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Collegium Gissenum 2022

Thema

»Die gesellschaftliche Macht künstlicher Intelligenz: Ein Problem für Ethik und Politik«

Maschinell basierte Entscheidungen beeinflussen unser Leben in immer größerem Umfang – manchmal, ohne dass wir es bemerken. Wir stützen uns nicht nur auf maschinell basierte Entscheidungen, wenn wir über Google recherchieren und mit Siri kommunizieren, auch in weniger offensichtlichen Bereichen spielen Algorithmen eine zentrale Rolle. So werden unsere Kreditwürdigkeit, unser Gesundheitsrisiko und unsere Bewerbungen bereits heute häufig maschinell vorprozessiert, bevor sie von Menschen beurteilt werden. Ein weit verbreitetes Missverständnis besteht in der Annahme, dass künstliche Intelligenz dabei unabhängig von der Gesellschaft und normativen Vorannahmen operiert. Aufgrund ihrer mathematischen Grundlage wirken selbstlernende Algorithmen neutral und objektiv. In den letzten Jahren hat sich jedoch ein zunehmendes Bewusstsein darüber gebildet, dass sie nicht nur rassistische, sexistische und klassistische Diskriminierungsstrukturen reproduzieren, sondern durch ihre vermeintliche Neutralität auch eine problematische Vorstellung von Gleichbehandlung und Leistungsgerechtigkeit befördern, die im Widerspruch zu aktuellen Statistiken über Chancenungleichheit, politische Teilhabe und Vermögensverteilung steht. 

Künstliche Intelligenz stellt unsere Gesellschaft daher nicht nur vor enorme ethische, sondern auch vor soziale, kulturelle und politische Herausforderungen. Wie funktionieren (selbst-)lernende Entscheidungssysteme, was hat es mit der darin operierenden Black Box auf sich und wie beeinflussen sie den gesellschaftlichen Zusammenhalt? Mit welchen konkreten Risiken und Chancen ist der Einsatz von KI verbunden und wie können wir als Gesellschaft darauf reagieren? Während die technologische Forschung immer neue Innovationen auf den Markt bringt und einige wenige Unternehmen daran arbeiten, eine auf maschinellem Lernen basierte, zunehmend alternativlose, globale Infrastruktur zu etablieren, ist der gesellschaftliche Diskurs weiterhin von einer Mischung aus Enthusiasmus und Faszination auf der einen Seite und Skepsis, Ängsten und Kritik auf der anderen Seite geprägt. Die Reihe versammelt unterschiedliche Perspektiven, die KI-basierte Entscheidungsprozeduren mit Blick auf ihren gesellschaftlichen Kontext beleuchten.

 

Das Programm

Alle Veranstaltungen in: Raum AUB 1 (Alte Universitätsbibliothek), Bismarckstraße 37, 35390 Gießen.

 

01.06., 18:00-19.30 Uhr Prof. Dr. Catrin Misselhorn (Georg-August Universität Göttingen)

Artificial Morality und Maschinenethik – können Maschinen moralisch handeln und sollen sie es?

Durch die Fortschritte der KI und Robotik werden Maschinen in Zukunft mehr und mehr moralische Entscheidungen fällen, die unser Leben betreffen. Deshalb soll analog zur »Artificial Intelligence« eine »Artificial Morality« entwickelt werden. Doch können Maschinen überhaupt moralisch handeln – und dürfen sie es? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Maschinenethik, deren Grundlagen in diesem Vortrag anhand von Beispielen wie autonomen Waffensystemen, Pflegerobotern und selbstfahrenden Autos diskutiert werden.

 

08.06., 18:00-19:30 Uhr Prof. Dr. Oliver Zöllner (Hochschule der Medien Stuttgart)

Künstliche Intelligenz, Gesellschaft und Demokratie: Ethische Perspektiven

Im Vortrag »Künstliche Intelligenz, Gesellschaft und Demokratie: Ethische Perspektiven« stellt Prof. Dr. Oliver Zöllner Konzepte, Einflüsse und Auswirkungen des Einzugs von Algorithmen in öffentliche, speziell online geführte Debatten vor und bewertet sie aus der Perspektive der Digitalen Ethik.

 

15.06.18:00-19:30 Uhr Dr. Janina Loh (Stabstelle Ethik Stiftung Liebenau)

Robotik, KI und Digitalisierung in unserer Arbeitswelt. Eine philosophische Reflexion an der Schwelle zur Industrie 4.0

Im Vortrag wird ein besonderes Augenmerk auf die philosophischen und ethischen Fragen gerichtet, die sich hinsichtlich eines Einsatzes von Robotik, künstlicher Intelligenz und Digitalisierung in unserer Arbeitswelt stellen. Verspricht der Eintritt in das Zeitalter der Industrie 4.0 eher eine dystopische oder eine utopische Transformation der Gesellschaft? Wie stellen wir uns überhaupt die Vision einer lebenswerten Gesellschaft mit Blick auf die Arbeit konkret vor?

  

22.06., 18:00-19:30 Uhr PD Dr. Elisa Orrù (Albert-Ludwigs Universität Freiburg)

Digitalisierung und (Un)Gerechtigkeit. Wie Algorithmen und KI zu Verzerrungen und Diskriminierung beitragen und was wir dagegen tun können

Algorithmen und KI unterstützen uns im Alltag bei der Durchführung vielfältiger Tätigkeiten. Doch ihr Einsatz kann auch zu Verzerrungen führen, existierende Benachteiligungen verschärfen und Diskriminierungen verstärken. Wie kommt es dazu, warum ist das ein Problem und wie kann dem entgegengewirkt werden?  

 

Kontakt

Dr. Susanne Mantel

 

Institut für Philosophie, Professur für Praktische Philosophie
Rathenaustraße 8, 2. Stock
35394 Gießen

Alexandra Darabos
Institut für Philosophie
Rathenaustraße 8, 2. Stock, Raum 209
35394 Gießen

Telefon: + (49)-641-99-15531

E-Mail:


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