Projekte
Studie zu problematischem Gaming und Pornografiekonsum
Regelmäßiges Spielen von Computerspielen sowie der regelmäßige Konsum von Pornografie sind in der Bevölkerung weit verbreitet. Während die meisten diese Tätigkeiten als unproblematisch bewerten, scheinen andere einen Kontrollverlust über das Ausmaß ihrer Nutzung zu erleben. Sie nutzen Computerspiele oder Pornografie trotz negativer Konsequenzen hinsichtlich Arbeit, Schule oder Ausbildung, Partnerschaft oder anderen Lebensbereichen.
Um besser zu verstehen, wie es zu diesem suchtähnlichen Verhalten kommt, wird in Gießen am Bender Institute of Neuroimaging (BION) in Kooperation mit der Universität Duisburg-Essen (Leiter der Studie: Prof. Dr. Rudolf Stark und Prof. Dr. Matthias Brand) eine Studie durchgeführt. In dieser wird die Verarbeitung von gamingbezogenen und pornografischen Reizen im Gehirn in Abhängigkeit von dem Ausmaß des Konsums untersucht. Hierzu werden die Untersuchungsteilnehmer in einem Magnetresonanztomografen (MRT - eine bewährte, nicht-invasive und sichere Untersuchungsmethode) untersucht, während sie gamingbezogene oder pornografische Reize sehen. Während der Aufgabe erhalten Sie möglicherweise elektrotaktile Stimulation, deren Intensität wir mit Ihnen voreinstellen werden. Die erwarteten Forschungsergebnisse sollen dabei helfen, bessere Therapien für diejenigen Menschen zu entwickeln, die unter exzessivem Computerspielen oder exzessivem Pornografiekonsum leiden.
Weitere Infos finden Sie hier.
Neuronale Korrelate von Psychotherapie bei Posttraumatischer Belastungsstörung verbunden mit Gewalt und Missbrauch in der Kindheit
Studienziel: Diese Magnetresonanztomographie- (MRT-) Studie soll begleitend zur Therapiestudie ENHANCE erfolgen, die an mehreren Standorten in Deutschland durchgeführt wird und die Effektivität traumafokussierter Psychotherapie zur Behandlung von Posttraumatischer Belastungsstörung verbunden mit Gewalt und Missbrauch in der Kindheit (PTSD-CM) untersucht (nähere Infos zur Therapiestudie siehe https://www.kompetenz-gegen-missbrauch.de/enhance/). Zusätzlich sollen gesunde Teilnehmer:innen, die keine traumatischen Erlebnisse in Kindheit und Jugend hatten, sowie gesunde Teilnehmer:innen, die zwar in Kindheit und/oder Jugend traumatische Ereignisse erlebt, jedoch keine PTSD entwickelt haben, untersucht werden. Die Studie zielt darauf ab, kurz- sowie langfristige neuronale Veränderungen durch Psychotherapie zu identifizieren und deren Stabilität zu erfassen. Darüber hinaus soll festgestellt werden, welche neuronalen Besonderheiten spezifisch auf die PTSD-CM zurückzuführen sind und welche einen Effekt der Misshandlung im Kindesalter darstellen. Langfristig kann mit den Ergebnissen dieser Studie dazu beigetragen werden, bestehende Verfahren zur Behandlung der PTSD-CM zu optimieren.
Als Teilnehmer:innen gesucht werden sowohl Personen, die in der Kindheit oder Jugend körperliche oder sexuelle Gewalt erfahren haben, als auch Personen, die nie solche Erfahrungen gemacht haben!
Weitere Voraussetzungen sind: 18-65 Jahre, aktuell psychisch und körperlich gesund, aktuell keine Drogen oder Psychopharmaka, aktuell keine Psychotherapie, bei Psychologiestudierenden: nur 1. Semester. Personen, die einen Herzschrittmacher tragen oder metallische Gegenstände (z.B. Nägel, Platten oder chirurgische Clips) in ihrem Körper haben, können nicht an dieser Studie teilnehmen!
Entschädigung: Der Aufwand wird mit 10€ die Stunde oder entsprechender VP-Stunden entschädigt. Für die Teilnehmer ergibt sich kein direkter Nutzen.
Ablauf: Die Studie besteht aus zwei Terminen, an denen verschiedene Untersuchungen durchgeführt werden. Beim ersten Termin erfolgt ein ausführliches Interview (2-4 Stunden) zur Abklärung der psychischen Gesundheit und eventueller traumatischer Kindheitserlebnisse. Beim zweiten Termin (ca. 4 Stunden) werden Aufgaben am Computer bearbeitet, Fragebögen ausgefüllt und Messungen im Magnetresonanztomographen (MRT) durchgeführt.
Ort und Dauer der Untersuchung: Beide Termine zusammen dauern etwa 6-8 Stunden und finden am Bender Institute of Neuroimaging (BION), am Philosophikum 1, in Giessen, statt. Die Studientermine werden flexibel vereinbart.
Kontakt: Wenn Sie Interesse an einer Studienteilnahme haben, oder zunächst etwas mehr über den Studienablauf erfahren wollen, schicken Sie uns bitte eine E-Mail mit Angabe Ihrer Telefonnummer sowie Zeiten, zu denen Sie gut erreichbar sind, an folgende E-Mail-Adresse: enhance-kg@bion.de.
Wir werden uns dann telefonisch bei Ihnen melden, um Ihnen zunächst den Studienablauf genauer vorzustellen, ihre Fragen zu klären und gegebenenfalls einen Studientermin zu vereinbaren.