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3R-Symposium Schmerzempfinden und Bewusstsein bei Tieren

3R-Symposium - Schmerzempfinden und Bewusstsein bei Tieren 

Ist das Konstrukt des pathozentrischen Tierschutzgedankens auch 2024 noch relevant? 

 

ICAR3R-Symposium am 25.04.2024

09.00-13.30 Uhr

Online via Zoom

 

Zusammenfassung:  Die Erforschung des Schmerzempfindens und der Leidensfähigkeit von Tieren ist sowohl für die Wissenschaft als auch gleichermaßen für den Tierschutz von größter Bedeutung. Die Frage nach dem Bewusstsein von Tieren ist dabei eng an die jeweiligen Theorien der Ausprägungen des Schmerzempfindens gekoppelt.

Die historischen Auseinandersetzungen des Menschen mit der Sinneswelt der Tiere variierten in ihren Ergebnissen jeweils stark; während im 17. Jahrhundert René Descartes Tieren noch jegliches Bewusstsein und Schmerzempfinden absprach und sie in dualistischer Tradition als mechanische Automaten beschrieb, prägte der französische Naturforscher Buffon das Konzept der Empfindungsfähigkeit von Tieren, welches die Idee umfasste, dass Tiere durchaus über Bewusstsein und Sensibilität verfügen. Die Gemengelage der vielfältigen Theorien zum tierlichen Bewusstsein und Schmerzempfindens wird durch die uneinheitlichen und dynamischen Begriffsdefinitionen von „Bewusstsein“ und „Schmerz“ noch unübersichtlicher. So wurde erstmalig im Jahre 1979 von der International Association for the Study of Pain (IASP) eine Definition von „Schmerz“ veröffentlicht, welche im Jahr 2020 durch eine revidierte Definition überarbeitet wurde: Schmerz wird seither von der IASP als "an unpleasant sensory and emotional experience associated with, or resembling that associated with, actual or potential tissue damage"[1] definiert. 

Trotz der zahlreichen Fortschritte in der Erforschung des Schmerzempfindens von Tieren bleiben auch aktuell noch viele Fragen und Debatten in zahlreichen Disziplinen bestehen. Dazu gehören Fragen nach der Unterscheidung zwischen verschiedenen Arten von Schmerz, der Schmerzwahrnehmung bei verschiedenen Spezies und Fragen nach den jeweiligen Implikationen, inwieweit die erlangten Erkenntnisse die Nutzung von Tieren beeinflussen werden.

Vor diesem Hintergrund möchte das ICAR3R-Symposium Einblicke in die aktuelle Forschungslage der Schmerz- und Bewusstseinsforschung bei Tieren geben. 

Das Symposium wird mit 4 ATF-Stunden und 4 Weiterbildungsstunden (gemäß §3 Abs. 2 TierSchVersV für alle an Tierversuchen und der Pflege von Versuchstieren beteiligten Personen) vergütet

Zur Anmeldung 

 

Uhrzeit

Referierende

Thema

09.00–9.15 Uhr

Prof. Dr. Stephanie Krämer

Begrüßung

09.15-10.15 Uhr

Prof. Dr. Andreas Draguhn

‘The screaming cabbage‘: welche Lebewesen können leiden?

10.15–11.15 Uhr

Jennifer Simon

Was bedeutet Leiden und Schmerzen von Tieren im juristischen Kontext?

11.15-11.30 Uhr

Pause

 

11.30-12.30 Uhr

Dr. Judith Benz-Schwarzburg

Mehr als nur leidensfähig: Was uns empathische Ratten und fürsorgliche Kühe über die Grenzen unserer Forschungsethik sagen

12.-30-13.30 Uhr 

Priv. Doz. Dr. Thomas Fenzl

An unfinished story: Neurophysiologische Korrelate der Schmerzwahrnehmung im EEG von Hühnerembryonen

 

[1] International Association for the Study of Pain (IASP). IASP Announces Revised Definition of Pain; https://www.iasp-pain.org/ publications/iasp-news/iasp-announces- revised-definition-of-pain (Stand: 27.02.2024)