Projektbeschreibung
Das Thematische Netzwerk erforscht imperiale und nationalsprachliche Rand-, Übergangs- und Konfliktzonen sowie urbane Räume im östlichen Europa, die durch ethnisch-sprachliche, konfessionelle oder sonstige kulturell geprägte Kontakt- und Konfliktszenarien charakterisiert sind. Berücksichtigt werden auch solche Kontaktzonen, die heute die einmal bestehende kulturelle Pluralität nicht mehr aufweisen, wo diese jedoch in der Erinnerungs- und Identitätspolitik bzw. in der historisch-literarischen Reflektion noch eine wesentliche Rolle spielt.

Die sechs Partner des Netzwerks im östlichen Europa zeichnen sich in besonderer Weise für diese Forschungskooperation aus:
Projektverantwortliche Institutionen in Hessen
Das 2006 gegründete Gießener Zentrum Östliches Europa (GiZo) ist das regionalwissenschaftliche Forschungs- und Lehrzentrum zum östlichen Europa in Hessen. Es umfasst die Slavistik, Osteuropäische Geschichte und Turkologie in Kooperation mit den Politik-, Rechts-, und Wirtschaftswissenschaften. Durch die Bündelung der kultur- und sozialwissenschaftlichen Osteuropaforschung schafft es optimale Voraussetzungen für die interdisziplinäre Erforschung der Region. Das 1950 gegründete Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung - Institut der Leibniz-Gemeinschaft (HI) ist eine der zentralen Einrichtungen der historischen und kulturwissenschaftlichen Ostmitteleuropa-Forschung in Deutschland. Das Institut bietet eine der besten Spezialbibliotheken sowie umfangreiche Sammlungen und betreibt zahlreiche Forschungs- und Entwicklungsprojekte.
Forschungsschwerpunkte des NetzwerksForschungsperspektiven und Themenfelder der komplementären und standortübergreifenden fachlichen Zusammenarbeit, die im Netzwerk Vernetzungsaktivitäten in Forschung und Lehre leiten:
Frage nach dem Verhältnis von sprachlichen und territorialen, individuellen und kollektiven Elementen in Nations- und Staatskonzepten, Frage nach den Langzeitwirkungen und erinnerungskulturellen Dynamiken von politischen und ideologischen Brüchen, Staatszerfall und Grenzveränderungen
Sprachliches Bewusstsein und Rollenverhalten, Sprachprestige und Sprachenpolitik, Interferenzen zwischen sprachlich-ethnischen und konfessionellen Identitäten, Dynamik konflikthafter Interaktionsmuster, Sprachpolitik als Konfliktpotential oder ethnischer Integrationsfaktor
Ausbildung von Regionalismen und Regionalsprachen, regionale Literaturgeschichte, Rechtsgeschichte von Mehrheits- und Minderheitsverhältnissen, Management von auf Gruppen und Gemeinwesen gerichteten Loyalitätsbindungen
Die Frage nach dem Stadt-Land-Verhältnis sowie nach Migrationsmustern und der Diaspora, sprachliche Strukturierung des städtischen Raumes, Phänomene im Übergang zwischen nationaler Markierung und nachholender „Modernisierung“ des städtischen Raums, Überformung durch das Leitbild der sozialistischen Stadt
Übersetzung und Übertragung von Texten in andere Sprach- und Kulturfelder, Überlieferungsgeschichte, Versuche der Adaption der Kulturgüter anderer Regionen und Sprachen für die eigene soziale Bezugsgruppe
Formen der Fiktionalisierung, Utopisierung oder Ideologisierung (Grenzlandroman, Aufbauroman) kultureller Kontakte, Identitätsstiftung durch Literatur, Romantisierung und Harmonisierung (Mitteleuropadebatte) von Multikulturalität, literarische Verarbeitung von Verlust (z.B. vergleichende Erforschung der Holocaustliteraturen)
Projektziele
Kooperationsmaßnahmen
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