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Fink, Xenia, M.A.

28251 | Xenia.Fink@geschichte.uni-giessen.de | Wissenschaftliche Mitarbeiterin


 

Xenia Fink, M.A.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Schwerpunktbereich „Historische Erinnerung und kulturelles Erbe: Vertriebene und Spätaussiedler in Hessen seit 1945“

[Sprechzeiten | aktuelle Mitteilungen]

Tel: 0049-641-99-28251
Xenia.Fink

Curriculum Vitae

Aktuelles Forschungsprojekt

Aufnahme und Eingliederung von deutschen Heimatvertriebenen in hessischen Landkreisen nach 1945

Die deutsche Nachkriegsgeschichte lässt sich nicht ohne deutsche Flüchtlinge und Vertriebene aus dem östlichen Europa erzählen. Millionen von heimatlos gewordenen Menschen strömten, freiwillig oder zwangsweise, während des Krieges noch in die westlichen Teile des Deutschen Reiches oder nach dem Krieg in die alliierten Besatzungszonen und wurden dort aufgenommen und versorgt. Sowohl die deutsche Nachkriegsgeschichte als auch die Geschichte der Integration Vertriebener in Westdeutschland werden allgemein, nach den ersten schwierigen Jahren, als Erfolgsgeschichten beschrieben, was sicherlich auf einer Makroebene zutrifft. Erst eine Untersuchung des lokalen Raumes jedoch ermöglicht eine nuancierte Betrachtung, die auch Schwierigkeiten bei der Eingliederung erkennen lässt.

Das Projekt will die Jahre der Aufnahme und Eingliederung von Vertriebenen in Hessen (1945-1960) archivbasiert untersuchen. Für die Regional- und Lokalstudien wurden drei hessische Landkreise ausgewählt, die nicht nur die Unterschiedlichkeiten der hessischen Regionen berücksichtigen, sondern auch ein vergleichendes Arbeiten ermöglichen sollen: der Landkreis Groß-Gerau, der Landkreis Limburg-Weilburg (Altkreise Limburg und Oberlahn) und der Landkreis Werra-Meißner (Altkreise Eschwege und Witzenhausen).

Angefangen bei der Aufnahme der Flüchtlinge und Vertriebenen will die Studie auch andere Facetten ihrer Integration untersuchen wie den wirtschaftlichen Neuanfang, die konfessionelle Veränderung der Kreise und das Zusammenleben mit der eingesessenen Bevölkerung. Dabei stehen folgende Fragen im Mittelpunkt: Wie und woher kamen die Vertriebenen, aber auch andere Migrationsgruppen nach Deutschland und nach Hessen? Wie lebten sie in dieser neuen Umgebung und wo arbeiteten sie? Wie gestaltete sich ihr Zusammenleben mit der einheimischen Bevölkerung, ihre Eingliederung in bestehende Institutionen und ihre Interaktionen mit der hessischen Verwaltung? Welche Besonderheiten entwickelten sich dabei in Hessen (z.B. Stichwort „Hessenplan“) und welche Persönlichkeiten sind untrennbar mit der Aufnahme von Vertriebenen in Hessen verbunden (z.B. Peter Paul Nahm, Wenzel Jaksch)? Welches Wissen brachten die Vertriebenen mit nach Hessen und was ist davon heute noch übrig (v.a. Spezialindustrien)?

Dabei beschränkt sich die Studie nicht ausschließlich auf deutsche Flüchtlinge und Vertriebene, sondern betrachtet auch nicht-deutsche Migrationsbewegungen, die ins ländliche Hessen führten, um die europäische, wenn nicht sogar globale Dimension der Migration in der Nachkriegszeit zu verdeutlichen, in der mehr in Bewegung war als „nur“ deutsche Flüchtlinge und Vertriebene. Zugleich soll die Arbeit zeigen, welche Möglichkeiten hessische Landes- und Lokalarchive für Studien zur deutschen Nachkriegsgeschichte noch bieten.