Umweltforschung (ZEU) und dem Zentrum für Nachhaltige Ernährungssysteme (ZNE) – und die in diesem Zusammenhang durchgeführten Verbundprojekte ermöglichen eine breite interdisziplinäre Ausrichtung und eine starke internationale Vernetzung. |
| Koordinator*in | Prof. Dr. Sandra Schwindenhammer (IfS), E-Mail: sandra.schwindenhammer@sowi.uni-giessen.de |
Beteiligungen des Fachbereichs 03 an Akzentbereichen
Migration und Menschenrechte (Verantwortlicher Fachbereich: FB01)
Migration und Menschenrechte (Verantwortlicher Fachbereich: FB01)
| Kurzbeschreibung | Der seit 2019 bestehende Akzentbereich definiert sich durch die Kombination zweier Themenfelder („Menschenrechte“ und „Migration“), auf denen am FB 01 sowie an weiteren Fachbereichen der JLU intensiv geforscht wird. Ein relevanter Teil der betreffenden Projekte fokussiert gerade auf den Nexus von Migration und Menschenrechten, führt also diese Forschungsfelder auf innovative Weise zusammen. Die systematische Verknüpfung von Migrations- und Menschenrechtsforschung begründet ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber anderen Hochschulstandorten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Deutschland. Der Akzentbereich Migration und Menschenrechte bündelt die seit Jahren geleistete hochwertige Einzelforschung an den beteiligten Fachbereichen und besitzt zugleich ein hohes Verbundforschungspotential. Dies wird bestätigt durch die erfolgreiche Beantragung der DFG-Forschungsgruppe „Menschenrechtsdiskurse in der Migrationsgesellschaft (MeDiMi)“, die im September 2022 ihre Arbeit aufgenommen hat. Die aus zehn Teilprojekten bestehende FOR wird von ihrem Sprecher Jürgen Bast am FB 01 koordiniert. Die JLU ist mit 4 Teilprojekten vertreten (www.medimi.de). Der FB 01 ist mit elf (von derzeit 46) promovierten Mitgliedern im Forschungsnetzwerk Migration und Menschenrechte (FMM) vertreten. Es handelt sich um einen auf Dauer angelegten, losen Zusammenschluss von Wissenschaftler:innen an der JLU und dem Zentrum für Konfliktforschung der Universität Marburg besteht. Es dient der Vernetzung der beteiligten Wissenschaftler:innen, der Durchführung wissenschaftlicher Veranstaltungen und der Initiierung von kooperativen Projekten in Forschung und Lehre (www.migrationundmenschenrechte.de). Der Akzentbereich profitiert von einer gut entwickelten Infrastruktur und Praxis fachbereichsübergreifender Kooperation in Forschung, Lehre und Transfer im Bereich Migration und Menschenrechte, unter anderem durch die Refugee Law Clinic (RLC), das interdisziplinäre Studienangebot StaMM sowie die Vernetzung von Nachwuchswissenschaftler:innen im Rahmen der GGS-Sektion „Migration und Menschenrechte“. |
| Koordinator*in | Prof. Dr. Jürgen Bast, FB 01 |
| Stellv. Koordinator*in | Prof. Dr. Christine Wiezorek, FB 03 (IfEW) |
Visualitäten: Kontexte und Rahmungen (Verantwortlicher Fachbereich: FB04)
Visualitäten: Kontexte und Rahmungen (Verantwortlicher Fachbereich: FB04)
| Kurzbeschreibung | Das Sehen und Gesehenwerden, das Zu-Sehen-Geben und Zu-Sehen-Gegebene – das sind die Untersuchungsfelder des AZBs „Visualitäten“. Er beforscht visuelle Repräsentationen, ihre mediale Spezifik sowie ihre Zurichtung und Wirkung aus historischer Perspektive. Er widmet sich so Phänomenen von zentraler Bedeutung für den Konstruktionsprozess soziokultureller Realitäten in Geschichte und Gegenwart. Die Forschungsinteressen verteilen sich auf drei Felder: Praktiken des Sehens – Repräsentationen – Rezeption & Verwendung. |
| Koordinator*in | Prof. Dr. Markus Späth, FB 04 |
| Beteiligte am FB 03 | Prof. Dr. Claudia Hattendorff (IfK) |
Theorie und Praxis performativer Künste (Verantwortlicher Fachbereich: FB05)
Theorie und Praxis performativer Künste (Verantwortlicher Fachbereich: FB05)
| Kurzbeschreibung | Das Institut für Angewandte Theaterwissenschaft versteht seine Lehre und Forschung als den Versuch, die Verfasstheit und Funktionen von Theater niemals als gegeben zu akzeptieren und abschließend zu definieren, sondern stets neu zu verhandeln und mit Bezug auf gesellschaftliche Veränderungen weiterzuentwickeln. Hier sehen wir ein Potential uns mit anderen Themenfeldern innerhalb der Forschung und Lehre zu Geschichte, Sprache, Literatur und Kunst zu vernetzen: Wir wollen gemeinsam an der Theorie und Praxis der Performativen Künste in Historie und Gegenwart forschen. Räume der Aufführungen werden zu Orten der Erfahrung, an denen unsere Art und Weise zu sehen, zu hören, zu empfinden und zu denken herausgefordert wird: Wie werden Sprache, Literatur und Kultur in Theorie und Praxis Performativer “aufgeführt”, erfahren und reflektiert? Das In-Szene-Setzen als eine Praxis beschäftigt alle am Akzentbereich Beteiligten auf sehr unterschiedliche Weise und hier wollen wir Synergien stiften und gemeinsame Projekte verfolgen. Der Akzentbereich ist offen für Interessierte aus allen Fachrichtungen und trifft sich mehrmals im Semester. |
| Koordinator*in | Prof. Dr. Gerald Siegmund, FB05 |
| Stellv. Koordinator*in | Dr. Ekaterina Trachsel, FB05 |
| Beteiligte am FB 03 | Prof. Dr. Claudia Hattendorff (IfK) |