Out Now
We are very excited to announce the publication of On_Culture's 16th issue entitled “Ways of Reading.” Issue 16 delves into diverse ways of reading by exploring its represenation in literary texts, political reading, reading as an academic but also a deeply personal practice, as well as different theories of reading.
The issue’s _Articles conceptualize reading as a hermeneutical posture geared towards the representation of distance in contemporary novels of migration (Adinolfi) and analyze the intricate relationship between reading and care that emerges when these two concepts are considered in relation to each other (Hinders). Two other _Articles propose new ways to approach political reading by engaging with the fields of reading theory, praxeology, multimodality and political communication (Kuhn), including an engagement with tactics and strategies of reading as well as non-reading practices, and how these implicate knowledge production (Künzler).
The _Essays contributions analyze the construction of media-critical discourses on the psychological and physiological impact of “digital reading” on humans (Düwell), present a personal account of collected reading experiences spanning nearly seven decades (Gilbert), and explore the discourse of reading with special interest in its tropes, problems, and ways of expression (Kreuzmair).
Three _Perspectives complete the issue by featuring an insightful interview that reflects on the challenge of bringing literature and reading into the museum (Hinders), along with an examination of reading as a social, material, bodily, and affective practice (RUSTlab), and a part-playful, part-earnest experimental autofiction in which the author’s alter ego takes the reader on a meandering journey through history and the literary archive (Lee-Price).
Read the entire issue here: https://www.on-culture.org/journal/issue-16/
In addition, a new _Perspective picks up the conversation of issue 15 on “Present Futures” through an analysis of of prototypes as a materialized means to explore potential sociotechnical futures (Matzner, Thiel-Woznica, Tost, Weller).
With best wishes,
Wir freuen uns, die 69. Ausgabe von KULT_online präsentieren zu können, die mit einem breiten Themenspektrum sehr umfangreich ausgefallen ist.
Eine ganze Reihe von Rezensionen zu kulturwissenschaftlichen Publikationen gibt aufschlussreiche Einblicke in
negative Phänomene
aus kulturgeographischer und politiktheoretischer Perspektive, in die Rolle
normativer (toxischer) Maskulinität
als Ursache gesellschaftlicher Probleme in den USA sowie in rassistische und geschlechtsspezifische
Stereotypisierungen im frühen Kino
. Darüber hinaus wird in einem Beitrag eine Festschrift für eine queer-feministischen Theoretikerin rezensiert und der Frage nachgegangen, ob eine
Festschrift
überhaupt feministisch sein kann.
Geschichtswissenschaftliche Zugänge bilden die Grundlage für mehrere Rezensionen in dieser Ausgabe, die sich zum einen mit einer Neubewertung des
Niedergangs des Osmanischen Reiches
, zum anderen mit der Aushandlung
deutscher Erinnerungskultur
und ihrer identitätsstiftenden Wirkung sowie mit verschiedenen Fallstudien zu wirtschaftlichen, politischen und technologischen
Verflechtungen im Kontext von Globalismus
in Mittelalter und früher Neuzeit beschäftigen. Eine weitere Rezension setzt sich aus kunsthistorischer Perspektive mit der
Visualisierung von Sklav_innen und Hausbediensteten
in Bildmedien auseinander.
Drei weitere Rezensionen eröffnen unterschiedliche literaturwissenschaftliche Diskussionen: Während ein Beitrag eine
multimethodische Publikation
zur Kategorie des Alters im Werk des Schriftstellers David Almond bespricht, beschäftigt sich ein anderer mit
neuen Formen der Memoiren und Autofiktion
im 21. Jahrhundert, die die Grenze zwischen Realem und Imaginiertem verwischen. Ein weiterer Beitrag befasst sich mit
materiellen Lesarten
populärer neo-viktorianischer Multimedien.
Ergänzend dazu thematisieren mehrere Rezensionen aus dem soziologischen Feld die Anwendung der topologischen Soziologie Pierre Bourdieus auf spezifische Kontexte
zeitgenössischer Städte
,
Erinnerungsdebatten
zwischen Feminismus und Körperpolitik in Lateinamerika und der Karibik,
rechtspopulistische Zeitvorstellungen
und die Wahrnehmung rechter Wählerschaften, Logiken und Deutungsmuster von
Erinnerns- und Vergessensprozessen
im Kontext der NS-Zwangsarbeit sowie das Monitoring der
Pandemievorsorge
in der Vergangenheit anhand von COVID-19.
Mehrere Rezensionen sind im Bereich der Migrationsforschung angesiedelt. Das Spektrum reicht von der Verknüpfung
medialer Repräsentation
von Migration mit Wissen über Migration über eine Reflexion der Möglichkeiten, temporär konzipierte Flüchtlingslager als
dauerhafte Städte
zu planen bis hin zu einer Analyse der
Repräsentation von Migrant_innen, Machtstrukturen und Grenzpraktiken
. Darüber hinaus bietet ein weiterer Beitrag einen Überblick über verschiedene Migrationstypen im Zusammenhang mit
psychischer Gesundheit und Anpassung
.
Den thematischen Abschluss bilden drei Rezensionen, die mehrere Disziplinen miteinander verbinden: Eine Rezension bespricht einen interdisziplinären Band, der eine
fragmentarische Geschichte der Popmusik
von den 1960ern bis in die 2010er Jahre erzählt. Weitere Rezensionen befassen sich mit der
Darstellung der Passion Christi
im Hinblick auf Erinnerung, Körper und Identität, beleuchten eine Fallstudie zum Zusammenhang von
Mikrobiomen und
Race
als greifbare Ausdrucksformen von Gesellschaft, Umwelt und Biologie und diskutieren eine ethnographische Fallstudie zum
sufischen Ritual Hadra
als verkörperte Erfahrung von Selbstsein und religiöser Symbolik.
Nach diesem kurzen Überblick über die Beiträge der aktuellen Ausgabe von KULT_online, wünsche wir Ihnen viel Spaß beim Lesen!
Emotionen in der postkolonialen Erinnerungspolitik
Deutschland und Frankreich seit den 1990er Jahren
Wir gratulieren Sahra Rausch ganz herzlich zur erfolgreichen Veröffentlichung ihrer Dissertation!
Die vorliegende Monografie untersucht die diskursive Herstellung von Emotionen im Kontext postkolonialer Erinnerungspolitiken in Deutschland und Frankreich. Beide Länder sehen sich seit den 1990er Jahren mit wachsenden Forderungen konfrontiert, ihre kolonialen Vergangenheiten anzuerkennen und begangene Verbrechen wiedergutzumachen. Ausgehend von der Annahme, dass emotionale Zuschreibungen die Bedeutung der Vergangenheit für die Gegenwart legitimieren bzw. delegitimieren, fragt die Autorin danach, welche Emotionen in den medialen sowie politischen Auseinandersetzungen mit dem Algerienkrieg in Frankreich und dem Völkermord an den OvaHerero und Nama in Deutschland produziert werden. Die transnationale Vergleichsperspektive deutscher und französischer postkolonialer Erinnerungspolitiken zeigt die emotionalen ‚Verstrickungen‘ zwischen beiden Ländern auf und betrachtet das nationalstaatliche Erinnerungshandeln zugleich vor dem Hintergrund globaler Erinnerungstendenzen. Die Arbeit weist somit über die analysierten Fallstudien hinaus, indem die Dominanz vermeintlich ‚rationaler‘ Wissensproduktion in westlichen Gesellschaften infrage gestellt und ein Beitrag zu einer Provinzialisierung postkolonialer Erinnerungspolitiken geleistet wird.
Sahra Rausch
, International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) / Justus-Liebig-Universität, Gießen, Deutschland; SIRICE / Paris 1 Panthéon-Sorbonne, Paris, Frankreich.
Veröffentlicht von De Gruyter 2024
Band 10 der Reihe
Medien und kulturelle Erinnerung
https://doi.org/10.1515/9783111018683
+++
Congratulations, Sahra Rausch, on the successful publication of your dissertation!
Emotions such as guilt, shame, and remorse are often invoked to justify coming to terms with historical crimes. Taking the Algerian War in France and the genocide of the OvaHerero and Nama in Germany as examples, this book analyzes how emotions are discursively produced in postcolonial memory politics and how these enable or prevent a recognition of the "suffering of the Other".
Sahra Rausch
, International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) / Justus-Liebig-Universität, Gießen, Deutschland; SIRICE / Paris 1 Panthéon-Sorbonne, Paris, Frankreich.
Published by De Gruyter 2024
Volume 10 in the series
Medien und kulturelle Erinnerung
https://doi.org/10.1515/9783111018683
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We
are
very
excited
to announce the publication of
On_Culture's
17th issue entitled “Trash: Cycles of the Im_Material.”
This issue examines
the cyclic nature of trash and waste as a
pervasive
cultural and social
concept.
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The
_Articles
in this issue delve into the cultural implications of waste and trash from diverse perspectives. Taisuke L. Wakabayashi examines the disposal of transuranic waste to introduce the concept of entrustment, while Tenno Teidearu explores domestic strategies for the reusing and repurposing of packaging to illustrate the potential of trash as a valuable resource
.
By examining
the racialized history of waste management in the southern United States, Christopher Lang and Breanna Byrd reveal the intersections between waste and social injustice. In a similar vein, Sanchita Khurana illustrates how urban beautification initiatives in India can perpetuate inequalities against marginalized communities.
Lastly, Matthew Childs draws on rubbish theory to examine processes of discarding traditional ways of life during the rise of industrial capitalism as depicted in a late 19th-century German novel.
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In the
_Essay
contribution to this issue, Laura Moisi guides the reader through literature concerned with the affective and cultural legacies embedded within domestic disposal architectures
.
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Four
_Perspectives
complement the issue, beginning with Siyu Li's exploration of the Penicillium family as a case study that delves into the interplay between life and the environment through a fictional ethnographic lens.
Next, the potential for transforming our relationship with trash is considered through a performative reflection on trash as a transcendent means of communication by Kilian Jörg.
Another perspective by Paul Kaletsch treats 'epistemic garbage' in the university system as a shared challenge rather than an individual shortcoming
.
Finally, Polly
Bodgener's
perspective highlights the urgency of extinction and obsolescence in the context of climate change through an examination of contemporary installation art.
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Read the entire issue here:
https://www.on-culture.org/journal/issue-17/
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With best wishes,
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| The Editorial Team together with Guest Editors Tobias Schädel, Juliane Saupe, and Marco Presago |
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We
are
very
excited
to announce the publication of
On_Culture's
18th issue on
"Frames"! This issue brings together interdisciplinary perspectives to examine frames in their diverse manifestations. Contributions explore frames in art history and visual culture, considering the aesthetic and symbolic functions of framing devices. Others address the geopolitical and societal implications of frames, analyzing how borders, both literal and metaphorical, construct historical and contemporary experiences. The role of framing in knowledge production is another crucial area of inquiry—what strategic purposes do frames serve in academia, politics, and media? And how do alternative frameworks challenge dominant narratives?
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In an era where global crises demand new ways of thinking, interrogating frames becomes more urgent than ever. As climate change redraws geographic and political boundaries, and as social movements seek to reframe entrenched discourses, this issue of
On_Culture
invites readers to reflect on the power and limits of frames. Whether material, conceptual, or ideological, frames are everywhere—but they are not immovable. By critically examining their function, we can better understand how to challenge, redefine, or dismantle them in pursuit of more inclusive and dynamic perspectives.
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As you explore this issue, we invite you to set aside any fixed ideas about what ‘frames’ should be. The contributions gathered here reveal that frames come in many shapes, forms, and contexts—but they are never truly neutral. These texts encourage you to notice not just what is being framed, but also what is left outside the frame. By examining these structures, you may begin to see not only the boundaries they create but also the possibilities that exist beyond them.
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We hope you enjoy reading “Frames”!
Find the entire issue here: https://www.on-culture.org/journal/issue-18/ |
| The Editorial Team |
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We
are
very
excited
to announce the publication of
On_Culture's
19th issue on
"Disruption"! The issue has been guest-edited by Farouk El Maarouf, Justus Grebe, and Anastasiia Marsheva.
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Issue 19 reflects on disruption as a concept to show that disruption is not only an interruption of normality, but also has the potential to reshape knowledge practices, reconfigure cultural imaginaries, and challenge the foundations of critique itself.
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The contributions to this issue explore how disruption has the capacity to reveal what has been silenced, challenge prevailing narratives and open up spaces, in which marginalized groups are able to articulate their identities. As the contributions to the issue demonstrate, disruption can unsettle hegemonic narratives and reveal marginalized strategies and reimaginings. Thus, disruption can be creative and not merely destabilize but also govern.
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| We hope you enjoy reading “Disruption”! |
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Find the entire issue here: https://www.on-culture.org/journal/issue-19/ |
| The Editorial Team together with Guest Editors Farouk El Maarouf, Justus Grebe and Anastasiia Marsheva |
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We are very excited to announce the publication of
On_Culture
's 20th issue on "Celebration," and our 10th anniversary!
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Issue 20 explores celebration in all its ambivalence: as a site where identity, culture, and power converge, but also where resistance, belonging, and collective joy are forged. Rather than taking celebration at face value, the contributions ask what festive practices perform and represent, and how they are entangled with political discourse, memory, and loss.
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This issue features ten contributions examining celebration in a variety of contexts, ranging from early modern court banquets and national commemoration rituals to Colombian theme parks, religious processions in Mexico, reggaetón parties in the Latin American diaspora, and the social life of literature. Together, they show that celebration is never simply joyful but that its edges are often shadowed by grief, co-optation, and contestation, and that it is in this space of ambiguity that the most revealing cultural work happens.
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| We hope you enjoy reading "Celebration"! |
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Find the entire issue here: https://www.on-culture.org/journal/issue-20/ |
| The Editorial Team |
Es ist wieder so weit, ich freue mich sehr, Ihnen die 70. Ausgabe von KULT_online präsentieren zu können. In dieser Ausgabe erwarten Sie spannende Rezensionen zu einer Vielzahl von Themen.
Eine Reihe von Rezensionen ist dem Bereich der politikwissenschaftlichen Forschung gewidmet. Den Auftakt bildet eine Rezension von
Erzhena Dugarova
zu einer Publikation über indigene Souveränität in Sibirien, die sich auf die Souveränitätsbestrebungen in den Republiken Sacha, Burjatien und Tjewa konzentriert. Auch wenn kollektiver Aktivismus in der heutigen Welt schwer zu mobilisieren ist, bleiben die komplexen Verbindungen zwischen Erinnerung und politischem Engagement von anhaltender Relevanz. Dem geschichtspolitischen Diskurs ist auch der Beitrag von
Matthew Childs
zuzuordnen. In seiner Rezension setzt er sich mit Bryan Turners Versuch auseinander, eine umfassende Theorie der Katastrophe zu entwickeln. Im thematischen Zusammenhang steht die Rezension von
Justus Grebe
zum Sonderheft über Chronopolitik, das das Verhältnis von Politik und Zeit beleuchtet. Die Rezension bietet interessante Einblicke in die vielfältigen Ansätze und Konzepte des Heftes und zeigt die Möglichkeiten auf, die sich aus der Erforschung von Chronopolitik ergeben.
In zwei weiteren Rezensionen wird das Thema Kunst und Kultur erörtert. Die erste, von
Mortada Haidar
verfasste, Rezension widmet sich der Rolle von Street Art und Graffiti im Beirut der Nachkriegszeit. Dabei wird aufgezeigt, wie diese Kunstformen als Mittel des Protests und des öffentlichen Dialogs in der urbanen Landschaft fungieren. Die zweite Rezension von
Navid Nail
bespricht Gregor Stemmrichs Studie zu Robert Rauschenbergs Kunstwerk Erased de Kooning Drawing. Nail bewertet die Studie als einen unverzichtbaren Beitrag zur Rauschenberg-Forschung. Dies begründet er damit, dass Stemmrich sowohl tradierte Lesarten des Kunstwerks hinterfragt als auch die Bedeutung des Werkes im 20. Jahrhundert neu beleuchtet. Beide Beiträge verdeutlichen, dass Kunst nicht nur ästhetische und kulturelle, sondern auch soziale und politische Funktionen erfüllen kann.
Der thematische Abschluss bildet der
Bericht
über eine internationale Konferenz in Gießen, welche vom 14. bis 16. Mai 2024 stattfand und ein breites Themenspektrum rund um Identitätskonzepte abdeckte. Die Konferenz befasste sich unter dem Titel „Disrupted Identities in the Light of ‚Post-Everything‘“ mit den Auswirkungen einschneidender Ereignisse wie Kriege, erzwungene Migration oder politische Umbrüche auf die Herausbildung, Veränderung und Auflösung von Identitäten.
Nach dieser kurzen Darstellung der einzelnen Beiträge der aktuellen Ausgabe von KULT_online wünsche ich Ihnen eine anregende Lektüre!
Ich freue mich sehr, die 71. Ausgabe von KULT_online vorstellen
zu können, in der Sie eine besonders facettenreiche Auswahl an Rezensionen zu einem breitem Spektrum an kulturwissenschaftlichen Themen vorfinden.
Ein Schwerpunkt dieser Ausgabe liegt auf politischen und gesellschaftlichen Diskursen. Den Auftakt bildet Ahlem Saidanis Rezension zu einer Studie über muslimische Narrative über Juden in Norwegen – von frühen historischen Begegnungen bis zu aktuellen Wahrnehmungen. Auch Isabella David widmet sich gesellschaftlichen Machtverhältnissen und rezensiert einen Sammelband, der die globale Dynamik geschlechtsspezifischer Gewalt beleuchtet und die Darstellung dieser Gewalt in den Medien kritisch hinterfragt. Lucía Mesa Vélez richtet in ihrer Rezension den Blick auf eine Publikation zu digitalen Machtstrukturen in der humanitären Hilfe, die zeigt, wie technologische Systeme nicht nur bestehende Ungleichheiten reproduzieren, sondern auch neue Formen der Kontrolle etablieren können. Ebenfalls im gesellschaftspolitischen Feld verortet ist Henning Tauches Rezension zu konservativen Krisennarrativen in rechten Diskursräumen und deren zunehmender diskursiver Macht. Den Abschluss dieses Themenfelds bildet Nora Themls Rezension zu einem Glossar migrationsbezogener Begriffe, die als sprachlich umkämpfte Terrains sichtbar gemacht werden, und so aufzeigt, wie gesellschaftliche Aushandlungsprozesse in Sprache und Bedeutungsverschiebungen eingeschrieben werden.
Zwei weitere Rezensionen widmen sich institutionellen Rahmenbedingungen kultureller Praxis.
Emilio Aguas Rodríguez
untersucht in seiner Rezension indigene Archivpraktiken im Kontext kolonialer Geschichte und die politische Dimension von Archiven als Handlungsmacht. Eine andere Perspektive auf bestehende Strukturen bietet
Miguel Ángel Castro Caballero
, der die kritische Reflexion neoliberaler Arbeitsrealitäten in seiner Rezension in den Mittelpunkt stellt. Ergänzt wird dieser Themenbereich durch einen Tagungsbericht von
Sara Lüttich und Katharina Hacker
, der zentrale Herausforderungen postkolonialer Landverteilung und -nutzung in Ländern des südlichen Afrika beleuchtet. Deutlich wird darin, wie eng Fragen von Landrechten, Ernährungssicherheit und Wissenssystemen mit sozialen, kulturellen und politischen Machtverhältnissen verflochten sind.
Im Bereich der Erinnerungskulturen und kollektiven Identitäten bewegt sich Şahin Yaldız Rezension eines Sammelbandes, der das Zusammenspiel von Nostalgie, Erinnerung und Identitätskonstruktion in verschiedenen kulturellen Kontexten untersucht.
Den thematischen Abschluss dieser Ausgabe bilden drei Rezensionen, die sich mit theoretischen, kulturgeschichtlichen und narrativen Schwerpunkten beschäftigen. Silas Edwards rezensiert eine ungewöhnliche Geschichte der naturkundlichen Forschung, in der Tiere nicht nur als Objekte der Beobachtung, sondern auch als Akteure der Aufklärung sichtbar werden. Saskia Ketz beschreibt in ihrem Bericht zur Sonderausstellung des Niederrheinischen Freilichtmuseums die Veränderungen der Bestattungskultur in den letzten Jahrhunderten und deren museale Repräsentation. Caesy Stuck verfolgt in ihrer Rezension einen eher theoretischen Ansatz und zeigt neue Perspektiven auf, wie Objekte als zentrale Elemente der Erzählung betrachtet werden können. Matthew Childs setzt sich in seiner Rezension mit Überlegungen zur Denk- und Vorstellbarkeit von Katastrophenszenarien auseinander und beleuchtet die kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ordnungssystemen. Abgerundet wird das Themenfeld durch eine Rezension von Edward Djordjevic zu der politischen und gesellschaftlichen Bedeutung von Fiktion in Zeiten von Desinformation und Fake News.
Nach diesem kurzen Überblick über die Beiträge der aktuellen Ausgabe von KULT_online, wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Lesen.
Es ist wieder so weit: Ich freue mich sehr, Ihnen die 72. Ausgabe von KULT_online präsentieren zu dürfen, in der Sie eine spannende Auswahl von Beiträgen zu aktuellen kulturwissenschaftlichen Fragestellungen erwartet.
Den Auftakt dieser Ausgabe bildet Emilio Aguas Rodríguez’ Rezension zu Archiving Cultures von Jeannette Bastian. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Gemeinschaften ihr kulturelles Erbe und ihr kollektives Gedächtnis in immateriellen Ausdrucksformen bewahren können. Aguas Rodríguez betont, dass Bastian damit das Verständnis von kulturellen Archiven erweitert und neue Perspektiven auf Erinnerung und kulturelle Identität eröffnet.
Zwei weitere Rezensionen widmen sich den gesellschaftlichen Dynamiken von Widerspruch und Identität. Lilli Stengel rezensiert den Sammelband Widerspruchs-Kulturen , in dem zeitgenössische Formen des Widersprechens aus gesellschaftlicher, künstlerischer und wissenschaftlicher Perspektive beleuchtet werden. Der Band bietet eine differenzierte Auseinandersetzung mit normativen Spannungen und eröffnet insbesondere für junge Kultur- und Sozialwissenschaftler_innen neue Impulse. Natalia Rabahi setzt sich in ihrer Rezension mit dem Konzept kultureller Hybridität auseinander und zeigt auf, wie der Sammelband Cultural Identities in a Global World dessen theoretische, methodische und soziale Dimensionen im globalen Kontext neu bestimmt. Beide Beiträge verdeutlichen, dass kulturelle Praxis stets ein Ort der Differenz und des Dialogs ist.
Diese Ausgabe wird durch zwei Tagungsberichte ergänzt, die Einblicke in aktuelle Forschungsdiskussionen bieten. Karsten Klein berichtet über die Konferenz On the Concept of Imagination , die Imagination als erkenntnisleitende Praxis in ökonomischen, ästhetischen und theoretischen Kontexten beleuchtete. Sein Bericht gibt Einblicke in die produktiven Schnittstellen zwischen ökonomischem Denken und kultureller Vorstellungskraft. Der zweite Bericht widmet sich der Veranstaltung Spaces of Peripheralization: Extractivism, Pollution and Environmental Future in Southeastern Europe . Die Tagung zeigte, wie ökologische Ungleichheiten und extraktivistische Praktiken in Südosteuropa verhandelt werden, und machte deutlich, dass Umweltgerechtigkeit stets auch eine Frage räumlicher und sozialer Machtverhältnisse ist.
Den thematischen Abschluss bildet Henning Tauches Rezension zu Volker Weiß’ Das Deutsche Demokratische Reich . Weiß verdeutlicht darin, wie rechte Geschichtspolitik in unterschiedlichen Kontexten Geschichtsbilder prägt und für aktuelle politische Identitätsentwürfe instrumentalisiert wird. Tauche betont, dass solche Umdeutungen kritische Gegenlektüren erfordern.
Nach dieser kurzen Vorstellung der einzelnen Beiträge der aktuellen Ausgabe von KULT_online wünsche ich Ihnen eine anregende Lektüre.
Herzlich willkommen zur neuen Ausgabe von KULT_online! Wie gewohnt erwartet Sie eine vielfältige Auswahl an Rezensionen, die aktuelle kulturwissenschaftliche Debatten aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten.
Mehrere Beiträge dieser Ausgabe widmen sich Fragen von Identität, Zugehörigkeit und kultureller Differenz. Berrin Güneş rezensiert François Grosjeans umfassendes Werk zur Bilingualität, das Vorurteile gegenüber zweisprachigen Menschen hinterfragt und eine ganzheitliche Sichtweise auf sprachliche Vielfalt einfordert. Akshita Sharma bespricht eine ethnographische Studie zu syrischen Familien in Deutschland, die zeigt, wie Migration, kulturelle Veränderungen und rechtliche Strukturen das familiäre Zusammenleben prägen. Ergänzt wird dieser Themenstrang durch Núbia Sanches Martins Rezension zu einem Werk über queere Bewegungen in São Paulo, das Sexualitätspolitik als ästhetische Auseinandersetzung über Rechte und nicht allein als ideologischen Konflikt begreift.
Gleich mehrere Beiträge setzen sich mit Fragen von Repräsentation, Geschichte und kolonialer Nachwirkung auseinander. Matthew Childs rezensiert einen Band, der Deutschlands Verstrickung in globale Eroberungsprojekte neu bewertet und imperiale Narrative den Stimmen kolonisierter Völker gegenüberstellt. Demet Dimitra Uyar widmet sich einem Sammelband zur griechischen Geschichtsschreibung, der internationale historiographische Debatten mit lokalen Entwicklungen verknüpft. Akona Matyila bespricht Kenneth W. Harrows Studie zum afrikanischen Kino, das im Spannungsfeld transnationaler Ökonomien und globaler Ungleichzeitigkeiten neu verortet wird. Alma Simba schließlich rezensiert einen Band zur Ästhetiktheorie, der kollektives Handeln, Kunst und die Komplizenschaft von Kulturerbeinstitutionen in Strukturen von Race und Kapital zum Thema macht.
Daneben versammelt diese Ausgabe Rezensionen zu methodischen und theoretischen Neuorientierungen innerhalb der Kulturwissenschaften. João Henrique da Costa Sol Afonso stellt einen Sammelband zu ökokritischen Methoden vor, der Literatur, Film, bildende Kunst und Medien in einen gemeinsamen analytischen Rahmen bringt. Lena Frewer bespricht einen Band, der das Ereignis als kulturwissenschaftliche Kategorie produktiv dekonstruiert und für ein befreiteres, experimentelles akademisches Schreiben wirbt. Marina Iaroslavtseva rezensiert Luc Boltanski und Arnaud Esquerres Studie zu Online-Kommentarspalten als politische Räume und fragt, ob digitale Partizipation tatsächlich politische Wirksamkeit entfaltet.
Zwei weitere Beiträge erkunden das Verhältnis von Körper, Fürsorge und Gemeinschaft angesichts gegenwärtiger Krisen. Luis Guillermo Zazueta Beltran bespricht ein Werk, das kulturell sehr unterschiedliche Praktiken des Umgangs mit dem Tod und der Sterbebegleitung vergleichend analysiert. Jochen Mündlein rezensiert Judith Neunhäuserers künstlerisch-wissenschaftliche Reflexion einer Arktisexpedition, die im Angesicht des Klimawandels das Verhältnis von Subjekt, Welt und Gemeinschaft neu auslotet. Sophie Wagner schließt den Reigen mit einer Besprechung eines Sammelbandes, der die Grenzen von Konsens in der Schwangerschafts- und Geburtsversorgung kritisch ausleuchtet.
Ich wünsche Ihnen eine anregende und inspirierende Lektüre.