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Bibelwissenschaft

Mirjam: Mosaik in der Benediktinerabtei Dormitio auf dem Zionsberg in Jerusalem von<br /> Radbod Commandeur (1890-1955) (Quelle: Deror avi/CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons)

Bibelwissenschaft Altes Testament

Die Berge klatschen in die Hände, Sara und Abraham werden hochbetagt noch Eltern, Noah baut ein Schiff, das noch heute in Spielzeugläden zu haben ist, der Regenbogen ist das Friedenssymbol nach der Katastrophe und hat heute Hoch-konjunktur, Mose schwimmt als Säugling im Schilfkörbchen durch den Nil und wird unbürokratisch von der Tochter des Pharaos adoptiert.

Moment mal, das geht viel zu schnell! Macht nichts, denn in den ersten Versen der Bibel wird alles von Anfang an erzählt, „als die Erde noch wüst war, Finsternis über der Urflut lag und Gottes Geist über dem Wasser schwebte“. So heißt es in der Hebräischen Bibel, die in christlicher Tradition Altes Testament genannt wird und von Jüd:innen Tanach.

Mit ihren diversen Erzählungen von der Erschaffung der Welt, von menschlichen Abgründen und spektakulären Rettungsaktionen Gottes bis hin zu den poetischen Psalmen, bilden die Schriften der Hebräischen Bibel reichlich Material für Ent-deckung- und Erkenntnistouren. Allein durch die Textmasse kann einem schwindelig werden. Wie gut, dass sich das Fachgebiet Altes Testament methodisch wie theologisch mit den Entstehungskontexten Israels in Westasien im 1. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung auseinandersetzt. Im Studium lernen Sie, selbstständig zu fragen und kritisch zu denken: Warum sind die Texte entstanden und entfalten bis heute eine ungeheure Wirkung? Wieso gibt es zwei Schöpfungserzählungen? Was hat es mit der Prophetin Hannah auf sich? Hat Mose überhaupt gelebt und was geschah nach seiner Adoption? 

Die alttestamentliche Wissenschaft arbeitet dabei mit wissenschaftstheoretischen Prämissen und Methoden und ist interdisziplinär aufgestellt. Es werden nicht nur Schriften ausgewertet, sondern auch Artefakte und archäologische Funde. Auch die physischen Orte geben Aufschlüsse zum Verstehen des Alten Testaments, wie etwa die Tier- oder Pflanzenwelt in Israel, Libanon, Ägypten und Jordanien. 

Das Studium des Alten Testaments ist somit interdisziplinär ausgerichtet und methodisch vielgestaltig. Hier verbindet sich Ihr Interesse an der Theologie mit Ge-schichtswissenschaft, Sprach- und Literaturwissenschaft, Soziologie und Religions-wissenschaft. Auf diese Weise wird es Ihnen ermöglicht, die untersuchten Texte umfänglich zu betrachten, ihre Eigenarten wahrzunehmen, sie aus dem Kontext ihrer Entstehung heraus zu verstehen und neu zu entdecken. Ihre Rezeptions- und Wirkungsgeschichte wird dabei ebenso wie ihre Bedeutung für die Gegenwart reflektiert.

Insgesamt begeben Sie sich auf eine ereignisreiche Reise zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Sie lernen, Brücken zwischen verschiedenen Welten zu schlagen, Ihre eigenen Überzeugungen kritisch zu hinterfragen, Texte präzise zu analysieren und komplexe Zusammenhänge zu verstehen. 

Paulus und Thekla
Ausschnitt des Freskos von „Paulus und Thekla“ aus dem 6. Jahrhundert in der Paulus- und<br /> Theklagrotte am Nordhang des Bülbül Dağı (deutsch „Nachtigallenberg“) oberhalb<br /> der Ruinen des antiken Ephesus (Quelle:Public Domain/gemeinfrei via Wikimedia Commons)

Bibelwissenschaft Neues Testament

Wie entstand das Christentum? Wer war Jesus aus Nazareth, wer Petrus und wer Maria aus Magdala? Was machen die neutestamentlichen Überlieferungen aus der kleinen römischen Provinz Judäa des 1. Jahrhunderts so kraftvoll, dass sie bis heute Menschen auf der ganzen Welt bewegen? Was genau ist eigentlich gemeint, wenn vom ‚Reich Gottes‘ die Rede ist? Und was war das noch gleich mit dem Kamel und dem Nadelöhr? Was heißt eigentlich Jesus Christus und was bedeutet das heute? Wenn Paulus den Frauen Schweigen gebietet, warum halten sich Phoebe, Junia, Thekla und andere nicht daran? Und was soll ich antworten, wenn mich meine Schüler:innen fragen, ob Jesus wirklich auf dem Wasser gelaufen ist?

Im Fach Neues Testament erhalten Sie die Möglichkeit, solchen Fragen eigenstän-dig nachzugehen. Jede Frage ist an der Universität erlaubt und willkommen, weil daran alle gemeinsam lernen und sprachfähig werden. Sie tauchen tief in die Welt der ersten Christusgläubigen ein, verstehen wie diese dachten, handelten und was sie bewegte. Außerdem arbeiten Sie mit literarischem Feingefühl an den Bibeltexten selbst, analysieren ihren Aufbau und ihre Struktur und erforschen, welche Verste-hensprozesse sie bei heutigen Leser:innen in Gang setzen. 

Im Mittelpunkt der neutestamentlichen Forschung stehen dabei, wie der Name schon verrät, die Schriften des Neuen Testaments. Diese sind etwa zwischen 50 und 150 n. Chr. im Kontext der Zeit-, Religions- und Literaturgeschichte des Römischen Reiches entstanden. Eine große Anzahl dieser Zeugnisse stammt von christus-gläubigen Jüd:innen, und sie können ohne Kenntnis des antiken Judentums nicht verstanden werden. Ergänzend zu den kanonisch gewordenen Schriften des Neuen Testaments werden auch außerkanonische Schriften herangezogen. Insgesamt wird Ihnen dadurch ein umfassender Blick auf die Welt der Entstehung des Christentums eröffnet, die deutlich vielfältiger war, als Sie vermutlich denken. 

Das Studium des Neuen Testaments ist interdisziplinär ausgerichtet und methodisch vielgestaltig. Hier verbindet sich Ihr Interesse an der Theologie mit Geschichtswis-senschaft, Sprach- und Literaturwissenschaft, Soziologie und Religionswissenschaft. Auf diese Weise wird es Ihnen ermöglicht, die untersuchten Texte umfänglich zu be-trachten, ihre Eigenarten wahrzunehmen, sie aus dem Kontext ihrer Entstehung heraus zu verstehen und sie möglichst unbeeinflusst von späteren Bedeutungs-zuweisungen zu betrachten. Ihre Rezeptions- und Wirkungsgeschichte wird dabei ebenso wie ihre Bedeutung für die Gegenwart reflektiert.

Insgesamt begeben Sie sich auf eine ereignisreiche Reise zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Sie lernen, Brücken zwischen verschiedenen Welten zu schlagen, Ihre eigenen Überzeugungen kritisch zu hinterfragen, Texte präzise zu analysieren und komplexe Zusammenhänge zu verstehen.